In Teil 1 der Finanzen der Bundesliga-Clubs ging es um die „Steine bzw. Beine“ eines Vereins. Außerdem ging es um die Frage, wieviel Geld der eigene Club mitbringt (oder sich durch Investoren mitbringen lässt), um Bundesliga spielen zu können. Aus den beiden Finanzkennzahlen Eigenkapital und Anlagevermögen hat sich die Leistungskennzahl Anlagendeckungsgrad ermitteln lassen. Sie ist das erste von vier Kriterien aus der die „Finanz-Bundesliga-Tabelle“ ermittelt wird. Im zweiten Teil der Finanzen der Bundesliga-Clubs geht es um die Eigenkapitalquote.
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Teil 5
Die Bilanzsumme
Der KPI Eigenkapitalquote
Zusammenfassung Eigenkapitalquote
2. Die Eigenkapitalquote (Eigenkapital zu Bilanzsumme)
Je höher die Eigenkapitalquote desto mehr finanzielles Engagement bringt der eigene Club auf, sprich desto mehr finanziert sich der Verein selber und desto geringer ist die Chance, dass der Verein pleite geht. Das sind die Rücklagen, die von den Clubs in Bezug auf die Pandemie gefordert wurden, um Krisenzeiten länger als ein paar Wochen durchzustehen. Um die Eigenkapitalquote zu berechnen, muss zunächst die Bilanzsumme erklärt werden. Sie wird jährlich vom Ligaverband im Rahmen der Finanzkennzahlen publiziert.
Die Bilanzsumme
Um die „Größe“ der Clubs miteinander zu vergleichen eignet sich die Bilanzsumme ganz gut. Sie zeigt das Gesamtvermögen eines Unternehmens auf. Gleichzeitig aber auch das Gesamtkapital, das notwendig ist, um den Laden am Laufen zu halten. Das Verhältnis der Clubs untereinander, das sich aus dem finanziellen Gebaren der Vorjahre herleitet, ist auch interessant zu betrachten.
| Club | Mio. Euro | Index | Vorjahr | |
| 1. | FC Bayern München | 955 | 92 | 1. |
| 2. | RB Leipzig | 635 | 100 | 2. |
| 3. | Bayer Leverkusen | 633 | 175 | 4, |
| 4. | Borussia Dortmund | 615 | 104 | 3. |
| 5. | VfB Stuttgart | 361 | 127 | 6. |
| 6. | Eintracht Frankfurt | 334 | 137 | 7. |
| 7. | TSG Hoffenheim | 306 | 128 | 8. |
| 8. | VfL Wolfsburg | 292 | 99 | 5. |
| 9. | SC Freiburg | 198 | 105 | 10. |
| 10. | Borussia Mönchengladbach | 177 | 92 | 9. |
| 11. | Hamburger SV | 165 | 105 | 11. |
| 12. | Union Berlin | 134 | 97 | 12. |
| 13. | FC Augsburg | 134 | 100 | 13, |
| 14. | Werder Bremen | 94 | 92 | 14. |
| 15. | 1. FC Köln | 92 | 100 | 15. |
| 16. | FC Schalke 04 | 84 | 84 | neu |
| 17. | FC St. Pauli | 68 | 106 | 16. |
| 18. | 1. FSV Mainz 05 | 66 | 102 | 17. |
| 19. | SV Elversberg | 49 | 143 | neu |
| 20. | 1. FC Heidenheim | 47 | 98 | 18. |
| 21. | SC Paderborn | 22 | 154 | neu |
Analyse der Bilanzsumme
Der größte Verein (FC Bayern München) ist 43-mal größer als der kleinste Verein (SC Paderborn). Vor zwei Jahren war er noch 63-mal größer als Holstein Kiel. Der FC Bayern ist noch fast 50 Prozent größer, wie die Nummer 2 seit 2024: RB Leipzig.
Am stärksten gewachsen ist diesmal Bayer 04 Leverkusen (75 Prozent). Damit ist der Pharmaclub erstmals die Nummer 3. Um 54 Prozent ist der SC Paderborn gewachsen – auf sehr niedrigem Niveau. Auch die SV Elversberg ist um 43 Prozent auf niedrigem Niveau gewachsen. Eintracht Frankfurt wächst weiter. Nach 59 Prozent in 2024 jetzt um 37 Prozent.
Da Dietmar Hopp wieder in seinen Heimatverein investierte, ist die TSG Hoffenheim um 28 Prozent gewachsen.
Auch der VfB Stuttgart ist nach dem Investoreneinstieg 2024 (54 Prozent) in 2025 erneut um 27 Prozent gewachsen.
Moderates Wachstum verzeichnen der FC St. Pauli (6 Prozent), der Hamburger SV und der SC Freiburg (je 5 Prozent), Borussia Dortmund (4 Prozent), das dadurch auf Platz 4 abgerutscht ist, und der 1. FSV Mainz 05 (2 Prozent).
Weder Wachstum noch Schrumpfung gab es bei RB Leipzig, dem FC Augsburg und dem 1. FC Köln.
Leicht geschrumpft sind der VfL Wolfsburg (-1 Prozent), der 1. FC Heidenheim (-2 Prozent), Union Berlin (-3 Prozent, erstmals seit 2019).
Jeweils um 8 Prozent sind der FC Bayern München (erstmals seit 2021), Werder Bremen und Borussia Mönchengladbach geschrumpft.
Der FC Schalke 04 ist um 16 Prozent geschrumpft.
Bedeutung der Eigenkapitalquote
Groß bedeutet nicht stark, solide oder solvent. Wenn das so einfach zu ermitteln wäre, dann könnte man sich die Analyse der Kennzahlen mit KPIs auch sparen. Daher ist die Berechnung der Eigenkapitalquote (EQ) wichtig, um zu ermitteln, wie nachhaltig die Größe der Clubs finanziert ist. In Deutschlands Unternehmen liegt die EQ bei 20 bis 25 Prozent. Bei einem Wert von über 20 % ist die Eigenkapitalquote in Ordnung. Bei einem Wert über 30 % wird von einer gesunden Eigenkapitalquote gesprochen und der Club ist auch in Krisen abgesichert. Folglich wäre ein Lizenzierungskriterium, eine EQ von mindestens 20 Prozent vorzuhalten. Dies wäre eine weitere Möglichkeit, finanzielle Nachhaltigkeit und damit Financial FairPlay den Clubs vorzuschreiben.

Die Eigenkapitalquoten-Tabelle 2025
| Club | Eigenkapital- quote 2024 | Vorjahr | |
| 1. | SC Freiburg | 83% | 1. |
| 2. | TSG Hoffenheim | 72% | 2. |
| 3. | FC Bayern München | 61% | 5. |
| 4. | Borussia Dortmund | 53% | 3. |
| 5. | 1. FSV Mainz 05 | 52% | 6. |
| 6. | FC Augsburg | 48% | 7. |
| 7. | 1. FC Köln | 32% | 9. |
| 8. | Bayer 04 Leverkusen | 32% | 4. |
| 9. | Hamburger SV | 30% | 8. |
| 10. | SC Paderborn | 30% | neu |
| 11. | VfL Wolfsburg | 26% | 10. |
| 12. | Borussia Mönchengladbach | 25% | 11. |
| 13. | VfB Stuttgart | 25% | 12. |
| 14. | RB Leipzig | 22% | 14. |
| 15. | Eintracht Frankfurt | 21% | 15. |
| 16. | Werder Bremen | 16% | 13. |
| 17. | FC St. Pauli | 8% | 18. |
| 18. | Union Berlin | 6% | 20. |
| 19. | 1. FC Heidenheim | 4% | 19. |
| 20. | SV Elversberg | 3% | neu |
| 21. | FC Schalke 04 | N/V | neu |
Eigenkaptialquote – Definition
Die Eigenkapitialquote setzt das Eigenkapital ins Verhältnis zum Gesamtkapital, das gleichzeitig die Bilanzsumme ist. Die Eigenkapitalquote gibt über die finanzielle Stabilität und Unabhängigkeit eines Clubs Auskunft.
Bedeutung der Eigenkapitalquote
Wie 2024 haben 15 Clubs eine gesunde Eigenkapitalquote (EQ). Das sind im Vergleich zu 2023 3 Clubs mehr und zu 2022 7 Clubs mehr. 2019 im letzten Jahr vor der Pandemie haben noch 18 Clubs eine gesundes EQ vorzuweisen gehabt.
Wie beim Anlagendeckungsgrad dominiert Baden die Liga. Allerdings ist die EQ beim SC Freiburg von 74 (2023) über 80 (2024) auf 83 Prozent gestiegen, bei der TSG Hoffenheim von 87 (2023) auf zunächst 71 (2024) auf 72 Prozent gesunken. Das ist für die TSG der zweitschlechteste Wert überhaupt, seitdem die Zahlen 2019 erstmals publiziert wurden.
Beim FC Bayern München (61 Prozent), bei Borussia Dortmund (53 Prozent) und beim 1. FSV Mainz 05 (52 Prozent) liegt ebenfalls eine sehr gute Eigenkapitalquote vor. Dabei konnte der FC Bayern eine Steigerung um 11 Prozent verzeichnen. Bei Mainz 05 ist sie um 0,5 Prozent gestiegen, bei Borussia Dortmund um 4 Prozent gesunken.
Auf gutem Niveau hat sich die Eigenkapitalquote des FC Augsburg von 35 auf 48 Prozent verbessert. Ähnliches gilt für den 1. FC Köln (von 28 auf 32 Prozent).
Den schlechtesten Wert seitdem die Zahlen 2019 erstmals publiziert wurden hat Bayer Leverkusen hingelegt. Der Wert lag immer über 55 Prozent. Jetzt ist er auf 32 Prozent gesunken – allerdings noch im finanziell gesunden Rahmen.
Um ein Drittel ist der Wert beim SC Paderborn von 45% auf 30% gesunken. Aber auch hier ist das finanziell noch seriös.
Praktisch unverändert liegt die Eigenkapitalquote des VfL Wolfsburg bei 26 Prozent, was vollkommen ok ist.
Auch die 25 Prozent Eigenkapitalquote von Borussia Mönchengladbach und vom VfB Stuttgart sind in Ordnung. Bei Stuttgart stieg sie um 5 Prozent, bei der Borussia gab es keine große Änderung.
Bei RB Leipzig ist die Eigenkapitalquote um 1 Prozent gesunken – auf noch akzeptable 22 Prozent.
Letzter Club mit einer akzeptablen Eigenkapitalquote ist Eintracht Frankfurt mit 21 Prozent. Sie sank um 2 Prozent.
Alle anderen Clubs haben keine gute Eigenkapitalquote. Werder Bremen hat sich mit dem Rückgang von 22% auf 16% finanziell aufs Glatteis begeben. Dabei hat man 2024 erst Investoren an Bord geholt. Da sollte eigentlich ein Rückgang um 28 Prozent ausgeschlossen sein.
Auf niedrigem Niveau hat der FC St. Pauli seine Eigenkapitalquote um 52 Prozent von 5 Prozent auf 8 Prozent gesteigert. Vor der Pandemie lag sie noch bei akzeptablen 22 Prozent (2020).
Union Berlin wird finanziell seriöser. Die Eigenkapitalquote liegt jetzt bei 6 Prozent nach 2 Prozent 2024 und 2023. Vorher war der Club überschuldet und man konnte gar keine Quote berechnen.
Die Eigenkapitalquote des 1. FC Heidenheim dümpelt schon immer zwischen 1 und 6 Prozent herum. Da liegen die 4 Prozent 2025 mittendrin.
Die SV Elversberg weist eine Eigenkaptialquote von 3 Prozent aus. Da sie aus der Überschuldung kommt, konnte 2024 noch keine Quote berechnet werden.
Nach wie vor lässt sie sich nicht beim FC Schalke 04 berechnen, da der Club überschuldet ist.
Fazit zum KPI Eigenkapitalquote
- 15 Clubs haben wie 2024 eine gute bis sehr gute EQ.
- Union Berlin hat mit 186 Prozent Steigerung prozentual den größten Sprung geschafft – allerdings auf niedrigem Niveau.
- Bayer Leverkusen hat 43 Prozent den größten Rückgang verzeichnet. Trotzdem ist die Quote noch gut.
In Teil 3 der Finanz-Bundesliga-Tabelle 2025 wird es um die Personalaufwandsquote gehen.

