Die Finanzen der Männer-Bundesliga-Clubs 2026 Teil 3

In Teil 2 der Finanzen der Bundesliga-Clubs ging es um die finanzielle Stabilität und Unabhängigkeit der Clubs. Aus den beiden Finanzkennzahlen Eigenkapital und Bilanzsumme wurde die Eigenkapitalquote gebildet. Sie ist das zweite von vier Kriterien, aus der die „Finanz-Bundesliga-Tabelle“ ermittelt wird. Im dritten Teil der Finanzen der Bundesliga-Clubs geht es um die Personalaufwandsquote.

Hier geht es zu:

Teil 1
Teil 2
Teil 4
Teil 5

3. Personalaufwandsquote (Personalaufwand/Umsatz)

Geld schießt Tore. Ob diese These stimmt, wird sich zeigen. Hier geht es zunächst einmal um Umsatz, der mit dem vorhandenen Personal erwirtschaftet wurde. Daher gilt hier, je niedriger die Personalaufwandsquote, desto besser wirtschaftet der Club.

Der Personalaufwand

Bevor es um die Personalaufwandsquote geht, werfen wir zunächst einen Blick auf den Personalaufwand. Diese Kennzahl publiziert der Ligaverband jährlich.

ClubMio. EuroIndexVorjahr
1.SV Elversberg15114neu
2.SC Paderborn17102neu
3.1. FC Heidenheim21523.
4.FC St. Pauli441342.
5.Hamburger SV471064.
6.1. FC Köln56897.
7.FC Schalke 0459196neu
8.FC Augsburg621066.
9.1. FSV Mainz 05731108.
10.Werder Bremen751049.
11.Union Berlin809411.
12.SC Freiburg8311010.
13.Borussia Mönchengladbach959613.
14.TSG Hoffenheim9510412.
15.VfL Wolfsburg1209914.
16.VfB Stuttgart16412215.
17.Eintracht Frankfurt17712516.
18.Bayer 04 Leverkusen20810517.
19.RB Leipzig20910318.
20.Borussia Dortmund26910019.
21.FC Bayern München44310320.
Personalkosten-Tabelle 2025 – Quelle DFL

Entwicklung der Personalkosten

Prozentual die krassesten Ausschläge gab es 2025 wohl bei den Personalkosten. Prozentual haben sie sich beim FC Schalke 04 fast verdoppelt (96 Prozent). Das liegt allerdings an einem Rumpfgeschäftsjahr 2024, da man auf einen Jahresabschluss zum Saisonende umgestellt hat (30. Juni statt 31. Dezember).

Die wirklich größte Steigerung mit 34 Prozent gab es beim FC St. Pauli, da der Club 2024 aufgestiegen ist und die fälligen Prämien aber erst im Geschäftsjahr 2024/2025 ausgezahlt wurden. Mitaufsteiger war Holstein Kiel deren Personalkosten um 33 Prozent gestiegen waren.

Mit 22 bzw. 25 Prozent sind die Personalkosten beim VfB Stuttgart und bei Eintracht Frankfurt ziemlich gewachsen. Der VfB war 2024 Vizemeister und spielte in der Folgesaison Champions League. Die Eintracht spielte da „nur“ Europa League.

In der 2. Liga steigerte die SV Elversberg ihre Personalkosten um 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Um 10 Prozent gingen sie beim SC Freiburg und beim 1. FSV Mainz 05 nach oben. Beide Clubs spielten in der Saison 2024/2025 nicht international.

Vergleichsweise geringe Steigerungen gab es bei Bayer 04 Leverkusen (8 Prozent – als Meister), beim FC Augsburg und dem Hamburger SV (jeweils 6 Prozent), bei der TSG Hoffenheim (spiele Europa League) und Werder Bremen (jeweils 4 Prozent), bei RB Leipzig und dem FC Bayern (jeweils 3 Prozent) und dem SC Paderborn (2 Prozent).

Gar keine Veränderungen gab es bei Borussia Dortmund.

Die Personalkosten haben mäßig bis moderat reduziert: VfL Wolfburg (1 Prozent), Borussia Mönchengladbach (4 Prozent), Union Berlin (6 Prozent).

Absteiger 2024 waren der 1. FC Köln (-11 Prozent) und Darmstadt 98.

Um sagenhafte 48 Prozent hat der 1. FC Heidenheim seine Personalkosten reduziert, obwohl der Club in der Conference League antrat. Die Prämien für den Aufstieg in der Vorsaison fielen weg.

Der Umsatz

Ich habe hier das Rohergebnis mit dem Umsatz gleichgesetzt, da diese Finanzkennzahl vom Ligaverband publiziert wird. Das Rohergebnis schließt neben Umsatzerlösen auch sonstige betriebliche Erlöse ein. Der reine Umsatz würde also niedriger ausfallen.

ClubMio. EuroIndexVorjahr2019Index 25/19
1.FC Bayern München9201021. 1.129
2.Bayer 04 Leverkusen5651464.6.218
3.Borussia Dortmund549912.2.115
4.RB Leipzig426993.4.168
5.Eintracht Frankfurt376995.3.125
6.VfB Stuttgart3611326.9.218
7.VfL Wolfsburg2391035.8.123
8.Union Berlin1851049.19.308
9.Borussia Mönchengladbach17510210.7.87
10.TSG Hoffenheim1691512.10.105
11.SC Freiburg156808.17.169
12.FC Schalke 04151217neu5.57
13.FC Augsburg14713816.16.154
14.1. FSV Mainz 0514011614.12.97
15.Werder Bremen1369713.11.90
16.1. FC Köln1369211.15.128
17.Hamburger SV12010115.14.95
18.FC St. Pauli8913219.20.179
19.1. FC Heidenheim404617.22.101
20.SC Paderborn40118neu26.149
21.SV Elversberg39138neuneuneu
Rohergebnis-Tabelle 2025 – Quelle Ligaverband

Entwicklung des Rohergebnisses

Da der FC Schalke 04 eine Rumpfbilanz 2024 vorlegte, um das Geschäftsjahr anzupassen, sind die Vergleichswerte nicht aussagekräftig. Allerdings ist das Rohergebnis 2025 im Vergleich zu 2019 um 43 Prozent gesunken.

Die prozentual größte Steigerung mit 46 Prozent konnte der Meister 2024, Bayer 04 Leverkusen, hinlegen. Im Vergleich zu 2019 ist das Rohergebnis sogar mehr als verdoppelt worden.

Dahinter kommt schon die SV Elversberg und der FC Augsburg mit je 38 Prozent zwischen 2024 und 2025. Bei Elversberg liegt es wohl an der Etablierung in der 2. Liga, also mehr TV-Gelder und an der Erweiterung des Stadions an der Kaiserlinde. Bei Augsburg lag es an historischen Spielertransfers.

Die 32 Prozent Steigerung beim VfB Stuttgart kommen durch die Bilanzierung zum Jahresende zu stande. Dadurch fielen mehr TV-Gelder durch die Vizemeisterschaft im Vorjahr und die Gelder aus der Championsleague ins selbe Geschäftsjahr. Im Vergleich zu 2019 ist das Rohergebnis mehr als verdoppelt worden, was auch am verstärktem Sponsoring liegt.

Beim FC St. Pauli sind 32 Prozent Steigerung auf den Aufstieg zurückzuführen und die daraus resultierenden Mehreinnahmen aus der TV-Vermarktung zurückzuführen. Im Vergleich zu 2019 ist das Rohergebnis um 79 Prozent gewachsen.

Große Steigerungen konnten auch der SC Paderborn (18 Prozent), der 1. FSV Mainz 05 (16 Prozent) und die TSG Hoffenheim (15 Prozent) verbuchen.

Geringe Steigerungen gab es bei Union Berlin (4 Prozent). Im Vergleich zur Zeit vor der Pandemie hat Union sein Rohergebnis allerdings verdreifacht.

Auch beim VfL Wolfsburg (3 Prozent), beim FC Bayern München (2 Prozent), Borussia Mönchengladbach (2 Prozent) und dem Hamburger SV (1 Prozent) kam es zu geringen Steigerungen. Bei der Borussia ist das Rohergebnis um 13 Prozent im Vergleich zu 2019 gesunken.

Geringe Reduzierungen des Rohergebnisses gab es bei Eintracht Frankfurt und RB Leipzig (je 1 Prozent) und Werder Bremen (3 Prozent). Bei Werder ist das Rohergebnis im Vergleich zu 2019 um 10 Prozent gesunken.

Größere Reduzierungen gab es beim 1. FC Köln (8 Prozent) und bei Borussia Dortmund (9 Prozent).

Wie hart das Rohergebnis runter geht, wenn man sich nicht mehr für den Europapokal qualifiziert sieht man beim SC Freiburg. Es ging um 20 Prozent runter. Dazu gab es geringere Transfereinnahmen im Vergleich zu 2024. Auf diese ist der Sportclub aber gar nicht mehr so angewiesen, denn im Vergleich zu 2019 ist das Rohergebnis trotzdem um 69 Prozent höher ausgefallen.

Um sage und schreibe 54 Prozent ist das Rohergebnis beim 1. FC Heidenheim runtergerauscht. Das lag mehr an vergleichsweise niedrigen Transfererlösen als an den Geldern der Conference League. In 2024 gab es allerdings Aufstiegsboni durch Sponsoren.

Personalaufwandsquote: Definition

Sie gibt Verhältnis der Personalkosten zum Umsatz an. Sie gibt damit die Effizienz und Flexibilität der Clubs an.

Die Personalaufwandsquote in Bezug auf die Finanzen der Bundesliga-Clubs

Produktionsunternehmen, die in der Regel hochautomatisiert sind, sollten eine Personalaufwandsquote von ca. 30 % aufweisen. Bei Dienstleistungsanbietern, insbesondere solchen, die auf menschliche Interaktion angewiesen sind, gelten Werte von 60 – 70 % als angemessen.

Die beste Personalaufwandsquote konnte im Geschäftsjahr 2025 Bayer 04 Leverkusen verzeichnen.

Die Personalaufwandsquoten-Tabelle

ClubPersonal-
aufwandsquote
IndexVorjahr
1.Bayer 04 Leverkusen37%7412.
2.SV Elversberg38%83neu
3.Hamburger SV39%1051.
4.FC Schalke 0439%90neu
5.1. FC Köln41%974.
6.FC Augsburg42%7715.
7.SC Paderborn43%86neu
8.Union Berlin43%918.
9.RB Leipzig45%1045.
10.VfB Stuttgart45%9211.
11.Eintracht Frankfurt47%1262.
12.FC Bayern München48%1019.
13.Borussia Dortmund49%1096.
14.FC St. Pauli49%10210.
15.VfL Wolfsburg50%9614.
16.1. FC Heidenheim51%1137.
17.1. FSV Mainz 0552%9416.
18.SC Freiburg53%1383.
19.Borussia Mönchengladbach54%9417.
20.Werder Bremen55%10813.
21.TSG Hoffenheim56%9120.
Personalaufwandsquoten-Tabelle 2025 – Quelle Meenzer on Tour

Erklärung der Personalaufwandsquote in Bezug auf die Finanzen der Bundesliga-Clubs

Profifußball ist ein Dienstleistungprodukt, für das menschliche Interaktion notwendig ist. Dadurch, dass so viele Gelder in den Fußball fließen, sind die Gehälter der Profis im Durchschnitt aus finanzieller Sicht bei den meisten Clubs angemessen. 2022 fiel eigentlich nur die TSG Hoffenheim und 2020 der VfB Stuttgart mit je 75 Prozent oder Hertha BSC Berlin 2021 mit 90 Prozent aus dem Rahmen. Insgesamt lässt sich erkennen, dass die Personalaufwandsquote im Vergleich zur Pandemie-Zeit deutlich verbessert wurde. Allerdings gab es 2019 mit Eintracht Frankfurt (31 Prozent), dem 1. FSV Mainz 05 34 Prozent) und Arminia Bielefeld (35 Prozent) gleich drei Clubs, die eine noch geringere Personalaufwandsquote aufwiesen als der Club, der 2025 die niedrigste Quote zu verzeichnen hat.

Die Personalaufwandsquote (PQ) massiv senken konnte der Spitzenreiter Bayer 04 Leverkusen um mehr als ein Viertel auf 37 Prozent. Um fast ein Viertel konnte der FC Augsburg die PQ senken. Auch die SV Elversberg (-17 Prozent) und der SC Paderborn (-14 Prozent) konnten sie massiv senken.

Moderat senken konnten sie der FC Schalke 04 (-10 Prozent), Union Berlin und die TSG Hoffenheim (je -9 Prozent), der VfB Stuttgart (-8 Prozent), der 1. FSV Mainz 05 und Borussia Mönchengladbach (je -6 Prozent), der VfL Wolfsburg (-4 Prozent) und der 1. FC Köln (-3 Prozent).

Leicht nach oben ging sie beim FC Bayern München (1 Prozent), beim FC St. Pauli (2 Prozent), bei RB Leipzig (4 Prozent), beim letztjährigen Spitzenreiter Hamburger SV (5 Prozent), bei Werder Bremen (8 Prozent) und bei Borussia Dortmund (9 Prozent).

Stark gestiegen ist sie beim 1. FC Heidenheim (13 Prozent), bei Eintracht Frankfurt (26 Prozent) und dem SC Freiburg (38 Prozent).

In Teil 4 der Finanzen der Bundesliga-Clubs wird es um den Verschuldungsgrad der Clubs gehen, sprich um das Verhältnis von Fremdkapital zu Eigenkapital.