Spätlese Bremen 2025/2026

Auswärts fahren bietet in unserem komplett verplanten Alltag eine Möglichkeit, Unplanmäßiges geschehen zu lassen, überraschend positive Erlebnisse zu sammeln oder auch negative Erfahrungen zu machen. An dieser Stelle berichte ich über meine rein subjektiven Eindrücke rund um die jeweilige Auswärtsfahrt, jeweils mit ein wenig Abstand betrachtet – eine Spätlese eben!

Pure Freude im Auswärtsblock nach dem Spiel im Weserstadion

01 Hin und weg:

Zurück im Ligaalltag musste ich mich wieder an die Deutsche Bahn gewöhnen. Schließlich fahren in Österreich und Tschechien die Züge eigentlich alle mehr oder weniger pünktlich durch die Gegend. Aber es sind ja schließlich die kleinen Freuden im Leben, die so wichtig sind. Daher war ich positiv überrascht, dass die S8 am Sonntagmorgen zur Abwechslung mal wieder zwischen Mainz und Frankfurt verkehrte (am Sonntagabend natürlich nicht). Um nach Bremen zu gelangen, gibt es grob gesagt zwei Möglichkeiten. Einmal über Hannover, einmal über das Ruhrgebiet. Bei der Fahrt über Hannover muss man in der Regel umsteigen. Über das Ruhrgebiet gibt es mittlerweile eine direkte Verbindung.

Game Changer: Aufhebung der Zugbindung

Ich wählte für die Hinfahrt die Variante über Hannover, da sie teilweise mit dem neuen Schweizer ECE durchgeführt werden sollte – und sogar noch ein wenig günstiger war. Allerdings sollte man bei der Bahn immer zweigleisig fahren. Um kurz vor 9 bekam ich kurz vor dem Flughafen die Push-Mitteilung, dass jener ECE 15 Minuten Verspätung hatte und ich somit meinen Anschluss in Hannover verpassen würde. Somit war die Zugbindung aufgehoben. Ein kurzer Blick in die DB App, die mir anzeigte, dass der ICE der übers Ruhrgebiet fuhr, pünktlich war. So stieg ich kurzerhand am Regionalbahnhof aus und lief schnellen Schrittes zum Fernbahnhof. Das Gute am Aufheben der Zugbindung ist, dass die Tickets komplett flexibel werden, was die Route angeht. Somit konnte ich den ICE übers Ruhrgebiet nehmen.

Wäre er bis Bremen pünktlich gewesen, wäre ich sogar 30 Minuten früher dort gewesen. Leider gab es im Ruhrgebiet den fast schon obligatorischen Stau, so dass der ICE 1 Stunde Verspätung hatte, ich aber „nur“ zirka 30 Minuten im Vergleich zu meiner ursprünglichen Verbindung. Lustiger Nebeneffekt – der angeblich verspätete ECE war am Ende doch wieder pünktlich und ich hätte auch den Anschluss in Hannover bekommen…

Traumhafte Trennung des öffentlichen Raums in Wege für Fußgänger*innen, Radfahrende und Autos

02 (N)immer nuff:

Während ich mittwochs in Wien, am donnerstags in Olmütz und freitags in Prag mehr oder weniger nur zum Spaß die Mieträder über die Nextbike-App in Anspruch nahm, war das Mieten des Rads am Bremer Hauptbahnhof ein wirklicher Anti-Stress-Faktor. In elf Minuten schaffte ich es mit dem Rad zum Weserstadion, so dass ich ein wenig Zeit aufholen konnte.  

Traumradtour vom Hauptbahnhof zum Weserstadion

03 Kon-Trolle

Eigentlich wollte ich meinen Rucksack am Hauptbahnhof in ein Schießfach stellen. Doch leider waren die über 200 Fächer alle belegt. Ohne die Verspätung wäre es mir vielleicht noch möglich gewesen, ein Schließfach zu ergattern. Gut, dass der Verein mittlerweile Fan-Infos zum Auswärtsspiel bekannt gibt. Dort wurde auch auf eine Abgabestelle am Stadion hingewiesen, die allerdings angeblich nur begrenzte Kapazitäten hatte. Natürlich sind solche Kapazitäten endlich, aber in Bremen gibt es dafür ein riesiges Turnzimmer kurz vor dem Eingang. Man muss an ein Fenster klopfen, um sein Gepäck abzugeben. Natürlich werden hier keine 10 000 Taschen Platz finden, aber so viel Platz für einen Abgabebereich habe ich noch nie gesehen. Mit 2 Euro ist die Abgabe sogar einen 1 Euro günstiger als das Schließfach im Hauptbahnhof.

Traum-Speisekarte im Weserstadion – gut, die Brezel wird wohl niemand kaufen 😉

04 Kampf um den Mampf

Durch die Verspätung bei der Bahn hatte ich auch keine Möglichkeit. unterwegs noch etwas zu essen. Dementsprechend war  ich sehr positiv angetan, was das Angebot an Speis und Trank anging. Die vegane Wurst war sogar 30 Cent günstiger als die Fleischvariante – sehr löblich, denn wir alle wissen, dass pflanzenbasierte Kost klimafreundlicher ist – vom vermiedenen Tierleid ganz zu schweigen. Die Pfandbecher im Auswärtsbereich wurden für die Pokal-Aktion des „Es war einmal Fanzines“ gesammelt. Wer mehr über diese Aktion erfahren möchte, klickt hier.

Becherspende zugunsten der Anschaffung eines Replikats des Pokals von 1982

05 Käfighaltung

Am Donnerstag in Olmütz überschattete die schreckliche Verletzung von Silas das Spiel. Was für eine schöne Geste von Paul und dem Team, direkt nach dem Führungstreffer, sich die #26 auf der Bank zu schnappen, vor den Auswärtsblock zu rennen und ihm das Tor zu widmen. Die direkte Interaktion mit uns Fans war im Weserstadion endlich wieder möglich. Vor dem ersten Umbau lag der Auswärtsblock etwas links vom Tor, bevor er in den Oberrang wanderte und zu einem der schlimmsten Auswärtsblöcke der Liga mutierte. Nach dem zweiten Umbau wanderte der Block wieder nach unten rechts vom Tor. Eine sehr gute Entwicklung – danke Werder!

Vor dem Führungstreffer lenkte eine Taube womöglich einen Bremer Spieler ab, weil sie störrisch auf dem Spielfeld hin und her marschierte und sich nicht fangen ließ. Ich empfand die Gesamtsituation nicht lustig, denn hätte die Taube den Ball abbekommen, wäre sie sicherlich verstorben. Glücklicherweise entschied sie sich irgendwann vom Mittelkreis übers Stadiondach wegzufliegen. Einen Tag vor dem 121. Geburtstag von Mainz 05 so ein wichtiges Spiel zu gewinnen, war natürlich der perfekte Start in die Feierlichkeiten.

Tolle Geste des Teams gegenüber des verletzten Silas

Fazit: Der Jahrgang 2025/2026 zeigt, dass es möglich ist, ein sehr fanfreundliches, nachhaltiges Stadionerlebnis Auswärtsfahrenden zu bieten – Werdergeil!

Rot-weiße Grüße,

Christoph – Meenzer on Tour

Spätlese Olmütz 2025/2026

Auswärts fahren bietet in unserem komplett verplanten Alltag eine Möglichkeit, Unplanmäßiges geschehen zu lassen, überraschend positive Erlebnisse zu sammeln oder auch negative Erfahrungen zu machen. An dieser Stelle berichte ich über meine rein subjektiven Eindrücke rund um die jeweilige Auswärtsfahrt, jeweils mit ein wenig Abstand betrachtet – eine Spätlese eben!

Nach dem 0:0 wurde die Mannschaft auf das wichtige Spiel in Bremen eingeschworen

01 Hin und weg:

Von den vier möglichen Achtelfinalzielen London, Lausanne, Mostar und Olmütz war letzteres sicherlich am spannendsten, was die Möglichkeiten angeht, es mit dem Zug zu erreichen. London und Lausanne wären einfach zu leicht zu planen und nach Mostar wäre es gar nicht möglich gewesen, komplett mit der Bahn zu fahren. So habe ich mich einerseits sehr auf die Zugreise nach Olmütz gefreut, wusste aber gleichzeitig, dass es Ticketprobleme geben würde. Schließlich bietet  das Andruv-Stadion von Sigma nur etwas mehr als 12 000 Leuten Platz.

Bahnromantik in Bayern am Chiemsee


Zum Glück gab es relativ schnell den Aufruf der aktiven Fanszene, auch ohne Karte nach Olmütz zu düsen. Daher machte ich mich direkt danach an die Planung. Am Ende entschied ich mich für eine kleine, feine Rundtour durch drei Länder.

(K)ein Sieg am Prater


Los ging es mit der S-Bahn nach Mannheim und von dort mit dem ICE nach München. Früher war ja die Tour zu den Bayern eine der längsten Auswärtsfahren (wenn man mal Aue oder Burghausen außen vor lässt). Wie neulich auf dem Weg nach Posen, werden Berlin oder München gegenwärtig zu Umsteigebahnhöfen degradiert 😉

Traumstadt für Radfahrende: Wien


Zwischen München und Salzburg bin ich das letzte Mal 1995 auf dem Weg nach Kapstadt unterwegs gewesen – damals ging es mit dem Nachtzug durch Österreich. Diesmal wollte ich in Wien im Hotel übernachten. Man wird schließlich nicht jünger – wobei ich die drei Nachtzugfahrten am Stück von Dresden via Stockholm, Trondheim nach Oslo im letzten Sommer ganz gut weggesteckt hatte. Spannend machte es die Deutsche Bahn natürlich – denn in Salzburg hatte ich nur 8 Minuten Umsteigezeit.

In Mainz fast undenkbar – in Prag überall möglich: Radfahren in der Fußgängerzone


Aber raus aus Deutschland in die Schengen-Nachbarländer klappt es ja ohne Grenzkontrolle, so dass es mit dem Anschluss nach Wien gerade so funktioniert hatte. Die Fahrt in die österreichische Hauptstadt verlief problemlos und pünktlich erreichte ich Wien. Ähnlich verlief der Rest der Fahrt am nächsten Morgen ins beschauliche Olmütz.
Probleme gab es auf der Rückfahrt, denn gegenwärtig gibt es an der tschechisch-deutschen Grenze eine Kontrolle durch die Bundespolizei. Sie dauerte nur drei Minuten – wie man in dieser Kürze der Zeit tatsächlich kontrollieren möchte, weiß ich nicht. Nur sorgten diese drei Minuten dafür, dass meine fünf Minuten Umsteigezeit in Schwandof nicht reichten, um den Anschluss nach Nürnberg zu erreichen. Am Ende kam ich mit ca. 75 Minuten Verspätung zurück nach Mainz und damit zahlte letztlich die CSU mit ihrer Politik mir mein Fußballticket – den sinnbefreiten Grenzkontrollen sei Dank. Denn wer im Bayerischen Wald illegal die Grenze passieren möchte, läuft einfach über die grüne Wiese…

Deutsch-Tschechische Grenze: die grüne Wiese

02 (N)immer nuff:

Seitdem ich letztes Jahr mit dem Mietrad vom Westfalenstadion in ca. 15 Minuten mit dem Rad am Dortmunder Hauptbahnhof ankam, bin ich ein großer Fan der Nextbike-App. In dieser App sind verschiedene Rad-Anbietende gebündelt. Man muss sich so nicht in jeder Stadt für ein eigenes System registrieren. So war es auf dieser Reise möglich, in Wien, Olmütz und auf der Rückreise in Prag Radtouren durch die jeweilige Stadt zu unternehmen. In Wien war das Radeln einfach ein Hochgenuss. Es gibt sehr viele Fahrradwege – oft abseits der Straße und der Fußgängerwege. Das liegt an den riesigen Boulevards, die die Stadt bietet. Aber natürlich auch an dem entsprechenden Willen der kommunalen Entscheidenden.

Ankunft in Olmütz-Hauptbahnhof

In Olmütz gab es dann den Kampfpreis: für 10 Minuten Radfahren wurden mir 0,04 Euro in Rechnung gestellt. Diese 10 Minuten brauchte ich, um vom Bahnhof zum Fan-Treffpunkt in die schöne Altstadt zu gelangen. In Prag schließlich war das Radeln ehrlich gesagt kein großes Vergnügen. Zu viele Autos, zu viele Touris aber wenigstens genügend Fußgängerzonen. Anders als in Mainz, wo Radeln in vielen Fußgängerzonen verboten ist (wohingegen Lieferverkehr mit dem Auto erlaubt ist), darf man in Prag immer in der Fußgängerzone radeln. Natürlich kommt man dort mit dem Rad nicht schnell voran. Das sollte auch nicht das Ziel sein. Aber wenn man keine Spuren den Autos wegnehmen möchte, dann wäre es wenigstens ein feiner Move, das Radeln in allen Mainzer Fußgängerzonen zu erlauben – so wie es fast in allen Städten Usus ist. Manchmal ist Mainz einfach nur lost.

Radtour durch Olmütz

03 Kon-Trolle

Endlich gab es wieder einen zentralen Treffpunkt in der Innenstadt, an dem sich alle Einsingen konnten. In Craiova und Posen war das leider nicht möglich. Umso schön war es, mit so vielen 05-Fans bei Sonnenuntergang im historischen Stadtkern sich auf das Spiel einzustimmen. Es war beeindruckend zu sehen, wieviele Fans auch ohne Karte für den Auswärtsblock die Reise nach Olmütz angetreten haben.

Fanmarsch durch Olmütz

Gemeinsam ging es schließlich problemlos vor das Stadion. Dort wurde verhandelt, was mit denjenigen passieren soll, die nicht im Besitz einer Karte für den Auswärtsblock waren. Schließlich hatten sich so viele 05-Fans mit Tickets für den Heimbereich eingedeckt. Natürlich war das Handeln von Sigma Olmütz nicht nachvollziehbar, über das obligatorisch 5-Prozent-Kontingent keine weitere Tickets für Mainz-Fans freizugeben. Schließlich war der Zuspruch bei den bisherigen Auftritten von Sigmar in dieser Conference League-Saison eher mau. Zirka 8000 Leute zog es zum bestbesuchten Spiel gegen Lech Posen ins Stadion. Aber die Verantwortlichen behaupteten tatsächlich, dass es für dieses Spiel mehr Nachfrage gab (wahrscheinlich zum Großteil aus Mainz). Auf jeden Fall war es keine Option, die gesamte Hintertortribüne, die bei Spielen in der Liga für Clubs mit großem Auswärtsmob zur Verfügung gestellt wird, auch hier für 05-Fans komplett zu öffnen.

Blick auf das Andruv-Stadion

Nach längeren Verhandlungen wurde eine pragmatische Lösung gefunden. Alle, die kein Ticket für den Auswärtsblock hatten, durften zusammen in einen kleinen Bereich der Hintertortribüne. So standen am Ende alle über zwei benachbarte Tribünen zusammen und konnten das Spiel gemeinsam verfolgen. 9600 Zuschauende fanden sich schließlich ein – einerseits ein Rekord in dieser Saison für Sigma, andererseits war das Stadion trotzdem nur zu zirka 80 Prozent gefüllt. Aber gut, dass es diesen Kompromiss am Ende gab.

Nachkicks gab es auch keine Blocksperre, so dass sich tatsächlich alle Offizielle die Mühe gaben, ein entspanntes Stadionerlebnis allen 05-Fans zu bieten. Ein großes Dankeschön dafür!

04 Kampf um den Mampf

Auch sonst fühlte man sich im Andruv-Stadion sehr willkommen. Auf Pappdeckeln wurde handschriftlich das Angebot auf Deutsch und Tschechisch vermerkt. Es gab neben zwei Wurst-Varianten auch bengalogroße Salzstangen und Chips. Selbstverständlich konnte mit Karte gezahlt werden, so dass ich tatsächlich wie in Polen und Rumänien praktisch ohne Bargeld durchkam.

Blick auf das gastronomische Angebot

05 Käfighaltung

Natürlich überschattete die schlimme Verletzung von Silas das ganze Spiel. Hoffentlich wird er schnellstmöglich wieder gesund. Er wird in dieser Saion sicherlich kein Spiel mehr für unseren Verein bestreiten. Sein Tor gegen RB wird jedoch unvergessen bleiben!

Anders als allgemein proklamiert, war dies nicht das erste internationale KO-Spiel für unseren Verein. Ich kann mich noch gut an meine Aufenthalte in Medias und Tripolis erinnern. Dort sind wir jeweils rausgeflogen. Ein 0:0 irgendwo im Osten Tschechiens klingt nun auch erstmal nicht so prickelnd. Aber auch die beiden mitgemachten 0:0-Spiel in Sevilla und St. Etienne werde ich persönlich sicherlich nie vergessen. Trotzdem war dieser Abend historisch: Wir haben März und spielen immer noch international! Dafür ein großes Dankeschön an das Team!

Support aus dem Auswärtsblock – rechts daneben befand sich die Hintertortribüne, die teilweise als zweiter Auswärtsblock fungierte

Fazit: Der Jahrgang 2025/2026 zeigt, dass beim Bahnfahren, die CSU fürs Sponsering des Fußballtickets sorgt.

Rot-weiße Grüße,

Christoph – Meenzer on Tour

Spätlese Dortmund 2025/2026

Auswärts fahren bietet in unserem komplett verplanten Alltag eine Möglichkeit, Unplanmäßiges geschehen zu lassen, überraschend positive Erlebnisse zu sammeln oder auch negative Erfahrungen zu machen. An dieser Stelle berichte ich über meine rein subjektiven Eindrücke rund um die jeweilige Auswärtsfahrt, jeweils mit ein wenig Abstand betrachtet – eine Spätlese eben!

Trotz des Ergebnisses herrschte gute Stimmung beim „Internationalen Karnevalsverein“

01 Hin und weg:

Zugreisen von Mainz ins Ruhrgebiet lassen sich sehr günstig mit der Bahn buchen. Dabei gilt es zu beachten, dass man die Verbindung über Koblenz wählt und in Köln Hbf. umsteigen muss. Der Fahrplan der Deutschen Bahn ist so konzipiert, dass bei dieser Verbindung nur 4 Minuten Umsteigezeit existieren. Dadurch, dass der Zug meist schon vor Mainz mehr als 4 Minuten Verspätung angesammelt hat, ist der Anschluss nicht mehr erreichbar und die Zugbindung ist aufgehoben. Dadurch kann man sich am Spieltag trotz Sparpreises und eigentlich vorhandener Zugbindung sehr flexibel den Zug aussuchen, der passt. Und das Beste: Man kann auch die ICE-Schnellstrecke von Frankfurt/Flughafen-Fernbahnhof nach Köln wählen, die wesentlich teuer ist. Das Aufheben der Zugbindung schließt eine Änderung der gewählten Strecke nicht aus, sofern man am Ende so auch zum gewünschten Zielbahnhof kommt. Selbstredend hat das am Fastnachtsfreitag natürlich auch mal wieder geklappt.

Auch vor Spielbeginn wurde bereits Fastnacht im Westfalenstadion gefeiert.

02 (N)immer nuff:

Nachdem ich das letzte Mal in Dortmund zum Stadion gelaufen und von dort mit dem Mietrad zurück zum Hauptbahnhof unterwegs war, hatte ich diesmal keine Lust, mich allzu lange der Kälte Deutschlands auszusetzen. Ihr werdet jetzt sicherlich lachen, denn die letzten Wochen war es wohl deutlich kälter – aber wenn man direkt aus Südafrika und dem Südsommer hier aufschlägt, dann war das in Dortmund schon ein Kälteschock. Auch auf die RB vom Dortmunder Hauptbahnhof zum Stadion verzichtete ich diesmal – aus Rücksicht auf Reisende ins Sauerland. Diese RB verkehrt vom Hauptbahnhof in nur vier Minuten zum Stadion, fährt aber dann weiter Richtung Osten in die Heimat von Kanzler Merz. Und es soll ja Leute geben, die mit Fußball nichts am Hut haben und abends einfach nur nach Hause wollen. Diese kommen aber oft gar nicht in die überfüllte RB rein, da viele Fans das Ding nutzen, um schnell zum Stadion zu gelangen. Also ab in die U-Bahn. Zwei Stunden vor Spielbeginn war sie vergleichsweise leer. Klar, man braucht zirka 15 Minuten zum Stadion, aber was sind schon 11 Minuten Unterschied im Vergleich zu Rücksicht auf andere Zugreisende?

03 Kon-Trolle

Die Kombination Fastnacht und Fußball artet beim Sicherheitsdienst in der Regel in extreme Mehrarbeit aus, da ja die ganzen Kostüme gecheckt werden müssen. In Dortmund lief das allerdings recht entspannt ab – zumindest was ich mitbekommen habe. Da darf man auch mal Danke sagen.

Blick auf das Spruchband statt aufs Spielfeld – das vergrätzte zahlreiche Hopper*innen

04 Kampf um den Mampf

Man bekommt in der letzten Zeit den Eindruck, dass Nachhaltigkeit mittlerweile nicht mehr wirklich viele Menschen interessiert. Das sieht man auf der großen Weltbühne der Politik aber auch im Fußball. Vor ein paar Jahren gab es praktisch keinen Club, der Einwegbecher im Stadion nutzte. Der Trend hat sich zwar nicht komplett umgekehrt, aber wie auch schon in München im Dezember, so gab es auch in Dortmund teilweise Pfandbecher und teilweise Einwegbecher. Wenigstens gibt es neue vegane Speisen im Umfeld des Auswärtsblocks. Während es vor ein paar Jahren noch die leckere Rügenwalder vegane Currywurst gab, fand ich letzte Saison außer Brezeln gar nichts veganes. Jetzt gab es auf einmal einen eigenen Stand mit libanesischen Teigtaschen (Manakisch) und Falafel-Wraps. Der Zuspruch war ziemlich  groß. So bleibt zu hoffen, dass es das Angebot auch noch nächste Saison geben wird.

Manakisch – sehr leckere vegane Speise im Umfeld des Auswärtsblocks

05 Käfighaltung

Der Auswärtsblock in Dortmund ist der nervigste der Liga. Das liegt nicht daran, dass man wie früher in Freiburg nichts sieht, sondern daran, dass sich jedes Mal Hopper*innen vorzugsweise aus dem europäischen Ausland sich im oberen Bereich aufhalten. Sie filmen wild durch die Gegend, ergötzen sich am Team des BVBs und haben halt so rein gar nichts mit dem Internationalen Karnevalsverein am Hut. Diesmal fielen sie natürlich besonders auf, da sie mit die einzigen waren, die nicht kostümiert oder mit 05-Utensilien ankamen. Selbstverständlich kann sich jeder Mensch im Auswärtsblock aufhalten – aber eine gewisse Rücksichtnahme auf die Auswärtsfans wäre schon wünschenswert. Das klappt ja auch in den meisten anderen Blöcken der Republik einwandfrei – selbst in München ist es nicht so krass.

Krass war die Choreo, die die aktive Fanszene auf die Beine stellte und die zumindest anfangs die Hopper*innen vertrieb, da das Spruchband „Internationaler Karnevalsverein“ bis in den Stehblock hinunterhing und komplett die Sicht im oberen Stehplatz-Bereich versperrte.

Wie es sich für ein Fastnachtsspiel gehört, war die Mitmachquote bei „Rucki Zucki“ oder beim Schunkeln am besten. Trotz der klaren Niederlage wurde die vierfarbbunte Fastnacht auf wunderbare Weise ins Westfalenstadion transportiert und es war schön zu sehen, dass wir halt doch eine Jahreszeit mehr haben, als der große Rest der Republik.

An Rosenmonatag sieht man sich wieder

Der Jahrgang 2025/2026 zeigt, wie man anstrengende Hopper*innen aus dem Block vertreiben kann.

Rot-weiße Grüße,

Christoph – Meenzer on Tour