Spätlese Krieschow Saison 2026/2027

Auswärts fahren bietet in unserem komplett verplanten Alltag eine Möglichkeit, Unplanmäßiges geschehen zu lassen, überraschend positive Erlebnisse zu sammeln oder auch negative Erfahrungen zu machen. An dieser Stelle berichte ich über meine rein subjektiven Eindrücke rund um die jeweilige Auswärtsfahrt, jeweils mit ein wenig Abstand betrachtet – eine Spätlese eben!

Nach 9 Toren in Krieschow gemeinsames Feiern auf dem Sportplatz

01 Hin und weg:

Für mich persönlich ist die erste Runde im DFB-Pokal meist das Highlight einer langen 05-Saison mit den Männern. Wenn man seit mehr als 20 Jahren immer in dieselben Stadien düst, bietet der DFB-Pokal mit etwas Glück ein- oder zweimal jährlich die Möglichkeit, andere „Stadion“-Atmosphäre zu schnuppern. Zuletzt war das 2021 möglich, als wir bei der SV Elversberg erstmals mit der ersten Männer-Mannschaft dort im Pokal auftraten. Lübeck 2022 in der zweiten Runde lasse ich mal weg, da wir da schon mal 2009 grandios in der ersten Runde rausgeflogen sind. Gegen Lübeck oder auch Chemnitz – über 2014 möchte ich nicht sprechen – traten wir allerdings auch schon mal in der 2. Liga an.

Daher gab es letzten Sonntag tatsächlich wieder das ersehnte „Elversberg-Feeling“, sprich einen Spielort ohne Bahnhof. Genauso wie 2021 war mein Plan, zum nächstgelegenen Bahnhof zu reisen und von dort mit dem Klapprad bis in den Spielort zu radeln. Statt nach Neunkirchen ging es diesmal nach Kolkwitz-Süd. Schon mal gehört? Ich nicht!

Das ist das Grandiose am DFB-Pokal. Man lernt Landstriche kennen, von denen man vorher nie zuvor gehört hat. Ashtarak, Qäbälä oder Medias lassen grüßen. Nun also ab nach Kolkwitz-Süd! Dank „Schienenersatzverkehr“ durfte ich am frühen Sonntagmorgen das Klapprad auch gleich bis Bischofsheim einsetzen. Die S8 fuhr pünktlich (!) in die Stadt am Nebenfluss und der ICE brachte mich ebenfalls pünktlich nach Leipzig. Auf die Pünktlichkeit war ich diesmal genauso angewiesen, wie letztes Jahr in Storlien (Mittelschweden) auf dem Weg von Dresden nach Trondheim. Denn dort fuhr nur zweimal am Tag ein Zug nach Trondheim. Ab Leipzig in Richtung Niederlausitz nur alle zwei Stunden.

So ging es mit einer S-Bahn nach Falkenberg/Elster. Dort gibt es einen Turmbahnhof und insgesamt sieben Bahnlinien, die sich kreuzen. Spätestens nach dem Umstieg in die dortige Regionalbahn befand ich mich als Pendler, der den ÖPNV aus dem Rhein-Main-Gebiet gewohnt ist, in einem Paralleluniversum. Die RB war nicht überfüllt, fuhr ebenfalls pünktlich, hatte funktionierendes WLAN, Strom- und USB-Anschlüsse. Ein Novum für mich bei einem Mainz-05-Spiel dann in Kolkwitz-Süd: ich war die einzige Person, die hier ausstieg.

Ankunft in Kolkwitz-Süd, dem nächstgelegenen Bahnhof

02 (N)immer nuff:

Laut Google Maps gibt es mehrere Varianten, die 8 km zwischen dem Bahnhof Kolkwitz-Süd zum Friedhof Krieschow zurückzulegen. Friedhof deshalb, weil sich in diesem Areal der Eingang zum Auswärtsblock befindet. Alleine diese logistische Leistung, auf einem Dorf-Fußballplatz ein Konzept zu entwickeln, wie es eigentlich nur in den Profiligen üblich ist, zeigt, mit wieviel Akribie der VfB Krieschow seinen ersten DFB-Pokalauftritt auch abseits des gut gepflegten Platzes vorbereitet hat.

Für Google Maps ist es allerdings unerheblich, ob so eine Route Land- oder Kreisstraßen enthält oder Feldwege oder Waldwege, die mit Brennnesseln und Brombeeren zugewachsen sind. Letztere hießen mich 3 km vor dem Sportplatz Willkommen. Vorbei an einer Kuhweide ging es ins nächste Dorf, wo ein Trabbi am Fahrbahnrand stand. Hinter dem Dorf hörte der Asphalt auf und es ging auf Schotter bis nach Krieschow.

Dort wurde ich schon von freundlichen Sicherheitsleuten empfangen, die mir meinen Radparkplatz am Friedhof zeigten.

Ankunft in Krieschow

03 Kon-Trolle

Die Stiernacken am Einlass sahen gefährlicher aus als sie waren. Die Kontrolle erfolgte easy auf der grünen Wiese. Von dort waren es wenige Meter zu den Dixie-Klos, den mobilen Waschbecken, die per Pedal betrieben wurden und zum Gastrobereich. Das hatte alles so ein angenehmes Open-Air-Flair – herrlich.

Der Nachmittag hatte Open-Air-Festival-Charakter

04 Kampf um den Mampf

Rein prophylaktisch hatte mir in Leipzig am Hauptbahnhof beim Falafel Ali (heißt wirklich so) schon einen Falafel-Seitan-Hummus-Wrap gegönnt. Klar, Krieschow hat wirklich alle Hebel in Gang gesetzt, uns 05er*innen einen super angenehmen Nachmittag zu bereiten. Aber vegane Speisen habe ich nun wirklich nicht erwartet. Doch es gab wirklich etwas pflanzliches: extrem leckere Spreewaldgurken.

Es gab auch Pfandbecher, Bowl-Becher aus Pappe und Pflaumenkuchen. Auch Eiscafé wurde kredenzt. Das war alles nur kein Oberliga-Niveau. Was für eine Gastlichkeit in Kombi mit Nachhaltigkeit. 

Spreewald-Gurken-Catering in Krieschow

05 Käfighaltung

Definiere Losglück in der ersten Runde des DFB-Pokals: Krieschow würde wohl der Hauptpreis sein. Sie haben allen Auflagen zum Trotz ihr Heimspiel zu Hause und nicht in Cottbus ausgetragen. Sie haben den Auswärtsblock so groß gestaltet, dass alle Nasen, die aus Mainz hinwollten auch hinkommen konnten. Natürlich war es das erste 05-Spiel meines Lebens, bei dem ich die ersten 5 Tore nicht wirklich mitbekam. Der „Käfig“ von Krieschow war zwar nicht ganz ebenerdig. Aber die Sperrholzkonstruktion ermöglichte etwa 20 Zentimeter höher als die ersten Reihen zu stehen. Wieso auf einmal ein Bistro-Tisch im Block auftauchte und damit Tischfußball zelebriert wurde und ebendieser als Fahnenhalter umfunktioniert wurde, bleibt ungeklärt. Aber unvergessen bleibt dieser Ausflug in die Niederlausitz, an den sich sicherlich alle, die dabei waren noch genauso lange erinnern werden, wie an die Fahrten des Internationalen Fußballsportvereins in der letzten Saison.

Abpfiff in Krieschow

Fazit:

Der Jahrgang 2026/2027 zeigt, dass auch national Pokalwettbewerbe einen zum Schwärmen bringen können.

Rot-weiße Grüße,

Christoph – Meenzer on Tour

Spätlese St. Pauli Saison 2025/2026

Auswärts fahren bietet in unserem komplett verplanten Alltag eine Möglichkeit, Unplanmäßiges geschehen zu lassen, überraschend positive Erlebnisse zu sammeln oder auch negative Erfahrungen zu machen. An dieser Stelle berichte ich über meine rein subjektiven Eindrücke rund um die jeweilige Auswärtsfahrt, jeweils mit ein wenig Abstand betrachtet – eine Spätlese eben!

Blick aus dem Auswärtsblock in den Himmel auf St. Pauli

01 Hin und weg:

Statt einer wilden Tour durch Süd-West-Europa von Mainz auf Schienen via Madrid nach Hamburg, stand nun also nur ein Tagesritt in die Hansestadt auf dem Programm. Eigentlich recht entspannt sollte man meinen. Aber im Morgengrauen sorgte erstmal die Bahn für ein wenig zu viel Adrenalinschub. Denn der Zug zum Hauptbahnhof verspätete sich alle 5 Minuten wegen „technischer Störung“ am Zug, um weitere 5 Minuten.

Da ich allerdings mehr als genug Zeit zum Umsteigen hatte, entschied ich mich, aufs Mietrad zu der Mainzer Verkehrsgesellschaft zu steigen. Um es noch etwas entspannter zu machen, nahm ich das einzig verbliebene Pedelec an der Ausleihstation. Leider schlummerte der Akku am frühen Sonntagmorgen noch komplett. So musste ich mich nicht nur abstrampeln, sondern durfte dank des Akkus auch noch mehr Gewicht durch die Gegend bewegen. Am Ende war alles aber halb so schlimm. Es ging pünktlich mit dem RE nach Frankfurt und von dort ebenfalls pünktlich mit dem ICE nach Norden. Wegen einer langfristigen Baustelle zwischen Hannover und Hamburg wurde der Zug umgeleitet. Die verlängerte Fahrtzeit war aber bereits im Fahrplan berücksichtigt, so dass wir mit 12 Minuten Verfrühung in Hamburg Harburg ankamen.

Wenig später erreichten wir den Hamburger Hauptbahnhof. Von dort ging es im August letztes Jahr von Dresden kommend auf die drei Nachtfahrten Hamburg – Stockholm, Stockholm – Trondheim und Trondheim – Göteborg. Somit schloss sich hier der Kreis dieser außerordentlichen Saison mit den grandiosen Erlebnissen mit dem internationalen Fußballsportverein außerhalb Deutschlands. Was waren das für Momente, die zumindest ich nicht mehr vergessen werde.  

Die Deutsche Bahn mit elender Verfrühung 😉

02 (N)immer nuff:

Ganz unspektakulär ging es mit dem Mietrad vom Hauptbahnhof in die Nähe des Stadions. Dank des Tipps eines Lesers (danke Jakob) wurde ich im Nachhinein auf eine tolle Kooperation aufmerksam. StadtRAD Hamburg und der FC St. Pauli bieten an Spieltagen die Möglichkeit kostenlos, mit dem Mietrad eine Fahrt zurückzulegen. Hamburg hat mittlerweile ganze Straßenzüge in der Verkehrsnutzung umgewidmet. Am Jungfernstieg zum Beispiel geht es jetzt fast autofrei in Richtung Millerntor-Stadion – mitten in der Stadt.

Man muss sich mal vorstellen, die Stadt Mainz würde die Rheinallee für den individuellen Autoverkehr sperren. Sie würde ihn nur noch für Busse, Taxen, Radfahrende und E-Scooter-Fahrende freigeben. Dann könnte sie ihre Untätigkeit am Rheinufer einfach weiterhin zelebrieren. Radfahrende, die nicht ständig zwischen Fußgänger*innen herumkurven möchten, würden einfach schnell von A nach B über die nicht mehr von Abgasen verpestete Rheinallee radeln. Natürlich ist so ein Szenario unrealistisch. Aber die Stadt Mainz bekommt es ja noch nicht mal mehr hin, eine Umleitung einzurichten, wenn der Rheinfrühling am Rheinufer stattfindet. Normalerweise finden solche Volksfeste auf Flächen statt, wo sie keine zentrale Verkehrsachse behindern. In Hamburg zum Beispiel laden hinter dem Millerntor-Stadion ein paar Mal im Jahr Riesenrad und Co. zum Jahrmarkt ein – und niemand wird in seiner Mobilität gestört.

In Mainz hingegen müssen Radfahrende, Fußgänger*innen und Volksfestbesucher*innen sich den knappen versiegelten Platz am Rheinufer teilen. Es wird einfach an die alten Tugenden wie Rücksicht appelliert. Tragfähige Lösungen (wie zum Beispiel einen Umzug des Rheinfrühlings aufs Messegelände) werden lieber nicht gesucht. Dass durch die versiegelte Fläche sich die Stadt weiter aufheizt, stört anscheinend auch niemanden in der Verwaltung.

StadtRAD Hamburg kooperiert mit dem FC St. Pauli – daraus resultiert ein Vorteil für alle Fans, die Rad fahren.

03 Kon-Trolle

Der FC St. Pauli zelebrierte lange seine anti-kapitalistische Einstellung und lebt sie tatsächlich auch im Auswärtsblock aus. Eine Gepäckabgabe, die kostenlos ist, gibt es fast nirgendwo mehr, beim FC St. Pauli schon. In Hamburg kostet es bis zu 8 Euro für vier Stunden, wenn man die Schließfächer am Hauptbahnhof nutzt. In der Halbzeitpause wurde es dann nicht anti-faschistisch, nicht-antikapitalistisch sondern anti-populistisch. Es gab einen gemeinsamen Protest vom Heim-Verein, von Fans des FCSP und von Mainz 05 gegen die IMK (Innenministerkonferenz). Der Protest leitet sich aus dem populistischen Gehabe mancher Innenpolitker*innen ab. Sie meinen auf dem Rücken von Fußballfans Zustimmung aus der Bevölkerung zu erhaschen, wenn alle Fußballfans mal wieder Verbrecher*innen gleichgestellt werden.

Natürlich sind so Auftritte von Fans wie bei Dynamo gegen Hertha Wasser auf die Mühlen der Populist*innen. Viele wissen aber nicht, wie man als unschuldiger Fan schnell in die Mühlen der Justiz geraten kann. Vielleicht kommt es irgendwann, aufgrund eines Beschlusses der IMK, zu automatischen Stadionverboten, wenn gegen Fans ein Verdacht einer Straftat im Raum steht – ohne eine Anhörung durch eine Stadionverbotskommission. Dann ist es wohl der Rechtsstaat, der als erstes Stadionverbot erhält.

St. Pauli stabil wie eh und je.

04 Kampf um den Mampf

Bei der Preisgestaltung des Caterings ist St. Pauli vorbildlich. In keinem anderen Stadion der Liga gibt es Bio-Würste – sowohl vegan wie aus Fleisch und das zu einem fairen Preis. Bio ist auf keinen Pflanzendünger, der aus Erdöl besteht, angewiesen. Umwelt, Boden und Wasser werden geschont. Wer auf Fleisch nicht verzichten möchte, sorgt bei Bio dafür, dass die Tiere, bevor sie zu Wurst verarbeitet werden, mehr Platz, mehr Tageslicht und Auslauf haben. Bei Demeter-Bio-Produkten wird auch auf die Enthornung von Kühen und Kälbern verzichtet. Schließlich sind Hörner für die Tiergesundheit, Sozialordnung und Verdauung essenziell.

Die pflanzliche Bio-Wurst-Variante ist einen Tick günstiger, genauso wie alkoholfreies Bier im Vergleich zu Bier mit Alkohol. Es sind so kleine Dinge, die eigentlich selbstverständlich sein könnten – aber in der Liga alles andere als selbstverständlich sind. Es wäre wirklich schade, wenn dieser Club den Gang in die zweite Liga antreten müsste.  

Biowürste aus Fleisch und Pflanzen – einzigartig in der Bundesliga

05 Käfighaltung

Seit meinem letzten Besuch mit Mainz 05 im Millerntorstadion im Dezember 2010 ist die Schüssel zwar mächtig gewachsen, der Gästeblock aber immer noch super gelegen. Nirgends kommt man dem Spielgeschehen so nah, wie hier. Man steht nicht irgendwo im zweiten oder sogar dritten Stock, wie in München. Man steht nicht irgendwo am Rande der Eckfahne, sondern der Block nimmt tatsächlich die Hälfte der einen Hintertor-Tribüne ein. Natürlich darf man sein Essen und Trinken auch in den Block nehmen. Selbst das ist ja mittlerweile nicht mehr unbedingt selbstverständlich.

Und dann fällt kurz nach Anpfiff schon das Führungstor für den Fußballsportverein. Damit wurde der Klassenerhalt immer wahrscheinlicher und die Stimmung im Block immer euphorischer…spätestens nach dem zweiten Tor. Natürlich musste es noch ein Gegentor geben. Alles andere wäre nicht Mainz 05 gewesen. Aber zu mehr war St. Pauli an diesem Nachmittag nicht imstande. Ich dachte in der letzten Zeit immer mal wieder an den Auftritt in Freiburg im November zurück. Damals bekamen wir eine 0:4 Klatsche serviert und der Block sang davon, dass wir alle einen an der Waffel ham. Direkt nach Abpfiff war damals der Block geleert und nur noch Frust vorhanden. Und jetzt fünf Monate später der Klassenerhalt – was für ein wilder Ritt war das gewesen. Es war eine Saison, die wir alle sicherlich nicht so schnell vergessen werden.

Fazit:

Der Jahrgang 2025/2026 zeigt, dass auch Mainz 05 in diesem Jahr Klassenerhalt kann.

Rot-weiße Grüße,

Christoph – Meenzer on Tour

Spätlese Gladbach Saison 2025/2026

Auswärts fahren bietet in unserem komplett verplanten Alltag eine Möglichkeit, Unplanmäßiges geschehen zu lassen, überraschend positive Erlebnisse zu sammeln oder auch negative Erfahrungen zu machen. An dieser Stelle berichte ich über meine rein subjektiven Eindrücke rund um die jeweilige Auswärtsfahrt, jeweils mit ein wenig Abstand betrachtet – eine Spätlese eben!

Große Freude nach dem Ausgleich, der gleichzeitig der Abpfiff der Partie war.

01 Hin und weg:

„Gladbach ist nur zweimal im Jahr“ – schallte es mir vor heute vor zwei Wochen durch den Kopf. Schließlich ging es für mich am Ostersonntag schon mal zur Borussia. Die 05erinnen spielten damals ebenfalls in Mönchengladbach – aber in der eindeutig schickeren Schüssel – dem Grenzlandstadion in Rheydt. Grüße gehen an dieser Stelle raus an alle 05-Hopper*innen. Denn es gibt in dieser Saison nochmal die Gelegenheit, einen netten Ground mit 05-Beteiligung mitzunehmen: das Bresserbergstadion in Kleve am letzten Spieltag der 2. Frauen-Bundesliga am 17. Mai. Es gibt sogar einen Fanbus, der euch für 35 Euro dorthin bringt. Nähere Infos hierzu gerne per Nachfrage. Doch genug in die Zukunft geblickt, denn es gilt ja hier die 16. Fahrt zum Borussia-Park in Worte zu fassen. Der Terminierung sonntags um 19.30 Uhr sei Dank, übernachtete ich erstmals überhaupt in Mönchengladbach. Dadurch geriet die Anreise zu einem entspannten Vergnügen. Bahn pünktlich – Hotel fußläufig vom Hauptbahnhof und ein schöner Frühlingsfußballsonntag. Läuft…

Mönchengladbach von seiner schönsten Seite

02 (N)immer nuff:

Das große Problem bei Auswärtsfahrten der Männer nach Gladbach ist das „nuff kommen“ – mittlerweile habe ich so praktisch jede Möglichkeit getestet. Mit dem Auto – langer Stau schon auf der Autobahn (und nach Spielschluss noch länger). Die Kombi Shuttlebus/Zug der letzten Saison freitagsabends war auf dem Rückweg die komplette Vollkatastrophe. Nach ellenlanger Schneckentempofahrt mit dem Bus vom Stadion zum Bahnhof war der Bahnsteig bereits wegen Überfüllung von Team Blau sicherheitshalb kurzfristig gesperrt worden. So hieß es eine Stunde am Mönchengladbacher Hauptbahnhof die Zeit zu überbrücken, ehe der nächste Zug nach Düsseldorf fuhr. Diesmal konnte ich diesem ganzen Chaos entgehen. Wie beim Frauenspiel mietete ich mir ein Rad (mit derselben NextBike-App, mit der es auch in Wien, Olmütz und Prag klappte) und radelte entspannt zum Stadion hin und tatsächlich auch wieder sehr entspannt zurück zum Hotel. Der 16. Besuch in Gladbach war somit der entspannteste bisher.

Eine Straße als Reminiszenz an die beiden Europokalfinalspiele 1973 und 1977 gibt es auch nicht überall.

03 Kon-Trolle

Durch die Übernachtung stellte sich die Frage nach der Gepäckabgabe nicht – aber bei Borussia ist diese immer unkompliziert möglich. Einfach nicht nachvollziehbar, dass das beim „Premium-Produkt Bundesliga“ nicht einfach Standard sein kann. Es ist von den 36 DFL-Mitgliedern zu viel verlangt, so etwas standardmäßig anzubieten. So ein bisschen Kreisliga-Fußball-Ambiente, das jeder Club selbst ausschmückt, muss es wohl doch noch sein. Wo kämen wir denn dahin, dass Fußballfans Planungssicherheit bei diesem Thema ligaübergreifend bekommen können?

Ankunft mit dem Mietrad unweit des Stadions

04 Kampf um den Mampf

In Gladbach gab es „Veggie Nuggets“. „Veggie“ ist ein Begriff, den wahrscheinlich Leute kreieren, die selbst nicht wissen, was sie verkaufen geschweige denn futtern. Sind die Dinger jetzt vegetarisch, enthalten also Produkte tierischen Ursprungs wie Milch- oder Eipulver? Oder sind die Dinger auf rein pflanzlicher Basis produziert worden – also vegan? Da hilft der Blick in das PETA-Stadionranking. Das Ranking an sich ist teilweise für die Füße, da man als auswärtiger Fan nicht mit dem dort verzeichneten veganen Angebot tatsächlich rechnen kann. Schließlich weiß PETA nicht, dass es Heim- und Auswärtsbereiche gibt. Dann wird Stuttgart einerseits wegen des veganen Angebots abgefeiert (und das bei den Frauen auch zurecht) und dann gibt es bei den Männern im Auswärtsblock plötzlich gar kein vegetarisches geschweige denn veganes Angebot. Auf der PETA-Seite des Stadionrankings gibt es die PDF-Datei „Vegan-freundlichste Stadien 2025“. Da kann man auf der sechsseitigen Tabelle nach „Borussia Mönchengladbach“ suchen. Dort werden die „Veggie Nuggets“ als „Vegane Nuggets“ geführt. In dieser Tabelle wäre es seitens der Vereine auch möglich, anzugeben, wo es die jeweiligen Speisen gibt. Doch diese Arbeit machen sich leider die wenigstens Clubs (Mainz 05 allerdings schon).

Was heißt „Veggie“ – vegetarisch oder vegan…Aufklärung gibt es durch das PETA-Stadionranking

05 Käfighaltung

Das Hinspiel gegen die Fohlen mit Benni Hoffmann als Trainer ging leider sehr unglücklich verloren. Das war das bisher letzte 05-Spiel ohne Urs Fischer auf der Trainerbank. Allerdings war das verkackte Spiel in Strasbourg erst drei Tage her. So hieß es auch an diesem Sonntagabend wieder „Wundertüte Mainz 05“. Wie bei den Frauen zwei Wochen vorher ging die Borussia in Führung und mir schoss „Döp döp döp ist jetzt schon zweimal im Jahr durch den Kopf“. Wie bei den Frauen hatte es sich danach aber ausgedöpt. Die Frauen schossen danach sogar drei Tore und fuhren am Ende einen ungefährdeten Auswärtssieg ein. Die Männer schafften den Ausgleich in 90 Minuten leider nicht. Doch zum Glück gibt es ja die Nachspielzeit, eine ungeschickte Aktion eines Gladbacher Verteidigers und mit Nadiem Amiri einen sicheren Elfmeterschützen. Es gab dann doch nochmal ein „Döp döp döp“ – allerdings in rheinhessischem Slang und damit in dieser Saison das lauteste der drei „Döp döp döp“, die ich miterleben durfte.

Ein Punkt in letzter Sekunde mitzunehmen schmeckt besonders gut.

Der Jahrgang 2025/2026 zeigt, dass „Döp döp döp“ auch euphorisch wirken kann!

Rot-weiße Grüße,

Christoph – Meenzer on Tour