In Teil 2 der Finanzen der Bundesliga-Clubs ging es um die finanzielle Stabilität und Unabhängigkeit der Clubs. Aus den beiden Finanzkennzahlen Eigenkapital und Bilanzsumme wurde die Eigenkapitalquote gebildet. Sie ist das zweite von vier Kriterien, aus der die „Finanz-Bundesliga-Tabelle“ ermittelt wird. Im dritten Teil der Finanzen der Bundesliga-Clubs geht es um die Personalaufwandsquote.
Geld schießt Tore. Ob diese These stimmt, wird sich zeigen. Hier geht es zunächst einmal um Umsatz, der mit dem vorhandenen Personal erwirtschaftet wurde. Daher gilt hier, je niedriger die Personalaufwandsquote, desto besser wirtschaftet der Club.
Der Personalaufwand
Bevor es um die Personalaufwandsquote geht, werfen wir zunächst einen Blick auf den Personalaufwand. Diese Kennzahl publiziert der Ligaverband jährlich.
Club
Mio. Euro
Index
Vorjahr
1.
SV Elversberg
15
114
neu
2.
SC Paderborn
17
102
neu
3.
1. FC Heidenheim
21
52
3.
4.
FC St. Pauli
44
134
2.
5.
Hamburger SV
47
106
4.
6.
1. FC Köln
56
89
7.
7.
FC Schalke 04
59
196
neu
8.
FC Augsburg
62
106
6.
9.
1. FSV Mainz 05
73
110
8.
10.
Werder Bremen
75
104
9.
11.
Union Berlin
80
94
11.
12.
SC Freiburg
83
110
10.
13.
Borussia Mönchengladbach
95
96
13.
14.
TSG Hoffenheim
95
104
12.
15.
VfL Wolfsburg
120
99
14.
16.
VfB Stuttgart
164
122
15.
17.
Eintracht Frankfurt
177
125
16.
18.
Bayer 04 Leverkusen
208
105
17.
19.
RB Leipzig
209
103
18.
20.
Borussia Dortmund
269
100
19.
21.
FC Bayern München
443
103
20.
Personalkosten-Tabelle 2025 – Quelle DFL
Entwicklung der Personalkosten
Prozentual die krassesten Ausschläge gab es 2025 wohl bei den Personalkosten. Prozentual haben sie sich beim FC Schalke 04 fast verdoppelt (96 Prozent). Das liegt allerdings an einem Rumpfgeschäftsjahr 2024, da man auf einen Jahresabschluss zum Saisonende umgestellt hat (30. Juni statt 31. Dezember).
Die wirklich größte Steigerung mit 34 Prozent gab es beim FC St. Pauli, da der Club 2024 aufgestiegen ist und die fälligen Prämien aber erst im Geschäftsjahr 2024/2025 ausgezahlt wurden. Mitaufsteiger war Holstein Kiel deren Personalkosten um 33 Prozent gestiegen waren.
Mit 22 bzw. 25 Prozent sind die Personalkosten beim VfB Stuttgart und bei Eintracht Frankfurt ziemlich gewachsen. Der VfB war 2024 Vizemeister und spielte in der Folgesaison Champions League. Die Eintracht spielte da „nur“ Europa League.
In der 2. Liga steigerte die SV Elversberg ihre Personalkosten um 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Um 10 Prozent gingen sie beim SC Freiburg und beim 1. FSV Mainz 05 nach oben. Beide Clubs spielten in der Saison 2024/2025 nicht international.
Vergleichsweise geringe Steigerungen gab es bei Bayer 04 Leverkusen (8 Prozent – als Meister), beim FC Augsburg und dem Hamburger SV (jeweils 6 Prozent), bei der TSG Hoffenheim (spiele Europa League) und Werder Bremen (jeweils 4 Prozent), bei RB Leipzig und dem FC Bayern (jeweils 3 Prozent) und dem SC Paderborn (2 Prozent).
Gar keine Veränderungen gab es bei Borussia Dortmund.
Die Personalkosten haben mäßig bis moderat reduziert: VfL Wolfburg (1 Prozent), Borussia Mönchengladbach (4 Prozent), Union Berlin (6 Prozent).
Absteiger 2024 waren der 1. FC Köln (-11 Prozent) und Darmstadt 98.
Um sagenhafte 48 Prozent hat der 1. FC Heidenheim seine Personalkosten reduziert, obwohl der Club in der Conference League antrat. Die Prämien für den Aufstieg in der Vorsaison fielen weg.
Der Umsatz
Ich habe hier das Rohergebnis mit dem Umsatz gleichgesetzt, da diese Finanzkennzahl vom Ligaverband publiziert wird. Das Rohergebnis schließt neben Umsatzerlösen auch sonstige betriebliche Erlöse ein. Der reine Umsatz würde also niedriger ausfallen.
Club
Mio. Euro
Index
Vorjahr
2019
Index 25/19
1.
FC Bayern München
920
102
1.
1.
129
2.
Bayer 04 Leverkusen
565
146
4.
6.
218
3.
Borussia Dortmund
549
91
2.
2.
115
4.
RB Leipzig
426
99
3.
4.
168
5.
Eintracht Frankfurt
376
99
5.
3.
125
6.
VfB Stuttgart
361
132
6.
9.
218
7.
VfL Wolfsburg
239
103
5.
8.
123
8.
Union Berlin
185
104
9.
19.
308
9.
Borussia Mönchengladbach
175
102
10.
7.
87
10.
TSG Hoffenheim
169
15
12.
10.
105
11.
SC Freiburg
156
80
8.
17.
169
12.
FC Schalke 04
151
217
neu
5.
57
13.
FC Augsburg
147
138
16.
16.
154
14.
1. FSV Mainz 05
140
116
14.
12.
97
15.
Werder Bremen
136
97
13.
11.
90
16.
1. FC Köln
136
92
11.
15.
128
17.
Hamburger SV
120
101
15.
14.
95
18.
FC St. Pauli
89
132
19.
20.
179
19.
1. FC Heidenheim
40
46
17.
22.
101
20.
SC Paderborn
40
118
neu
26.
149
21.
SV Elversberg
39
138
neu
neu
neu
Rohergebnis-Tabelle 2025 – Quelle Ligaverband
Entwicklung des Rohergebnisses
Da der FC Schalke 04 eine Rumpfbilanz 2024 vorlegte, um das Geschäftsjahr anzupassen, sind die Vergleichswerte nicht aussagekräftig. Allerdings ist das Rohergebnis 2025 im Vergleich zu 2019 um 43 Prozent gesunken.
Die prozentual größte Steigerung mit 46 Prozent konnte der Meister 2024, Bayer 04 Leverkusen, hinlegen. Im Vergleich zu 2019 ist das Rohergebnis sogar mehr als verdoppelt worden.
Dahinter kommt schon die SV Elversberg und der FC Augsburg mit je 38 Prozent zwischen 2024 und 2025. Bei Elversberg liegt es wohl an der Etablierung in der 2. Liga, also mehr TV-Gelder und an der Erweiterung des Stadions an der Kaiserlinde. Bei Augsburg lag es an historischen Spielertransfers.
Die 32 Prozent Steigerung beim VfB Stuttgart kommen durch die Bilanzierung zum Jahresende zu stande. Dadurch fielen mehr TV-Gelder durch die Vizemeisterschaft im Vorjahr und die Gelder aus der Championsleague ins selbe Geschäftsjahr. Im Vergleich zu 2019 ist das Rohergebnis mehr als verdoppelt worden, was auch am verstärktem Sponsoring liegt.
Beim FC St. Pauli sind 32 Prozent Steigerung auf den Aufstieg zurückzuführen und die daraus resultierenden Mehreinnahmen aus der TV-Vermarktung zurückzuführen. Im Vergleich zu 2019 ist das Rohergebnis um 79 Prozent gewachsen.
Große Steigerungen konnten auch der SC Paderborn (18 Prozent), der 1. FSV Mainz 05 (16 Prozent) und die TSG Hoffenheim (15 Prozent) verbuchen.
Geringe Steigerungen gab es bei Union Berlin (4 Prozent). Im Vergleich zur Zeit vor der Pandemie hat Union sein Rohergebnis allerdings verdreifacht.
Auch beim VfL Wolfsburg (3 Prozent), beim FC Bayern München (2 Prozent), Borussia Mönchengladbach (2 Prozent) und dem Hamburger SV (1 Prozent) kam es zu geringen Steigerungen. Bei der Borussia ist das Rohergebnis um 13 Prozent im Vergleich zu 2019 gesunken.
Geringe Reduzierungen des Rohergebnisses gab es bei Eintracht Frankfurt und RB Leipzig (je 1 Prozent) und Werder Bremen (3 Prozent). Bei Werder ist das Rohergebnis im Vergleich zu 2019 um 10 Prozent gesunken.
Größere Reduzierungen gab es beim 1. FC Köln (8 Prozent) und bei Borussia Dortmund (9 Prozent).
Wie hart das Rohergebnis runter geht, wenn man sich nicht mehr für den Europapokal qualifiziert sieht man beim SC Freiburg. Es ging um 20 Prozent runter. Dazu gab es geringere Transfereinnahmen im Vergleich zu 2024. Auf diese ist der Sportclub aber gar nicht mehr so angewiesen, denn im Vergleich zu 2019 ist das Rohergebnis trotzdem um 69 Prozent höher ausgefallen.
Um sage und schreibe 54 Prozent ist das Rohergebnis beim 1. FC Heidenheim runtergerauscht. Das lag mehr an vergleichsweise niedrigen Transfererlösen als an den Geldern der Conference League. In 2024 gab es allerdings Aufstiegsboni durch Sponsoren.
Personalaufwandsquote: Definition
Sie gibt Verhältnis der Personalkosten zum Umsatz an. Sie gibt damit die Effizienz und Flexibilität der Clubs an.
Die Personalaufwandsquote in Bezug auf die Finanzen der Bundesliga-Clubs
Produktionsunternehmen, die in der Regel hochautomatisiert sind, sollten eine Personalaufwandsquote von ca. 30 % aufweisen. Bei Dienstleistungsanbietern, insbesondere solchen, die auf menschliche Interaktion angewiesen sind, gelten Werte von 60 – 70 % als angemessen.
Die beste Personalaufwandsquote konnte im Geschäftsjahr 2025 Bayer 04 Leverkusen verzeichnen.
Die Personalaufwandsquoten-Tabelle
Club
Personal- aufwandsquote
Index
Vorjahr
1.
Bayer 04 Leverkusen
37%
74
12.
2.
SV Elversberg
38%
83
neu
3.
Hamburger SV
39%
105
1.
4.
FC Schalke 04
39%
90
neu
5.
1. FC Köln
41%
97
4.
6.
FC Augsburg
42%
77
15.
7.
SC Paderborn
43%
86
neu
8.
Union Berlin
43%
91
8.
9.
RB Leipzig
45%
104
5.
10.
VfB Stuttgart
45%
92
11.
11.
Eintracht Frankfurt
47%
126
2.
12.
FC Bayern München
48%
101
9.
13.
Borussia Dortmund
49%
109
6.
14.
FC St. Pauli
49%
102
10.
15.
VfL Wolfsburg
50%
96
14.
16.
1. FC Heidenheim
51%
113
7.
17.
1. FSV Mainz 05
52%
94
16.
18.
SC Freiburg
53%
138
3.
19.
Borussia Mönchengladbach
54%
94
17.
20.
Werder Bremen
55%
108
13.
21.
TSG Hoffenheim
56%
91
20.
Personalaufwandsquoten-Tabelle 2025 – Quelle Meenzer on Tour
Erklärung der Personalaufwandsquote in Bezug auf die Finanzen der Bundesliga-Clubs
Profifußball ist ein Dienstleistungprodukt, für das menschliche Interaktion notwendig ist. Dadurch, dass so viele Gelder in den Fußball fließen, sind die Gehälter der Profis im Durchschnitt aus finanzieller Sicht bei den meisten Clubs angemessen. 2022 fiel eigentlich nur die TSG Hoffenheim und 2020 der VfB Stuttgart mit je 75 Prozent oder Hertha BSC Berlin 2021 mit 90 Prozent aus dem Rahmen. Insgesamt lässt sich erkennen, dass die Personalaufwandsquote im Vergleich zur Pandemie-Zeit deutlich verbessert wurde. Allerdings gab es 2019 mit Eintracht Frankfurt (31 Prozent), dem 1. FSV Mainz 05 34 Prozent) und Arminia Bielefeld (35 Prozent) gleich drei Clubs, die eine noch geringere Personalaufwandsquote aufwiesen als der Club, der 2025 die niedrigste Quote zu verzeichnen hat.
Die Personalaufwandsquote (PQ) massiv senken konnte der Spitzenreiter Bayer 04 Leverkusen um mehr als ein Viertel auf 37 Prozent. Um fast ein Viertel konnte der FC Augsburg die PQ senken. Auch die SV Elversberg (-17 Prozent) und der SC Paderborn (-14 Prozent) konnten sie massiv senken.
Moderat senken konnten sie der FC Schalke 04 (-10 Prozent), Union Berlin und die TSG Hoffenheim (je -9 Prozent), der VfB Stuttgart (-8 Prozent), der 1. FSV Mainz 05 und Borussia Mönchengladbach (je -6 Prozent), der VfL Wolfsburg (-4 Prozent) und der 1. FC Köln (-3 Prozent).
Leicht nach oben ging sie beim FC Bayern München (1 Prozent), beim FC St. Pauli (2 Prozent), bei RB Leipzig (4 Prozent), beim letztjährigen Spitzenreiter Hamburger SV (5 Prozent), bei Werder Bremen (8 Prozent) und bei Borussia Dortmund (9 Prozent).
Stark gestiegen ist sie beim 1. FC Heidenheim (13 Prozent), bei Eintracht Frankfurt (26 Prozent) und dem SC Freiburg (38 Prozent).
In Teil 4 der Finanzen der Bundesliga-Clubs wird es um den Verschuldungsgrad der Clubs gehen, sprich um das Verhältnis von Fremdkapital zu Eigenkapital.
In Teil 1 der Finanzen der Bundesliga-Clubs ging es um die „Steine bzw. Beine“ eines Vereins. Außerdem ging es um die Frage, wieviel Geld der eigene Club mitbringt (oder sich durch Investoren mitbringen lässt), um Bundesliga spielen zu können. Aus den beiden Finanzkennzahlen Eigenkapital und Anlagevermögen hat sich die Leistungskennzahl Anlagendeckungsgrad ermitteln lassen. Sie ist das erste von vier Kriterien aus der die „Finanz-Bundesliga-Tabelle“ ermittelt wird. Im zweiten Teil der Finanzen der Bundesliga-Clubs geht es um die Eigenkapitalquote.
2. Die Eigenkapitalquote (Eigenkapital zu Bilanzsumme)
Je höher die Eigenkapitalquote desto mehr finanzielles Engagement bringt der eigene Club auf, sprich desto mehr finanziert sich der Verein selber und desto geringer ist die Chance, dass der Verein pleite geht. Das sind die Rücklagen, die von den Clubs in Bezug auf die Pandemie gefordert wurden, um Krisenzeiten länger als ein paar Wochen durchzustehen. Um die Eigenkapitalquote zu berechnen, muss zunächst die Bilanzsumme erklärt werden. Sie wird jährlich vom Ligaverband im Rahmen der Finanzkennzahlen publiziert.
Die Bilanzsumme
Um die „Größe“ der Clubs miteinander zu vergleichen eignet sich die Bilanzsumme ganz gut. Sie zeigt das Gesamtvermögen eines Unternehmens auf. Gleichzeitig aber auch das Gesamtkapital, das notwendig ist, um den Laden am Laufen zu halten. Das Verhältnis der Clubs untereinander, das sich aus dem finanziellen Gebaren der Vorjahre herleitet, ist auch interessant zu betrachten.
Club
Mio. Euro
Index
Vorjahr
1.
FC Bayern München
955
92
1.
2.
RB Leipzig
635
100
2.
3.
Bayer Leverkusen
633
175
4,
4.
Borussia Dortmund
615
104
3.
5.
VfB Stuttgart
361
127
6.
6.
Eintracht Frankfurt
334
137
7.
7.
TSG Hoffenheim
306
128
8.
8.
VfL Wolfsburg
292
99
5.
9.
SC Freiburg
198
105
10.
10.
Borussia Mönchengladbach
177
92
9.
11.
Hamburger SV
165
105
11.
12.
Union Berlin
134
97
12.
13.
FC Augsburg
134
100
13,
14.
Werder Bremen
94
92
14.
15.
1. FC Köln
92
100
15.
16.
FC Schalke 04
84
84
neu
17.
FC St. Pauli
68
106
16.
18.
1. FSV Mainz 05
66
102
17.
19.
SV Elversberg
49
143
neu
20.
1. FC Heidenheim
47
98
18.
21.
SC Paderborn
22
154
neu
Bilanzsummen-Tabelle Geschäftsjahr 2025 – Quelle Ligaverband
Analyse der Bilanzsumme
Der größte Verein (FC Bayern München) ist 43-mal größer als der kleinste Verein (SC Paderborn). Vor zwei Jahren war er noch 63-mal größer als Holstein Kiel. Der FC Bayern ist noch fast 50 Prozent größer, wie die Nummer 2 seit 2024: RB Leipzig.
Am stärksten gewachsen ist diesmal Bayer 04 Leverkusen (75 Prozent). Damit ist der Pharmaclub erstmals die Nummer 3. Um 54 Prozent ist der SC Paderborn gewachsen – auf sehr niedrigem Niveau. Auch die SV Elversberg ist um 43 Prozent auf niedrigem Niveau gewachsen. Eintracht Frankfurt wächst weiter. Nach 59 Prozent in 2024 jetzt um 37 Prozent.
Da Dietmar Hopp wieder in seinen Heimatverein investierte, ist die TSG Hoffenheim um 28 Prozent gewachsen.
Auch der VfB Stuttgart ist nach dem Investoreneinstieg 2024 (54 Prozent) in 2025 erneut um 27 Prozent gewachsen.
Moderates Wachstum verzeichnen der FC St. Pauli (6 Prozent), der Hamburger SV und der SC Freiburg (je 5 Prozent), Borussia Dortmund (4 Prozent), das dadurch auf Platz 4 abgerutscht ist, und der 1. FSV Mainz 05 (2 Prozent).
Weder Wachstum noch Schrumpfung gab es bei RB Leipzig, dem FC Augsburg und dem 1. FC Köln.
Leicht geschrumpft sind der VfL Wolfsburg (-1 Prozent), der 1. FC Heidenheim (-2 Prozent), Union Berlin (-3 Prozent, erstmals seit 2019).
Jeweils um 8 Prozent sind der FC Bayern München (erstmals seit 2021), Werder Bremen und Borussia Mönchengladbach geschrumpft.
Der FC Schalke 04 ist um 16 Prozent geschrumpft.
Bedeutung der Eigenkapitalquote
Groß bedeutet nicht stark, solide oder solvent. Wenn das so einfach zu ermitteln wäre, dann könnte man sich die Analyse der Kennzahlen mit KPIs auch sparen. Daher ist die Berechnung der Eigenkapitalquote (EQ) wichtig, um zu ermitteln, wie nachhaltig die Größe der Clubs finanziert ist. In Deutschlands Unternehmen liegt die EQ bei 20 bis 25 Prozent. Bei einem Wert von über 20 % ist die Eigenkapitalquote in Ordnung. Bei einem Wert über 30 % wird von einer gesunden Eigenkapitalquote gesprochen und der Club ist auch in Krisen abgesichert. Folglich wäre ein Lizenzierungskriterium, eine EQ von mindestens 20 Prozent vorzuhalten. Dies wäre eine weitere Möglichkeit, finanzielle Nachhaltigkeit und damit Financial FairPlay den Clubs vorzuschreiben.
Die beste Eigenkapitalquote im Geschäftsjahr 2025 konnte der SC Freiburg erzielen
Die Eigenkapitalquoten-Tabelle 2025
Club
Eigenkapital- quote 2024
Vorjahr
1.
SC Freiburg
83%
1.
2.
TSG Hoffenheim
72%
2.
3.
FC Bayern München
61%
5.
4.
Borussia Dortmund
53%
3.
5.
1. FSV Mainz 05
52%
6.
6.
FC Augsburg
48%
7.
7.
1. FC Köln
32%
9.
8.
Bayer 04 Leverkusen
32%
4.
9.
Hamburger SV
30%
8.
10.
SC Paderborn
30%
neu
11.
VfL Wolfsburg
26%
10.
12.
Borussia Mönchengladbach
25%
11.
13.
VfB Stuttgart
25%
12.
14.
RB Leipzig
22%
14.
15.
Eintracht Frankfurt
21%
15.
16.
Werder Bremen
16%
13.
17.
FC St. Pauli
8%
18.
18.
Union Berlin
6%
20.
19.
1. FC Heidenheim
4%
19.
20.
SV Elversberg
3%
neu
21.
FC Schalke 04
N/V
neu
Eigenkapitalquote-Tabelle 2025 – Quelle Meenzer-on-Tour.de
Eigenkaptialquote – Definition
Die Eigenkapitialquote setzt das Eigenkapital ins Verhältnis zum Gesamtkapital, das gleichzeitig die Bilanzsumme ist. Die Eigenkapitalquote gibt über die finanzielle Stabilität und Unabhängigkeit eines Clubs Auskunft.
Bedeutung der Eigenkapitalquote
Wie 2024 haben 15 Clubs eine gesunde Eigenkapitalquote (EQ). Das sind im Vergleich zu 2023 3 Clubs mehr und zu 2022 7 Clubs mehr. 2019 im letzten Jahr vor der Pandemie haben noch 18 Clubs eine gesundes EQ vorzuweisen gehabt.
Wie beim Anlagendeckungsgrad dominiert Baden die Liga. Allerdings ist die EQ beim SC Freiburg von 74 (2023) über 80 (2024) auf 83 Prozent gestiegen, bei der TSG Hoffenheim von 87 (2023) auf zunächst 71 (2024) auf 72 Prozent gesunken. Das ist für die TSG der zweitschlechteste Wert überhaupt, seitdem die Zahlen 2019 erstmals publiziert wurden.
Beim FC Bayern München (61 Prozent), bei Borussia Dortmund (53 Prozent) und beim 1. FSV Mainz 05 (52 Prozent) liegt ebenfalls eine sehr gute Eigenkapitalquote vor. Dabei konnte der FC Bayern eine Steigerung um 11 Prozent verzeichnen. Bei Mainz 05 ist sie um 0,5 Prozent gestiegen, bei Borussia Dortmund um 4 Prozent gesunken.
Auf gutem Niveau hat sich die Eigenkapitalquote des FC Augsburg von 35 auf 48 Prozent verbessert. Ähnliches gilt für den 1. FC Köln (von 28 auf 32 Prozent).
Den schlechtesten Wert seitdem die Zahlen 2019 erstmals publiziert wurden hat Bayer Leverkusen hingelegt. Der Wert lag immer über 55 Prozent. Jetzt ist er auf 32 Prozent gesunken – allerdings noch im finanziell gesunden Rahmen.
Um ein Drittel ist der Wert beim SC Paderborn von 45% auf 30% gesunken. Aber auch hier ist das finanziell noch seriös.
Praktisch unverändert liegt die Eigenkapitalquote des VfL Wolfsburg bei 26 Prozent, was vollkommen ok ist.
Auch die 25 Prozent Eigenkapitalquote von Borussia Mönchengladbach und vom VfB Stuttgart sind in Ordnung. Bei Stuttgart stieg sie um 5 Prozent, bei der Borussia gab es keine große Änderung.
Bei RB Leipzig ist die Eigenkapitalquote um 1 Prozent gesunken – auf noch akzeptable 22 Prozent.
Letzter Club mit einer akzeptablen Eigenkapitalquote ist Eintracht Frankfurt mit 21 Prozent. Sie sank um 2 Prozent.
Alle anderen Clubs haben keine gute Eigenkapitalquote. Werder Bremen hat sich mit dem Rückgang von 22% auf 16% finanziell aufs Glatteis begeben. Dabei hat man 2024 erst Investoren an Bord geholt. Da sollte eigentlich ein Rückgang um 28 Prozent ausgeschlossen sein.
Auf niedrigem Niveau hat der FC St. Pauli seine Eigenkapitalquote um 52 Prozent von 5 Prozent auf 8 Prozent gesteigert. Vor der Pandemie lag sie noch bei akzeptablen 22 Prozent (2020).
Union Berlin wird finanziell seriöser. Die Eigenkapitalquote liegt jetzt bei 6 Prozent nach 2 Prozent 2024 und 2023. Vorher war der Club überschuldet und man konnte gar keine Quote berechnen.
Die Eigenkapitalquote des 1. FC Heidenheim dümpelt schon immer zwischen 1 und 6 Prozent herum. Da liegen die 4 Prozent 2025 mittendrin.
Die SV Elversberg weist eine Eigenkaptialquote von 3 Prozent aus. Da sie aus der Überschuldung kommt, konnte 2024 noch keine Quote berechnet werden.
Nach wie vor lässt sie sich nicht beim FC Schalke 04 berechnen, da der Club überschuldet ist.
Fazit zum KPI Eigenkapitalquote
15 Clubs haben wie 2024 eine gute bis sehr gute EQ.
Union Berlin hat mit 186 Prozent Steigerung prozentual den größten Sprung geschafft – allerdings auf niedrigem Niveau.
Bayer Leverkusen hat 43 Prozent den größten Rückgang verzeichnet. Trotzdem ist die Quote noch gut.
In Teil 3 der Finanz-Bundesliga-Tabelle 2025 wird es um die Personalaufwandsquote gehen.
Interessieren Dich die Finanzen der Bundesliga-Clubs? Wenn ja, dann bist Du hier genau richtig. Mit Hilfe von Finanzkennzahlen der Bundesliga-Vereine, die die DFL öffentlich verfügbar macht, lassen sich finanzielle Entwicklungen der Clubs erkennen. So ist es möglich, zu analysieren, wie finanziell nachhaltig Vereine wirtschaften, welche Vereine finanziell gut aufgestellt sind, welche Clubs finanziell eher Verbesserungspotential haben und wie FinancialFairplay gelebt wird.
Im Mai 2019 veröffentlichte die Deutsche Fußball Liga (DFL) erstmals die Finanzkennzahlen der Bundesliga-Vereine. Dies geht zurück auf den Beschluss der Mitgliederversammlung Ende 2018. So war es 2019 erstmals möglich, eine „Finanz-Bundesliga-Tabelle 2019“ zu erstellen. Ferner lässt sich erkennen, welche Vereine finanziell nachhaltig agieren.
Basis sind Finanzkennzahlen, die die DFL pro Verein veröffentlicht hat. Mit Hilfe von Leistungskennzahlen, so genannten „Key Performance Indicators“, kurz KPIs, analysiere ich diese Finanzkennzahlen und ermittele seit 2019 jährlich die Finanz-Bundesliga-Tabelle.
Daraus ergaben sich für die einzelnen Vereine viele interessante Ergebnisse:
Da sie sich untereinander in einem Wettbewerb befinden, war es bereits 2019 extrem spannend zu sehen, wie es tatsächlich um „Financial Fairplay“ bestellt ist.
2020 wurde es noch interessanter, weil es möglich war, Veränderungen im Vergleich zum vorangegangen Geschäftsjahr (2019 zu 2018) zu ermitteln .
2021 war das erste Jahr, in dem alle Vereine finanziell von der Pandemie betroffen waren (Geschäftsjahr 2020).
2022(Geschäftsjahr 2021) war das Jahr, in dem teilweise Zuschauende wieder im Stadion zugelassen waren.
2023 (Geschäftsfahr 2022) war das Jahr, in dem sich langsam der Gechäftsbetrieb in der Bundesliga nach der Pandemie wieder normalisierte.
2024 (Geschäftsjahr 2023) konnten erstmals nach der Pandemie wieder komplett die Zahlen gut verglichen werden.
2025 (Geschäftsjahr 2024) zeigte u.a. wie der SC Freiburg finanziell die Grundlage für den sportlichen Erfolg der Saison 2025/2026 legte.
Vergleichbarkeit der Vereine
Um die Vereine besser vergleichen zu können, sind in der Finanz-Bundesliga-Tabelle 2026 alle Erstliga-Clubs der Saison 2025/2026 und der Saison 2026/2027 vertreten. Allerdings bilanzieren Bayer 04 Leverkusen, Borussia Mönchengladbach, die SV Elversberg der VfB Stuttgart und der 1. FC Heidenheim zum 31. Dezember. Eintracht Frankfurt hatte 2023 ihre Bilanz umgestellt, so dass das Geschäftsjahr der SGE jetzt zum 30. Juni statt zum 31. Dezember endet.
Im Bilanzzeitraum 1. Juli 2024 bis 30. Juni 2025 spielten der Hamburger SV, der 1. FC Köln, die diejährigen Aufsteiger SV Elversberg, der SC Paderborn und Schalke 04in der 2. Liga.
Die Analyse wird in verschiedene Bereiche unterteilt:
Einführung und der Key Performance Indicators (KPIs)
Ich habe die folgenden von der DFL veröffentlichten Finanzkennzahlen genutzt:
Daraus habe ich die folgenden Leistungskennzahlen hergeleitet:
Anlagendeckungsgrad
Eigenkapitalquote
Personalaufwandsquote
Verschuldungsgrad
Anmerkung in eigener Sache: Unter den Lesenden dieses Blogs gibt es sicherlich versierte „Bilanzbuchhalter*innen“. Ziel dieser Finanz-Bundesliga ist es nicht, für 21 Vereine wasserdichte Finanzgutachten zu erstellen. Vielmehr soll sie Fußballfans dazu dienen, sich ein grobes Bild des eigenen Vereins in Bezug auf die langfristige finanzielle Situation zu machen – im Vergleich zu Konkurrenten genauso wie zum Vorjahr. Wie bei vielen anderen Fan-Aktionen auch, ist dieser Artikel in der Freizeit entstanden, ohne finanzielle oder sonstige Kompensation. Eine noch detaillierte Aufstellung hätte den zeitlichen Aufwand deutlich gesprengt.
Um auf einen Blick eine bessere Vergleichbarkeit zu bekommen, habe ich 2026 (Geschäftsjahr 2025) den Index zum Vorjahr und die Platzierung zum Vorjahr angegeben. Ein Indexwert von 110 entspricht demnach einem Anstieg von 10% gegenüber dem Wert der Referenzperiode, also 2025 (Geschäftsjahr 2024).
1. Anlagendeckungsgrad (Eigenkapital zu Anlagevermögen)
Je höher der Deckungsgrad, desto besser steht es um die Finanzierung des Clubs.
Das Eigenkapital
Definition: Kapital, das den Clubs gehört. Es handelt sich um den Teil, den die Clubs selbst aufbringen, um den Spielbetrieb durchzuführen.
Nachdem letztes Jahr erstmals seit der Veröffentlichung der Finanzkennzahlen ist kein Club der 1. Liga überschuldet war, hat sich das mit dem Aufstieg von Schalke 04 wieder erledigt. Alle anderen Clubs haben positives Eigenkapital und finanzieren wenigstens einen kleinen Teil ihrer Aktivitäten selbst.
Club
Mio. Euro
Index
Vorjahr
1.
FC Bayern München
586
103
1.
2.
Borussia Dortmund
326
100
2,
3.
TSG Hoffenheim
219
129
4,
4.
Bayer 04 Leverkusen
200
100
3.
5.
SC Freiburg
164
108
5.
6.
RB Leipzig
137
99
6.
7.
VfB Stuttgart
90
133
8.
8.
VfL Wolfsburg
76
100
7.
9.
Eintracht Frankfurt
69
134
9.
10.
FC Augusburg
65
139
10.
11.
Hamburger SV
49
110
12.
12.
Borussia Mönchengladbach
45
92
10.
13.
1. FSV Mainz 05
34
102
13.
14.
1. FC Köln
29
113
14.
15.
Werder Bremen
15
67
15.
16.
Union Berlin
8
277
18.
17.
SC Paderborn
6
102
neu
18.
FC St. Pauli
6
161
16.
19.
1. FC Heidenheim
2
88
20.
20.
SV Elversberg
1
N/V
neu
21.
FC Schalke 04
-99
105
neu
Eigenkapital-Tabelle Geschäftsjahr 2025 – Quelle DFL
Die überschuldeten Clubs in der Historie
Die überschuldeten Clubs in der Historie (negatives Eigenkapital) seit der Publikation der Finanzkennzahlen durch die DFL:
2018:
Hertha BSC Berlin
SC Paderborn
Union Berlin
2019:
Union Berlin
Arminia Bielefeld
FC Schalke 04
2020:
Union Berlin
Arminia Bielefeld
Werder Bremen
Schalke 04
VfL Bochum1
2021:
Union Berlin
VfL Bochum
Arminia Bielefeld2
Werder Bremen3
Schalke 043
2022:
Union Berlin
Werder Bremen1
Schalke 041
2023:
Werder Bremen
Schalke 044
2024: kein Club
2025:
Schalke 04
1: Aufsteiger; 2: Arminia Bielefeld war 2022 nicht mehr in der Liste enthalten, da der Club 2022 abstiegen ist. Das Eigenkapital ist 2025 allerdings weiterhin negativ; 3: Absteiger, 4: der FC Schalke 04 war 2024 nicht mehr in der Liste enthalten, da der Club 2023 abgestiegen ist. Das Eigenkapital war allerdings weiterhin negativ.
In der 2. Liga gibt es 2025 nach wie vor überschuldetet Clubs, die teilweise aus der 1. Liga im Laufe der Jahre abgestiegen sind:
Hertha BSC: -38 Mio. Euro (2024: -23 Mio. Euro) – ist erst in der 2. Liga wieder überschuldet gewesen.
Arminia Bielefeld: -1 Mio. Euro (2024: -4 Mio. Euro)
Energie Cottbus: -0,09 Mio. Euro (2024: 3. Liga – keine Daten)
Der 1. FC Nürnberg und die SV Elversberg haben 2025 den Turnaround geschafft und sind nicht mehr überschuldet.
Eigenkapital-Entwicklung vom Geschäftsjahr 2024 zu 2025
Prozentual die größte Eigenkapital-Entwicklung konnte 2025 Union Berlin hinlegen (+145 Prozent) – allerdings auf relativ niedrigem Niveau. Es ist im Geschäftsjahr 2024/25 signifikant von zuvor 2,91 Millionen Euro auf den Vereinsrekord von 8,07 Millionen Euro gestiegen. Hauptgrund ist die Ausgabe von „Stadionaktien“.
Wahrlich Flügel bekommen hat 2024 das Eigenkapital beim VfB Stuttgart. Es hat sich von 12 Mio. Euro auf 68 Mio. Euro verfünffacht. Alleine 40 Mio. Euro kamen durch den Einstieg von Porsche beim VfB zustande. Auch 2025 ist es um 33 Prozent auf 90 Mio. Euro gestiegen – allerdings ohne zusätzliche finanzielle Spritzen eines Investors.
Der massive Anstieg des Eigenkapitals der TSG Hoffenheim um 29 Prozent im Jahr 2025 auf rund 219 Millionen Euro hat vor allem eine Ursache: die finanziellen Zuwendungen des Mehrheitsgesellschafters und Milliardärs Dietmar Hopp. In der Bilanz steht „Ergebniszuweisung atypisch stiller Gesellschafter: 27,8 Mio. Euro“. Das entspricht grob dem Jahresfehlbetrag der TSG.
Eigenkapitalsteigerungen unter 10 Prozent gelangen dem SC Freiburg, dem FC Bayern München und dem SC Paderborn.
Der 1. FSV Mainz 05 (0,7 Mio. Euro) hat wie im Vorjahr Investitionszuschüsse (wahrscheinlich für das Stadion) erhalten, die man dem Eigenkapital zurechnen kann. Ich habe diese Zuschüsse weggelassen, um eine bessere Vergleichbarkeit zu erzielen. Sein Eigenkapital ist um 2 Prozent gestiegen.
Leichte Schrumpfungen des Eigenkapitals mussten Borussia Dortmund (< 1 Prozent) und Borussia Mönchengladbach (8 Prozent) hinnehmen.
RB Leipzig hat seit 2022 keine Zuschüsse mehr erhalten. 2018 Jahr war dieser Zuschuss bei RBL größer als damals das eigentliche Eigenkapital in Höhe von 27 Mio. Euro. 2019 fanden sich in der Bilanz von RBL 100 Mio. Euro mehr Eigenkapital, die vermutlich vom Brausekonzern stammen. Seit 2020 ist das Eigenkapital wieder „normal“ gewachsen (zwischen 0,3 Mio. und 6 Mio Euro). 2024 und 2025 ist es jeweils um 1% gesunken.
Um 12 Prozent ist das ohnehin geringe Eigenkapital des 1. FC Heidenheim wegen des Jahresfehlbetrags von 0,27 Mio. Euro gesunken.
Die SV Elversberg war 2024 noch mit 4,2 Mio. Euro überschuldet. 2025 liegt das Eigenkapital jetzt bei 1,3 Mio. Euro.
Der FC Schalke 04 hat sein negatives Eigenkapital von -104 Mio. Euro auf -99 Mio. Euro senken können – ist aber nach wie vor extrem überschuldet.
Beim VfL Wolfsburg ist das Eigenkapital 2024 massiv gestiegen. Seit der ersten Publikation der Finanzkennzahlen 2019 war es bis 2024 immer unverändert geblieben. Selbst Corona konnte dem Eigenkapital des VfL nichts anhaben, obwohl es in fast allen Clubs eine Eigenkapitalvernichtung gab. Der Grund warum es sich zwischen 2019 und 2023 nie verändert hatte liegt am VW-Konzern, der die regelmäßigen Fehlbeträge immer ausgeglichen und die wenigen Gewinne jährlich immer eingestrichen hat. In 2024 ist es nun von 31 Mio. Euro auf 76 Mio. Euro gestiegen. Die 45 Mio. Euro stammen aus dem VW-Konzern, der trotz wirtschaftlicher Krise noch mehr Geld in den VfL Wolfsburg stecken möchte. 2025 blieb es wieder unverändert, obwohl der Club wieder einen Fehlbetrag von 12 Mio. Euro ausweisen musste.
Die Ausnahme Bayer 04 Leverkusen
Keine Veränderungen gab es wie jedes Jahr bei Bayer 04 Leverkusen, da es bei der Werkself egal ist, wie sie wirtschaftet, da am Ende alles durch den Pharmariesen ausgeglichen wird. Damit ist das Prinzip ähnlich wie in Wolfsburg. Allerdings erwirtschaftet Leverkusen in der Regel einen Gewinn, der in den Konzern abfließt. Auch 2025 flossen so 133 Mio. Euro ab.
Fazit: Nach dem Investoreneinstieg in Bremen und Stuttgart in 2024 blieb 2025 ein Einstieg eines einzigen Investors aus. Vielmehr wurde das Eigenkapital bei einigen Clubs durch Kapitalerhöhungen (Eintracht Frankfurt), Stadionaktien (Union Berlin) oder eine Genossenschaft (FC St. Pauli) erhöht. Natürlich konnten auch einige Clubs ihr Eigenkapital durch Jahresüberschüsse steigern. Mit dem Aufstieg des FC Schalke 04 kam auch wieder ein überschuldeter Club zurück in die 1. Liga.
Das Anlagevermögen
Definition: Das Anlagevermögen bezeichnet die so genannten Steine eines Vereins, sprich diese sollen dem Verein dauerhaft dazu dienen, den Spielbetrieb durchzuführen. Als Steine des Vereins gelten auch die Beine des Vereins, sprich der Wert der Spieler*innen.
Club
Mio. Euro
Index
Vorjahr
1.
FC Bayern München
547
100
1.
2.
Borussia Dortmund
450
115
3.
3.
RB Leipzig
444
105
2.
4.
Bayer 04 Leverkusen
381
158
4.
5.
VfB Stuttgart
215
121
6.
6.
Eintracht Frankfurt
209
136
7.
7.
TSG Hoffenheim
205
137
8.
8.
VfL Wolfsburg
197
98
5.
9.
Borussia Mönchengladbach
133
92
9.
10.
Hamburger SV
113
105
10.
11.
Union Berlin
84
81
11.
12.
FC Augsburg
78
96
12.
13.
SC Freiburg
68
110
13.
14.
FC Schalke 04
62
92
neu
15.
1. FC Köln
58
100
14.
16.
FC St. Pauli
42
100
15.
17.
Werder Bremen
36
128
18.
18.
SV Elversberg
34
120
neu
19.
1. FC Heidenheim
32
103
16.
20.
1. FSV Mainz 05
31
104
17.
21.
SC Paderborn
7
99
neu
Anlagevermögen-Tabelle 2025 – Quelle DFL
Starker Anstieg bei sechs Clubs
Auch 2025 ist das Anlagevermögen bei einigen Clubs massiv angestiegen: Bayer 04 Leverkusen (58 Prozent), TSG Hoffenheim (37 Prozent), Eintracht Frankfurt (36 Prozent), Werder Bremen (28 Prozent), VfB Stuttgart (21 Prozent), SV Elversberg (20 Prozent), Borussia Dortmund (15 Prozent).
Moderate Steigerungen legten der SC Freiburg (10 Prozent9, der Hamburger SV und RB Leipzig (je 5 Prozent), der 1. FSV Mainz 05 (4 Prozent) und der 1. FC Heidenheim (3 Prozent) hin.
Nahezu unverändert blieb das Anlagevermögen beim FC Bayern München, dem 1. FC Köln und dem FC St. Pauli.
Leichte Verluste bei fünf Clubs
Eine leichte Reduzierung gab es beim SC Paderborn (-1 Prozent), dem VfL Wolfsburg (-2 Prozent), dem FC Augsburg (-4 Prozent), dem FC Schalke 04 und Borussia Mönchengladbach (je -8 Prozent).
Eine massive Reduzierung gab es bei Union Berlin (-19 Prozent).
Fazit: Die Schere zwischen Clubs, die immer mehr investieren (teilweise durch Investoreneinstiege beim VfB und Werder) und denen die nicht mehr oder sogar weniger investieren wird immer größer. Interessant ist das wirtschaftliche Gebaren bei Union, das eine Abkehr von der riskanten Wachstumsstrategie vergangener Jahre bedeutet. Dahin entwickelt sich ein wenig Werder Bremen, die ihre Investorengelder gleich mal in den Kader steckten. Interessant ist das Verhalten der Aufsteiger: Die SV Elversberg investiert massiv in den Kader, der SC Paderborn schränkt sich sogar ein wenig ein und der FC Schalke 04 merkt langsam, dass man mal am Kader sparen muss.
Der Anlagendeckungsgrad (AD)
Der AD zeigt an, inwieweit das Anlagevermögen durch das Eigenkapital gedeckt ist, sprich inwieweit die Teams eigenfinanziert sind und somit unter Financial Fairplay-Bedingungen finanziert werden. Ein AD von 50% bedeutet, dass das Anlagevermögen zu 50% mit Eigenkapital gedeckt ist. Damit finanzielle Stabilität gewährleistet ist, sollte der AD zwischen 60 und 100% liegen. Ein AD von mindestens 60% könnte beispielsweise ein Lizenzierungskriterium der DFL in Bezug auf finanzielle Nachhaltigkeit sein. Dieses würden demnach nur sieben von 21 Clubs erfüllen. 2024 waren es ebenfalls sieben, im Jahr zuvor s noch acht von 20 Clubs. 2019, im letzten Jahr vor der Pandemie, waren es noch 11 Clubs. Daran erkennt man die finanzielle Schieflage vieler Clubs.
Der SC Freiburg hat den besten Anlagendeckungsgrad im Geschäftsjahr 2025
Die Anlagendeckungsgrad-Tabelle 2025
Club
Anlagen- deckungsgrad
Vorjahr
1.
SC Freiburg
241%
1.
2.
1. FSV Mainz 05
110 %
3.
3.
FC Bayern München
107 %
4.
4.
TSG Hoffenheim
107 %
2.
5.
SC Paderborn
93 %
neu
6.
FC Augsburg
83 %
8.
7.
Borussia Dortmund
73 %
5.
8.
Bayer 04 Leverkusen
53 %
6.
9.
1. FC Köln
50 %
9.
10.
Hamburger SV
44 %
10.
11.
VfB Stuttgart
42 %
12.
12.
Werder Bremen
41 %
7.
13.
VfL Wolfsburg
39 %
11.
14.
Borussia Mönchengladbach
34 %
14.
15.
Eintracht Frankfurt
33 %
13.
16.
RB Leipzig
31 %
15.
17.
FC St. Pauli
13 %
18.
18.
Union Berlin
10 %
20.
19.
1. FC Heidenheim
6 %
19.
20.
SV Elversberg
4 %
20.
21.
FC Schalke 04
N/V
neu
Anlagendeckungsgrad-Tabelle Geschäftsjahr 2025 – Quelle Meenzer-on-Tour.de
Baden dominierte seit der Einführung der Finanz-Bundesliga 2019 diese Tabelle. Der SC Freiburg hat seine Spitzenposition behauptet. Die TSG Hoffenheim ist zwar etwas abgerutscht. Aber wie der 1. FSV Mainz 05 und der FC Bayern München haben alle vier Clubs einen AD weit über 1 – d.h. die Steine und Beine sind also mehr als vollkommen selbst finanziert. Diese vier Clubs finanzieren seit Jahren ihren Spielbetrieb mehr als solide, wobei das bei TSG Hoffenheim an Dietmar Hopp liegt.
Der SC Paderborn, der FC Augsburg und Borussia Dortmund haben einen Anlagendeckungsgrad von über 60 Prozent, was als finanziell nachhaltig gilt. Letztes Jahr lag der Anlagendeckungsgrad beim FCA erstmals unter 60 Prozent. Dieses Jahr hat sich der Club wieder gefangen.
Erstmals abgerutscht unter 60 Prozent ist Bayer 04 Leverkusen. Der 1. FC Köln bewegt sich kontinuierlich nach oben. Vor der Pandemie lag der Anlagendeckungsgrad bei 56 Prozent, in der Pandemie ist er auf 3 Prozent gesunken. Jetzt steht der Club mit 50 Prozent vergleichsweise gut da.
Leicht nach oben ging es auch für den Hamburger SV der nun einen Deckungsgrad von 44 Prozent aufzuweisen hat. Dank des Investors geht der Anlagendeckungsgrad beim VfB Stuttgart kontinuierlich nach oben. Er lag 2023 noch bei 10 Prozent, mittlerweile bei 42 Prozent.
Auf dem Papier sieht der Anlagendeckungsgrad von Werder Bremen mit 41 Prozent noch gut aus. Allerdings ist er innerhalb eines Jahres fast halbiert worden und um 48 Prozent zurückgegangen. Den riskanten Transferentscheidungen sei Dank.
Durch die Eigenkapitalspritze hat der VfL Wolfsburg seinen Anlagendeckungsgrad, der immer bei zirka 25 Prozent lag, 2024 auf 38 Prozent steigern können. 2025 lag er bei 39 Prozent.
Relativ stabil liegt der Anlagendeckungsgrad bei Borussia Mönchengladbach bei 34 Prozent. Er lag vor der Pandemie bei ca. 50 Prozent, während der Pandemie ist er dann auf Mitte 30 Prozent gesunken, wo er auch seit Jahren verharrt.
Ein ähnliches Szenario spielt sich bei Eintracht Frankfurt ab. Vor der Pandemie existierte ein guter Anlagendeckungsgrad von 64 Prozent. Dieser sackte auf 24 Prozent 2023 ab. Er liegt jetzt bei 33 Prozent, fast halb so hoch wie vor der Pandemie und ein Prozent niedriger als letztes Jahr.
Bei RB Leipzig lag der Anlagendeckungsgrad vor der Kapitalspritze 2019 bei 13 Prozent (2018). Seit 2019, wo er bei 52 Prozent lag, geht er langfristig immer weiter nach unten auf mittlerweile 31 Prozent.
Der FC St. Pauli konnte durch die Gründung der Genossenschaft den Anlagendeckungsgrad stabilisieren. Er ist von 8 auf 13 Prozent innerhalb eines Jahres gestiegen.
Um sagenhafte 242 Prozent ist der Anlagendeckungsgrad von Union Berlin innerhalb eines Jahres gestiegen. Er liegt mit 10 Prozent allerdings noch auf sehr niedrigem Niveau.
Einen permanent niedrigen Anlagendeckungsgrad weist der 1. FC Heidenheim mit 6 (2025) bis 7 Prozent (2024) auf. Noch niedriger ist das Niveau bei der SV Elversberg mit 4 Prozent.
Aufgrund der Überschuldung lässt sich der Anlagendeckungsgrad bei Schalke 04 gar nicht berechnen. Es ist alles fremdfinanziert.
Fazit zum KPI Anlagendeckungsgrad
Der Anlagendeckungsgrad zeigt an, wieviel ein Club selbst finanziert.
60 Prozent und mehr gelten als solide finanziert.
Nur 7 Clubs erfüllen das Kriterium: SC Freiburg, 1. FSV Mainz 05, FC Bayern München, TSG Hoffenheim, SC Paderborn, FC Augsburg, Borussia Dortmund
Werder Bremen und Bayer 04 Leverkusen erfüllen das Kriterium nicht mehr.
Financial Fairplay kann damit nicht unbedingt ermittelt werden, da immer mehr Clubs Finanzspritzen von Investoren bekommen, zuletzt Werder Bremen und der VfB Stuttgart
Im zweiten Teil der Finanz-Bundesliga-Tabelle 2025 geht es um die Eigenkapitalquote.