Die Finanzen der Männer-Bundesliga-Clubs 2026 Teil 2

In Teil 1 der Finanzen der Bundesliga-Clubs ging es um die „Steine bzw. Beine“ eines Vereins. Außerdem ging es um die Frage, wieviel Geld der eigene Club mitbringt (oder sich durch Investoren mitbringen lässt), um Bundesliga spielen zu können. Aus den beiden Finanzkennzahlen Eigenkapital und Anlagevermögen hat sich die Leistungskennzahl Anlagendeckungsgrad ermitteln lassen. Sie ist das erste von vier Kriterien aus der die „Finanz-Bundesliga-Tabelle“ ermittelt wird. Im zweiten Teil der Finanzen der Bundesliga-Clubs geht es um die Eigenkapitalquote.

Hier geht es zu:
Teil 1
Teil 3
Teil 4
Teil 5

Die Bilanzsumme
Der KPI Eigenkapitalquote
Zusammenfassung Eigenkapitalquote

2. Die Eigenkapitalquote (Eigenkapital zu Bilanzsumme)

Je höher die Eigenkapitalquote desto mehr finanzielles Engagement bringt der eigene Club auf, sprich desto mehr finanziert sich der Verein selber und desto geringer ist die Chance, dass der Verein pleite geht. Das sind die Rücklagen, die von den Clubs in Bezug auf die Pandemie gefordert wurden, um Krisenzeiten länger als ein paar Wochen durchzustehen. Um die Eigenkapitalquote zu berechnen, muss zunächst die Bilanzsumme erklärt werden. Sie wird jährlich vom Ligaverband im Rahmen der Finanzkennzahlen publiziert.

Die Bilanzsumme

Um die „Größe“ der Clubs miteinander zu vergleichen eignet sich die Bilanzsumme ganz gut. Sie zeigt das Gesamtvermögen eines Unternehmens auf. Gleichzeitig aber auch das Gesamtkapital, das notwendig ist, um den Laden am Laufen zu halten. Das Verhältnis der Clubs untereinander, das sich aus dem finanziellen Gebaren der Vorjahre herleitet, ist auch interessant zu betrachten.

ClubMio. EuroIndexVorjahr
1.FC Bayern München955921.
2.RB Leipzig6351002.
3.Bayer Leverkusen6331754,
4.Borussia Dortmund6151043.
5.VfB Stuttgart3611276.
6.Eintracht Frankfurt3341377.
7.TSG Hoffenheim3061288.
8.VfL Wolfsburg292995.
9.SC Freiburg19810510.
10.Borussia Mönchengladbach177929.
11.Hamburger SV16510511.
12.Union Berlin1349712.
13.FC Augsburg13410013,
14.Werder Bremen949214.
15.1. FC Köln9210015.
16.FC Schalke 048484neu
17.FC St. Pauli6810616.
18.1. FSV Mainz 056610217.
19.SV Elversberg 49143neu
20.1. FC Heidenheim479818.
21.SC Paderborn22154neu
Bilanzsummen-Tabelle Geschäftsjahr 2025 – Quelle Ligaverband

Analyse der Bilanzsumme

Der größte Verein (FC Bayern München) ist 43-mal größer als der kleinste Verein (SC Paderborn). Vor zwei Jahren war er noch 63-mal größer als Holstein Kiel. Der FC Bayern ist noch fast 50 Prozent größer, wie die Nummer 2 seit 2024: RB Leipzig.

Am stärksten gewachsen ist diesmal Bayer 04 Leverkusen (75 Prozent). Damit ist der Pharmaclub erstmals die Nummer 3. Um 54 Prozent ist der SC Paderborn gewachsen – auf sehr niedrigem Niveau. Auch die SV Elversberg ist um 43 Prozent auf niedrigem Niveau gewachsen. Eintracht Frankfurt wächst weiter. Nach 59 Prozent in 2024 jetzt um 37 Prozent.

Da Dietmar Hopp wieder in seinen Heimatverein investierte, ist die TSG Hoffenheim um 28 Prozent gewachsen.

Auch der VfB Stuttgart ist nach dem Investoreneinstieg 2024 (54 Prozent) in 2025 erneut um 27 Prozent gewachsen.

Moderates Wachstum verzeichnen der FC St. Pauli (6 Prozent), der Hamburger SV und der SC Freiburg (je 5 Prozent), Borussia Dortmund (4 Prozent), das dadurch auf Platz 4 abgerutscht ist, und der 1. FSV Mainz 05 (2 Prozent).

Weder Wachstum noch Schrumpfung gab es bei RB Leipzig, dem FC Augsburg und dem 1. FC Köln.

Leicht geschrumpft sind der VfL Wolfsburg (-1 Prozent), der 1. FC Heidenheim (-2 Prozent), Union Berlin (-3 Prozent, erstmals seit 2019).

Jeweils um 8 Prozent sind der FC Bayern München (erstmals seit 2021), Werder Bremen und Borussia Mönchengladbach geschrumpft.

Der FC Schalke 04 ist um 16 Prozent geschrumpft.

Bedeutung der Eigenkapitalquote

Groß bedeutet nicht stark, solide oder solvent. Wenn das so einfach zu ermitteln wäre, dann könnte man sich die Analyse der Kennzahlen mit KPIs auch sparen. Daher ist die Berechnung der Eigenkapitalquote (EQ) wichtig, um zu ermitteln, wie nachhaltig die Größe der Clubs finanziert ist. In Deutschlands Unternehmen liegt die EQ bei 20 bis 25 Prozent. Bei einem Wert von über 20 % ist die Eigenkapitalquote in Ordnung. Bei einem Wert über 30 % wird von einer gesunden Eigenkapitalquote gesprochen und der Club ist auch in Krisen abgesichert. Folglich wäre ein Lizenzierungskriterium, eine EQ von mindestens 20 Prozent vorzuhalten. Dies wäre eine weitere Möglichkeit, finanzielle Nachhaltigkeit und damit Financial FairPlay den Clubs vorzuschreiben.

Die beste Eigenkapitalquote im Geschäftsjahr 2025 konnte der SC Freiburg erzielen

Die Eigenkapitalquoten-Tabelle 2025

ClubEigenkapital-
quote 2024
Vorjahr
1.SC Freiburg83%1.
2.TSG Hoffenheim72%2.
3.FC Bayern München61%5.
4.Borussia Dortmund53%3.
5.1. FSV Mainz 0552%6.
6. FC Augsburg48%7.
7.1. FC Köln32%9.
8.Bayer 04 Leverkusen32%4.
9.Hamburger SV30%8.
10.SC Paderborn30%neu
11.VfL Wolfsburg26%10.
12.Borussia Mönchengladbach25%11.
13.VfB Stuttgart25%12.
14.RB Leipzig22%14.
15.Eintracht Frankfurt21%15.
16.Werder Bremen16%13.
17.FC St. Pauli8%18.
18.Union Berlin6%20.
19.1. FC Heidenheim4%19.
20.SV Elversberg3%neu
21.FC Schalke 04N/Vneu
Eigenkapitalquote-Tabelle 2025 – Quelle Meenzer-on-Tour.de

Eigenkaptialquote – Definition

Die Eigenkapitialquote setzt das Eigenkapital ins Verhältnis zum Gesamtkapital, das gleichzeitig die Bilanzsumme ist. Die Eigenkapitalquote gibt über die finanzielle Stabilität und Unabhängigkeit eines Clubs Auskunft.

Bedeutung der Eigenkapitalquote

Wie 2024 haben 15 Clubs eine gesunde Eigenkapitalquote (EQ). Das sind im Vergleich zu 2023 3 Clubs mehr und zu 2022 7 Clubs mehr. 2019 im letzten Jahr vor der Pandemie haben noch 18 Clubs eine gesundes EQ vorzuweisen gehabt.

Wie beim Anlagendeckungsgrad dominiert Baden die Liga. Allerdings ist die EQ beim SC Freiburg von 74 (2023) über 80 (2024) auf 83 Prozent gestiegen, bei der TSG Hoffenheim von 87 (2023) auf zunächst 71 (2024) auf 72 Prozent gesunken. Das ist für die TSG der zweitschlechteste Wert überhaupt, seitdem die Zahlen 2019 erstmals publiziert wurden.

Beim FC Bayern München (61 Prozent), bei Borussia Dortmund (53 Prozent) und beim 1. FSV Mainz 05 (52 Prozent) liegt ebenfalls eine sehr gute Eigenkapitalquote vor. Dabei konnte der FC Bayern eine Steigerung um 11 Prozent verzeichnen. Bei Mainz 05 ist sie um 0,5 Prozent gestiegen, bei Borussia Dortmund um 4 Prozent gesunken.

Auf gutem Niveau hat sich die Eigenkapitalquote des FC Augsburg von 35 auf 48 Prozent verbessert. Ähnliches gilt für den 1. FC Köln (von 28 auf 32 Prozent).

Den schlechtesten Wert seitdem die Zahlen 2019 erstmals publiziert wurden hat Bayer Leverkusen hingelegt. Der Wert lag immer über 55 Prozent. Jetzt ist er auf 32 Prozent gesunken – allerdings noch im finanziell gesunden Rahmen.

Um ein Drittel ist der Wert beim SC Paderborn von 45% auf 30% gesunken. Aber auch hier ist das finanziell noch seriös.

Praktisch unverändert liegt die Eigenkapitalquote des VfL Wolfsburg bei 26 Prozent, was vollkommen ok ist.

Auch die 25 Prozent Eigenkapitalquote von Borussia Mönchengladbach und vom VfB Stuttgart sind in Ordnung. Bei Stuttgart stieg sie um 5 Prozent, bei der Borussia gab es keine große Änderung.

Bei RB Leipzig ist die Eigenkapitalquote um 1 Prozent gesunken – auf noch akzeptable 22 Prozent.

Letzter Club mit einer akzeptablen Eigenkapitalquote ist Eintracht Frankfurt mit 21 Prozent. Sie sank um 2 Prozent.

Alle anderen Clubs haben keine gute Eigenkapitalquote. Werder Bremen hat sich mit dem Rückgang von 22% auf 16% finanziell aufs Glatteis begeben. Dabei hat man 2024 erst Investoren an Bord geholt. Da sollte eigentlich ein Rückgang um 28 Prozent ausgeschlossen sein.

Auf niedrigem Niveau hat der FC St. Pauli seine Eigenkapitalquote um 52 Prozent von 5 Prozent auf 8 Prozent gesteigert. Vor der Pandemie lag sie noch bei akzeptablen 22 Prozent (2020).

Union Berlin wird finanziell seriöser. Die Eigenkapitalquote liegt jetzt bei 6 Prozent nach 2 Prozent 2024 und 2023. Vorher war der Club überschuldet und man konnte gar keine Quote berechnen.

Die Eigenkapitalquote des 1. FC Heidenheim dümpelt schon immer zwischen 1 und 6 Prozent herum. Da liegen die 4 Prozent 2025 mittendrin.

Die SV Elversberg weist eine Eigenkaptialquote von 3 Prozent aus. Da sie aus der Überschuldung kommt, konnte 2024 noch keine Quote berechnet werden.

Nach wie vor lässt sie sich nicht beim FC Schalke 04 berechnen, da der Club überschuldet ist.

Fazit zum KPI Eigenkapitalquote

  • 15 Clubs haben wie 2024 eine gute bis sehr gute EQ.
  • Union Berlin hat mit 186 Prozent Steigerung prozentual den größten Sprung geschafft – allerdings auf niedrigem Niveau.
  • Bayer Leverkusen hat 43 Prozent den größten Rückgang verzeichnet. Trotzdem ist die Quote noch gut.

In Teil 3 der Finanz-Bundesliga-Tabelle 2025 wird es um die Personalaufwandsquote gehen.

Die Finanzen der Männer-Bundesliga-Clubs 2026 Teil 1

Interessieren Dich die Finanzen der Bundesliga-Clubs? Wenn ja, dann bist Du hier genau richtig. Mit Hilfe von Finanzkennzahlen der Bundesliga-Vereine, die die DFL öffentlich verfügbar macht, lassen sich finanzielle Entwicklungen der Clubs erkennen. So ist es möglich, zu analysieren, wie finanziell nachhaltig Vereine wirtschaften, welche Vereine finanziell gut aufgestellt sind, welche Clubs finanziell eher Verbesserungspotential haben und wie FinancialFairplay gelebt wird.

Hier geht es zu:
Teil 2
Teil 3
Teil 4
Teil 5 Abschlusstabelle

Einleitung
Einführung Key Performance Indicators (KPIs)
Das Eigenkapital
Das Anlagevermögen
Der KPI Anlagendeckungsgrad
Zusammenfassung Anlagendeckungsgrad

Einleitung

Im Mai 2019 veröffentlichte die Deutsche Fußball Liga (DFL) erstmals die Finanzkennzahlen der Bundesliga-Vereine. Dies geht zurück auf den Beschluss der Mitgliederversammlung Ende 2018. So war es 2019 erstmals möglich, eine „Finanz-Bundesliga-Tabelle 2019“ zu erstellen. Ferner lässt sich erkennen, welche Vereine finanziell nachhaltig agieren.

Basis sind Finanzkennzahlen, die die DFL pro Verein veröffentlicht hat. Mit Hilfe von Leistungskennzahlen, so genannten „Key Performance Indicators“, kurz KPIs, analysiere ich diese Finanzkennzahlen und ermittele seit 2019 jährlich die Finanz-Bundesliga-Tabelle.

Daraus ergaben sich für die einzelnen Vereine viele interessante Ergebnisse:

  • Da sie sich untereinander in einem Wettbewerb befinden, war es bereits 2019 extrem spannend zu sehen, wie es tatsächlich um „Financial Fairplay“ bestellt ist.
  • 2020 wurde es noch interessanter, weil es möglich war, Veränderungen im Vergleich zum vorangegangen Geschäftsjahr (2019 zu 2018) zu ermitteln .
  • 2021 war das erste Jahr, in dem alle Vereine finanziell von der Pandemie betroffen waren (Geschäftsjahr 2020).
  • 2022(Geschäftsjahr 2021) war das Jahr, in dem teilweise Zuschauende wieder im Stadion zugelassen waren.
  • 2023 (Geschäftsfahr 2022) war das Jahr, in dem sich langsam der Gechäftsbetrieb in der Bundesliga nach der Pandemie wieder normalisierte.
  • 2024 (Geschäftsjahr 2023) konnten erstmals nach der Pandemie wieder komplett die Zahlen gut verglichen werden.
  • 2025 (Geschäftsjahr 2024) zeigte u.a. wie der SC Freiburg finanziell die Grundlage für den sportlichen Erfolg der Saison 2025/2026 legte.

Vergleichbarkeit der Vereine

Um die Vereine besser vergleichen zu können, sind in der Finanz-Bundesliga-Tabelle 2026 alle Erstliga-Clubs der Saison 2025/2026 und der Saison 2026/2027 vertreten. Allerdings bilanzieren Bayer 04 Leverkusen, Borussia Mönchengladbach, die SV Elversberg der VfB Stuttgart und der 1. FC Heidenheim zum 31. Dezember. Eintracht Frankfurt hatte 2023 ihre Bilanz umgestellt, so dass das Geschäftsjahr der SGE jetzt zum 30. Juni statt zum 31. Dezember endet.

Im Bilanzzeitraum 1. Juli 2024 bis 30. Juni 2025 spielten der Hamburger SV, der 1. FC Köln, die diejährigen Aufsteiger SV Elversberg, der SC Paderborn und Schalke 04 in der 2. Liga.

Die Analyse wird in verschiedene Bereiche unterteilt:

Einführung und der Key Performance Indicators (KPIs)

Ich habe die folgenden von der DFL veröffentlichten Finanzkennzahlen genutzt:

  • Eigenkapital
  • Anlagevermögen
  • Verbindlichkeiten + Rückstellungen + passive Rechnungsabgrenzungsposten (=Fremdkapital)
  • Bilanzsumme
  • Personalkosten
  • Rohergebnis (als Umsatz genutzt)

Daraus habe ich die folgenden Leistungskennzahlen hergeleitet:

  • Anlagendeckungsgrad
  • Eigenkapitalquote
  • Personalaufwandsquote
  • Verschuldungsgrad

Anmerkung in eigener Sache: Unter den Lesenden dieses Blogs gibt es sicherlich versierte „Bilanzbuchhalter*innen“. Ziel dieser Finanz-Bundesliga ist es nicht, für 21 Vereine wasserdichte Finanzgutachten zu erstellen. Vielmehr soll sie Fußballfans dazu dienen, sich ein grobes Bild des eigenen Vereins in Bezug auf die langfristige finanzielle Situation zu machen – im Vergleich zu Konkurrenten genauso wie zum Vorjahr. Wie bei vielen anderen Fan-Aktionen auch, ist dieser Artikel in der Freizeit entstanden, ohne finanzielle oder sonstige Kompensation. Eine noch detaillierte Aufstellung hätte den zeitlichen Aufwand deutlich gesprengt.

Um auf einen Blick eine bessere Vergleichbarkeit zu bekommen, habe ich 2026 (Geschäftsjahr 2025) den Index zum Vorjahr und die Platzierung zum Vorjahr angegeben. Ein Indexwert von 110 entspricht demnach einem Anstieg von 10% gegenüber dem Wert der Referenzperiode, also 2025 (Geschäftsjahr 2024).

1. Anlagendeckungsgrad (Eigenkapital zu Anlagevermögen)

Je höher der Deckungsgrad, desto besser steht es um die Finanzierung des Clubs.

Das Eigenkapital

Definition: Kapital, das den Clubs gehört. Es handelt sich um den Teil, den die Clubs selbst aufbringen, um den Spielbetrieb durchzuführen.

Nachdem letztes Jahr erstmals seit der Veröffentlichung der Finanzkennzahlen ist kein Club der 1. Liga überschuldet war, hat sich das mit dem Aufstieg von Schalke 04 wieder erledigt. Alle anderen Clubs haben positives Eigenkapital und finanzieren wenigstens einen kleinen Teil ihrer Aktivitäten selbst.

ClubMio. EuroIndexVorjahr
1.FC Bayern München5861031.
2.Borussia Dortmund3261002,
3.TSG Hoffenheim2191294,
4.Bayer 04 Leverkusen2001003.
5.SC Freiburg1641085.
6.RB Leipzig137996.
7.VfB Stuttgart901338.
8.VfL Wolfsburg761007.
9.Eintracht Frankfurt691349.
10.FC Augusburg6513910.
11.Hamburger SV4911012.
12.Borussia Mönchengladbach459210.
13.1. FSV Mainz 053410213.
14.1. FC Köln2911314.
15.Werder Bremen156715.
16.Union Berlin827718.
17.SC Paderborn6102neu
18.FC St. Pauli616116.
19.1. FC Heidenheim28820.
20.SV Elversberg1N/Vneu
21. FC Schalke 04-99105neu
Eigenkapital-Tabelle Geschäftsjahr 2025 – Quelle DFL

Die überschuldeten Clubs in der Historie

Die überschuldeten Clubs in der Historie (negatives Eigenkapital) seit der Publikation der Finanzkennzahlen durch die DFL:

  • 2018:
    • Hertha BSC Berlin
    • SC Paderborn
    • Union Berlin
  • 2019:
    • Union Berlin
    • Arminia Bielefeld
    • FC Schalke 04
  • 2020:
    • Union Berlin
    • Arminia Bielefeld
    • Werder Bremen
    • Schalke 04
    • VfL Bochum1
  • 2021:
    • Union Berlin
    • VfL Bochum
    • Arminia Bielefeld2
    • Werder Bremen3
    • Schalke 043
  • 2022:
    • Union Berlin
    • Werder Bremen1
    • Schalke 041
  • 2023:
    • Werder Bremen
    • Schalke 044
  • 2024: kein Club
  • 2025:
    • Schalke 04

1: Aufsteiger; 2: Arminia Bielefeld war 2022 nicht mehr in der Liste enthalten, da der Club 2022 abstiegen ist. Das Eigenkapital ist 2025 allerdings weiterhin negativ; 3: Absteiger, 4: der FC Schalke 04 war 2024 nicht mehr in der Liste enthalten, da der Club 2023 abgestiegen ist. Das Eigenkapital war allerdings weiterhin negativ.

In der 2. Liga gibt es 2025 nach wie vor überschuldetet Clubs, die teilweise aus der 1. Liga im Laufe der Jahre abgestiegen sind:

  • Hertha BSC: -38 Mio. Euro (2024: -23 Mio. Euro) – ist erst in der 2. Liga wieder überschuldet gewesen.
  • Arminia Bielefeld: -1 Mio. Euro (2024: -4 Mio. Euro)
  • Energie Cottbus: -0,09 Mio. Euro (2024: 3. Liga – keine Daten)

Der 1. FC Nürnberg und die SV Elversberg haben 2025 den Turnaround geschafft und sind nicht mehr überschuldet.

Eigenkapital-Entwicklung vom Geschäftsjahr 2024 zu 2025

Prozentual die größte Eigenkapital-Entwicklung konnte 2025 Union Berlin hinlegen (+145 Prozent) – allerdings auf relativ niedrigem Niveau. Es ist im Geschäftsjahr 2024/25 signifikant von zuvor 2,91 Millionen Euro auf den Vereinsrekord von 8,07 Millionen Euro gestiegen. Hauptgrund ist die Ausgabe von „Stadionaktien“.

Auch beim FC St. Pauli ging es mit dem Eigenkapital prozentual steil nach oben. Es ist um 61 Prozent gestiegen – ebenfalls auf relativ niedrigem Niveau. Vermutlich ist die Steigerung auf die Gründung der vereinseigenen Genossenschaft („Football Cooperative Sankt Pauli 2024 eG“) stark gestiegen.

Beim FC Augsburg existiert seit 2015 ein Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsilidierung in Höhe von 16 Mio. Euro, da sich der Club aus der FCA KGaA, (Mutterunternehmen) und der F.C. Augsburg Arena Besitz und Betriebs GmbH (auch kurz “FCA Arena GmbH“); (Tochterunternehmen) zusammensetzt. Diese Kapitalkonsilidierung hat nach Ansicht der Verbraucherinformationsplattform „Die Bewertung“ eher Fremdkapitalcharakter, obwohl sie die DFL im Bereich Eigenkapital führt. Da der FC Augsburg als einziger Club diese Kapitalkonsolidierung in der Bilanz stehen hat, wird sie weggelassen, um den Club mit anderen Clubs besser vergleichen zu können. Das Eigenkapital des Clubs ist im Geschäftsjahr 2024/25 auf den historischen Höchstwert von 60,26 Millionen Euro angewachsen. Dieser deutliche Zuwachs resultiert aus dem zweithöchsten Gewinn der Vereinsgeschichte in Höhe von 18,14 Millionen Euro nach Steuern, mit dem der Klub die Verluste der vorangegangenen Corona-Jahre vollständig ausgleichen konnte.

Das Eigenkapital erhöht hat Eintracht Frankfurt von 52 Mio. Euro auf 68 Mio. Euro. Am 27. Mai 2025 beschloss die Hauptversammlung der Eintracht Frankfurt Fußball AG einstimmig eine formelle Kapitalerhöhung um 25,7 Mio. Euro. Ohne diese Maßnahme wäre das Eigenkapital gesunken. Zwei Drittel wurden durch Eintracht Frankfurt e.V. gezeichnet (teilweise übe Darlehen finanziert). Der Rest ging an die neu gegründete Gude Eintracht GmbH, ein Zusammenschluss von regionalen Privatpersonen und Unterstützern aus dem Vereinsumfeld.

Wahrlich Flügel bekommen hat 2024 das Eigenkapital beim VfB Stuttgart. Es hat sich von 12 Mio. Euro auf 68 Mio. Euro verfünffacht. Alleine 40 Mio. Euro kamen durch den Einstieg von Porsche beim VfB zustande. Auch 2025 ist es um 33 Prozent auf 90 Mio. Euro gestiegen – allerdings ohne zusätzliche finanzielle Spritzen eines Investors.

Der massive Anstieg des Eigenkapitals der TSG Hoffenheim um 29 Prozent im Jahr 2025 auf rund 219 Millionen Euro hat vor allem eine Ursache: die finanziellen Zuwendungen des Mehrheitsgesellschafters und Milliardärs Dietmar Hopp. In der Bilanz steht „Ergebniszuweisung atypisch stiller Gesellschafter: 27,8 Mio. Euro“. Das entspricht grob dem Jahresfehlbetrag der TSG.

Die 13 Prozent Eigenkapitalsteigerung des 1. FC Köln sind hauptsächlich auf den Jahresüberschuss zurückzuführen.

Beim Hamburger SV sind die 10 Prozent Eigenkapitalsteigerung durch den Jahresüberschuss und durch die Wandlung von Verbindlichkeiten in Eigenkapital (Wandelschuldverschreibungen) sowie durch planmäßige Tilgungen die Finanzschulden zustande gekommen.

Eigenkapitalsteigerungen unter 10 Prozent gelangen dem SC Freiburg, dem FC Bayern München und dem SC Paderborn.

Der 1. FSV Mainz 05 (0,7 Mio. Euro) hat wie im Vorjahr Investitionszuschüsse (wahrscheinlich für das Stadion) erhalten, die man dem Eigenkapital zurechnen kann. Ich habe diese Zuschüsse weggelassen, um eine bessere Vergleichbarkeit zu erzielen. Sein Eigenkapital ist um 2 Prozent gestiegen.

Leichte Schrumpfungen des Eigenkapitals mussten Borussia Dortmund (< 1 Prozent) und Borussia Mönchengladbach (8 Prozent) hinnehmen.

RB Leipzig hat seit 2022 keine Zuschüsse mehr erhalten. 2018 Jahr war dieser Zuschuss bei RBL größer als damals das eigentliche Eigenkapital in Höhe von 27 Mio. Euro. 2019 fanden sich in der Bilanz von RBL 100 Mio. Euro mehr Eigenkapital, die vermutlich vom Brausekonzern stammen. Seit 2020 ist das Eigenkapital wieder „normal“ gewachsen (zwischen 0,3 Mio. und 6 Mio Euro). 2024 und 2025 ist es jeweils um 1% gesunken.

Um 12 Prozent ist das ohnehin geringe Eigenkapital des 1. FC Heidenheim wegen des Jahresfehlbetrags von 0,27 Mio. Euro gesunken.

Um ein Drittel gesunken ist das Eigenkapital beim SV Werder Bremen. Das liegt an den 7 Mio. Euro Jahresfehlbetrag- Der wesentliche Grund für dieses erhebliche finanzielle Minus war ein bewusst eingegangenes, „kalkulierbares wirtschaftliches Risiko“, um die sportliche Entwicklung des Bundesligakaders zu sichern. Damit ist gleichzeitig rund ein Drittel des Geldes der Investorengruppe schon wieder weg.

Die SV Elversberg war 2024 noch mit 4,2 Mio. Euro überschuldet. 2025 liegt das Eigenkapital jetzt bei 1,3 Mio. Euro.

Der FC Schalke 04 hat sein negatives Eigenkapital von -104 Mio. Euro auf -99 Mio. Euro senken können – ist aber nach wie vor extrem überschuldet.

Beim VfL Wolfsburg ist das Eigenkapital 2024 massiv gestiegen. Seit der ersten Publikation der Finanzkennzahlen 2019 war es bis 2024 immer unverändert geblieben. Selbst Corona konnte dem Eigenkapital des VfL nichts anhaben, obwohl es in fast allen Clubs eine Eigenkapitalvernichtung gab. Der Grund warum es sich zwischen 2019 und 2023 nie verändert hatte liegt am VW-Konzern, der die regelmäßigen Fehlbeträge immer ausgeglichen und die wenigen Gewinne jährlich immer eingestrichen hat. In 2024 ist es nun von 31 Mio. Euro auf 76 Mio. Euro gestiegen. Die 45 Mio. Euro stammen aus dem VW-Konzern, der trotz wirtschaftlicher Krise noch mehr Geld in den VfL Wolfsburg stecken möchte. 2025 blieb es wieder unverändert, obwohl der Club wieder einen Fehlbetrag von 12 Mio. Euro ausweisen musste.

Die Ausnahme Bayer 04 Leverkusen

Keine Veränderungen gab es wie jedes Jahr bei Bayer 04 Leverkusen, da es bei der Werkself egal ist, wie sie wirtschaftet, da am Ende alles durch den Pharmariesen ausgeglichen wird. Damit ist das Prinzip ähnlich wie in Wolfsburg. Allerdings erwirtschaftet Leverkusen in der Regel einen Gewinn, der in den Konzern abfließt. Auch 2025 flossen so 133 Mio. Euro ab.

Fazit: Nach dem Investoreneinstieg in Bremen und Stuttgart in 2024 blieb 2025 ein Einstieg eines einzigen Investors aus. Vielmehr wurde das Eigenkapital bei einigen Clubs durch Kapitalerhöhungen (Eintracht Frankfurt), Stadionaktien (Union Berlin) oder eine Genossenschaft (FC St. Pauli) erhöht. Natürlich konnten auch einige Clubs ihr Eigenkapital durch Jahresüberschüsse steigern. Mit dem Aufstieg des FC Schalke 04 kam auch wieder ein überschuldeter Club zurück in die 1. Liga.

Das Anlagevermögen

Definition: Das Anlagevermögen bezeichnet die so genannten Steine eines Vereins, sprich diese sollen dem Verein dauerhaft dazu dienen, den Spielbetrieb durchzuführen. Als Steine des Vereins gelten auch die Beine des Vereins, sprich der Wert der Spieler*innen.

ClubMio. EuroIndexVorjahr
1.FC Bayern München5471001.
2.Borussia Dortmund4501153.
3.RB Leipzig4441052.
4.Bayer 04 Leverkusen3811584.
5.VfB Stuttgart2151216.
6. Eintracht Frankfurt2091367.
7.TSG Hoffenheim2051378.
8.VfL Wolfsburg197985.
9.Borussia Mönchengladbach133929.
10.Hamburger SV11310510.
11.Union Berlin848111.
12.FC Augsburg789612.
13.SC Freiburg6811013.
14.FC Schalke 046292neu
15.1. FC Köln5810014.
16.FC St. Pauli4210015.
17.Werder Bremen3612818.
18.SV Elversberg34120neu
19.1. FC Heidenheim3210316.
20.1. FSV Mainz 053110417.
21.SC Paderborn799neu
Anlagevermögen-Tabelle 2025 – Quelle DFL

Starker Anstieg bei sechs Clubs

Auch 2025 ist das Anlagevermögen bei einigen Clubs massiv angestiegen: Bayer 04 Leverkusen (58 Prozent), TSG Hoffenheim (37 Prozent), Eintracht Frankfurt (36 Prozent), Werder Bremen (28 Prozent), VfB Stuttgart (21 Prozent), SV Elversberg (20 Prozent), Borussia Dortmund (15 Prozent).

Moderate Steigerungen legten der SC Freiburg (10 Prozent9, der Hamburger SV und RB Leipzig (je 5 Prozent), der 1. FSV Mainz 05 (4 Prozent) und der 1. FC Heidenheim (3 Prozent) hin.

Nahezu unverändert blieb das Anlagevermögen beim FC Bayern München, dem 1. FC Köln und dem FC St. Pauli.

Leichte Verluste bei fünf Clubs

Eine leichte Reduzierung gab es beim SC Paderborn (-1 Prozent), dem VfL Wolfsburg (-2 Prozent), dem FC Augsburg (-4 Prozent), dem FC Schalke 04 und Borussia Mönchengladbach (je -8 Prozent).

Eine massive Reduzierung gab es bei Union Berlin (-19 Prozent).

Fazit: Die Schere zwischen Clubs, die immer mehr investieren (teilweise durch Investoreneinstiege beim VfB und Werder) und denen die nicht mehr oder sogar weniger investieren wird immer größer. Interessant ist das wirtschaftliche Gebaren bei Union, das eine Abkehr von der riskanten Wachstumsstrategie vergangener Jahre bedeutet. Dahin entwickelt sich ein wenig Werder Bremen, die ihre Investorengelder gleich mal in den Kader steckten. Interessant ist das Verhalten der Aufsteiger: Die SV Elversberg investiert massiv in den Kader, der SC Paderborn schränkt sich sogar ein wenig ein und der FC Schalke 04 merkt langsam, dass man mal am Kader sparen muss.  

Der Anlagendeckungsgrad (AD)

Der AD zeigt an, inwieweit das Anlagevermögen durch das Eigenkapital gedeckt ist, sprich inwieweit die Teams eigenfinanziert sind und somit unter Financial Fairplay-Bedingungen finanziert werden. Ein AD von 50% bedeutet, dass das Anlagevermögen zu 50% mit Eigenkapital gedeckt ist. Damit finanzielle Stabilität gewährleistet ist, sollte der AD zwischen 60 und 100% liegen. Ein AD von mindestens 60% könnte beispielsweise ein Lizenzierungskriterium der DFL in Bezug auf finanzielle Nachhaltigkeit sein. Dieses würden demnach nur sieben von 21 Clubs erfüllen. 2024 waren es ebenfalls sieben, im Jahr zuvor s noch acht von 20 Clubs. 2019, im letzten Jahr vor der Pandemie, waren es noch 11 Clubs. Daran erkennt man die finanzielle Schieflage vieler Clubs.

Finanz-Bundesliga-Teil 1: Der SC Freiburg hat den besten Anlagendeckungsgrad im Geschäftsjahr 2023
Der SC Freiburg hat den besten Anlagendeckungsgrad im Geschäftsjahr 2025

Die Anlagendeckungsgrad-Tabelle 2025

ClubAnlagen-
deckungsgrad
Vorjahr
1.SC Freiburg241%1.
2.1. FSV Mainz 05110 %3.
3.FC Bayern München107 %4.
4.TSG Hoffenheim107 %2.
5.SC Paderborn93 %neu
6.FC Augsburg83 %8.
7.Borussia Dortmund73 %5.
8.Bayer 04 Leverkusen53 %6.
9.1. FC Köln50 %9.
10.Hamburger SV44 %10.
11.VfB Stuttgart42 %12.
12.Werder Bremen41 %7.
13.VfL Wolfsburg39 %11.
14.Borussia Mönchengladbach34 %14.
15.Eintracht Frankfurt33 %13.
16.RB Leipzig31 %15.
17.FC St. Pauli13 %18.
18.Union Berlin10 %20.
19.1. FC Heidenheim6 %19.
20.SV Elversberg4 %20.
21.FC Schalke 04N/Vneu
Anlagendeckungsgrad-Tabelle Geschäftsjahr 2025 – Quelle Meenzer-on-Tour.de

Baden dominierte seit der Einführung der Finanz-Bundesliga 2019 diese Tabelle. Der SC Freiburg hat seine Spitzenposition behauptet. Die TSG Hoffenheim ist zwar etwas abgerutscht. Aber wie der 1. FSV Mainz 05 und der FC Bayern München haben alle vier Clubs einen AD weit über 1 – d.h. die Steine und Beine sind also mehr als vollkommen selbst finanziert. Diese vier Clubs finanzieren seit Jahren ihren Spielbetrieb mehr als solide, wobei das bei TSG Hoffenheim an Dietmar Hopp liegt.

Der SC Paderborn, der FC Augsburg und Borussia Dortmund haben einen Anlagendeckungsgrad von über 60 Prozent, was als finanziell nachhaltig gilt. Letztes Jahr lag der Anlagendeckungsgrad beim FCA erstmals unter 60 Prozent. Dieses Jahr hat sich der Club wieder gefangen.

Erstmals abgerutscht unter 60 Prozent ist Bayer 04 Leverkusen. Der 1. FC Köln bewegt sich kontinuierlich nach oben. Vor der Pandemie lag der Anlagendeckungsgrad bei 56 Prozent, in der Pandemie ist er auf 3 Prozent gesunken. Jetzt steht der Club mit 50 Prozent vergleichsweise gut da.

Leicht nach oben ging es auch für den Hamburger SV der nun einen Deckungsgrad von 44 Prozent aufzuweisen hat. Dank des Investors geht der Anlagendeckungsgrad beim VfB Stuttgart kontinuierlich nach oben. Er lag 2023 noch bei 10 Prozent, mittlerweile bei 42 Prozent.

Auf dem Papier sieht der Anlagendeckungsgrad von Werder Bremen mit 41 Prozent noch gut aus. Allerdings ist er innerhalb eines Jahres fast halbiert worden und um 48 Prozent zurückgegangen. Den riskanten Transferentscheidungen sei Dank.

Durch die Eigenkapitalspritze hat der VfL Wolfsburg seinen Anlagendeckungsgrad, der immer bei zirka 25 Prozent lag, 2024 auf 38 Prozent steigern können. 2025 lag er bei 39 Prozent.

Relativ stabil liegt der Anlagendeckungsgrad bei Borussia Mönchengladbach bei 34 Prozent. Er lag vor der Pandemie bei ca. 50 Prozent, während der Pandemie ist er dann auf Mitte 30 Prozent gesunken, wo er auch seit Jahren verharrt.

Ein ähnliches Szenario spielt sich bei Eintracht Frankfurt ab. Vor der Pandemie existierte ein guter Anlagendeckungsgrad von 64 Prozent. Dieser sackte auf 24 Prozent 2023 ab. Er liegt jetzt bei 33 Prozent, fast halb so hoch wie vor der Pandemie und ein Prozent niedriger als letztes Jahr.

Bei RB Leipzig lag der Anlagendeckungsgrad vor der Kapitalspritze 2019 bei 13 Prozent (2018). Seit 2019, wo er bei 52 Prozent lag, geht er langfristig immer weiter nach unten auf mittlerweile 31 Prozent.

Der FC St. Pauli konnte durch die Gründung der Genossenschaft den Anlagendeckungsgrad stabilisieren. Er ist von 8 auf 13 Prozent innerhalb eines Jahres gestiegen.

Um sagenhafte 242 Prozent ist der Anlagendeckungsgrad von Union Berlin innerhalb eines Jahres gestiegen. Er liegt mit 10 Prozent allerdings noch auf sehr niedrigem Niveau.

Einen permanent niedrigen Anlagendeckungsgrad weist der 1. FC Heidenheim mit 6 (2025) bis 7 Prozent (2024) auf. Noch niedriger ist das Niveau bei der SV Elversberg mit 4 Prozent.

Aufgrund der Überschuldung lässt sich der Anlagendeckungsgrad bei Schalke 04 gar nicht berechnen. Es ist alles fremdfinanziert.

Fazit zum KPI Anlagendeckungsgrad

  • Der Anlagendeckungsgrad zeigt an, wieviel ein Club selbst finanziert.
  • 60 Prozent und mehr gelten als solide finanziert.
  • Nur 7 Clubs erfüllen das Kriterium: SC Freiburg, 1. FSV Mainz 05, FC Bayern München, TSG Hoffenheim, SC Paderborn, FC Augsburg, Borussia Dortmund
  • Werder Bremen und Bayer 04 Leverkusen erfüllen das Kriterium nicht mehr.
  • Financial Fairplay kann damit nicht unbedingt ermittelt werden, da immer mehr Clubs Finanzspritzen von Investoren bekommen, zuletzt Werder Bremen und der VfB Stuttgart

Im zweiten Teil der Finanz-Bundesliga-Tabelle 2025 geht es um die Eigenkapitalquote.

Die Finanzen der Männer-Bundesliga-Clubs: Abschlusstabelle 2025

In den ersten vier Teilen habe ich die 18 Erstligisten und die zwei Aufsteiger mit Hilfe von insgesamt vier KPIs analysiert und für jeden KPI eine Tabelle erstellt. In den letzten sechs Jahren, seitdem ich diese Analyse erstelle, haben sich die Ansprüche an diese Analyse verändert. Das Thema Nachhaltigkeit ist weiter in den Vordergrund gerückt. Dies gilt auch für ökonomische Aspekte. Diese Aspekte finden sich in der Abschlusstabelle 2025 in Bezug auf die Finanzen der Bundesliga-Clubs wider.

Hier geht es zu:

Teil 1
Teil 2
Teil 3
Teil 4

Wertvorgaben für die KPIs zur Erstellung der Abschlusstabelle in Bezug auf die Finanzen der Bundesliga-Clubs

In allen vier Teilen habe ich für die entsprechenden KPIs Wertvorgaben für finanziell nachhaltiges Verhalten recherchiert:

  • Ein Anlagendeckungsgrad von 60 Prozent und mehr gilt als finanzielle Stabilität
  • Eine Eigenkapitalquote von mehr als 20 Prozent ist in Ordnung, bei mehr als 30 Prozent gilt sie als gesund.
  • Eine Personalaufwandsquote, in Branchen, die auf menschliche Interaktion angewiesen sind, gelten Werte von 60 bis 70 Prozent als angemessen
  • Beim Verschuldungsgrad wird ein Richtwert empfohlen, bei dem das Verhältnis zwischen Fremdkapital und Eigenkapital höchstens 2:1 ist, was einem Verschuldungsgrad von 200% entspricht.

Wer in den letzten Jahren aufmerksam die Finanz-Bundesliga-Tabellenerstellung verfolgt hat, wird feststellen, dass ich bis 2023 auch die Eigenkapitalrendite und die Umsatzrentabilität mit in die Tabelle hineingenommen habe. Diese beiden KPIs sind von eher kurzfristiger Natur, da in beiden Werten der Jahresüberschuss eine entscheidende Rolle spielt. Gerade während der Pandemie haben die meisten Vereine einen Jahresfehlbetrag ausgewiesen.

Ein (einmaliger) Jahresfehlbetrag ist langfristig gesehen unproblematisch, wenn der Club finanziell nachhaltig wirtschaftet. Ferner sind zumindest eingetragene Vereine keine „normalen“ Unternehmen. Sie sollen nicht unbedingt hohe Jahresüberschüsse erwirtschaften, sondern mit ihrem vorhandenen Geld, verantwortungsbewusst umgehen. Dass damit ein Jahresüberschuss und kein dauerhafter -fehlbetrag einhergeht, ist selbstredend. Die Clubs befinden sich in einem Wettbewerb untereinander und daher sollte das Ziel dieser Analyse sein, zu prüfen, welche Clubs Financial Fairplay eher leben als andere oder es nur leben können, weil Investoren eingestiegen sind. Aus diesem Grund habe ich diese beiden KPIs Eigenkapitalrendite und Umsatzrentabilität letztes Jahr gestrichen.

Wie in den Jahren zuvor habe ich für die vier KPIs pro Verein zwischen 0 und 3 Punkten vergeben. Ich hätte natürlich auch nach Tabellenplatz bewerten können. Doch sagt ein Platz in der Tabelle nicht wirklich etwas über den finanziellen Zustand des Clubs aus. Deshalb habe ich die Bewertung in jeder Kategorie nach Punkten durchgeführt und jede Kategorie gleich gewichtet. Natürlich ist das rein subjektiv. Doch letztlich ergibt sich ein gutes Bild, wie es um das finanzielle Gebaren der Clubs untereinander aussieht.

Die Punkteverteilung im Überblick; für die Nerds (in Klammern die Punkte des Vorjahres):

Anlagendeckungsgrad (Eigenkapital zu Anlagevermögen) – Finanzierung des Vereins

AD PunkteVereine (in Klammern Punkte im Vorjahr)
>13SCF (3), TSG 3 (3), M05 (3), FCB (3)
>0,52BVB (2), B04 (2), SVW 2 (0), FCA (2)
>01KOE (1), HSV (neu), WOB (1), VFB (1), SGE (1), BMG (1), RBL (1), KSV (2), BOC (1), FSP (1), FCH (1), FCU (1)
<00
Punkte Anlagendeckungsgrad 2025

Zwei Punkte mehr konnte Werder Bremen erzielen. Holstein Kiel hat einen Punkt weniger erhalten.

Eigenkapitalquote (Eigenkapital zu Bilanzsumme) – Chance auf Pleite des Vereins

EQPunkteVereine (in Klammern Punkte im Vorjahr)
> 0,663SCF (3), TSG (3)
> 0,332BVB (2), B04 (2), FCB (2), M05 (2), FCA (2),
> 01HSV (neu), KOE (1), WOB (1), BMG (1), VFB (1), SVW (0), RBL (1), SGE (1), KSV (2), BOC (1), FSP (1), FCH (1), FCU (1)
<00
Punkte Eigenkapitalquote 2025

Einen Punkt mehr gab es für Werder Bremen. Holstein Kiel hat einen Punkt weniger erhalten.

Personalaufwandsquote (Personalaufwand zu Umsatz) – Arbeitsintensität des Vereins

PQ PunkteVereine (in Klammern Punkte im Vorjahr)
< 0,53HSV (neu), SGE (3), SCF (2), KOE (3), RBL (3), BVB (3), FCH (2), FCU (3), FCB (2), FSP (2), VFB (2), B04 (3)
<0,62SVW (2), WOB (2), FCA (2), M05 (3), BMG (2), KSV (2), BOC (3)
<0,71TSG (2)
>0,70
Punkte Personalaufwandsquote 2025

Eine PQ von unter 0,5 gilt für die Branche als sehr gut. Daher gibt es ab diesem Wert 3 Punkte. Eine PQ über 0,5 und unter 0,6 gibt zwei Punkte. Eine PQ über 0,6 und unter 0,7 gibt einen Punkt. In den Klammern stehen die revidierten Punktezahlen des Vorjahres.

Der SC Freiburg, der 1. FC Heidenheim, der FC Bayern München, der FC St. Pauli und der VfB Stuttgart erhielten jeweils einen Punkt mehr. Einen Punkt weniger erhielten der 1. FSV Mainz 05, der VfL Bochum und die TSG Hoffenheim.

Verschuldungsgrad (Fremdkapital zu Eigenkapital) – Abhängigkeit des Vereins

VQ PunkteVereine (in Klammern Punkte im Vorjahr)
< 0,53SCF (3), TSG (3)
< 12BVB (2), B04 (2), FCB (2), M05 (2),
< 21FCA (1)
> 20HSV (neu), KOE (0), WOB (0), BMG (0), VFB (0),SVW (0), RBL (0), SGE (0), KSV (0), BOC (0), FSP (0), FCH (0), FCU (0),
Punkte Verschuldungsgrad 2024

Ein Verschuldungsgrad von unter 0,5 gilt als sehr nachhaltig und ergibt 3 Punkte , von unter 1 ergibt 2 Punkte und von unter 2 1 Punkt.

Einen Punkt weniger erhielt der FC Augsburg.

Entwicklung der Punkte im Vergleich zu 2024

3 Punkte mehr konnte Werder Bremen (5 statt 3) erzielen. Einen Punkt mehr konnten der SC Freiburg (12 statt 11), der FC Bayern München (10 statt 9), der 1. FC Heidenheim, der FC St. Pauli und der VfB Stuttgart (jeweils 5 statt 4) erzielen. Einen Punkt weniger konnten die TSG Hoffenheim (10 statt 11), der 1. FSV Mainz 05 (9 statt 10), der FC Augsburg (7 statt 8) und der VfL Bochum (beide 4 statt 5) ergatten. Vier Punkte weniger erzielte Holstein Kiel (4 statt 8). Die beiden Aufsteiger 1. FC Köln und Hamburger SV erhalten 5 Punkte.

Die Meisterschaft in Bezug auf die Finanzen der Bundesliga-Clubs in einer Abschlusstabelle

 Meister in der KPI-Bundesliga-Tabelle ist damit wie 2019, 2020, 2021, 2023 und 2024 der SC Freiburg.

Auf Platz 1 der Finanz-Bundesliga-Tabelle landete der SC Freiburg.

Die Abschlusstabelle 2024 in Bezug auf die Finanzen der Bundesliga-Clubs

PlatzierungVereinPunkte 2025VorjahrPunkte 2024
1.SC Freiburg121.11
2.TSG Hoffenheim101.11
FC Bayern München104.9
4.1. FSV Mainz 0593.10
Bayer 04 Leverkusen94.9
Borussia Dortmund94.9
7.FC Augsburg77.8
8.Eintracht Frankfurt59.5
RB Leipzig59.5
1. FC Köln59.5
1. FC Heidenheim514.4
FC St. Pauli514.4
VfB Stuttgart514.4
Werder Bremen520.2
Hamburger SV5neuneu
Union Berlin 59.5
16.Holstein Kiel 47.8
VfL Bochum49.5
VfL Wolfsburg414.4
Borussia Mönchengladbach414.4
KPI-Abschlusstabelle 2025

Das Fazit in Bezug auf die Abschlusstabelle der Finanzen der Bundesliga-Clubs

Bei nur noch vier KPIs gibt es natürlich Vereine, die sich Platzierungen teilen. Das ist allerdings nicht weiter schlimm, denn so lässt sich auf einen Blick erkennen, welche Vereine auf dem Papier finanziell nachhaltig agieren und welche Clubs hier Nachholbedarf haben. „Auf dem Papier“ bedeutet, dass Clubs wie Bayer Leverkusen und der VfL Wolfsburg in der Realität natürlich überhaupt nicht fair (aber nachhaltig) agieren, da ihre Fehlbeträge Jahr für Jahr durch Dritte ausgeglichen werden. Ähnlich sieht es mit RB Leipzig aus, das sich das Fremdkapital vom Brausekonzern leiht.

Der größte Sprung nach vorne gelang Werder Bremen (von 20 auf 8). Dem Investor sei Dank. Auch beim VfB Stuttgart ging es dank Investor von 14 auf 8. Ohne Investor haben das der 1. FC Heidenheim und der FC St. Pauli hinbekommen. Der FC Bayern München ist von 4 auf 2 gestiegen.

Einen Platz nach unten von 1 auf 2 ging es für die TSG Hoffenheim und für den 1. FSV Mainz 05 (von 3 auf 4). Ebenfalls bergab ging es für Holstein Kiel (von 7 auf 16), für Union Berlin und den VfL Bochum (von 9 auf 16) und für den VfL Wolfsburg und Borussia Mönchengladbach (von 14 auf 16).

Mit Hilfe der Tabelle lässt sich die Liga in sechs Gruppen einteilen:

  • Meister und Champions League: der SC Freiburg, der in allen vier Kategorien die absolute Punktzahl erzielen konnte.
  • Champions League-Qualifikation: TSG Hoffenheim und der FC Bayern München
  • Europa League: 1. FSV Mainz 05, Bayer 04 Leverkusen, Borussia Dortmund
  • Europa Conference League: der FC Augsburg
  • Mittelfeld: Eintracht Frankfurt, RB Leipzig, 1. FC Köln, 1. FC Heidenheim, FC St. Pauli, VfB Stuttgart, Werder Bremen, Hamburger SV
  • Abstiegskampf: Holstein Kiel, Union Berlin, VfL Bochum, VfL Wolfsburg, Borussia Mönchengladbach

Die DFL-Linzenzordnung

Die DFL hat in ihren Lizenzierungskriterien zum Thema Finanzen leider keine dieser KPIs veranktert. Würde man die oben angesprochenen Werte für die KPIs:

  • Anlagendeckungsgrad (> 60 Prozent)
  • Eigenkapitalquote (> 20 Prozent)
  • Personalaufwandsquote (< 70 Prozent)
  • Verschuldungsgrad (< 200 Prozent)

als Linzenkriterien einführen, wäre es ein großer Schritt in Richtung Financial Fairplay, wenn gleichzeitig die jährliche Alimentierung bei Bayer 04 Leverkusen, dem VfL Wolfsburg und RB Leipzig beendet werden würde – so wie es auch das Bundeskartellamt in Bezug auf die 50+1-Regel fordert.

Welcher Verein erfüllt wieviele Kritieren

Die folgenden Vereine würden alle vier Kriterien erfüllen:

  • SC Freiburg
  • TSG Hoffenheim
  • Borussia Dortmund
  • Bayer Leverkusen
  • FC Bayern München
  • 1. FSV Mainz 05

Drei von vier Kriterien würde erfüllen:

  • FC Augsburg
  • SV Werder Bremen

Zwei von vier Kriterien würden erfüllen:

  • Hamburger SV
  • RB Leipzig
  • 1. FC Köln
  • VfL Wolfsburg
  • Borussia Mönchengladbach
  • VfB Stuttgart
  • Eintracht Frankfurt

Eins von vier Kriterien würden erfüllen:

  • Union Berlin
  • FC St. Pauli
  • 1. FC Heidenheim
  • Holstein Kiel
  • VfL Bochum

Diese Aufteilung der Liga zeigt ein relativ objektives Bild der finanziellen Situation aller Clubs der ersten Liga.

Alle Kriterien erfüllen nur noch sechs Clubs. Letztes Jahr waren es noch acht Clubs. Der FC Augsburg erfüllt nur noch 3 Kriterien, Holstein Kiel nur noch ein Kriterium. Der VfL Bochum erfüllt statt 2 nur noch 1 Kriterium.

Werder Bremen erfüllt nun drei statt einem Kriterium. Der 1. FC Köln, der VfL Wolfsburg, der VfB Stuttgart und Eintracht Frankfurt erfüllen jetzt zwei statt einem Kriterium.

Financial Fairplay?

Financial Fairplay ist weiterhin ein Fremdwort in der Bundesliga. Es gibt Vereine, die können das Geld zum Fenster rausschmeißen und das wird einfach durch Dritte ausgeglichen. Andere Vereine haben diese Möglichkeit nicht. Damit wird die Spaltung der Liga weiter verschärft und ein Wettbewerb kann so kaum noch stattfinden. Corona wirkte als Brandbeschleuniger, wenn man bedenkt, dass das Bundeskartellamt auf eine Einhaltung von 50 plus 1 drängt. Die Sonderstellung von Bayer Leverkusen, RB Leipzig und vom VfL Wolfsburg ist weiterhin kritisch zu betrachten.

Insgesamt haben viele Clubs viel zu viel Fremdkapital in der Bilanz stehen. Damit hallt die Pandemie in der Bundesliga immer noch nach. Gleichzeitig lassen immer mehr Clubs Investoren zu (VfB Stuttgart, Werder Bremen). Ob das Geld der Investoren langfristig verbrannt wird, zeigen die nächsten Jahre. Es gibt allerdings Clubs, die können sehr gut mit ihrem Geld umgehen – auch ohne Investor (der SC Freiburg). Und es gibt Clubs, die wirtschaften seriös (1. FSV Mainz 05, Borussia Dortmund, FC Bayern München) bzw. gesunden langsam aber sicher (1. FC Köln). Der Rest wurschtelt so vor sich hin und benötigt die immensen TV-Gelder, weil er mit Geld schlichtweg nicht umgehen kann.

In der Lizenzierungsordnung der DFL kann es mittlerweile Geldstrafen und ab der nächsten Saison Punktabzüge für negatives Eigenkapital geben. Doch diese Maßnahme greift viel zu kurz.

Es wird auch dieses Jahr spannend sein, wie die Clubs weiter wirtschaften. Antworten darauf gibt es nächstes Jahr im Sommer, wenn die DFL die Bilanzen der Clubs veröffentlicht hat.