Spätlese Dortmund 2025/2026

Auswärts fahren bietet in unserem komplett verplanten Alltag eine Möglichkeit, Unplanmäßiges geschehen zu lassen, überraschend positive Erlebnisse zu sammeln oder auch negative Erfahrungen zu machen. An dieser Stelle berichte ich über meine rein subjektiven Eindrücke rund um die jeweilige Auswärtsfahrt, jeweils mit ein wenig Abstand betrachtet – eine Spätlese eben!

Trotz des Ergebnisses herrschte gute Stimmung beim „Internationalen Karnevalsverein“

01 Hin und weg:

Zugreisen von Mainz ins Ruhrgebiet lassen sich sehr günstig mit der Bahn buchen. Dabei gilt es zu beachten, dass man die Verbindung über Koblenz wählt und in Köln Hbf. umsteigen muss. Der Fahrplan der Deutschen Bahn ist so konzipiert, dass bei dieser Verbindung nur 4 Minuten Umsteigezeit existieren. Dadurch, dass der Zug meist schon vor Mainz mehr als 4 Minuten Verspätung angesammelt hat, ist der Anschluss nicht mehr erreichbar und die Zugbindung ist aufgehoben. Dadurch kann man sich am Spieltag trotz Sparpreises und eigentlich vorhandener Zugbindung sehr flexibel den Zug aussuchen, der passt. Und das Beste: Man kann auch die ICE-Schnellstrecke von Frankfurt/Flughafen-Fernbahnhof nach Köln wählen, die wesentlich teuer ist. Das Aufheben der Zugbindung schließt eine Änderung der gewählten Strecke nicht aus, sofern man am Ende so auch zum gewünschten Zielbahnhof kommt. Selbstredend hat das am Fastnachtsfreitag natürlich auch mal wieder geklappt.

Auch vor Spielbeginn wurde bereits Fastnacht im Westfalenstadion gefeiert.

02 (N)immer nuff:

Nachdem ich das letzte Mal in Dortmund zum Stadion gelaufen und von dort mit dem Mietrad zurück zum Hauptbahnhof unterwegs war, hatte ich diesmal keine Lust, mich allzu lange der Kälte Deutschlands auszusetzen. Ihr werdet jetzt sicherlich lachen, denn die letzten Wochen war es wohl deutlich kälter – aber wenn man direkt aus Südafrika und dem Südsommer hier aufschlägt, dann war das in Dortmund schon ein Kälteschock. Auch auf die RB vom Dortmunder Hauptbahnhof zum Stadion verzichtete ich diesmal – aus Rücksicht auf Reisende ins Sauerland. Diese RB verkehrt vom Hauptbahnhof in nur vier Minuten zum Stadion, fährt aber dann weiter Richtung Osten in die Heimat von Kanzler Merz. Und es soll ja Leute geben, die mit Fußball nichts am Hut haben und abends einfach nur nach Hause wollen. Diese kommen aber oft gar nicht in die überfüllte RB rein, da viele Fans das Ding nutzen, um schnell zum Stadion zu gelangen. Also ab in die U-Bahn. Zwei Stunden vor Spielbeginn war sie vergleichsweise leer. Klar, man braucht zirka 15 Minuten zum Stadion, aber was sind schon 11 Minuten Unterschied im Vergleich zu Rücksicht auf andere Zugreisende?

03 Kon-Trolle

Die Kombination Fastnacht und Fußball artet beim Sicherheitsdienst in der Regel in extreme Mehrarbeit aus, da ja die ganzen Kostüme gecheckt werden müssen. In Dortmund lief das allerdings recht entspannt ab – zumindest was ich mitbekommen habe. Da darf man auch mal Danke sagen.

Blick auf das Spruchband statt aufs Spielfeld – das vergrätzte zahlreiche Hopper*innen

04 Kampf um den Mampf

Man bekommt in der letzten Zeit den Eindruck, dass Nachhaltigkeit mittlerweile nicht mehr wirklich viele Menschen interessiert. Das sieht man auf der großen Weltbühne der Politik aber auch im Fußball. Vor ein paar Jahren gab es praktisch keinen Club, der Einwegbecher im Stadion nutzte. Der Trend hat sich zwar nicht komplett umgekehrt, aber wie auch schon in München im Dezember, so gab es auch in Dortmund teilweise Pfandbecher und teilweise Einwegbecher. Wenigstens gibt es neue vegane Speisen im Umfeld des Auswärtsblocks. Während es vor ein paar Jahren noch die leckere Rügenwalder vegane Currywurst gab, fand ich letzte Saison außer Brezeln gar nichts veganes. Jetzt gab es auf einmal einen eigenen Stand mit libanesischen Teigtaschen (Manakisch) und Falafel-Wraps. Der Zuspruch war ziemlich  groß. So bleibt zu hoffen, dass es das Angebot auch noch nächste Saison geben wird.

Manakisch – sehr leckere vegane Speise im Umfeld des Auswärtsblocks

05 Käfighaltung

Der Auswärtsblock in Dortmund ist der nervigste der Liga. Das liegt nicht daran, dass man wie früher in Freiburg nichts sieht, sondern daran, dass sich jedes Mal Hopper*innen vorzugsweise aus dem europäischen Ausland sich im oberen Bereich aufhalten. Sie filmen wild durch die Gegend, ergötzen sich am Team des BVBs und haben halt so rein gar nichts mit dem Internationalen Karnevalsverein am Hut. Diesmal fielen sie natürlich besonders auf, da sie mit die einzigen waren, die nicht kostümiert oder mit 05-Utensilien ankamen. Selbstverständlich kann sich jeder Mensch im Auswärtsblock aufhalten – aber eine gewisse Rücksichtnahme auf die Auswärtsfans wäre schon wünschenswert. Das klappt ja auch in den meisten anderen Blöcken der Republik einwandfrei – selbst in München ist es nicht so krass.

Krass war die Choreo, die die aktive Fanszene auf die Beine stellte und die zumindest anfangs die Hopper*innen vertrieb, da das Spruchband „Internationaler Karnevalsverein“ bis in den Stehblock hinunterhing und komplett die Sicht im oberen Stehplatz-Bereich versperrte.

Wie es sich für ein Fastnachtsspiel gehört, war die Mitmachquote bei „Rucki Zucki“ oder beim Schunkeln am besten. Trotz der klaren Niederlage wurde die vierfarbbunte Fastnacht auf wunderbare Weise ins Westfalenstadion transportiert und es war schön zu sehen, dass wir halt doch eine Jahreszeit mehr haben, als der große Rest der Republik.

An Rosenmonatag sieht man sich wieder

Der Jahrgang 2025/2026 zeigt, wie man anstrengende Hopper*innen aus dem Block vertreiben kann.

Rot-weiße Grüße,

Christoph – Meenzer on Tour

Spätlese Dortmund Saison 2024/2025

Auswärts fahren bietet in unserem komplett verplanten Alltag eine Möglichkeit, Unplanmäßiges geschehen zu lassen, überraschend positive Erlebnisse zu sammeln oder auch negative Erfahrungen zu machen. An dieser Stelle berichte ich über meine rein subjektiven Eindrücke rund um die jeweilige Auswärtsfahrt, jeweils mit ein wenig Abstand betrachtet – eine Spätlese eben!

Erst kurz nach Anpfiff war der Gästeblock in ein rot-weiß-goldenes Fahnenmeer getaucht

01 Hin und weg:

Beim Lotterie-Spiel der Deutschen Bahn am letzten Sonntag war mir das Glück mal wieder hold. Schließlich stellt sich bei Planungen von Auswärtsfahrten nach Nordrhein-Westfalen immer die Frage, ob man sich ein Zugticket für die Rheinstrecke kauft, damit Geld spart aber eine Stunde länger unterwegs ist, oder ob man sich ein Ticket für die Schnellbahnstrecke Frankfurt-Flughafen – Köln leistet. Da der Anpfiff in Dortmund erst um 17.30 Uhr war, sparte ich mir das Geld für die Hochgeschwindigkeitsstrecke, wohlwissend, dass bei der Deutschen Bahn immer die Chance besteht, dass die Zugbindung aufgehoben wird.

Das war tatsächlich bereits eine Woche vor der Abfahrt der Fall, da einer der gebuchten Züge ausfiel, und so konnte ich für sehr wenig Geld sehr schnell ins Ruhrgebiet reisen. Schließlich erlaubt das Aufheben der Zugbindung auch eine Änderung der zu fahrenden Route nach Dortmund.  

Mit dem Mietrad lässt sich die Strecke zwischen Hauptbahnhof und Westfalenstadion bequem zurücklegen

02 (N)immer nuff:

Ähnlich wie in Mönchengladbach vor drei Wochen, gilt das Fahren mit den Öffis ins Stadion in Dortmund eher als Horrortrip – vor allem auf der Rückfahrt, auf der man ziemlich lange in Menschenmengen feststeckt, ehe man sich in die Stadtbahn quetschen darf. Daher ging es für mich zu Fuß zum Stadion – schließlich war ich dank der Sache mit der entfallenen Zugbindung sehr früh in der Stadt. Auf dem Rückweg hatte ich nur 45 Minuten zur Abfahrt des Zuges, bei einer Laufzeit von zirka 45 Minuten etwas knapp. Aber es gibt ja mittlerweile Mieträder in den meisten Städten und so war die rund 10-minütige abschüssige Fahrt vom Westfalenstadion zum Hauptbahnhof für 1 Euro eine sehr gute Investition.  

Zwischen Hauptbahnhof und Stadion liegt das Kreuzviertel, das auch vegane Restaurants zu bieten hat.

03 Kon-Trolle

Dass der BVB gefühlt jedes Jahr international spielt erkennt man an der Logistik und Beschilderung für Gästefans. Alles war zweisprachig auf Deutsch und Englisch verfasst. Dazu gibt es eine Abgabestelle nur für Gästefans. Das ist wirklich ein fanfreundlicher Service, der es leider bisher nicht in die Statuten der DFL geschafft hat. So ist es möglich, zum Beispiel Fahrradbeleuchtung oder Essen und Trinken in Rucksäcke zu packen und dort problemlos abzugeben. Der Traum eines jedes auswärts Reisenden ohne privaten PKW – zumal die Abgabestelle direkt gegenüber des Eingangs zum Gästeblock liegt.

04 Kampf um den Mampf

Zeitenwende – das umschreibt das Angebot des BVBs an Speis und Trank in dieser Saison ganz gut. Teilweise gibt es (noch) Pfandbecher, teilweise (wieder) Einwegbecher. Wurst gibt es überall – Gerüchten zufolge soll es sie auch vegan gegeben haben. Letztere war allerdings so gut versteckt, dass ich sie nirgends gefunden habe. Unentwegte berichteten mir aber glaubhaft davon, dass es welche gab. Beim letzten Besuch im Westfalenstadion gab es noch einen extra Stand des Sponsors Rügenwalder Mühle, der dort seine vegane Bundesliga-Bratwurst, die es landauf landab auch in den Kühlregalgen der Supermärkte gibt, angeboten hatte.

 Es entsteht der Eindruck, dass man wegen des Sponsors die vegane Wurst wohl verkaufen muss – aber möglichst so, dass sie niemand findet. Dann kann man gut argumentieren, dass sich die pflanzenbasierte Wurst nicht verkauft, sobald der Sponsor weg ist, und man wieder ganz auf die gute alte Wurst aus Fleisch umstellen kann. Diese Zeitenwende, weg vom linksgrün-versifften veganen Angebot, zurück zur sauerländischen Tradition aus Billigfleisch – Echte Liebe eben. Und wer nicht die Wurst für 4,10 € fressen möchte, der soll halt die Brezel für 4,30 € konsumieren. Tierverwertung ist halt billiger als Teigausrollen in Deutschland.

Mit dem Einlauf der Mannschaften schafften die aktiven Fans auch ins Stadion

Diese Zeitenwende hat der BVB auch beim Pfandbecher hinbekommen. Denn eigentlich gab es fast nur noch Einwegbecher im Gästestehblock, nachdem in den Jahren zuvor Pfandbecher für alle genutzt wurden. Es wurden noch einige Pfandbecher im Steher gesichtet. Wahrscheinlich werden die in der nächsten Saison dann komplett verschwunden sein und die sauerländische Aki-Fritze-Fraktion kann wieder genüsslich aus dem Einwegbecher schlürfen und sinnlos Müll produzieren  – hinter der Werbebande eines Rüstungskonzerns. Zeitenwende eben.

05 Käfighaltung

Am Sonntagnachmittag ist schon vor Anpfiff aus Mainzer Sicht nicht alles so gelaufen wie erhofft. Warum es die aktiven Fans erst mit dem Anpfiff in den Block geschafft haben, weiß ich nicht. Allerdings ist die An- und Abreise mit dem Bus und/oder Auto in Dortmund ebenfalls eine Katastrophe, so dass die Vermutung naheliegt, dass die Jungs und Mädels im Stau standen. Jedenfalls erkannte man, wie hilflos ein voller Gästeblock agiert, wenn die Szene den Support nicht koordiniert. Vor deren Eintreffen wehte eine einzige Fahne im Block und bis auf ein paar „Mainzaaa“-Rufe gab es keine wirkliche verbale Unterstützung der Mannschaft. Das erinnerte mich an meine ersten Stadionbesuche Ender der 1990er, Anfang der 2000er-Jahre, in denen sich der verbale Support auf kurze Anfeuerungsrufe beschränkte.  

Werbung für einen Rüstungskonzern in einem Fußballstadion – Zeitenwende halt

Der Stehblock in Dortmund ist wohl der nervigste in der ganzen Liga. Ich bin ein großer Freund der Völkerverständigung. Dass aber zumindest der obere Teil des Stehblocks mehrheitlich mit Menschen gefüllt war, die wahrscheinlich bis kurz vor Anpfiff überhaupt nicht wussten, gegen wen der BVB spielt, weil sie einfach nur geil darauf waren, auf die gelbe Wand zu glotzen, ist jede Saison einfach nur anstrengend. Stimmung kam im Block nur semi auf – und wenn man dann noch 3 Buden fängt, dann ist der Sonntagabend natürlich gelaufen, obwohl ich persönlich noch nie eine Mainzer Mannschaft im Westfalenstadion sah, die so selbstsicher und fast dominant aufgetreten war – bis zu den ersten beiden Gegentoren.

Nette Schalparade zu Beginn der zweiten Halbzeit

Schön, dass auf dem Papier 4 500 05er*innen an einem Sonntagnachmittag dabei waren – aber ich frage mich, wie diese Menschen aus Großbritannien, den Niederlanden und Skandinavien an Karten aus Block 61 kommen. Die Karten als 05er*in kaufen und dann im Netz verticken ist einfach komplett daneben. Aber gut, wir Menschen haben halt den Drang, unseren Reibach zu machen, das ist bei uns in Mainz leider nicht anders.

Fazit: Der Jahrgang 2024/2025 zeigt, dass die Zeitenwende beim BVB bereits in vollem Gange ist.

Rot-weiße Grüße,

Christoph – Meenzer on Tour

Finanzielle Nachhaltigkeit Borussia Dortmund Saison 2023/2024

Im Profifußball spielt Geld eine immer größere Rolle. Daher geht es in diesem Blogplost um die finanzielle Nachhaltigkeit des heutigen Gasts von Mainz 05, Borussia Dortmund.

Einleitung
Vergleich der KPIs von Borussia Dortmund und von Mainz 05
Analyse: Finanzielle Nachhaltigkeit von Borussia Dortmund
Fazit: Finanzielle Nachhaltigkeit von Borussia Dortmund

Mainz 05 Fans im Westfalen-Stadion am 5. Mai 2018

Einleitung

Im Mai 2019 veröffentlichte die Deutsche Fußball Liga (DFL) erstmals die Finanzkennzahlen der Bundesliga-Vereine. Seither erstelle ich jährlich eine „Finanz-Bundesliga-Tabelle“. Mit Hilfe dieser Kennzahlen lassen sich so genannte Key Performance Indicators, kurz KPIs, ermitteln, die klar herausstellen, welche Vereine finanziell nachhaltig agieren.

Die DFL hat in ihren Lizenzierungskriterien zum Thema Finanzen leider keine dieser KPIs verankert. Würde man die KPIs:

  • Anlagendeckungsgrad (> 60 Prozent)
  • Eigenkapitalquote (> 20 Prozent)
  • Personalaufwandsquote (< 70 Prozent)
  • Verschuldungsgrad (< 200 Prozent)

als Lizenz-Kriterien einführen, wäre es ein großer Schritt in Richtung Financial Fairplay getan, wenn gleichzeitig die jährliche Alimentierung bei der TSG Hoffenheim, bei Bayer 04 Leverkusen und dem VfL Wolfsburg beendet werden würde – genauso wie die österreichische Flügelverleihung in Leipzig.

Vergleich der KPIs von Borussia Dortmund und von Mainz 05

Anlagendeckungsgrad (Eigenkapital zu Anlagevermögen)

Je höher der Deckungsgrad, desto besser steht es um die Finanzierung des Clubs:

20182019202020212022
Borussia Dortmund116%96%69%60%79%
Mainz 0586%79%74%88%127%
Entwicklung des Anlagendeckungsgrads 2018-2022

Eigenkapitalquote (Eigenkapital zu Bilanzsumme)

Je höher die Eigenkapitalquote desto mehr finanzielles Engagement bringt der eigene Club auf, sprich desto mehr finanziert sich der Verein selber und desto geringer ist die Chance, dass der Verein pleite geht.

20182019202020212022
Borussia Dortmund70%71%59%52%62%
Mainz 0544%50%45%51%60%
Entwicklung der Eigenkapitalquote 2018-2022

Personalaufwandsquote (Personalaufwand/Umsatz)

Je niedriger die Personalaufwandsquote, desto besser wirtschaftet der Club.

20182019202020212022
Borussia Dortmund36%43%45%62%51%
Mainz 0539%34%46%50%46%
Entwicklung der Personalaufwandsquote 2018-2022

Verschuldungsgrad (Fremdkapital zu Eigenkapital)

Je höher der Verschuldungsgrad ist, desto abhängiger ist das Unternehmen von externen Gläubigern und desto riskanter agiert dieses Unternehmen.

20182019202020212022
Borussia Dortmund34%33%68%91%55%
Mainz 0598%84%97%64%41%
Entwicklung des Verschuldungsgrads 2018-2022

Weitere Finanzkennzahlen können bei der DFL eingesehen werden. Mit Hilfe dieser lassen sich Leistungskennzahlen ermitteln, die in die Finanz-Bundesliga-Tabelle 2022/2023 einfließen. Pro Leistungskennzahl ist die jeweilige Platzierung im 20er-Feld der Clubs der Saison 2022/2023 angegeben (inklusive Aufsteiger).

Analyse: Finanzielle Nachhaltigkeit von Borussia Dortmund

Borussia Dortmund würde vier von vier Kriterien erfüllen, wenn die DFL ihr Nachhaltigkeitsbekenntnis ernst nehmen würde und dieses auf die finanzielle Nachhaltigkeit anwenden würde. Damit belegt der Club Platz 5 in der Finanz-Bundesliga-Tabelle 2022/2023 gemeinsam mit Bayer Leverkusen und dem FC Augsburg.

Der geforderte Anlagendeckungsgrad von 60 Prozent wird mit 79 Prozent deutlich übertroffen. Damit liegt der BVB auf Platz 7 hinter Darmstadt 98 (80 Prozent) und vor dem FC Augsburg, der genau die geforderten 60 Prozent erreicht. Acht Clubs erfüllen diesen KPI.

Die geforderte Eigenkapitalquote von 20 Prozent übertrifft der BVB mit 62 Prozent ebenfalls deutlich. Hier liegt der BVB auf Platz 4 hinter dem SC Freiburg (69 Prozent). Dahinter befindet sich Mainz 05 mit 60 Prozent. Elf Clubs erfüllen diesen KPI.

Die Personalaufwandsquote liegt mit 51 % unter der geforderten maximalen Quote von 70 Prozent. Damit liegt der BVB auf Platz 9 gleichauf mit dem FC Schalke 04, hinter dem VfL Bochum (49 Prozent) und vor Bayer 04 Leverkusen (52 Prozent). Diesen KPI erfüllen 19 von 20 Clubs (außer der TSG Hoffenheim).

Auch der Verschuldungsgrad in Höhe von 55 Prozent liegt deutlich unter den maximal geforderten 200 Prozent. Damit belegt der BVB Platz 5 hinter dem SC Freiburg (44 Prozent) und vor Bayer 04 Leverkusen mit 88 Prozent. Acht Clubs erfüllen diesen KPI.

Fazit: Finanzielle Nachhaltigkeit von Borussia Dortmund

Der BVB befand sich vor der Pandemie in einer extrem guten finanziellen Situation und wirtschaftete sehr nachhaltig. Die Pandemie hat die Borussia Dortmund GmbH Co. KGaA arg gebeutelt. Trotzdem hat der Club auch während der Pandemie alle vier Nachhaltigkeitskriterien stets erfüllt. Finanzielle Nachhaltigkeit und Kapitalgesellschaft schließen sich also per se nicht aus.

Seit fast 24 Jahren wird die BVB-Aktie an der Frankfurter Börse gehandelt. Arg gebeutelt sind allerdings auch die Aktionäre, die am 31. Oktober 2000 zum Preis von 11 Euro eingestiegen sind. Die Aktie liegt am 10. Mai 2024 bei 4,16 Euro. Ein Investment in die BVB-Aktie hat also die reinste Kapitalvernichtung den Anlegenden gebracht. Aber das nur am Rande, da Investoren jüngst ja bei der DFL ins Spiel gebracht werden sollten – u.a. vom Aufsichtsratsvorsitzenden der DFL, der zugleich auch seit 2005 Geschäftsführer beim BVB ist.

Aber insgesamt hat Akki Watzke beim BVB einen guten Job hingelegt, was die finanzielle Nachhaltigkeit anbetrifft, was die jüngsten Zahlen auch belegen. 2007 war die BVB-Aktie nur noch 0,90 Euro Wert – 2 Jahre nachdem Watzke den kurz vor der Insolvenz stehenden Club übernommen hat. Da können sich die aktuellen 4,16 Euro dann auch sehen lassen.

Und die Zeit nach der Pandemie hat der BVB genutzt, finanziell wieder noch nachhaltiger zu agieren. Die Zahlen sind zwar noch nicht auf dem guten Niveau vom Geschäftsjahresende 2018, aber sie sind vollkommen in Ordnung. Durch das Erreichen des Champions League Finales wird sicherlich auch nochmal mehr Geld in die Kassen des Clubs gespült. Beim BVB bekommt man das Gefühl, anders als bei anderen Clubs, die diese Saison in Champions League gespielt haben, dass sie am Borsigplatz mit dem Geld auch umgehen können.

Rot-weiße Grüße,

Christoph – Meenzer on Tour