Die Finanzen der Männer-Bundesliga-Clubs 2026 Teil 3

In Teil 2 der Finanzen der Bundesliga-Clubs ging es um die finanzielle Stabilität und Unabhängigkeit der Clubs. Aus den beiden Finanzkennzahlen Eigenkapital und Bilanzsumme wurde die Eigenkapitalquote gebildet. Sie ist das zweite von vier Kriterien, aus der die „Finanz-Bundesliga-Tabelle“ ermittelt wird. Im dritten Teil der Finanzen der Bundesliga-Clubs geht es um die Personalaufwandsquote.

Hier geht es zu:

Teil 1
Teil 2
Teil 4
Teil 5

3. Personalaufwandsquote (Personalaufwand/Umsatz)

Geld schießt Tore. Ob diese These stimmt, wird sich zeigen. Hier geht es zunächst einmal um Umsatz, der mit dem vorhandenen Personal erwirtschaftet wurde. Daher gilt hier, je niedriger die Personalaufwandsquote, desto besser wirtschaftet der Club.

Der Personalaufwand

Bevor es um die Personalaufwandsquote geht, werfen wir zunächst einen Blick auf den Personalaufwand. Diese Kennzahl publiziert der Ligaverband jährlich.

ClubMio. EuroIndexVorjahr
1.SV Elversberg15114neu
2.SC Paderborn17102neu
3.1. FC Heidenheim21523.
4.FC St. Pauli441342.
5.Hamburger SV471064.
6.1. FC Köln56897.
7.FC Schalke 0459196neu
8.FC Augsburg621066.
9.1. FSV Mainz 05731108.
10.Werder Bremen751049.
11.Union Berlin809411.
12.SC Freiburg8311010.
13.Borussia Mönchengladbach959613.
14.TSG Hoffenheim9510412.
15.VfL Wolfsburg1209914.
16.VfB Stuttgart16412215.
17.Eintracht Frankfurt17712516.
18.Bayer 04 Leverkusen20810517.
19.RB Leipzig20910318.
20.Borussia Dortmund26910019.
21.FC Bayern München44310320.
Personalkosten-Tabelle 2025 – Quelle DFL

Entwicklung der Personalkosten

Prozentual die krassesten Ausschläge gab es 2025 wohl bei den Personalkosten. Prozentual haben sie sich beim FC Schalke 04 fast verdoppelt (96 Prozent). Das liegt allerdings an einem Rumpfgeschäftsjahr 2024, da man auf einen Jahresabschluss zum Saisonende umgestellt hat (30. Juni statt 31. Dezember).

Die wirklich größte Steigerung mit 34 Prozent gab es beim FC St. Pauli, da der Club 2024 aufgestiegen ist und die fälligen Prämien aber erst im Geschäftsjahr 2024/2025 ausgezahlt wurden. Mitaufsteiger war Holstein Kiel deren Personalkosten um 33 Prozent gestiegen waren.

Mit 22 bzw. 25 Prozent sind die Personalkosten beim VfB Stuttgart und bei Eintracht Frankfurt ziemlich gewachsen. Der VfB war 2024 Vizemeister und spielte in der Folgesaison Champions League. Die Eintracht spielte da „nur“ Europa League.

In der 2. Liga steigerte die SV Elversberg ihre Personalkosten um 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Um 10 Prozent gingen sie beim SC Freiburg und beim 1. FSV Mainz 05 nach oben. Beide Clubs spielten in der Saison 2024/2025 nicht international.

Vergleichsweise geringe Steigerungen gab es bei Bayer 04 Leverkusen (8 Prozent – als Meister), beim FC Augsburg und dem Hamburger SV (jeweils 6 Prozent), bei der TSG Hoffenheim (spiele Europa League) und Werder Bremen (jeweils 4 Prozent), bei RB Leipzig und dem FC Bayern (jeweils 3 Prozent) und dem SC Paderborn (2 Prozent).

Gar keine Veränderungen gab es bei Borussia Dortmund.

Die Personalkosten haben mäßig bis moderat reduziert: VfL Wolfburg (1 Prozent), Borussia Mönchengladbach (4 Prozent), Union Berlin (6 Prozent).

Absteiger 2024 waren der 1. FC Köln (-11 Prozent) und Darmstadt 98.

Um sagenhafte 48 Prozent hat der 1. FC Heidenheim seine Personalkosten reduziert, obwohl der Club in der Conference League antrat. Die Prämien für den Aufstieg in der Vorsaison fielen weg.

Der Umsatz

Ich habe hier das Rohergebnis mit dem Umsatz gleichgesetzt, da diese Finanzkennzahl vom Ligaverband publiziert wird. Das Rohergebnis schließt neben Umsatzerlösen auch sonstige betriebliche Erlöse ein. Der reine Umsatz würde also niedriger ausfallen.

ClubMio. EuroIndexVorjahr2019Index 25/19
1.FC Bayern München9201021. 1.129
2.Bayer 04 Leverkusen5651464.6.218
3.Borussia Dortmund549912.2.115
4.RB Leipzig426993.4.168
5.Eintracht Frankfurt376995.3.125
6.VfB Stuttgart3611326.9.218
7.VfL Wolfsburg2391035.8.123
8.Union Berlin1851049.19.308
9.Borussia Mönchengladbach17510210.7.87
10.TSG Hoffenheim1691512.10.105
11.SC Freiburg156808.17.169
12.FC Schalke 04151217neu5.57
13.FC Augsburg14713816.16.154
14.1. FSV Mainz 0514011614.12.97
15.Werder Bremen1369713.11.90
16.1. FC Köln1369211.15.128
17.Hamburger SV12010115.14.95
18.FC St. Pauli8913219.20.179
19.1. FC Heidenheim404617.22.101
20.SC Paderborn40118neu26.149
21.SV Elversberg39138neuneuneu
Rohergebnis-Tabelle 2025 – Quelle Ligaverband

Entwicklung des Rohergebnisses

Da der FC Schalke 04 eine Rumpfbilanz 2024 vorlegte, um das Geschäftsjahr anzupassen, sind die Vergleichswerte nicht aussagekräftig. Allerdings ist das Rohergebnis 2025 im Vergleich zu 2019 um 43 Prozent gesunken.

Die prozentual größte Steigerung mit 46 Prozent konnte der Meister 2024, Bayer 04 Leverkusen, hinlegen. Im Vergleich zu 2019 ist das Rohergebnis sogar mehr als verdoppelt worden.

Dahinter kommt schon die SV Elversberg und der FC Augsburg mit je 38 Prozent zwischen 2024 und 2025. Bei Elversberg liegt es wohl an der Etablierung in der 2. Liga, also mehr TV-Gelder und an der Erweiterung des Stadions an der Kaiserlinde. Bei Augsburg lag es an historischen Spielertransfers.

Die 32 Prozent Steigerung beim VfB Stuttgart kommen durch die Bilanzierung zum Jahresende zu stande. Dadurch fielen mehr TV-Gelder durch die Vizemeisterschaft im Vorjahr und die Gelder aus der Championsleague ins selbe Geschäftsjahr. Im Vergleich zu 2019 ist das Rohergebnis mehr als verdoppelt worden, was auch am verstärktem Sponsoring liegt.

Beim FC St. Pauli sind 32 Prozent Steigerung auf den Aufstieg zurückzuführen und die daraus resultierenden Mehreinnahmen aus der TV-Vermarktung zurückzuführen. Im Vergleich zu 2019 ist das Rohergebnis um 79 Prozent gewachsen.

Große Steigerungen konnten auch der SC Paderborn (18 Prozent), der 1. FSV Mainz 05 (16 Prozent) und die TSG Hoffenheim (15 Prozent) verbuchen.

Geringe Steigerungen gab es bei Union Berlin (4 Prozent). Im Vergleich zur Zeit vor der Pandemie hat Union sein Rohergebnis allerdings verdreifacht.

Auch beim VfL Wolfsburg (3 Prozent), beim FC Bayern München (2 Prozent), Borussia Mönchengladbach (2 Prozent) und dem Hamburger SV (1 Prozent) kam es zu geringen Steigerungen. Bei der Borussia ist das Rohergebnis um 13 Prozent im Vergleich zu 2019 gesunken.

Geringe Reduzierungen des Rohergebnisses gab es bei Eintracht Frankfurt und RB Leipzig (je 1 Prozent) und Werder Bremen (3 Prozent). Bei Werder ist das Rohergebnis im Vergleich zu 2019 um 10 Prozent gesunken.

Größere Reduzierungen gab es beim 1. FC Köln (8 Prozent) und bei Borussia Dortmund (9 Prozent).

Wie hart das Rohergebnis runter geht, wenn man sich nicht mehr für den Europapokal qualifiziert sieht man beim SC Freiburg. Es ging um 20 Prozent runter. Dazu gab es geringere Transfereinnahmen im Vergleich zu 2024. Auf diese ist der Sportclub aber gar nicht mehr so angewiesen, denn im Vergleich zu 2019 ist das Rohergebnis trotzdem um 69 Prozent höher ausgefallen.

Um sage und schreibe 54 Prozent ist das Rohergebnis beim 1. FC Heidenheim runtergerauscht. Das lag mehr an vergleichsweise niedrigen Transfererlösen als an den Geldern der Conference League. In 2024 gab es allerdings Aufstiegsboni durch Sponsoren.

Personalaufwandsquote: Definition

Sie gibt Verhältnis der Personalkosten zum Umsatz an. Sie gibt damit die Effizienz und Flexibilität der Clubs an.

Die Personalaufwandsquote in Bezug auf die Finanzen der Bundesliga-Clubs

Produktionsunternehmen, die in der Regel hochautomatisiert sind, sollten eine Personalaufwandsquote von ca. 30 % aufweisen. Bei Dienstleistungsanbietern, insbesondere solchen, die auf menschliche Interaktion angewiesen sind, gelten Werte von 60 – 70 % als angemessen.

Die beste Personalaufwandsquote konnte im Geschäftsjahr 2025 Bayer 04 Leverkusen verzeichnen.

Die Personalaufwandsquoten-Tabelle

ClubPersonal-
aufwandsquote
IndexVorjahr
1.Bayer 04 Leverkusen37%7412.
2.SV Elversberg38%83neu
3.Hamburger SV39%1051.
4.FC Schalke 0439%90neu
5.1. FC Köln41%974.
6.FC Augsburg42%7715.
7.SC Paderborn43%86neu
8.Union Berlin43%918.
9.RB Leipzig45%1045.
10.VfB Stuttgart45%9211.
11.Eintracht Frankfurt47%1262.
12.FC Bayern München48%1019.
13.Borussia Dortmund49%1096.
14.FC St. Pauli49%10210.
15.VfL Wolfsburg50%9614.
16.1. FC Heidenheim51%1137.
17.1. FSV Mainz 0552%9416.
18.SC Freiburg53%1383.
19.Borussia Mönchengladbach54%9417.
20.Werder Bremen55%10813.
21.TSG Hoffenheim56%9120.
Personalaufwandsquoten-Tabelle 2025 – Quelle Meenzer on Tour

Erklärung der Personalaufwandsquote in Bezug auf die Finanzen der Bundesliga-Clubs

Profifußball ist ein Dienstleistungprodukt, für das menschliche Interaktion notwendig ist. Dadurch, dass so viele Gelder in den Fußball fließen, sind die Gehälter der Profis im Durchschnitt aus finanzieller Sicht bei den meisten Clubs angemessen. 2022 fiel eigentlich nur die TSG Hoffenheim und 2020 der VfB Stuttgart mit je 75 Prozent oder Hertha BSC Berlin 2021 mit 90 Prozent aus dem Rahmen. Insgesamt lässt sich erkennen, dass die Personalaufwandsquote im Vergleich zur Pandemie-Zeit deutlich verbessert wurde. Allerdings gab es 2019 mit Eintracht Frankfurt (31 Prozent), dem 1. FSV Mainz 05 34 Prozent) und Arminia Bielefeld (35 Prozent) gleich drei Clubs, die eine noch geringere Personalaufwandsquote aufwiesen als der Club, der 2025 die niedrigste Quote zu verzeichnen hat.

Die Personalaufwandsquote (PQ) massiv senken konnte der Spitzenreiter Bayer 04 Leverkusen um mehr als ein Viertel auf 37 Prozent. Um fast ein Viertel konnte der FC Augsburg die PQ senken. Auch die SV Elversberg (-17 Prozent) und der SC Paderborn (-14 Prozent) konnten sie massiv senken.

Moderat senken konnten sie der FC Schalke 04 (-10 Prozent), Union Berlin und die TSG Hoffenheim (je -9 Prozent), der VfB Stuttgart (-8 Prozent), der 1. FSV Mainz 05 und Borussia Mönchengladbach (je -6 Prozent), der VfL Wolfsburg (-4 Prozent) und der 1. FC Köln (-3 Prozent).

Leicht nach oben ging sie beim FC Bayern München (1 Prozent), beim FC St. Pauli (2 Prozent), bei RB Leipzig (4 Prozent), beim letztjährigen Spitzenreiter Hamburger SV (5 Prozent), bei Werder Bremen (8 Prozent) und bei Borussia Dortmund (9 Prozent).

Stark gestiegen ist sie beim 1. FC Heidenheim (13 Prozent), bei Eintracht Frankfurt (26 Prozent) und dem SC Freiburg (38 Prozent).

In Teil 4 der Finanzen der Bundesliga-Clubs wird es um den Verschuldungsgrad der Clubs gehen, sprich um das Verhältnis von Fremdkapital zu Eigenkapital.

Die Finanzen der Männer-Bundesliga-Clubs 2026 Teil 2

In Teil 1 der Finanzen der Bundesliga-Clubs ging es um die „Steine bzw. Beine“ eines Vereins. Außerdem ging es um die Frage, wieviel Geld der eigene Club mitbringt (oder sich durch Investoren mitbringen lässt), um Bundesliga spielen zu können. Aus den beiden Finanzkennzahlen Eigenkapital und Anlagevermögen hat sich die Leistungskennzahl Anlagendeckungsgrad ermitteln lassen. Sie ist das erste von vier Kriterien aus der die „Finanz-Bundesliga-Tabelle“ ermittelt wird. Im zweiten Teil der Finanzen der Bundesliga-Clubs geht es um die Eigenkapitalquote.

Hier geht es zu:
Teil 1
Teil 3
Teil 4
Teil 5

Die Bilanzsumme
Der KPI Eigenkapitalquote
Zusammenfassung Eigenkapitalquote

2. Die Eigenkapitalquote (Eigenkapital zu Bilanzsumme)

Je höher die Eigenkapitalquote desto mehr finanzielles Engagement bringt der eigene Club auf, sprich desto mehr finanziert sich der Verein selber und desto geringer ist die Chance, dass der Verein pleite geht. Das sind die Rücklagen, die von den Clubs in Bezug auf die Pandemie gefordert wurden, um Krisenzeiten länger als ein paar Wochen durchzustehen. Um die Eigenkapitalquote zu berechnen, muss zunächst die Bilanzsumme erklärt werden. Sie wird jährlich vom Ligaverband im Rahmen der Finanzkennzahlen publiziert.

Die Bilanzsumme

Um die „Größe“ der Clubs miteinander zu vergleichen eignet sich die Bilanzsumme ganz gut. Sie zeigt das Gesamtvermögen eines Unternehmens auf. Gleichzeitig aber auch das Gesamtkapital, das notwendig ist, um den Laden am Laufen zu halten. Das Verhältnis der Clubs untereinander, das sich aus dem finanziellen Gebaren der Vorjahre herleitet, ist auch interessant zu betrachten.

ClubMio. EuroIndexVorjahr
1.FC Bayern München955921.
2.RB Leipzig6351002.
3.Bayer Leverkusen6331754,
4.Borussia Dortmund6151043.
5.VfB Stuttgart3611276.
6.Eintracht Frankfurt3341377.
7.TSG Hoffenheim3061288.
8.VfL Wolfsburg292995.
9.SC Freiburg19810510.
10.Borussia Mönchengladbach177929.
11.Hamburger SV16510511.
12.Union Berlin1349712.
13.FC Augsburg13410013,
14.Werder Bremen949214.
15.1. FC Köln9210015.
16.FC Schalke 048484neu
17.FC St. Pauli6810616.
18.1. FSV Mainz 056610217.
19.SV Elversberg 49143neu
20.1. FC Heidenheim479818.
21.SC Paderborn22154neu
Bilanzsummen-Tabelle Geschäftsjahr 2025 – Quelle Ligaverband

Analyse der Bilanzsumme

Der größte Verein (FC Bayern München) ist 43-mal größer als der kleinste Verein (SC Paderborn). Vor zwei Jahren war er noch 63-mal größer als Holstein Kiel. Der FC Bayern ist noch fast 50 Prozent größer, wie die Nummer 2 seit 2024: RB Leipzig.

Am stärksten gewachsen ist diesmal Bayer 04 Leverkusen (75 Prozent). Damit ist der Pharmaclub erstmals die Nummer 3. Um 54 Prozent ist der SC Paderborn gewachsen – auf sehr niedrigem Niveau. Auch die SV Elversberg ist um 43 Prozent auf niedrigem Niveau gewachsen. Eintracht Frankfurt wächst weiter. Nach 59 Prozent in 2024 jetzt um 37 Prozent.

Da Dietmar Hopp wieder in seinen Heimatverein investierte, ist die TSG Hoffenheim um 28 Prozent gewachsen.

Auch der VfB Stuttgart ist nach dem Investoreneinstieg 2024 (54 Prozent) in 2025 erneut um 27 Prozent gewachsen.

Moderates Wachstum verzeichnen der FC St. Pauli (6 Prozent), der Hamburger SV und der SC Freiburg (je 5 Prozent), Borussia Dortmund (4 Prozent), das dadurch auf Platz 4 abgerutscht ist, und der 1. FSV Mainz 05 (2 Prozent).

Weder Wachstum noch Schrumpfung gab es bei RB Leipzig, dem FC Augsburg und dem 1. FC Köln.

Leicht geschrumpft sind der VfL Wolfsburg (-1 Prozent), der 1. FC Heidenheim (-2 Prozent), Union Berlin (-3 Prozent, erstmals seit 2019).

Jeweils um 8 Prozent sind der FC Bayern München (erstmals seit 2021), Werder Bremen und Borussia Mönchengladbach geschrumpft.

Der FC Schalke 04 ist um 16 Prozent geschrumpft.

Bedeutung der Eigenkapitalquote

Groß bedeutet nicht stark, solide oder solvent. Wenn das so einfach zu ermitteln wäre, dann könnte man sich die Analyse der Kennzahlen mit KPIs auch sparen. Daher ist die Berechnung der Eigenkapitalquote (EQ) wichtig, um zu ermitteln, wie nachhaltig die Größe der Clubs finanziert ist. In Deutschlands Unternehmen liegt die EQ bei 20 bis 25 Prozent. Bei einem Wert von über 20 % ist die Eigenkapitalquote in Ordnung. Bei einem Wert über 30 % wird von einer gesunden Eigenkapitalquote gesprochen und der Club ist auch in Krisen abgesichert. Folglich wäre ein Lizenzierungskriterium, eine EQ von mindestens 20 Prozent vorzuhalten. Dies wäre eine weitere Möglichkeit, finanzielle Nachhaltigkeit und damit Financial FairPlay den Clubs vorzuschreiben.

Die beste Eigenkapitalquote im Geschäftsjahr 2025 konnte der SC Freiburg erzielen

Die Eigenkapitalquoten-Tabelle 2025

ClubEigenkapital-
quote 2024
Vorjahr
1.SC Freiburg83%1.
2.TSG Hoffenheim72%2.
3.FC Bayern München61%5.
4.Borussia Dortmund53%3.
5.1. FSV Mainz 0552%6.
6. FC Augsburg48%7.
7.1. FC Köln32%9.
8.Bayer 04 Leverkusen32%4.
9.Hamburger SV30%8.
10.SC Paderborn30%neu
11.VfL Wolfsburg26%10.
12.Borussia Mönchengladbach25%11.
13.VfB Stuttgart25%12.
14.RB Leipzig22%14.
15.Eintracht Frankfurt21%15.
16.Werder Bremen16%13.
17.FC St. Pauli8%18.
18.Union Berlin6%20.
19.1. FC Heidenheim4%19.
20.SV Elversberg3%neu
21.FC Schalke 04N/Vneu
Eigenkapitalquote-Tabelle 2025 – Quelle Meenzer-on-Tour.de

Eigenkaptialquote – Definition

Die Eigenkapitialquote setzt das Eigenkapital ins Verhältnis zum Gesamtkapital, das gleichzeitig die Bilanzsumme ist. Die Eigenkapitalquote gibt über die finanzielle Stabilität und Unabhängigkeit eines Clubs Auskunft.

Bedeutung der Eigenkapitalquote

Wie 2024 haben 15 Clubs eine gesunde Eigenkapitalquote (EQ). Das sind im Vergleich zu 2023 3 Clubs mehr und zu 2022 7 Clubs mehr. 2019 im letzten Jahr vor der Pandemie haben noch 18 Clubs eine gesundes EQ vorzuweisen gehabt.

Wie beim Anlagendeckungsgrad dominiert Baden die Liga. Allerdings ist die EQ beim SC Freiburg von 74 (2023) über 80 (2024) auf 83 Prozent gestiegen, bei der TSG Hoffenheim von 87 (2023) auf zunächst 71 (2024) auf 72 Prozent gesunken. Das ist für die TSG der zweitschlechteste Wert überhaupt, seitdem die Zahlen 2019 erstmals publiziert wurden.

Beim FC Bayern München (61 Prozent), bei Borussia Dortmund (53 Prozent) und beim 1. FSV Mainz 05 (52 Prozent) liegt ebenfalls eine sehr gute Eigenkapitalquote vor. Dabei konnte der FC Bayern eine Steigerung um 11 Prozent verzeichnen. Bei Mainz 05 ist sie um 0,5 Prozent gestiegen, bei Borussia Dortmund um 4 Prozent gesunken.

Auf gutem Niveau hat sich die Eigenkapitalquote des FC Augsburg von 35 auf 48 Prozent verbessert. Ähnliches gilt für den 1. FC Köln (von 28 auf 32 Prozent).

Den schlechtesten Wert seitdem die Zahlen 2019 erstmals publiziert wurden hat Bayer Leverkusen hingelegt. Der Wert lag immer über 55 Prozent. Jetzt ist er auf 32 Prozent gesunken – allerdings noch im finanziell gesunden Rahmen.

Um ein Drittel ist der Wert beim SC Paderborn von 45% auf 30% gesunken. Aber auch hier ist das finanziell noch seriös.

Praktisch unverändert liegt die Eigenkapitalquote des VfL Wolfsburg bei 26 Prozent, was vollkommen ok ist.

Auch die 25 Prozent Eigenkapitalquote von Borussia Mönchengladbach und vom VfB Stuttgart sind in Ordnung. Bei Stuttgart stieg sie um 5 Prozent, bei der Borussia gab es keine große Änderung.

Bei RB Leipzig ist die Eigenkapitalquote um 1 Prozent gesunken – auf noch akzeptable 22 Prozent.

Letzter Club mit einer akzeptablen Eigenkapitalquote ist Eintracht Frankfurt mit 21 Prozent. Sie sank um 2 Prozent.

Alle anderen Clubs haben keine gute Eigenkapitalquote. Werder Bremen hat sich mit dem Rückgang von 22% auf 16% finanziell aufs Glatteis begeben. Dabei hat man 2024 erst Investoren an Bord geholt. Da sollte eigentlich ein Rückgang um 28 Prozent ausgeschlossen sein.

Auf niedrigem Niveau hat der FC St. Pauli seine Eigenkapitalquote um 52 Prozent von 5 Prozent auf 8 Prozent gesteigert. Vor der Pandemie lag sie noch bei akzeptablen 22 Prozent (2020).

Union Berlin wird finanziell seriöser. Die Eigenkapitalquote liegt jetzt bei 6 Prozent nach 2 Prozent 2024 und 2023. Vorher war der Club überschuldet und man konnte gar keine Quote berechnen.

Die Eigenkapitalquote des 1. FC Heidenheim dümpelt schon immer zwischen 1 und 6 Prozent herum. Da liegen die 4 Prozent 2025 mittendrin.

Die SV Elversberg weist eine Eigenkaptialquote von 3 Prozent aus. Da sie aus der Überschuldung kommt, konnte 2024 noch keine Quote berechnet werden.

Nach wie vor lässt sie sich nicht beim FC Schalke 04 berechnen, da der Club überschuldet ist.

Fazit zum KPI Eigenkapitalquote

  • 15 Clubs haben wie 2024 eine gute bis sehr gute EQ.
  • Union Berlin hat mit 186 Prozent Steigerung prozentual den größten Sprung geschafft – allerdings auf niedrigem Niveau.
  • Bayer Leverkusen hat 43 Prozent den größten Rückgang verzeichnet. Trotzdem ist die Quote noch gut.

In Teil 3 der Finanz-Bundesliga-Tabelle 2025 wird es um die Personalaufwandsquote gehen.

Die Finanzen der Männer-Bundesliga-Clubs 2026 Teil 1

Interessieren Dich die Finanzen der Bundesliga-Clubs? Wenn ja, dann bist Du hier genau richtig. Mit Hilfe von Finanzkennzahlen der Bundesliga-Vereine, die die DFL öffentlich verfügbar macht, lassen sich finanzielle Entwicklungen der Clubs erkennen. So ist es möglich, zu analysieren, wie finanziell nachhaltig Vereine wirtschaften, welche Vereine finanziell gut aufgestellt sind, welche Clubs finanziell eher Verbesserungspotential haben und wie FinancialFairplay gelebt wird.

Hier geht es zu:
Teil 2
Teil 3
Teil 4
Teil 5 Abschlusstabelle

Einleitung
Einführung Key Performance Indicators (KPIs)
Das Eigenkapital
Das Anlagevermögen
Der KPI Anlagendeckungsgrad
Zusammenfassung Anlagendeckungsgrad

Einleitung

Im Mai 2019 veröffentlichte die Deutsche Fußball Liga (DFL) erstmals die Finanzkennzahlen der Bundesliga-Vereine. Dies geht zurück auf den Beschluss der Mitgliederversammlung Ende 2018. So war es 2019 erstmals möglich, eine „Finanz-Bundesliga-Tabelle 2019“ zu erstellen. Ferner lässt sich erkennen, welche Vereine finanziell nachhaltig agieren.

Basis sind Finanzkennzahlen, die die DFL pro Verein veröffentlicht hat. Mit Hilfe von Leistungskennzahlen, so genannten „Key Performance Indicators“, kurz KPIs, analysiere ich diese Finanzkennzahlen und ermittele seit 2019 jährlich die Finanz-Bundesliga-Tabelle.

Daraus ergaben sich für die einzelnen Vereine viele interessante Ergebnisse:

  • Da sie sich untereinander in einem Wettbewerb befinden, war es bereits 2019 extrem spannend zu sehen, wie es tatsächlich um „Financial Fairplay“ bestellt ist.
  • 2020 wurde es noch interessanter, weil es möglich war, Veränderungen im Vergleich zum vorangegangen Geschäftsjahr (2019 zu 2018) zu ermitteln .
  • 2021 war das erste Jahr, in dem alle Vereine finanziell von der Pandemie betroffen waren (Geschäftsjahr 2020).
  • 2022(Geschäftsjahr 2021) war das Jahr, in dem teilweise Zuschauende wieder im Stadion zugelassen waren.
  • 2023 (Geschäftsfahr 2022) war das Jahr, in dem sich langsam der Gechäftsbetrieb in der Bundesliga nach der Pandemie wieder normalisierte.
  • 2024 (Geschäftsjahr 2023) konnten erstmals nach der Pandemie wieder komplett die Zahlen gut verglichen werden.
  • 2025 (Geschäftsjahr 2024) zeigte u.a. wie der SC Freiburg finanziell die Grundlage für den sportlichen Erfolg der Saison 2025/2026 legte.

Vergleichbarkeit der Vereine

Um die Vereine besser vergleichen zu können, sind in der Finanz-Bundesliga-Tabelle 2026 alle Erstliga-Clubs der Saison 2025/2026 und der Saison 2026/2027 vertreten. Allerdings bilanzieren Bayer 04 Leverkusen, Borussia Mönchengladbach, die SV Elversberg der VfB Stuttgart und der 1. FC Heidenheim zum 31. Dezember. Eintracht Frankfurt hatte 2023 ihre Bilanz umgestellt, so dass das Geschäftsjahr der SGE jetzt zum 30. Juni statt zum 31. Dezember endet.

Im Bilanzzeitraum 1. Juli 2024 bis 30. Juni 2025 spielten der Hamburger SV, der 1. FC Köln, die diejährigen Aufsteiger SV Elversberg, der SC Paderborn und Schalke 04 in der 2. Liga.

Die Analyse wird in verschiedene Bereiche unterteilt:

Einführung und der Key Performance Indicators (KPIs)

Ich habe die folgenden von der DFL veröffentlichten Finanzkennzahlen genutzt:

  • Eigenkapital
  • Anlagevermögen
  • Verbindlichkeiten + Rückstellungen + passive Rechnungsabgrenzungsposten (=Fremdkapital)
  • Bilanzsumme
  • Personalkosten
  • Rohergebnis (als Umsatz genutzt)

Daraus habe ich die folgenden Leistungskennzahlen hergeleitet:

  • Anlagendeckungsgrad
  • Eigenkapitalquote
  • Personalaufwandsquote
  • Verschuldungsgrad

Anmerkung in eigener Sache: Unter den Lesenden dieses Blogs gibt es sicherlich versierte „Bilanzbuchhalter*innen“. Ziel dieser Finanz-Bundesliga ist es nicht, für 21 Vereine wasserdichte Finanzgutachten zu erstellen. Vielmehr soll sie Fußballfans dazu dienen, sich ein grobes Bild des eigenen Vereins in Bezug auf die langfristige finanzielle Situation zu machen – im Vergleich zu Konkurrenten genauso wie zum Vorjahr. Wie bei vielen anderen Fan-Aktionen auch, ist dieser Artikel in der Freizeit entstanden, ohne finanzielle oder sonstige Kompensation. Eine noch detaillierte Aufstellung hätte den zeitlichen Aufwand deutlich gesprengt.

Um auf einen Blick eine bessere Vergleichbarkeit zu bekommen, habe ich 2026 (Geschäftsjahr 2025) den Index zum Vorjahr und die Platzierung zum Vorjahr angegeben. Ein Indexwert von 110 entspricht demnach einem Anstieg von 10% gegenüber dem Wert der Referenzperiode, also 2025 (Geschäftsjahr 2024).

1. Anlagendeckungsgrad (Eigenkapital zu Anlagevermögen)

Je höher der Deckungsgrad, desto besser steht es um die Finanzierung des Clubs.

Das Eigenkapital

Definition: Kapital, das den Clubs gehört. Es handelt sich um den Teil, den die Clubs selbst aufbringen, um den Spielbetrieb durchzuführen.

Nachdem letztes Jahr erstmals seit der Veröffentlichung der Finanzkennzahlen ist kein Club der 1. Liga überschuldet war, hat sich das mit dem Aufstieg von Schalke 04 wieder erledigt. Alle anderen Clubs haben positives Eigenkapital und finanzieren wenigstens einen kleinen Teil ihrer Aktivitäten selbst.

ClubMio. EuroIndexVorjahr
1.FC Bayern München5861031.
2.Borussia Dortmund3261002,
3.TSG Hoffenheim2191294,
4.Bayer 04 Leverkusen2001003.
5.SC Freiburg1641085.
6.RB Leipzig137996.
7.VfB Stuttgart901338.
8.VfL Wolfsburg761007.
9.Eintracht Frankfurt691349.
10.FC Augusburg6513910.
11.Hamburger SV4911012.
12.Borussia Mönchengladbach459210.
13.1. FSV Mainz 053410213.
14.1. FC Köln2911314.
15.Werder Bremen156715.
16.Union Berlin827718.
17.SC Paderborn6102neu
18.FC St. Pauli616116.
19.1. FC Heidenheim28820.
20.SV Elversberg1N/Vneu
21. FC Schalke 04-99105neu
Eigenkapital-Tabelle Geschäftsjahr 2025 – Quelle DFL

Die überschuldeten Clubs in der Historie

Die überschuldeten Clubs in der Historie (negatives Eigenkapital) seit der Publikation der Finanzkennzahlen durch die DFL:

  • 2018:
    • Hertha BSC Berlin
    • SC Paderborn
    • Union Berlin
  • 2019:
    • Union Berlin
    • Arminia Bielefeld
    • FC Schalke 04
  • 2020:
    • Union Berlin
    • Arminia Bielefeld
    • Werder Bremen
    • Schalke 04
    • VfL Bochum1
  • 2021:
    • Union Berlin
    • VfL Bochum
    • Arminia Bielefeld2
    • Werder Bremen3
    • Schalke 043
  • 2022:
    • Union Berlin
    • Werder Bremen1
    • Schalke 041
  • 2023:
    • Werder Bremen
    • Schalke 044
  • 2024: kein Club
  • 2025:
    • Schalke 04

1: Aufsteiger; 2: Arminia Bielefeld war 2022 nicht mehr in der Liste enthalten, da der Club 2022 abstiegen ist. Das Eigenkapital ist 2025 allerdings weiterhin negativ; 3: Absteiger, 4: der FC Schalke 04 war 2024 nicht mehr in der Liste enthalten, da der Club 2023 abgestiegen ist. Das Eigenkapital war allerdings weiterhin negativ.

In der 2. Liga gibt es 2025 nach wie vor überschuldetet Clubs, die teilweise aus der 1. Liga im Laufe der Jahre abgestiegen sind:

  • Hertha BSC: -38 Mio. Euro (2024: -23 Mio. Euro) – ist erst in der 2. Liga wieder überschuldet gewesen.
  • Arminia Bielefeld: -1 Mio. Euro (2024: -4 Mio. Euro)
  • Energie Cottbus: -0,09 Mio. Euro (2024: 3. Liga – keine Daten)

Der 1. FC Nürnberg und die SV Elversberg haben 2025 den Turnaround geschafft und sind nicht mehr überschuldet.

Eigenkapital-Entwicklung vom Geschäftsjahr 2024 zu 2025

Prozentual die größte Eigenkapital-Entwicklung konnte 2025 Union Berlin hinlegen (+145 Prozent) – allerdings auf relativ niedrigem Niveau. Es ist im Geschäftsjahr 2024/25 signifikant von zuvor 2,91 Millionen Euro auf den Vereinsrekord von 8,07 Millionen Euro gestiegen. Hauptgrund ist die Ausgabe von „Stadionaktien“.

Auch beim FC St. Pauli ging es mit dem Eigenkapital prozentual steil nach oben. Es ist um 61 Prozent gestiegen – ebenfalls auf relativ niedrigem Niveau. Vermutlich ist die Steigerung auf die Gründung der vereinseigenen Genossenschaft („Football Cooperative Sankt Pauli 2024 eG“) stark gestiegen.

Beim FC Augsburg existiert seit 2015 ein Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsilidierung in Höhe von 16 Mio. Euro, da sich der Club aus der FCA KGaA, (Mutterunternehmen) und der F.C. Augsburg Arena Besitz und Betriebs GmbH (auch kurz “FCA Arena GmbH“); (Tochterunternehmen) zusammensetzt. Diese Kapitalkonsilidierung hat nach Ansicht der Verbraucherinformationsplattform „Die Bewertung“ eher Fremdkapitalcharakter, obwohl sie die DFL im Bereich Eigenkapital führt. Da der FC Augsburg als einziger Club diese Kapitalkonsolidierung in der Bilanz stehen hat, wird sie weggelassen, um den Club mit anderen Clubs besser vergleichen zu können. Das Eigenkapital des Clubs ist im Geschäftsjahr 2024/25 auf den historischen Höchstwert von 60,26 Millionen Euro angewachsen. Dieser deutliche Zuwachs resultiert aus dem zweithöchsten Gewinn der Vereinsgeschichte in Höhe von 18,14 Millionen Euro nach Steuern, mit dem der Klub die Verluste der vorangegangenen Corona-Jahre vollständig ausgleichen konnte.

Das Eigenkapital erhöht hat Eintracht Frankfurt von 52 Mio. Euro auf 68 Mio. Euro. Am 27. Mai 2025 beschloss die Hauptversammlung der Eintracht Frankfurt Fußball AG einstimmig eine formelle Kapitalerhöhung um 25,7 Mio. Euro. Ohne diese Maßnahme wäre das Eigenkapital gesunken. Zwei Drittel wurden durch Eintracht Frankfurt e.V. gezeichnet (teilweise übe Darlehen finanziert). Der Rest ging an die neu gegründete Gude Eintracht GmbH, ein Zusammenschluss von regionalen Privatpersonen und Unterstützern aus dem Vereinsumfeld.

Wahrlich Flügel bekommen hat 2024 das Eigenkapital beim VfB Stuttgart. Es hat sich von 12 Mio. Euro auf 68 Mio. Euro verfünffacht. Alleine 40 Mio. Euro kamen durch den Einstieg von Porsche beim VfB zustande. Auch 2025 ist es um 33 Prozent auf 90 Mio. Euro gestiegen – allerdings ohne zusätzliche finanzielle Spritzen eines Investors.

Der massive Anstieg des Eigenkapitals der TSG Hoffenheim um 29 Prozent im Jahr 2025 auf rund 219 Millionen Euro hat vor allem eine Ursache: die finanziellen Zuwendungen des Mehrheitsgesellschafters und Milliardärs Dietmar Hopp. In der Bilanz steht „Ergebniszuweisung atypisch stiller Gesellschafter: 27,8 Mio. Euro“. Das entspricht grob dem Jahresfehlbetrag der TSG.

Die 13 Prozent Eigenkapitalsteigerung des 1. FC Köln sind hauptsächlich auf den Jahresüberschuss zurückzuführen.

Beim Hamburger SV sind die 10 Prozent Eigenkapitalsteigerung durch den Jahresüberschuss und durch die Wandlung von Verbindlichkeiten in Eigenkapital (Wandelschuldverschreibungen) sowie durch planmäßige Tilgungen die Finanzschulden zustande gekommen.

Eigenkapitalsteigerungen unter 10 Prozent gelangen dem SC Freiburg, dem FC Bayern München und dem SC Paderborn.

Der 1. FSV Mainz 05 (0,7 Mio. Euro) hat wie im Vorjahr Investitionszuschüsse (wahrscheinlich für das Stadion) erhalten, die man dem Eigenkapital zurechnen kann. Ich habe diese Zuschüsse weggelassen, um eine bessere Vergleichbarkeit zu erzielen. Sein Eigenkapital ist um 2 Prozent gestiegen.

Leichte Schrumpfungen des Eigenkapitals mussten Borussia Dortmund (< 1 Prozent) und Borussia Mönchengladbach (8 Prozent) hinnehmen.

RB Leipzig hat seit 2022 keine Zuschüsse mehr erhalten. 2018 Jahr war dieser Zuschuss bei RBL größer als damals das eigentliche Eigenkapital in Höhe von 27 Mio. Euro. 2019 fanden sich in der Bilanz von RBL 100 Mio. Euro mehr Eigenkapital, die vermutlich vom Brausekonzern stammen. Seit 2020 ist das Eigenkapital wieder „normal“ gewachsen (zwischen 0,3 Mio. und 6 Mio Euro). 2024 und 2025 ist es jeweils um 1% gesunken.

Um 12 Prozent ist das ohnehin geringe Eigenkapital des 1. FC Heidenheim wegen des Jahresfehlbetrags von 0,27 Mio. Euro gesunken.

Um ein Drittel gesunken ist das Eigenkapital beim SV Werder Bremen. Das liegt an den 7 Mio. Euro Jahresfehlbetrag- Der wesentliche Grund für dieses erhebliche finanzielle Minus war ein bewusst eingegangenes, „kalkulierbares wirtschaftliches Risiko“, um die sportliche Entwicklung des Bundesligakaders zu sichern. Damit ist gleichzeitig rund ein Drittel des Geldes der Investorengruppe schon wieder weg.

Die SV Elversberg war 2024 noch mit 4,2 Mio. Euro überschuldet. 2025 liegt das Eigenkapital jetzt bei 1,3 Mio. Euro.

Der FC Schalke 04 hat sein negatives Eigenkapital von -104 Mio. Euro auf -99 Mio. Euro senken können – ist aber nach wie vor extrem überschuldet.

Beim VfL Wolfsburg ist das Eigenkapital 2024 massiv gestiegen. Seit der ersten Publikation der Finanzkennzahlen 2019 war es bis 2024 immer unverändert geblieben. Selbst Corona konnte dem Eigenkapital des VfL nichts anhaben, obwohl es in fast allen Clubs eine Eigenkapitalvernichtung gab. Der Grund warum es sich zwischen 2019 und 2023 nie verändert hatte liegt am VW-Konzern, der die regelmäßigen Fehlbeträge immer ausgeglichen und die wenigen Gewinne jährlich immer eingestrichen hat. In 2024 ist es nun von 31 Mio. Euro auf 76 Mio. Euro gestiegen. Die 45 Mio. Euro stammen aus dem VW-Konzern, der trotz wirtschaftlicher Krise noch mehr Geld in den VfL Wolfsburg stecken möchte. 2025 blieb es wieder unverändert, obwohl der Club wieder einen Fehlbetrag von 12 Mio. Euro ausweisen musste.

Die Ausnahme Bayer 04 Leverkusen

Keine Veränderungen gab es wie jedes Jahr bei Bayer 04 Leverkusen, da es bei der Werkself egal ist, wie sie wirtschaftet, da am Ende alles durch den Pharmariesen ausgeglichen wird. Damit ist das Prinzip ähnlich wie in Wolfsburg. Allerdings erwirtschaftet Leverkusen in der Regel einen Gewinn, der in den Konzern abfließt. Auch 2025 flossen so 133 Mio. Euro ab.

Fazit: Nach dem Investoreneinstieg in Bremen und Stuttgart in 2024 blieb 2025 ein Einstieg eines einzigen Investors aus. Vielmehr wurde das Eigenkapital bei einigen Clubs durch Kapitalerhöhungen (Eintracht Frankfurt), Stadionaktien (Union Berlin) oder eine Genossenschaft (FC St. Pauli) erhöht. Natürlich konnten auch einige Clubs ihr Eigenkapital durch Jahresüberschüsse steigern. Mit dem Aufstieg des FC Schalke 04 kam auch wieder ein überschuldeter Club zurück in die 1. Liga.

Das Anlagevermögen

Definition: Das Anlagevermögen bezeichnet die so genannten Steine eines Vereins, sprich diese sollen dem Verein dauerhaft dazu dienen, den Spielbetrieb durchzuführen. Als Steine des Vereins gelten auch die Beine des Vereins, sprich der Wert der Spieler*innen.

ClubMio. EuroIndexVorjahr
1.FC Bayern München5471001.
2.Borussia Dortmund4501153.
3.RB Leipzig4441052.
4.Bayer 04 Leverkusen3811584.
5.VfB Stuttgart2151216.
6. Eintracht Frankfurt2091367.
7.TSG Hoffenheim2051378.
8.VfL Wolfsburg197985.
9.Borussia Mönchengladbach133929.
10.Hamburger SV11310510.
11.Union Berlin848111.
12.FC Augsburg789612.
13.SC Freiburg6811013.
14.FC Schalke 046292neu
15.1. FC Köln5810014.
16.FC St. Pauli4210015.
17.Werder Bremen3612818.
18.SV Elversberg34120neu
19.1. FC Heidenheim3210316.
20.1. FSV Mainz 053110417.
21.SC Paderborn799neu
Anlagevermögen-Tabelle 2025 – Quelle DFL

Starker Anstieg bei sechs Clubs

Auch 2025 ist das Anlagevermögen bei einigen Clubs massiv angestiegen: Bayer 04 Leverkusen (58 Prozent), TSG Hoffenheim (37 Prozent), Eintracht Frankfurt (36 Prozent), Werder Bremen (28 Prozent), VfB Stuttgart (21 Prozent), SV Elversberg (20 Prozent), Borussia Dortmund (15 Prozent).

Moderate Steigerungen legten der SC Freiburg (10 Prozent9, der Hamburger SV und RB Leipzig (je 5 Prozent), der 1. FSV Mainz 05 (4 Prozent) und der 1. FC Heidenheim (3 Prozent) hin.

Nahezu unverändert blieb das Anlagevermögen beim FC Bayern München, dem 1. FC Köln und dem FC St. Pauli.

Leichte Verluste bei fünf Clubs

Eine leichte Reduzierung gab es beim SC Paderborn (-1 Prozent), dem VfL Wolfsburg (-2 Prozent), dem FC Augsburg (-4 Prozent), dem FC Schalke 04 und Borussia Mönchengladbach (je -8 Prozent).

Eine massive Reduzierung gab es bei Union Berlin (-19 Prozent).

Fazit: Die Schere zwischen Clubs, die immer mehr investieren (teilweise durch Investoreneinstiege beim VfB und Werder) und denen die nicht mehr oder sogar weniger investieren wird immer größer. Interessant ist das wirtschaftliche Gebaren bei Union, das eine Abkehr von der riskanten Wachstumsstrategie vergangener Jahre bedeutet. Dahin entwickelt sich ein wenig Werder Bremen, die ihre Investorengelder gleich mal in den Kader steckten. Interessant ist das Verhalten der Aufsteiger: Die SV Elversberg investiert massiv in den Kader, der SC Paderborn schränkt sich sogar ein wenig ein und der FC Schalke 04 merkt langsam, dass man mal am Kader sparen muss.  

Der Anlagendeckungsgrad (AD)

Der AD zeigt an, inwieweit das Anlagevermögen durch das Eigenkapital gedeckt ist, sprich inwieweit die Teams eigenfinanziert sind und somit unter Financial Fairplay-Bedingungen finanziert werden. Ein AD von 50% bedeutet, dass das Anlagevermögen zu 50% mit Eigenkapital gedeckt ist. Damit finanzielle Stabilität gewährleistet ist, sollte der AD zwischen 60 und 100% liegen. Ein AD von mindestens 60% könnte beispielsweise ein Lizenzierungskriterium der DFL in Bezug auf finanzielle Nachhaltigkeit sein. Dieses würden demnach nur sieben von 21 Clubs erfüllen. 2024 waren es ebenfalls sieben, im Jahr zuvor s noch acht von 20 Clubs. 2019, im letzten Jahr vor der Pandemie, waren es noch 11 Clubs. Daran erkennt man die finanzielle Schieflage vieler Clubs.

Finanz-Bundesliga-Teil 1: Der SC Freiburg hat den besten Anlagendeckungsgrad im Geschäftsjahr 2023
Der SC Freiburg hat den besten Anlagendeckungsgrad im Geschäftsjahr 2025

Die Anlagendeckungsgrad-Tabelle 2025

ClubAnlagen-
deckungsgrad
Vorjahr
1.SC Freiburg241%1.
2.1. FSV Mainz 05110 %3.
3.FC Bayern München107 %4.
4.TSG Hoffenheim107 %2.
5.SC Paderborn93 %neu
6.FC Augsburg83 %8.
7.Borussia Dortmund73 %5.
8.Bayer 04 Leverkusen53 %6.
9.1. FC Köln50 %9.
10.Hamburger SV44 %10.
11.VfB Stuttgart42 %12.
12.Werder Bremen41 %7.
13.VfL Wolfsburg39 %11.
14.Borussia Mönchengladbach34 %14.
15.Eintracht Frankfurt33 %13.
16.RB Leipzig31 %15.
17.FC St. Pauli13 %18.
18.Union Berlin10 %20.
19.1. FC Heidenheim6 %19.
20.SV Elversberg4 %20.
21.FC Schalke 04N/Vneu
Anlagendeckungsgrad-Tabelle Geschäftsjahr 2025 – Quelle Meenzer-on-Tour.de

Baden dominierte seit der Einführung der Finanz-Bundesliga 2019 diese Tabelle. Der SC Freiburg hat seine Spitzenposition behauptet. Die TSG Hoffenheim ist zwar etwas abgerutscht. Aber wie der 1. FSV Mainz 05 und der FC Bayern München haben alle vier Clubs einen AD weit über 1 – d.h. die Steine und Beine sind also mehr als vollkommen selbst finanziert. Diese vier Clubs finanzieren seit Jahren ihren Spielbetrieb mehr als solide, wobei das bei TSG Hoffenheim an Dietmar Hopp liegt.

Der SC Paderborn, der FC Augsburg und Borussia Dortmund haben einen Anlagendeckungsgrad von über 60 Prozent, was als finanziell nachhaltig gilt. Letztes Jahr lag der Anlagendeckungsgrad beim FCA erstmals unter 60 Prozent. Dieses Jahr hat sich der Club wieder gefangen.

Erstmals abgerutscht unter 60 Prozent ist Bayer 04 Leverkusen. Der 1. FC Köln bewegt sich kontinuierlich nach oben. Vor der Pandemie lag der Anlagendeckungsgrad bei 56 Prozent, in der Pandemie ist er auf 3 Prozent gesunken. Jetzt steht der Club mit 50 Prozent vergleichsweise gut da.

Leicht nach oben ging es auch für den Hamburger SV der nun einen Deckungsgrad von 44 Prozent aufzuweisen hat. Dank des Investors geht der Anlagendeckungsgrad beim VfB Stuttgart kontinuierlich nach oben. Er lag 2023 noch bei 10 Prozent, mittlerweile bei 42 Prozent.

Auf dem Papier sieht der Anlagendeckungsgrad von Werder Bremen mit 41 Prozent noch gut aus. Allerdings ist er innerhalb eines Jahres fast halbiert worden und um 48 Prozent zurückgegangen. Den riskanten Transferentscheidungen sei Dank.

Durch die Eigenkapitalspritze hat der VfL Wolfsburg seinen Anlagendeckungsgrad, der immer bei zirka 25 Prozent lag, 2024 auf 38 Prozent steigern können. 2025 lag er bei 39 Prozent.

Relativ stabil liegt der Anlagendeckungsgrad bei Borussia Mönchengladbach bei 34 Prozent. Er lag vor der Pandemie bei ca. 50 Prozent, während der Pandemie ist er dann auf Mitte 30 Prozent gesunken, wo er auch seit Jahren verharrt.

Ein ähnliches Szenario spielt sich bei Eintracht Frankfurt ab. Vor der Pandemie existierte ein guter Anlagendeckungsgrad von 64 Prozent. Dieser sackte auf 24 Prozent 2023 ab. Er liegt jetzt bei 33 Prozent, fast halb so hoch wie vor der Pandemie und ein Prozent niedriger als letztes Jahr.

Bei RB Leipzig lag der Anlagendeckungsgrad vor der Kapitalspritze 2019 bei 13 Prozent (2018). Seit 2019, wo er bei 52 Prozent lag, geht er langfristig immer weiter nach unten auf mittlerweile 31 Prozent.

Der FC St. Pauli konnte durch die Gründung der Genossenschaft den Anlagendeckungsgrad stabilisieren. Er ist von 8 auf 13 Prozent innerhalb eines Jahres gestiegen.

Um sagenhafte 242 Prozent ist der Anlagendeckungsgrad von Union Berlin innerhalb eines Jahres gestiegen. Er liegt mit 10 Prozent allerdings noch auf sehr niedrigem Niveau.

Einen permanent niedrigen Anlagendeckungsgrad weist der 1. FC Heidenheim mit 6 (2025) bis 7 Prozent (2024) auf. Noch niedriger ist das Niveau bei der SV Elversberg mit 4 Prozent.

Aufgrund der Überschuldung lässt sich der Anlagendeckungsgrad bei Schalke 04 gar nicht berechnen. Es ist alles fremdfinanziert.

Fazit zum KPI Anlagendeckungsgrad

  • Der Anlagendeckungsgrad zeigt an, wieviel ein Club selbst finanziert.
  • 60 Prozent und mehr gelten als solide finanziert.
  • Nur 7 Clubs erfüllen das Kriterium: SC Freiburg, 1. FSV Mainz 05, FC Bayern München, TSG Hoffenheim, SC Paderborn, FC Augsburg, Borussia Dortmund
  • Werder Bremen und Bayer 04 Leverkusen erfüllen das Kriterium nicht mehr.
  • Financial Fairplay kann damit nicht unbedingt ermittelt werden, da immer mehr Clubs Finanzspritzen von Investoren bekommen, zuletzt Werder Bremen und der VfB Stuttgart

Im zweiten Teil der Finanz-Bundesliga-Tabelle 2025 geht es um die Eigenkapitalquote.