In Teil 1 der Finanzen der Bundesliga-Clubs ging es um die „Steine bzw. Beine“ eines Vereins. Außerdem ging es um die Frage, wieviel Geld der eigene Club mitbringt (oder sich durch Investoren mitbringen lässt), um Bundesliga spielen zu können. Aus den beiden Finanzkennzahlen Eigenkapital und Anlagevermögen hat sich die Leistungskennzahl Anlagendeckungsgrad ermitteln lassen. Sie ist das erste von vier Kriterien aus der die „Finanz-Bundesliga-Tabelle“ ermittelt wird. Im zweiten Teil der Finanzen der Bundesliga-Clubs geht es um die Eigenkapitalquote.
2. Die Eigenkapitalquote (Eigenkapital zu Bilanzsumme)
Je höher die Eigenkapitalquote desto mehr finanzielles Engagement bringt der eigene Club auf, sprich desto mehr finanziert sich der Verein selber und desto geringer ist die Chance, dass der Verein pleite geht. Das sind die Rücklagen, die von den Clubs in Bezug auf die Pandemie gefordert wurden, um Krisenzeiten länger als ein paar Wochen durchzustehen. Um die Eigenkapitalquote zu berechnen, muss zunächst die Bilanzsumme erklärt werden. Sie wird jährlich vom Ligaverband im Rahmen der Finanzkennzahlen publiziert.
Die Bilanzsumme
Um die „Größe“ der Clubs miteinander zu vergleichen eignet sich die Bilanzsumme ganz gut. Sie zeigt das Gesamtvermögen eines Unternehmens auf. Gleichzeitig aber auch das Gesamtkapital, das notwendig ist, um den Laden am Laufen zu halten. Das Verhältnis der Clubs untereinander, das sich aus dem finanziellen Gebaren der Vorjahre herleitet, ist auch interessant zu betrachten.
Club
Mio. Euro
Index
Vorjahr
1.
FC Bayern München
955
92
1.
2.
RB Leipzig
635
100
2.
3.
Bayer Leverkusen
633
175
4,
4.
Borussia Dortmund
615
104
3.
5.
VfB Stuttgart
361
127
6.
6.
Eintracht Frankfurt
334
137
7.
7.
TSG Hoffenheim
306
128
8.
8.
VfL Wolfsburg
292
99
5.
9.
SC Freiburg
198
105
10.
10.
Borussia Mönchengladbach
177
92
9.
11.
Hamburger SV
165
105
11.
12.
Union Berlin
134
97
12.
13.
FC Augsburg
134
100
13,
14.
Werder Bremen
94
92
14.
15.
1. FC Köln
92
100
15.
16.
FC Schalke 04
84
84
neu
17.
FC St. Pauli
68
106
16.
18.
1. FSV Mainz 05
66
102
17.
19.
SV Elversberg
49
143
neu
20.
1. FC Heidenheim
47
98
18.
21.
SC Paderborn
22
154
neu
Bilanzsummen-Tabelle Geschäftsjahr 2025 – Quelle Ligaverband
Analyse der Bilanzsumme
Der größte Verein (FC Bayern München) ist 43-mal größer als der kleinste Verein (SC Paderborn). Vor zwei Jahren war er noch 63-mal größer als Holstein Kiel. Der FC Bayern ist noch fast 50 Prozent größer, wie die Nummer 2 seit 2024: RB Leipzig.
Am stärksten gewachsen ist diesmal Bayer 04 Leverkusen (75 Prozent). Damit ist der Pharmaclub erstmals die Nummer 3. Um 54 Prozent ist der SC Paderborn gewachsen – auf sehr niedrigem Niveau. Auch die SV Elversberg ist um 43 Prozent auf niedrigem Niveau gewachsen. Eintracht Frankfurt wächst weiter. Nach 59 Prozent in 2024 jetzt um 37 Prozent.
Da Dietmar Hopp wieder in seinen Heimatverein investierte, ist die TSG Hoffenheim um 28 Prozent gewachsen.
Auch der VfB Stuttgart ist nach dem Investoreneinstieg 2024 (54 Prozent) in 2025 erneut um 27 Prozent gewachsen.
Moderates Wachstum verzeichnen der FC St. Pauli (6 Prozent), der Hamburger SV und der SC Freiburg (je 5 Prozent), Borussia Dortmund (4 Prozent), das dadurch auf Platz 4 abgerutscht ist, und der 1. FSV Mainz 05 (2 Prozent).
Weder Wachstum noch Schrumpfung gab es bei RB Leipzig, dem FC Augsburg und dem 1. FC Köln.
Leicht geschrumpft sind der VfL Wolfsburg (-1 Prozent), der 1. FC Heidenheim (-2 Prozent), Union Berlin (-3 Prozent, erstmals seit 2019).
Jeweils um 8 Prozent sind der FC Bayern München (erstmals seit 2021), Werder Bremen und Borussia Mönchengladbach geschrumpft.
Der FC Schalke 04 ist um 16 Prozent geschrumpft.
Bedeutung der Eigenkapitalquote
Groß bedeutet nicht stark, solide oder solvent. Wenn das so einfach zu ermitteln wäre, dann könnte man sich die Analyse der Kennzahlen mit KPIs auch sparen. Daher ist die Berechnung der Eigenkapitalquote (EQ) wichtig, um zu ermitteln, wie nachhaltig die Größe der Clubs finanziert ist. In Deutschlands Unternehmen liegt die EQ bei 20 bis 25 Prozent. Bei einem Wert von über 20 % ist die Eigenkapitalquote in Ordnung. Bei einem Wert über 30 % wird von einer gesunden Eigenkapitalquote gesprochen und der Club ist auch in Krisen abgesichert. Folglich wäre ein Lizenzierungskriterium, eine EQ von mindestens 20 Prozent vorzuhalten. Dies wäre eine weitere Möglichkeit, finanzielle Nachhaltigkeit und damit Financial FairPlay den Clubs vorzuschreiben.
Die beste Eigenkapitalquote im Geschäftsjahr 2025 konnte der SC Freiburg erzielen
Die Eigenkapitalquoten-Tabelle 2025
Club
Eigenkapital- quote 2024
Vorjahr
1.
SC Freiburg
83%
1.
2.
TSG Hoffenheim
72%
2.
3.
FC Bayern München
61%
5.
4.
Borussia Dortmund
53%
3.
5.
1. FSV Mainz 05
52%
6.
6.
FC Augsburg
48%
7.
7.
1. FC Köln
32%
9.
8.
Bayer 04 Leverkusen
32%
4.
9.
Hamburger SV
30%
8.
10.
SC Paderborn
30%
neu
11.
VfL Wolfsburg
26%
10.
12.
Borussia Mönchengladbach
25%
11.
13.
VfB Stuttgart
25%
12.
14.
RB Leipzig
22%
14.
15.
Eintracht Frankfurt
21%
15.
16.
Werder Bremen
16%
13.
17.
FC St. Pauli
8%
18.
18.
Union Berlin
6%
20.
19.
1. FC Heidenheim
4%
19.
20.
SV Elversberg
3%
neu
21.
FC Schalke 04
N/V
neu
Eigenkapitalquote-Tabelle 2025 – Quelle Meenzer-on-Tour.de
Eigenkaptialquote – Definition
Die Eigenkapitialquote setzt das Eigenkapital ins Verhältnis zum Gesamtkapital, das gleichzeitig die Bilanzsumme ist. Die Eigenkapitalquote gibt über die finanzielle Stabilität und Unabhängigkeit eines Clubs Auskunft.
Bedeutung der Eigenkapitalquote
Wie 2024 haben 15 Clubs eine gesunde Eigenkapitalquote (EQ). Das sind im Vergleich zu 2023 3 Clubs mehr und zu 2022 7 Clubs mehr. 2019 im letzten Jahr vor der Pandemie haben noch 18 Clubs eine gesundes EQ vorzuweisen gehabt.
Wie beim Anlagendeckungsgrad dominiert Baden die Liga. Allerdings ist die EQ beim SC Freiburg von 74 (2023) über 80 (2024) auf 83 Prozent gestiegen, bei der TSG Hoffenheim von 87 (2023) auf zunächst 71 (2024) auf 72 Prozent gesunken. Das ist für die TSG der zweitschlechteste Wert überhaupt, seitdem die Zahlen 2019 erstmals publiziert wurden.
Beim FC Bayern München (61 Prozent), bei Borussia Dortmund (53 Prozent) und beim 1. FSV Mainz 05 (52 Prozent) liegt ebenfalls eine sehr gute Eigenkapitalquote vor. Dabei konnte der FC Bayern eine Steigerung um 11 Prozent verzeichnen. Bei Mainz 05 ist sie um 0,5 Prozent gestiegen, bei Borussia Dortmund um 4 Prozent gesunken.
Auf gutem Niveau hat sich die Eigenkapitalquote des FC Augsburg von 35 auf 48 Prozent verbessert. Ähnliches gilt für den 1. FC Köln (von 28 auf 32 Prozent).
Den schlechtesten Wert seitdem die Zahlen 2019 erstmals publiziert wurden hat Bayer Leverkusen hingelegt. Der Wert lag immer über 55 Prozent. Jetzt ist er auf 32 Prozent gesunken – allerdings noch im finanziell gesunden Rahmen.
Um ein Drittel ist der Wert beim SC Paderborn von 45% auf 30% gesunken. Aber auch hier ist das finanziell noch seriös.
Praktisch unverändert liegt die Eigenkapitalquote des VfL Wolfsburg bei 26 Prozent, was vollkommen ok ist.
Auch die 25 Prozent Eigenkapitalquote von Borussia Mönchengladbach und vom VfB Stuttgart sind in Ordnung. Bei Stuttgart stieg sie um 5 Prozent, bei der Borussia gab es keine große Änderung.
Bei RB Leipzig ist die Eigenkapitalquote um 1 Prozent gesunken – auf noch akzeptable 22 Prozent.
Letzter Club mit einer akzeptablen Eigenkapitalquote ist Eintracht Frankfurt mit 21 Prozent. Sie sank um 2 Prozent.
Alle anderen Clubs haben keine gute Eigenkapitalquote. Werder Bremen hat sich mit dem Rückgang von 22% auf 16% finanziell aufs Glatteis begeben. Dabei hat man 2024 erst Investoren an Bord geholt. Da sollte eigentlich ein Rückgang um 28 Prozent ausgeschlossen sein.
Auf niedrigem Niveau hat der FC St. Pauli seine Eigenkapitalquote um 52 Prozent von 5 Prozent auf 8 Prozent gesteigert. Vor der Pandemie lag sie noch bei akzeptablen 22 Prozent (2020).
Union Berlin wird finanziell seriöser. Die Eigenkapitalquote liegt jetzt bei 6 Prozent nach 2 Prozent 2024 und 2023. Vorher war der Club überschuldet und man konnte gar keine Quote berechnen.
Die Eigenkapitalquote des 1. FC Heidenheim dümpelt schon immer zwischen 1 und 6 Prozent herum. Da liegen die 4 Prozent 2025 mittendrin.
Die SV Elversberg weist eine Eigenkaptialquote von 3 Prozent aus. Da sie aus der Überschuldung kommt, konnte 2024 noch keine Quote berechnet werden.
Nach wie vor lässt sie sich nicht beim FC Schalke 04 berechnen, da der Club überschuldet ist.
Fazit zum KPI Eigenkapitalquote
15 Clubs haben wie 2024 eine gute bis sehr gute EQ.
Union Berlin hat mit 186 Prozent Steigerung prozentual den größten Sprung geschafft – allerdings auf niedrigem Niveau.
Bayer Leverkusen hat 43 Prozent den größten Rückgang verzeichnet. Trotzdem ist die Quote noch gut.
In Teil 3 der Finanz-Bundesliga-Tabelle 2025 wird es um die Personalaufwandsquote gehen.
Interessieren Dich die Finanzen der Bundesliga-Clubs? Wenn ja, dann bist Du hier genau richtig. Mit Hilfe von Finanzkennzahlen der Bundesliga-Vereine, die die DFL öffentlich verfügbar macht, lassen sich finanzielle Entwicklungen der Clubs erkennen. So ist es möglich, zu analysieren, wie finanziell nachhaltig Vereine wirtschaften, welche Vereine finanziell gut aufgestellt sind, welche Clubs finanziell eher Verbesserungspotential haben und wie FinancialFairplay gelebt wird.
Im Mai 2019 veröffentlichte die Deutsche Fußball Liga (DFL) erstmals die Finanzkennzahlen der Bundesliga-Vereine. Dies geht zurück auf den Beschluss der Mitgliederversammlung Ende 2018. So war es 2019 erstmals möglich, eine „Finanz-Bundesliga-Tabelle 2019“ zu erstellen. Ferner lässt sich erkennen, welche Vereine finanziell nachhaltig agieren.
Basis sind Finanzkennzahlen, die die DFL pro Verein veröffentlicht hat. Mit Hilfe von Leistungskennzahlen, so genannten „Key Performance Indicators“, kurz KPIs, analysiere ich diese Finanzkennzahlen und ermittele seit 2019 jährlich die Finanz-Bundesliga-Tabelle.
Daraus ergaben sich für die einzelnen Vereine viele interessante Ergebnisse:
Da sie sich untereinander in einem Wettbewerb befinden, war es bereits 2019 extrem spannend zu sehen, wie es tatsächlich um „Financial Fairplay“ bestellt ist.
2020 wurde es noch interessanter, weil es möglich war, Veränderungen im Vergleich zum vorangegangen Geschäftsjahr (2019 zu 2018) zu ermitteln .
2021 war das erste Jahr, in dem alle Vereine finanziell von der Pandemie betroffen waren (Geschäftsjahr 2020).
2022(Geschäftsjahr 2021) war das Jahr, in dem teilweise Zuschauende wieder im Stadion zugelassen waren.
2023 (Geschäftsfahr 2022) war das Jahr, in dem sich langsam der Gechäftsbetrieb in der Bundesliga nach der Pandemie wieder normalisierte.
2024 (Geschäftsjahr 2023) konnten erstmals nach der Pandemie wieder komplett die Zahlen gut verglichen werden.
2025 (Geschäftsjahr 2024) zeigte u.a. wie der SC Freiburg finanziell die Grundlage für den sportlichen Erfolg der Saison 2025/2026 legte.
Vergleichbarkeit der Vereine
Um die Vereine besser vergleichen zu können, sind in der Finanz-Bundesliga-Tabelle 2026 alle Erstliga-Clubs der Saison 2025/2026 und der Saison 2026/2027 vertreten. Allerdings bilanzieren Bayer 04 Leverkusen, Borussia Mönchengladbach, die SV Elversberg der VfB Stuttgart und der 1. FC Heidenheim zum 31. Dezember. Eintracht Frankfurt hatte 2023 ihre Bilanz umgestellt, so dass das Geschäftsjahr der SGE jetzt zum 30. Juni statt zum 31. Dezember endet.
Im Bilanzzeitraum 1. Juli 2024 bis 30. Juni 2025 spielten der Hamburger SV, der 1. FC Köln, die diejährigen Aufsteiger SV Elversberg, der SC Paderborn und Schalke 04in der 2. Liga.
Die Analyse wird in verschiedene Bereiche unterteilt:
Einführung und der Key Performance Indicators (KPIs)
Ich habe die folgenden von der DFL veröffentlichten Finanzkennzahlen genutzt:
Daraus habe ich die folgenden Leistungskennzahlen hergeleitet:
Anlagendeckungsgrad
Eigenkapitalquote
Personalaufwandsquote
Verschuldungsgrad
Anmerkung in eigener Sache: Unter den Lesenden dieses Blogs gibt es sicherlich versierte „Bilanzbuchhalter*innen“. Ziel dieser Finanz-Bundesliga ist es nicht, für 21 Vereine wasserdichte Finanzgutachten zu erstellen. Vielmehr soll sie Fußballfans dazu dienen, sich ein grobes Bild des eigenen Vereins in Bezug auf die langfristige finanzielle Situation zu machen – im Vergleich zu Konkurrenten genauso wie zum Vorjahr. Wie bei vielen anderen Fan-Aktionen auch, ist dieser Artikel in der Freizeit entstanden, ohne finanzielle oder sonstige Kompensation. Eine noch detaillierte Aufstellung hätte den zeitlichen Aufwand deutlich gesprengt.
Um auf einen Blick eine bessere Vergleichbarkeit zu bekommen, habe ich 2026 (Geschäftsjahr 2025) den Index zum Vorjahr und die Platzierung zum Vorjahr angegeben. Ein Indexwert von 110 entspricht demnach einem Anstieg von 10% gegenüber dem Wert der Referenzperiode, also 2025 (Geschäftsjahr 2024).
1. Anlagendeckungsgrad (Eigenkapital zu Anlagevermögen)
Je höher der Deckungsgrad, desto besser steht es um die Finanzierung des Clubs.
Das Eigenkapital
Definition: Kapital, das den Clubs gehört. Es handelt sich um den Teil, den die Clubs selbst aufbringen, um den Spielbetrieb durchzuführen.
Nachdem letztes Jahr erstmals seit der Veröffentlichung der Finanzkennzahlen ist kein Club der 1. Liga überschuldet war, hat sich das mit dem Aufstieg von Schalke 04 wieder erledigt. Alle anderen Clubs haben positives Eigenkapital und finanzieren wenigstens einen kleinen Teil ihrer Aktivitäten selbst.
Club
Mio. Euro
Index
Vorjahr
1.
FC Bayern München
586
103
1.
2.
Borussia Dortmund
326
100
2,
3.
TSG Hoffenheim
219
129
4,
4.
Bayer 04 Leverkusen
200
100
3.
5.
SC Freiburg
164
108
5.
6.
RB Leipzig
137
99
6.
7.
VfB Stuttgart
90
133
8.
8.
VfL Wolfsburg
76
100
7.
9.
Eintracht Frankfurt
69
134
9.
10.
FC Augusburg
65
139
10.
11.
Hamburger SV
49
110
12.
12.
Borussia Mönchengladbach
45
92
10.
13.
1. FSV Mainz 05
34
102
13.
14.
1. FC Köln
29
113
14.
15.
Werder Bremen
15
67
15.
16.
Union Berlin
8
277
18.
17.
SC Paderborn
6
102
neu
18.
FC St. Pauli
6
161
16.
19.
1. FC Heidenheim
2
88
20.
20.
SV Elversberg
1
N/V
neu
21.
FC Schalke 04
-99
105
neu
Eigenkapital-Tabelle Geschäftsjahr 2025 – Quelle DFL
Die überschuldeten Clubs in der Historie
Die überschuldeten Clubs in der Historie (negatives Eigenkapital) seit der Publikation der Finanzkennzahlen durch die DFL:
2018:
Hertha BSC Berlin
SC Paderborn
Union Berlin
2019:
Union Berlin
Arminia Bielefeld
FC Schalke 04
2020:
Union Berlin
Arminia Bielefeld
Werder Bremen
Schalke 04
VfL Bochum1
2021:
Union Berlin
VfL Bochum
Arminia Bielefeld2
Werder Bremen3
Schalke 043
2022:
Union Berlin
Werder Bremen1
Schalke 041
2023:
Werder Bremen
Schalke 044
2024: kein Club
2025:
Schalke 04
1: Aufsteiger; 2: Arminia Bielefeld war 2022 nicht mehr in der Liste enthalten, da der Club 2022 abstiegen ist. Das Eigenkapital ist 2025 allerdings weiterhin negativ; 3: Absteiger, 4: der FC Schalke 04 war 2024 nicht mehr in der Liste enthalten, da der Club 2023 abgestiegen ist. Das Eigenkapital war allerdings weiterhin negativ.
In der 2. Liga gibt es 2025 nach wie vor überschuldetet Clubs, die teilweise aus der 1. Liga im Laufe der Jahre abgestiegen sind:
Hertha BSC: -38 Mio. Euro (2024: -23 Mio. Euro) – ist erst in der 2. Liga wieder überschuldet gewesen.
Arminia Bielefeld: -1 Mio. Euro (2024: -4 Mio. Euro)
Energie Cottbus: -0,09 Mio. Euro (2024: 3. Liga – keine Daten)
Der 1. FC Nürnberg und die SV Elversberg haben 2025 den Turnaround geschafft und sind nicht mehr überschuldet.
Eigenkapital-Entwicklung vom Geschäftsjahr 2024 zu 2025
Prozentual die größte Eigenkapital-Entwicklung konnte 2025 Union Berlin hinlegen (+145 Prozent) – allerdings auf relativ niedrigem Niveau. Es ist im Geschäftsjahr 2024/25 signifikant von zuvor 2,91 Millionen Euro auf den Vereinsrekord von 8,07 Millionen Euro gestiegen. Hauptgrund ist die Ausgabe von „Stadionaktien“.
Wahrlich Flügel bekommen hat 2024 das Eigenkapital beim VfB Stuttgart. Es hat sich von 12 Mio. Euro auf 68 Mio. Euro verfünffacht. Alleine 40 Mio. Euro kamen durch den Einstieg von Porsche beim VfB zustande. Auch 2025 ist es um 33 Prozent auf 90 Mio. Euro gestiegen – allerdings ohne zusätzliche finanzielle Spritzen eines Investors.
Der massive Anstieg des Eigenkapitals der TSG Hoffenheim um 29 Prozent im Jahr 2025 auf rund 219 Millionen Euro hat vor allem eine Ursache: die finanziellen Zuwendungen des Mehrheitsgesellschafters und Milliardärs Dietmar Hopp. In der Bilanz steht „Ergebniszuweisung atypisch stiller Gesellschafter: 27,8 Mio. Euro“. Das entspricht grob dem Jahresfehlbetrag der TSG.
Eigenkapitalsteigerungen unter 10 Prozent gelangen dem SC Freiburg, dem FC Bayern München und dem SC Paderborn.
Der 1. FSV Mainz 05 (0,7 Mio. Euro) hat wie im Vorjahr Investitionszuschüsse (wahrscheinlich für das Stadion) erhalten, die man dem Eigenkapital zurechnen kann. Ich habe diese Zuschüsse weggelassen, um eine bessere Vergleichbarkeit zu erzielen. Sein Eigenkapital ist um 2 Prozent gestiegen.
Leichte Schrumpfungen des Eigenkapitals mussten Borussia Dortmund (< 1 Prozent) und Borussia Mönchengladbach (8 Prozent) hinnehmen.
RB Leipzig hat seit 2022 keine Zuschüsse mehr erhalten. 2018 Jahr war dieser Zuschuss bei RBL größer als damals das eigentliche Eigenkapital in Höhe von 27 Mio. Euro. 2019 fanden sich in der Bilanz von RBL 100 Mio. Euro mehr Eigenkapital, die vermutlich vom Brausekonzern stammen. Seit 2020 ist das Eigenkapital wieder „normal“ gewachsen (zwischen 0,3 Mio. und 6 Mio Euro). 2024 und 2025 ist es jeweils um 1% gesunken.
Um 12 Prozent ist das ohnehin geringe Eigenkapital des 1. FC Heidenheim wegen des Jahresfehlbetrags von 0,27 Mio. Euro gesunken.
Die SV Elversberg war 2024 noch mit 4,2 Mio. Euro überschuldet. 2025 liegt das Eigenkapital jetzt bei 1,3 Mio. Euro.
Der FC Schalke 04 hat sein negatives Eigenkapital von -104 Mio. Euro auf -99 Mio. Euro senken können – ist aber nach wie vor extrem überschuldet.
Beim VfL Wolfsburg ist das Eigenkapital 2024 massiv gestiegen. Seit der ersten Publikation der Finanzkennzahlen 2019 war es bis 2024 immer unverändert geblieben. Selbst Corona konnte dem Eigenkapital des VfL nichts anhaben, obwohl es in fast allen Clubs eine Eigenkapitalvernichtung gab. Der Grund warum es sich zwischen 2019 und 2023 nie verändert hatte liegt am VW-Konzern, der die regelmäßigen Fehlbeträge immer ausgeglichen und die wenigen Gewinne jährlich immer eingestrichen hat. In 2024 ist es nun von 31 Mio. Euro auf 76 Mio. Euro gestiegen. Die 45 Mio. Euro stammen aus dem VW-Konzern, der trotz wirtschaftlicher Krise noch mehr Geld in den VfL Wolfsburg stecken möchte. 2025 blieb es wieder unverändert, obwohl der Club wieder einen Fehlbetrag von 12 Mio. Euro ausweisen musste.
Die Ausnahme Bayer 04 Leverkusen
Keine Veränderungen gab es wie jedes Jahr bei Bayer 04 Leverkusen, da es bei der Werkself egal ist, wie sie wirtschaftet, da am Ende alles durch den Pharmariesen ausgeglichen wird. Damit ist das Prinzip ähnlich wie in Wolfsburg. Allerdings erwirtschaftet Leverkusen in der Regel einen Gewinn, der in den Konzern abfließt. Auch 2025 flossen so 133 Mio. Euro ab.
Fazit: Nach dem Investoreneinstieg in Bremen und Stuttgart in 2024 blieb 2025 ein Einstieg eines einzigen Investors aus. Vielmehr wurde das Eigenkapital bei einigen Clubs durch Kapitalerhöhungen (Eintracht Frankfurt), Stadionaktien (Union Berlin) oder eine Genossenschaft (FC St. Pauli) erhöht. Natürlich konnten auch einige Clubs ihr Eigenkapital durch Jahresüberschüsse steigern. Mit dem Aufstieg des FC Schalke 04 kam auch wieder ein überschuldeter Club zurück in die 1. Liga.
Das Anlagevermögen
Definition: Das Anlagevermögen bezeichnet die so genannten Steine eines Vereins, sprich diese sollen dem Verein dauerhaft dazu dienen, den Spielbetrieb durchzuführen. Als Steine des Vereins gelten auch die Beine des Vereins, sprich der Wert der Spieler*innen.
Club
Mio. Euro
Index
Vorjahr
1.
FC Bayern München
547
100
1.
2.
Borussia Dortmund
450
115
3.
3.
RB Leipzig
444
105
2.
4.
Bayer 04 Leverkusen
381
158
4.
5.
VfB Stuttgart
215
121
6.
6.
Eintracht Frankfurt
209
136
7.
7.
TSG Hoffenheim
205
137
8.
8.
VfL Wolfsburg
197
98
5.
9.
Borussia Mönchengladbach
133
92
9.
10.
Hamburger SV
113
105
10.
11.
Union Berlin
84
81
11.
12.
FC Augsburg
78
96
12.
13.
SC Freiburg
68
110
13.
14.
FC Schalke 04
62
92
neu
15.
1. FC Köln
58
100
14.
16.
FC St. Pauli
42
100
15.
17.
Werder Bremen
36
128
18.
18.
SV Elversberg
34
120
neu
19.
1. FC Heidenheim
32
103
16.
20.
1. FSV Mainz 05
31
104
17.
21.
SC Paderborn
7
99
neu
Anlagevermögen-Tabelle 2025 – Quelle DFL
Starker Anstieg bei sechs Clubs
Auch 2025 ist das Anlagevermögen bei einigen Clubs massiv angestiegen: Bayer 04 Leverkusen (58 Prozent), TSG Hoffenheim (37 Prozent), Eintracht Frankfurt (36 Prozent), Werder Bremen (28 Prozent), VfB Stuttgart (21 Prozent), SV Elversberg (20 Prozent), Borussia Dortmund (15 Prozent).
Moderate Steigerungen legten der SC Freiburg (10 Prozent9, der Hamburger SV und RB Leipzig (je 5 Prozent), der 1. FSV Mainz 05 (4 Prozent) und der 1. FC Heidenheim (3 Prozent) hin.
Nahezu unverändert blieb das Anlagevermögen beim FC Bayern München, dem 1. FC Köln und dem FC St. Pauli.
Leichte Verluste bei fünf Clubs
Eine leichte Reduzierung gab es beim SC Paderborn (-1 Prozent), dem VfL Wolfsburg (-2 Prozent), dem FC Augsburg (-4 Prozent), dem FC Schalke 04 und Borussia Mönchengladbach (je -8 Prozent).
Eine massive Reduzierung gab es bei Union Berlin (-19 Prozent).
Fazit: Die Schere zwischen Clubs, die immer mehr investieren (teilweise durch Investoreneinstiege beim VfB und Werder) und denen die nicht mehr oder sogar weniger investieren wird immer größer. Interessant ist das wirtschaftliche Gebaren bei Union, das eine Abkehr von der riskanten Wachstumsstrategie vergangener Jahre bedeutet. Dahin entwickelt sich ein wenig Werder Bremen, die ihre Investorengelder gleich mal in den Kader steckten. Interessant ist das Verhalten der Aufsteiger: Die SV Elversberg investiert massiv in den Kader, der SC Paderborn schränkt sich sogar ein wenig ein und der FC Schalke 04 merkt langsam, dass man mal am Kader sparen muss.
Der Anlagendeckungsgrad (AD)
Der AD zeigt an, inwieweit das Anlagevermögen durch das Eigenkapital gedeckt ist, sprich inwieweit die Teams eigenfinanziert sind und somit unter Financial Fairplay-Bedingungen finanziert werden. Ein AD von 50% bedeutet, dass das Anlagevermögen zu 50% mit Eigenkapital gedeckt ist. Damit finanzielle Stabilität gewährleistet ist, sollte der AD zwischen 60 und 100% liegen. Ein AD von mindestens 60% könnte beispielsweise ein Lizenzierungskriterium der DFL in Bezug auf finanzielle Nachhaltigkeit sein. Dieses würden demnach nur sieben von 21 Clubs erfüllen. 2024 waren es ebenfalls sieben, im Jahr zuvor s noch acht von 20 Clubs. 2019, im letzten Jahr vor der Pandemie, waren es noch 11 Clubs. Daran erkennt man die finanzielle Schieflage vieler Clubs.
Der SC Freiburg hat den besten Anlagendeckungsgrad im Geschäftsjahr 2025
Die Anlagendeckungsgrad-Tabelle 2025
Club
Anlagen- deckungsgrad
Vorjahr
1.
SC Freiburg
241%
1.
2.
1. FSV Mainz 05
110 %
3.
3.
FC Bayern München
107 %
4.
4.
TSG Hoffenheim
107 %
2.
5.
SC Paderborn
93 %
neu
6.
FC Augsburg
83 %
8.
7.
Borussia Dortmund
73 %
5.
8.
Bayer 04 Leverkusen
53 %
6.
9.
1. FC Köln
50 %
9.
10.
Hamburger SV
44 %
10.
11.
VfB Stuttgart
42 %
12.
12.
Werder Bremen
41 %
7.
13.
VfL Wolfsburg
39 %
11.
14.
Borussia Mönchengladbach
34 %
14.
15.
Eintracht Frankfurt
33 %
13.
16.
RB Leipzig
31 %
15.
17.
FC St. Pauli
13 %
18.
18.
Union Berlin
10 %
20.
19.
1. FC Heidenheim
6 %
19.
20.
SV Elversberg
4 %
20.
21.
FC Schalke 04
N/V
neu
Anlagendeckungsgrad-Tabelle Geschäftsjahr 2025 – Quelle Meenzer-on-Tour.de
Baden dominierte seit der Einführung der Finanz-Bundesliga 2019 diese Tabelle. Der SC Freiburg hat seine Spitzenposition behauptet. Die TSG Hoffenheim ist zwar etwas abgerutscht. Aber wie der 1. FSV Mainz 05 und der FC Bayern München haben alle vier Clubs einen AD weit über 1 – d.h. die Steine und Beine sind also mehr als vollkommen selbst finanziert. Diese vier Clubs finanzieren seit Jahren ihren Spielbetrieb mehr als solide, wobei das bei TSG Hoffenheim an Dietmar Hopp liegt.
Der SC Paderborn, der FC Augsburg und Borussia Dortmund haben einen Anlagendeckungsgrad von über 60 Prozent, was als finanziell nachhaltig gilt. Letztes Jahr lag der Anlagendeckungsgrad beim FCA erstmals unter 60 Prozent. Dieses Jahr hat sich der Club wieder gefangen.
Erstmals abgerutscht unter 60 Prozent ist Bayer 04 Leverkusen. Der 1. FC Köln bewegt sich kontinuierlich nach oben. Vor der Pandemie lag der Anlagendeckungsgrad bei 56 Prozent, in der Pandemie ist er auf 3 Prozent gesunken. Jetzt steht der Club mit 50 Prozent vergleichsweise gut da.
Leicht nach oben ging es auch für den Hamburger SV der nun einen Deckungsgrad von 44 Prozent aufzuweisen hat. Dank des Investors geht der Anlagendeckungsgrad beim VfB Stuttgart kontinuierlich nach oben. Er lag 2023 noch bei 10 Prozent, mittlerweile bei 42 Prozent.
Auf dem Papier sieht der Anlagendeckungsgrad von Werder Bremen mit 41 Prozent noch gut aus. Allerdings ist er innerhalb eines Jahres fast halbiert worden und um 48 Prozent zurückgegangen. Den riskanten Transferentscheidungen sei Dank.
Durch die Eigenkapitalspritze hat der VfL Wolfsburg seinen Anlagendeckungsgrad, der immer bei zirka 25 Prozent lag, 2024 auf 38 Prozent steigern können. 2025 lag er bei 39 Prozent.
Relativ stabil liegt der Anlagendeckungsgrad bei Borussia Mönchengladbach bei 34 Prozent. Er lag vor der Pandemie bei ca. 50 Prozent, während der Pandemie ist er dann auf Mitte 30 Prozent gesunken, wo er auch seit Jahren verharrt.
Ein ähnliches Szenario spielt sich bei Eintracht Frankfurt ab. Vor der Pandemie existierte ein guter Anlagendeckungsgrad von 64 Prozent. Dieser sackte auf 24 Prozent 2023 ab. Er liegt jetzt bei 33 Prozent, fast halb so hoch wie vor der Pandemie und ein Prozent niedriger als letztes Jahr.
Bei RB Leipzig lag der Anlagendeckungsgrad vor der Kapitalspritze 2019 bei 13 Prozent (2018). Seit 2019, wo er bei 52 Prozent lag, geht er langfristig immer weiter nach unten auf mittlerweile 31 Prozent.
Der FC St. Pauli konnte durch die Gründung der Genossenschaft den Anlagendeckungsgrad stabilisieren. Er ist von 8 auf 13 Prozent innerhalb eines Jahres gestiegen.
Um sagenhafte 242 Prozent ist der Anlagendeckungsgrad von Union Berlin innerhalb eines Jahres gestiegen. Er liegt mit 10 Prozent allerdings noch auf sehr niedrigem Niveau.
Einen permanent niedrigen Anlagendeckungsgrad weist der 1. FC Heidenheim mit 6 (2025) bis 7 Prozent (2024) auf. Noch niedriger ist das Niveau bei der SV Elversberg mit 4 Prozent.
Aufgrund der Überschuldung lässt sich der Anlagendeckungsgrad bei Schalke 04 gar nicht berechnen. Es ist alles fremdfinanziert.
Fazit zum KPI Anlagendeckungsgrad
Der Anlagendeckungsgrad zeigt an, wieviel ein Club selbst finanziert.
60 Prozent und mehr gelten als solide finanziert.
Nur 7 Clubs erfüllen das Kriterium: SC Freiburg, 1. FSV Mainz 05, FC Bayern München, TSG Hoffenheim, SC Paderborn, FC Augsburg, Borussia Dortmund
Werder Bremen und Bayer 04 Leverkusen erfüllen das Kriterium nicht mehr.
Financial Fairplay kann damit nicht unbedingt ermittelt werden, da immer mehr Clubs Finanzspritzen von Investoren bekommen, zuletzt Werder Bremen und der VfB Stuttgart
Im zweiten Teil der Finanz-Bundesliga-Tabelle 2025 geht es um die Eigenkapitalquote.
Die aktive Fanszene der Mainz-05-Frauen zieht zum Start der ersten Erstliga-Bundesliga-Saison der Mainz 05-Frauen überhaupt von der Haupttribüne auf die Gegengerade um. Dort hing bisher bereits das große „Mainz 05 Frauen“-Banner. Durch den Umzug ist es Fans weiterhin möglich, bei jedem Heimspiel spontan zur aktiven Fanszene hinzuzustoßen. Schließlich gibt es im Sitzbereich auf der Haupttribüne keine freie Platzwahl mehr.
Blick von der Haupttribüne auf die Gegengerade vom 2.-Liga-Spiel der 05-Frauen gegen den VfL Bochum
Seit heute ist es allerdings auch möglich, eine Dauerkarte für die Saison 2026/2027 der Mainz 05-Frauen zu erwerben. Für den M-Stehblock kostet diese für Inhaber*innen einer Dauerkarte für die Männerbundesliga nur 39 Euro. Dieses sehr faire Angebot führt hoffentlich zu noch mehr Zuspruch bei den Heimspielen der Mainz-05-Frauen. Es gibt auch die Möglichkeit, eine Dauerkarte für die U23 der Frauen und ein Bündel für beide Teams zu erwerben.
Sowohl die Dauerkarte für die Frauen als auch für die der Männer gibt es weiterhin sowohl in digitaler als auch in physischer Form (aus Plastik). Die Dauerkarten der Frauen stellen kein Abo dar. Sie müssen jedes Jahr aktiv verlängert werden.