Die Finanzen der Männer-Bundesliga-Clubs 2025 Teil 1

Interessieren Dich die Finanzen der Bundesliga-Clubs? Wenn ja, dann bist Du hier genau richtig. Mit Hilfe von Finanzkennzahlen der Bundesliga-Vereine, die die DFL öffentlich verfügbar macht, lassen sich finanzielle Entwicklungen der Clubs erkennen. So ist es möglich, zu analysieren, wie finanziell nachhaltig Vereine wirtschaften, welche Vereine finanziell gut aufgestellt sind, welche Clubs finanziell eher Verbesserungspotential haben und wie FinancialFairplay gelebt wird.

Hier geht es demnächst zu:
Teil 2
Teil 3
Teil 4
Teil 5 Abschlusstabelle

Einleitung
Einführung Key Performance Indicators (KPIs)
Das Eigenkapital
Das Anlagevermögen
Der KPI Anlagendeckungsgrad
Zusammenfassung Anlagendeckungsgrad

Einleitung

Im Mai 2019 veröffentlichte die Deutsche Fußball Liga (DFL) erstmals die Finanzkennzahlen der Bundesliga-Vereine. Dies geht zurück auf den Beschluss der Mitgliederversammlung Ende 2018. So war es 2019 erstmals möglich, eine „Finanz-Bundesliga-Tabelle 2019“ zu erstellen. Ferner lässt sich erkennen, welche Vereine finanziell nachhaltig agieren.

Basis sind Finanzkennzahlen, die die DFL pro Verein veröffentlicht hat. Mit Hilfe von Leistungskennzahlen, so genannten „Key Performance Indicators“, kurz KPIs, analysiere ich diese Finanzkennzahlen und ermittele seit 2019 jährlich die Finanz-Bundesliga-Tabelle.

Daraus ergaben sich für die einzelnen Vereine viele interessante Ergebnisse:

  • Da sie sich untereinander in einem Wettbewerb befinden, war es bereits 2019 extrem spannend zu sehen, wie es tatsächlich um „Financial Fairplay“ bestellt ist.
  • 2020 wurde es noch interessanter, weil es möglich war, Veränderungen im Vergleich zum vorangegangen Geschäftsjahr (2019 zu 2018) zu ermitteln .
  • 2021 war das erste Jahr, in dem alle Vereine finanziell von der Pandemie betroffen waren (Geschäftsjahr 2020).
  • 2022(Geschäftsjahr 2021) war das Jahr, in dem teilweise Zuschauende wieder im Stadion zugelassen waren.
  • 2023 (Geschäftsfahr 2022) war das Jahr, in dem sich langsam der Gechäftsbetrieb in der Bundesliga nach der Pandemie wieder normalisierte.
  • 2024 (Geschäftsjahr 2023) konnten erstmals nach der Pandemie wieder komplett die Zahlen gut verglichen werden.

Vergleichbarkeit der Vereine

Um die Vereine besser vergleichen zu können, sind in der Finanz-Bundesliga-Tabelle 2025 alle Erstliga-Clubs der Saison 2024/2025 und der Saison 2025/2026 vertreten. Allerdings bilanzieren Bayer 04 Leverkusen, Borussia Mönchengladbach, der VfB Stuttgart und der 1. FC Heidenheim zum 31. Dezember. Eintracht Frankfurt hatte 2023 ihre Bilanz umgestellt, so dass das Geschäftsjahr der SGE jetzt zum 30. Juni statt zum 31. Dezember endet.

Im Bilanzzeitraum 1. Juli 2023 bis 30. Juni 2024 spielten der FC. St. Pauli, Holstein Kiel und der diesjährige Aufsteiger Hamburger SV in der 2. Liga.

Die Analyse wird in verschiedene Bereiche unterteilt:

Einführung und der Key Performance Indicators (KPIs)

Ich habe die folgenden von der DFL veröffentlichten Finanzkennzahlen genutzt:

  • Eigenkapital
  • Anlagevermögen
  • Verbindlichkeiten + Rückstellungen + passive Rechnungsabgrenzungsposten (=Fremdkapital)
  • Bilanzsumme
  • Personalkosten
  • Rohergebnis (als Umsatz genutzt)

Daraus habe ich die folgenden Leistungskennzahlen hergeleitet:

  • Anlagendeckungsgrad
  • Eigenkapitalquote
  • Personalaufwandsquote
  • Verschuldungsgrad

Anmerkung in eigener Sache: Unter den Lesenden dieses Blogs gibt es sicherlich versierte „Bilanzbuchhalter*innen“. Ziel dieser Finanz-Bundesliga ist es nicht, für 20 Vereine wasserdichte Finanzgutachten zu erstellen. Vielmehr soll sie Fußballfans dazu dienen, sich ein grobes Bild des eigenen Vereins in Bezug auf die langfristige finanzielle Situation zu machen – im Vergleich zu Konkurrenten genauso wie zum Vorjahr. Wie bei vielen anderen Fan-Aktionen auch, ist dieser Artikel in der Freizeit entstanden, ohne finanzielle oder sonstige Kompensation. Eine noch detaillierte Aufstellung hätte den zeitlichen Aufwand deutlich gesprengt.

Um auf einen Blick eine bessere Vergleichbarkeit zu bekommen, habe ich 2025 (Geschäftsjahr 2024) den Index zum Vorjahr und die Platzierung zum Vorjahr angegeben. Ein Indexwert von 110 entspricht demnach einem Anstieg von 10% gegenüber dem Wert der Referenzperiode, also 2024 (Geschäftsjahr 2023).

1. Anlagendeckungsgrad (Eigenkapital zu Anlagevermögen)

Je höher der Deckungsgrad, desto besser steht es um die Finanzierung des Clubs.

Das Eigenkapital

Definition: Kapital, das den Clubs gehört. Es handelt sich um den Teil, den die Clubs selbst aufbringen, um den Spielbetrieb durchzuführen.

Erstmals seit der Veröffentlichung der Finanzkennzahlen ist kein Club der 1. Liga überschuldet. Sprich jeder Club hat ein positives Eigenkapital und finanziert wenigstens einen kleinen Teil seiner Aktivitäten selbst.

ClubMio. EuroIndexVorjahr2019 in Mio. Euro
1.FC Bayern München5711061.497
2.Borussia Dortmund3271162,355
3.Bayer 04 Leverksuen2011003,201
4.TSG Hoffenheim170864.223
5.SC Freiburg1521376.83
6.RB Leipzig137995.126
7.VfL Wolfsburg7624710.31
8.VfB Stuttgart6857714.46
9.Eintracht Frankfurt5221011.68
10.Borussia Mönchengladbach49958.103
11.FC Augsburg47867.58
12.Hamburger SV45128neu41
13.1. FSV Mainz 0534889.50
14.1. FC Köln2616613.39
15.Werder Bremen22N/A20.11
16.VfL Bochum44515.3
17.FC St. Pauli310617.14
18.Union Berlin316318.-9
19.Holstein Kiel34016.8
20.1. FC Heidenheim214119.2
Eigenkapital-Tabelle Geschäftsjahr 2024 – Quelle DFL

Die überschuldeten Clubs in der Historie

Die überschuldeten Clubs in der Historie (negatives Eigenkapital) seit der Publikation der Finanzkennzahlen durch die DFL:

  • 2018:
    • Hertha BSC Berlin
    • SC Paderborn
    • Union Berlin
  • 2019:
    • Union Berlin
    • Arminia Bielefeld
    • FC Schalke 04
  • 2020:
    • Union Berlin
    • Arminia Bielefeld
    • Werder Bremen
    • Schalke 04
    • VfL Bochum1
  • 2021:
    • Union Berlin
    • VfL Bochum
    • Arminia Bielefeld2
    • Werder Bremen3
    • Schalke 043
  • 2022:
    • Union Berlin
    • Werder Bremen1
    • Schalke 041
  • 2023:
    • Werder Bremen
    • Schalke 044
  • 2024: kein Club

1: Aufsteiger; 2: Arminia Bielefeld ist 2022 nicht mehr in der Liste enthalten, da der Club 2022 abstiegen ist. Das Eigenkapital ist allerdings weiterhin negativ; 3: Absteiger, 4: der FC Schalke 04 ist 2024 nicht mehr in der Liste enthalten, da der Club 2023 abgestiegen ist. Das Eigenkapital ist allerdings weiterhin negativ.

In der 2. Liga gibt es 2024 nach wie vor überschuldetet Clubs, die teilweise aus der 1. Liga im Laufe der Jahre abgestiegen sind:

  • Hertha BSC: -23 Mio. Euro
  • Arminia Bielefeld: -4 Mio. Euro
  • SV Elversberg: -4 Mio. Euro
  • 1. FC Nürnberg: -7 Mio. Euro
  • FC Schalke 04: -104 Mio. Euro

Eigenkapital-Entwicklung vom Geschäftsjahr 2023 zu 2024

Beim FC Augsburg existiert seit 2015 ein Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsilidierung in Höhe von 16 Mio. Euro, da sich der Club aus der FCA KGaA, (Mutterunternehmen) und der F.C. Augsburg Arena Besitz und Betriebs GmbH (auch kurz “FCA Arena GmbH“); (Tochterunternehmen) zusammensetzt. Diese Kapitalkonsilidierung hat nach Ansicht der Verbraucherinformationsplattform „Die Bewertung“ eher Fremdkapitalcharakter, obwohl sie die DFL im Bereich Eigenkapital führt. Da der FC Augsburg als einziger Club diese Kapitalkonsolidierung in der Bilanz stehen hat, wird sie weggelassen, um den Club mit anderen Clubs besser vergleichen zu können.

Holstein Kiel (2,4 Mio. Euro) und der 1. FSV Mainz 05 (1,0 Mio. Euro) haben wie im Vorjahr Investitionszuschüsse (wahrscheinlich für das jeweilige Stadion) erhalten, die man dem Eigenkapital zurechnen kann. Ich habe diese Zuschüsse weggelassen, um eine bessere Vergleichbarkeit zu erzielen.

RB Leipzig hat seit 2022 keine Zuschüsse mehr erhalten. 2018 Jahr war dieser Zuschuss bei RBL größer als damals das eigentliche Eigenkapital in Höhe von 27 Mio. Euro. 2019 fanden sich in der Bilanz von RBL 100 Mio. Euro mehr Eigenkapital, die vermutlich vom Brausekonzern stammen. Seit 2020 ist das Eigenkapital wieder „normal“ gewachsen (zwischen 0,3 Mio. und 6 Mio Euro). 2024 ist es um 1% gesunken.

Wahrlich Flügel bekommen hat 2024 das Eigenkapital beim VfB Stuttgart. Es hat sich von 12 Mio. Euro auf 68 Mio. Euro verfünffacht. Alleine 40 Mio. Euro kamen durch den Einstieg von Porsche beim VfB zustande.

Auch beim VfL Wolfsburg ist das Eigenkapital massiv gestiegen. Seit der ersten Publikation der Finanzkennzahlen 2019 war es immer unverändert. Selbst Corona konnte dem Eigenkapital des VfL nichts anhaben, obwohl es in fast allen Clubs eine Eigenkapitalvernichtung gab. Der Grund warum es sich zwischen 2019 und 2023 nie verändert hatte liegt am VW-Konzern, der die regelmäßigen Fehlbeträge immer ausgeglichen und die wenigen Gewinne jährlich immer eingestrichen hat. In 2024 ist es nun von 31 Mio. Euro auf 76 Mio. Euro gestiegen. Die 45 Mio. Euro stammen aus dem VW-Konzern, der trotz wirtschaftlicher Krise noch mehr Geld in den VfL Wolfsburg stecken möchte.

Das Eigenkapital verdoppelt hat Eintracht Frankfurt von 25 Mio. Euro auf 52 Mio. Euro. Diese Erhöhung kam hauptsächlich durch den verbuchten Gewinn in Höhe von 24 Mio. Euro zustande.

Der 1. FC Köln steigert weiterhin sein Eigenkapital in großen Schritten von 16 Mio. Euro auf 26 Mio. Euro (66 Prozent Steigerung). Das ist hauptsächlich auf die 12 Mio. Euro Gewinn zurückzuführen.

Union Berlin, hat im Geschäftsjahr 2022/2023 erstmals seit der Veröffentlichung der Zahlen im Jahr 2019 die Überschuldung beendet. 2023/2024 ist das Eigenkapital um 63% auf sehr niedrigem Niveau gesteigert worden.

Auf sehr geringem Niveau von um die 2 Mio. Euro hat auch der 1. FC Heidenheim sein Eigenkapital um 41 Prozent steigern können.

Prozentual wie absolut konnte der SC Freiburg sein Eigenkapital sehr gut steigern: von 111 Mio. Euro auf 152 Mio. Euro (37 Prozent). Damit gelang dem Club im siebten Jahr in Folge eine Steigerung, trotz Pandemie und ohne Investor.

Auch der Hamburger SV konnte eine gute Steigerung in Höhe von 28 Prozent hinlegen: von 35 Mio. Euro auf 45 Mio. Euro – in der 2. Liga.

Moderate bis gute Steigerungen des Eigenkapitals haben Borussia Dortmund (16 Prozent), der FC Bayern München und der FC St. Pauli (beide 6 Prozent) hinbekommen.

Aus dem negativen Eigenkapital bei Werder Bremen (-18 Mio. Euro 2023) ist positives Eigenkapital in Höhe von 22 Mio. Euro 2024 entstanden. Dieser Betrag von 40 Mio. Euro entspricht exakt dem Betrag, den acht Investoren in Werder Bremen Anfang 2024 gesteckt haben.

Leichte Rückgänge (5 Prozent) beim Eigenkapital hat Borussia Mönchengladbach zu verzeichnen. Relativ hohe Rückgänge beim Eigenkapital haben die TSG Hoffenheim und der FC Augsburg (jeweils -14%), sowie der 1. FSV Mainz 05 (-12 Prozent) zu verzeichnen.

Ihr Eigenkapital mehr als halbiert haben Holstein Kiel (-60 Prozent) und der VfL Bochum (-55 Prozent), die beiden Absteiger am Ende der Saison 2024/2025.

Die Ausnahme Bayer 04 Leverkusen

Keine Veränderungen gab es wie jedes Jahr bei Bayer 04 Leverkusen, da es bei der Werkself egal ist, wie sie wirtschaftet, da am Ende alles durch den Pharmariesen ausgeglichen wird. Damit ist das Prinzip ähnlich wie in Wolfsburg. Allerdings erwirtschaftet Leverkusen in der Regel einen Gewinn, der in den Konzern abfließt. Auch 2024 flossen so 3 Mio. Euro ab.

Fazit: Erstmals seit der Pandemie konnten viele Clubs ihr Eigenkapital durch Gewinne steigern. Die Zahl der Clubs mit Investoren steigt jedes Jahr, jetzt auch in Bremen und verstärkt in Stuttgart. Mittlerweile gibt es keinen überschuldeten Club mehr in der 1. Liga und die Clubs, deren Eigenkapital prozentual am meisten gesunken ist, stiegen im Mai 2025 ab.

Entwicklung des Eigenkapitals von 2019 zu 2024

Da die Pandemie 2024 in allen Bilanzen der Clubs verarbeitet ist, lohnt sich ein Vergleich zum Geschäftsjahr 2019. Es war die letzte Periode, in der alle Clubs von Corona verschont waren.

Das Eigenkapital im Vergleich zu 2019 konnten bereits einige Clubs steigern. Herauszuheben ist hier der SC Freiburg, der sein Eigenkapital jedes Jahr trotz Pandemie steigern konnte und insgesamt eine Steigerung in Höhe von 83 Prozent verzeichnen konnte. Der VfL Wolfsburg (147 Prozent), Werder Bremen (112 Prozent) und der VfB Stuttgart (47 Prozent) konnten das Eigenkapital teilweise prozentual noch weiter steigern. Allerdings nur mit Hilfe von Eigentümern in Wolfsburg oder Investoren. Werder Bremen hatte zwischenzeitlich von 2020 bis 2023 negatives Eigenkapital und war überschuldet.

Der VfL Bochum konnte sein Eigenkapital trotz zwischenzeitlicher Überschuldung um 42 Prozent steigern – ohne Investor. Dem 1. FC Heidenheim gelang eine Steigerung um 22 Prozent auf sehr niedrigem Niveau.

Dem FC Bayern München (15 Prozent), dem Hamburger SV und RB Leipzig (jeweils 9 Prozent) gelangen moderate Steigerungen.

Ein im Vergleich zu vor der Pandemie geringeres Eigenkapital müssen bis auf eine Ausnahme alle anderen Clubs noch hinnehmen. Vergleichsweis klein ist die Differenz bei Borussia Dortmund (8 Prozent),

Große Differenzen weisen der FC Augsburg (19 Prozent), die TSG Hoffenheim und Eintracht Frankfurt (jeweils 24 Prozent), der 1. FSV Mainz 05 (32 Prozent), der 1. FC Köln (33 Prozent), Borussia Mönchengladbach (53 Prozent), Holstein Kiel (65 Prozent) und der FC St. Pauli (76 Prozent) auf.

Lediglich Bayer 04 Leverkusen hat ein unverändertes Eigenkapital vorzuweisen.

Das Anlagevermögen

Definition: Das Anlagevermögen bezeichnet die so genannten Steine eines Vereins, sprich diese sollen dem Verein dauerhaft dazu dienen, den Spielbetrieb durchzuführen. Als Steine des Vereins gelten auch die Beine des Vereins, sprich der Wert der Spieler*innen.

ClubMio. EuroIndexVorjahr2019 in Mio. Euro
1.FC Bayern München5451161.465
2.RB Leipzig4251152.241
3.Borussia Dortmund3921083.369
4.Bayer 04 Leverkusen241944.254
5.VfL Wolfsburg2011446.137
6. VfB Stuttgart1791528.109
7.Eintracht Frankfurt1531499.106
8.TSG Hoffenheim1501147.122
9.Borussia Mönchengladbach145915.203
10.Hamburger SV108118neu124
11.Union Berlin10416912.32
12.FC Augsburg829610.83
13.SC Freiburg629911.37
14.1. FC Köln5810613.69
15.FC St. Pauli429914.47
16.1. FC Heidenheim3111417.30
17.1. FSV Mainz 05309616.63
18.Werder Bremen2813718.48
19.VfL Bochum2010619.17
20.Holstein Kiel1313320.9
Anlagevermögen-Tabelle 2024 – Quelle DFL

Starker Anstieg bei sechs Clubs

Auch 2024 ist das Anlagevermögen bei Union Berlin extrem stark angestiegen (69 Prozent). Beim VfB Stuttgart (52 Prozent), bei Eintracht Frankfurt (49 Prozent), dem VfL Wolfsburg (44 Prozent), Werder Bremen (37 Prozent) und Holstein Kiel (33 Prozent) kam es auch zu großen prozentualen Steigerungen.

Moderate Steigerungen legten der Hamburger SV (18 Prozent), der FC Bayern München (16 Prozent), RB Leipzig (15 Prozent), die TSG Hoffenheim und der 1. FC Heidenheim (beide 14 Prozent) hin.

Zu leichten Steigerungen kam es bei Borussia Dortmund (8 Prozent), dem 1. FC Köln und dem VfL Bochum (beide 6 Prozent).

Leichte Verluste bei fünf Clubs

Leichte Verluste im Anlagevermögen mussten FC St. Pauli und der SC Freiburg (jeweils 1 Prozent), der 1. FSV Mainz 05 und der FC Augsburg (jeweils 4 Prozent) und Bayer 04 Leverkusen (6 Prozent) hinnehmen.

Schlusslicht ist Borussia Mönchengladbach mit 9 Prozent Reduzierung des Anlagevermögens.

Fazit: Das zweite Jahr in Folge ist das Anlagevermögen nach der Pandemie nicht mehr stark gesunken. Die Zahlen fallen im Vergleich zum Vorjahr noch moderater aus.

Entwicklung des Anlagevermögens 2019 bis 2024

Auch beim Anlagevermögen lohnt ein Blick auf die Zeit vor der Pandemie.

Im Vergleich zu 2019 hat Union Berlin sein Anlagevermögen um 222 Prozent gesteigert. So einen Sprung hat kein anderer Club hingelegt. Die zeigt die Wachstumsambitionen in Köpenick.

Große Steigerungen haben RB Leipzig (76 Prozent), der SC Freiburg (67 Prozent), der VfB Stuttgart (64 Prozent), der VfL Wolfsburg (47 Prozent), Eintracht Frankfurt (44 Prozent), und Holstein Kiel (39 Prozent) zu verzeichnen.

Moderate Steigerungen gab es bei der TSG Hoffenheim (24 Prozent), dem VfL Bochum (19 Prozent) und dem FC Bayern München (17 Prozent).

Geringe Steigerungen konnten Borussia Dortmund (6 Prozent) und der 1. FC Heidenheim (1 Prozent) verbuchen.

Geringe Reduzierungen des Anlagevermögens gab es beim FC Augsburg (1 Prozent), Bayer 04 Leverkusen (5 Prozent) und dem FC St. Pauli (10 Prozent).

Beim Hamburger SV (12 Prozent) und beim 1. FC Köln (15 Prozent) gab es größere Reduzierungen.

Massive Reduzierungen gab es bei Borussia Mönchengladbach (28 Prozent), Werder Bremen (42 Prozent) und dem Schlusslicht 1. FSV Mainz 05 (52 Prozent).

Der Anlagendeckungsgrad (AD)

Der AD zeigt an, inwieweit das Anlagevermögen durch das Eigenkapital gedeckt ist, sprich inwieweit die Mannschaft eigenfinanziert ist und somit unter FinancialFairplay-Bedingungen finanziert wird. Ein AD von 50% bedeutet, dass das Anlagevermögen zu 50% mit Eigenkapital gedeckt ist. Damit finanzielle Stabilität gewährleistet ist, sollte der AD zwischen 60 und 100% liegen. Ein AD von mindestens 60% könnte beispielsweise ein Lizenzierungskriterium der DFL in Bezug auf finanzielle Nachhaltigkeit sein. Dieses würden demnach nur sieben von 20 Clubs erfüllen. Im Jahr zuvor waren es noch acht von 20 Clubs. 2019, im letzten Jahr vor der Pandemie, waren es noch 11 Clubs. Daran erkennt man die finanzielle Schieflage vieler Clubs.

Finanz-Bundesliga-Teil 1: Der SC Freiburg hat den besten Anlagendeckungsgrad im Geschäftsjahr 2023
Der SC Freiburg hat den besten Anlagendeckungsgrad im Geschäftsjahr 2024

Die Anlagendeckungsgrad-Tabelle 2024

ClubAnlagen-
deckungsgrad
VorjahrAnlagendeckungsgrad
2019
1.SC Freiburg245%1.224 %
2.TSG Hoffenheim113 %2. 183 %
3.1. FSV Mainz 05111 %3.79 %
4.FC Bayern München105 %4.107 %
5.Borussia Dortmund83 %6.96 %
6.Bayer 04 Leverkusen83 %5.79 %
7.Werder Bremen79 %20.22 %
8.FC Augsburg57 %8.70 %
9.1. FC Köln45 %13.56 %
10.Hamburger SV42 %neu33 %
11.VfL Wolfsburg38 %15.23 %
12.VfB Stuttgart38 %16.42 %
13.Eintracht Frankfurt34 %14.64 %
14.Borussia Mönchengladbach34 %12.51 %
15.RB Leipzig32 %11.52 %
16.Holstein Kiel22 %7.87 %
17.VfL Bochum20 %9.17 %
18.FC St. Pauli8 %17.30 %
19.1. FC Heidenheim7 %18.6 %
20.Union Berlin3 %19.-28 %
Anlagendeckungsgrad-Tabelle Geschäftsjahr 2024 – Quelle Meenzer-on-Tour.de

Baden dominiert seit der Einführung der Finanz-Bundesliga 2019 diese Tabelle. Sowohl der SC Freiburg als auch die TSG Hoffenheim haben einen Deckungsgrad weit über 1 – d.h. die Steine und Beine sind also mehr als vollkommen selbst finanziert. Gleiches gilt wieder für den 1. FSV Mainz 05, der seit drei Jahren einen Anlagendeckungsgrad über 1 verzeichnet. Vor der Pandemie lag dieser noch deutlich darunter. Kontinuierlich über 1 liegt der Anlagendeckungsgrad beim FC Bayern München.

Diemal haben auch Borussia Dortmund, Bayer 04 Leverkusen und Werder Bremen einen Anlagendeckungsgrad von über 60 Prozent, was als finanziell nachhaltig gilt. Während beim BVB und bei Bayer der Anlagendeckungsgrad durchweg über 60 Prozent lag, war er bei Werder die letzten vier Jahre negativ, da der Club überschuldet war. Hier sieht man, was die Investorenspritze bewegt hat.

Der Anlagendeckungsgrad des FC Augsburg liegt erstmals unter 60 Prozent. Vor und während der Pandemie hat der Clubs die 60 Prozent nie gerissen. Der 1. FC Köln hat die Talsohle durchschritten. Vor der Pandemie lag der Anlagendeckungsgrad bei 56 Prozent, in der Pandemie ist er auf 3 Prozent gesunken. Jetzt steht der Club mit 45 Prozent vergleichsweise gut da.

Der Hamburger SV hatte vor der Pandemie einen Anlagendeckungsgrad von 33 Prozent in der 2. Liga. Jetzt liegt er bei 42 Prozent. Durch die Eigenkapitalspritze hat der VfL Wolfsburg seinen Anlagendeckungsgrad, der immer bei zirka 25 Prozent lag, auf 38 Prozent steigern können.

Auch beim VfB Stuttgart gab es durch die Pandemie einen starken Rückgang des Anlagendeckungsgrads von 42 Prozent 2019 auf 10 Prozent 2023. Er liegt mittlerweile wieder bei 38 Prozent. Ein ähnliches Szenario spielt sich bei Eintracht Frankfurt ab. Vor der Pandemie existierte ein guter Anlagendeckungsgrad von 64 Prozent. Dieser sackte auf 24 Prozent 2023 ab. Er liegt jetzt bei 34 Prozent, fast halb so hoch wie vor der Pandemie.

Sowohl bei Borussia Mönchengladbach als auch bei RB Leipzig sinkt der Anlagendeckungsgrad mehr oder weniger über die Jahre – jeweils von 51 bzw. 52 Prozent auf nunmehr 34 bzw. 32 Prozent. 2018 lag der Anlagendeckungsgrad bei RB allerdings noch bei mageren 18 Prozent. Dann kam die Kapitalspritze aus Österreich, die zu den 52 Prozent in 2019 führte.

Holstein Kiel hatte traditionell einen sehr guten Anlagendeckungsgrad von bis 87 Prozent 2019. Dieser sackte allerdings von 2023 (73 Prozent) auf 22 Prozent ab. Der Verlauf des Anlagendeckungsgrad beim VfL Bochum ist ein permanentes Auf und Ab: 17 Prozent vor der Pandemie 2019, dann eine geringe Überschuldung, dann vergleichsweise gute 48 Prozent 2023 und nun aktuell 20 Prozent.

Beim FC St. Pauli geht es mit dem Anlagendeckungsgrad kontinuierlich bergab. 2019 lag er noch bei 30 Prozent. Seit dem letzten Betrachtungszeitraum liegt er bei 8 Prozent.

Einen permanent niedrigen Anlagendeckungsgrad weist der 1. FC Heidenheim mit 6 bis 7 Prozent auf.

Union Berlin war bis 2022 überschuldet. Seit 2023 liegt der Anlagendeckungsgrad bei 3 Prozent.

Fazit zum KPI Anlagendeckungsgrad

  • Der Anlagendeckungsgrad zeigt an, wieviel ein Club selbst finanziert.
  • 60 Prozent und mehr gelten als solide finanziert.
  • Nur 7 Clubs erfüllen das Kriterium: SC Freiburg, TSG Hoffenheim, 1. FSV Mainz 05, Bayern München, Borussia Dortmund, Bayer 04 Leverkusen und Werder Bremen
  • Financial Fairplay kann damit nicht unbedingt ermittelt werden, da immer mehr Clubs Finanzspritzen von Investoren bekommen, zuletzt Werder Bremen und der VfB Stuttgart

Im zweiten Teil der Finanz-Bundesliga-Tabelle 2025 geht es um die Eigenkapitalquote.

Spätlese Bochum Saison 2024/2025

Auswärts fahren bietet in unserem komplett verplanten Alltag eine Möglichkeit, Unplanmäßiges geschehen zu lassen, überraschend positive Erlebnisse zu sammeln oder auch negative Erfahrungen zu machen. An dieser Stelle berichte ich über meine rein subjektiven Eindrücke rund um die jeweilige Auswärtsfahrt, jeweils mit ein wenig Abstand betrachtet – eine Spätlese eben!

Mannschaft und Fans feiern die Auswärtssieg im Ruhrstadion

01 Hin und weg:

Warum eigentlich immer von Süden aus ins Ruhrstadion fahren? Als großer Freund der Nordsee-Inseln ließ sich das Angenehme mit dem sehr Angenehmen verbinden. So ging es einfach schon Anfang Mai nach Helgoland, um dann auf dem Rückweg nach Mainz, das letzte Auswärtsspiel der Saison mitzunehmen. Was ich allerdings vergessen hatte mitzunehmen war ein Trikot, obwohl die letztes Auswärtsfahrt des Jahres ja seit Jahren eigentlich die Trikotfahrt der Saison ist – shame on me. Da die Deutsche Bahn pünktlich war, konnte ich die zweite Stippivisite Bochum innerhalb eines Jahres wieder mit dem einem Besuch des Katzentempels starten. Dort wohnen Katzen aus dem Tierschutz im Restaurant (inklusive Rückzugsraum für die Fellnasen) und das vegane Futter (natürlich nur für die Menschen) ist wesentlich besser als sich später im Stadion auf die Suche nach einer veganen Wurst zu machen, die es im Sitzbereich eh nicht gibt.

Plakat an der Castropper Straße zum Ruhrstadion hinauf

02 (N)immer nuff:

Das mit dem zweiten Mal Bochum innerhalb eines Jahres hat natürlich auch mit Mainz 05 zu tun. Das Frauenteam trat im Juni 2024 im Aufstiegsrelegationsrückspiel bei den Bochumerinnen an. Das Ergebnis ist sicherlich den meisten von euch bekannt. Beide Spiele gegen den VfL gingen verloren und die Nullfünferinnen schickten Bochum in die 2. Liga – dass es die Herren 11 Monate später den Frauen gleichtun werden, hätte ich damals bei den doppelten Relegationskönig*innen nicht für möglich gehalten.

Auch bizarr, dass Bochum aus dem Comic vor 20 Jahren nicht gelernt hat und weiterhin Plakate zimmert, bei denen die Chance groß ist, dass das Ganze nach hinten losgeht. Das hat mich an 2009 in Fürth erinnert, dem bis dato letzten 05-Auswärtsspiel in der 2. Liga bisher wohlgemerkt, als auf der Anzeigetafel permanent angezeigt wurde, dass Mainz noch nie in Fürth gewonnen hatte und die Mannschaft gerade dabei war, in Fürth zu gewinnen und kurz vor dem Aufstieg zu stehen. Na ja wenigstens hat 05 diesmal nicht „Mainz zu null“ gewonnen – dem Ex-05er Gerrit Holtmann sei dank…

03 Kon-Trolle

Der Vorteil der neuen Arenen liegt oft daran, dass der Gäste-Stehblock meist eine ganz gute Sicht aufs Geschehen bietet. Das ist in den alten Stadien oft nicht der Fall. Im Freiburger Dreisamstadion gab es wahrscheinlich den schlechtesten Stehblock der Liga. Aber auch der Stehblock im Bochumer Ruhrstadion ist einfach grottig. Daher war die Idee der Szene gut, wie die letzten beiden Male wieder auf den Sitzbereich auszuweichen. Natürlich war es dementsprechend nervig, durch die Einlasskontrollen zu kommen – aber Ruhrstadion ist ja leider ab sofort nicht mehr unbedingt einmal im Jahr. Von daher prima, das nochmal mitgenommen zu haben. Allerdings hätte ich mir persönlich gewünscht, die Fans im Stehplatzbereich mehr einzubeziehen. Ja klar, wir „Besserfans“ hatten das Glück, die begehrten Sitzplatzkarten zu ergattern. Aber trotzdem gehören doch die 05er*innen im Stehblock auch dazu. Vielleicht kann das beim nächsten Mal in einer ähnlichen Situation besser gelöst werden.

Anpfiff Samstag um 15.30 Uhr

04 Kampf um den Mampf

Eigentlich kann dieses Kapitel für Bochum auch einfach weggelassen werden. Wurst, Brezeln, Softdrinks und Fiege-Leichtbier im Pfandbecher. Gibt es so wohl seit 1848. Letzteres war bei den sommerlichen Temperaturen eine gute Idee zumal spätestens nach der Halbzeit das Mineralwasser ausverkauft war.  

05 Käfighaltung

Es ist immer alles eine Frage des Timings. Das galt am Samstag sowohl für den (Sitz)-Block als auch für das Geschehen auf dem Platz. Für dieses wichtige Spiel wurde ein neues Lied angestimmt. Damit das auch alle mitsingen konnten, wurden Zettel mit dem Text an den Treppen verteilt:

„Und aus tausend Kehlen erklingt ein Lied
das wie ein Orkan durch das Stadion zieht
rot weiße Trikots stürmen mutig vor
Vorwärts Mainzer schenkt uns das nächste Tor

Lalallalala

Ooooohoooooh“

Das Einüben war perfekt getimt und stieß auf eine große Mitmach-Resonanz im Sitzbereich. Das nächste Tor schenkte dann Nadiem Amiri direkt vor der Halbzeit – perfekt getimt eben.

Auch perfekt getimt war eigentlich, wie mit dem Ergebnis umgegangen wurde. Freude im Gästeblock, dreifacher Abschied (Gamboa, Losilla, Abstieg) im Heimbereich. Dass es keine „Absteiger“ Rufe gab, war gut. Wie das „Auf Wiedersehen“ zu werten ist, bleibt jedem selbst überlassen. Nur wenn sich jemand bei so einem schön herausgespielten wichtigen Sieg für Mainz 05 darüber freut, dass der VfL abgestiegen ist, dann ist dem auch nicht mehr zu helfen. 

Wichtige drei Punkte beim Kampf um Europa

Fazit: Der Jahrgang 2024/2025 zeigt, dass es hoffentlich bald wieder etwas mit dem Besuch des Ruhrstadions wird.

Rot-weiße Grüße,

Christoph – Meenzer on Tour

Spätlese Wolfsburg Saison 2024/2025

Auswärts fahren bietet in unserem komplett verplanten Alltag eine Möglichkeit, Unplanmäßiges geschehen zu lassen, überraschend positive Erlebnisse zu sammeln oder auch negative Erfahrungen zu machen. An dieser Stelle berichte ich über meine rein subjektiven Eindrücke rund um die jeweilige Auswärtsfahrt, jeweils mit ein wenig Abstand betrachtet – eine Spätlese eben!

Trotz wieder drei erzielten Toren auswärts, diesmal keine Punkte in Wolfsburg

01 Hin und weg:

Das so populäre Bahnbashing kann ich dieses Mal überhaupt nicht anbieten. Obwohl sowohl Wolfsburg als auch Mainz-Bischofsheim Bahnhöfe sind, bei denen der Zug gerne mal einfach so durchrauscht. Ersteres hört man immer mal wieder in den Medien, letzteres habe ich schon mal auf einer Auswärtsfahrt nach Berlin selbst erlebt. Aber sowohl der Regionalexpress in Bischofsheim, wo ich diesmal zugestiegen bin, als auch der ICE in Wolfsburg hielten planmäßig und pünktlich.

Begrüßt wurde ich in der Autostadt von einem Bahnbediensteten, der der Herr über die wenigen Schließfächer am Hauptbahnhof war. Er suchte mit mir und noch ein paar anderen Fans nach Fächern, die noch nicht belegt waren. Er machte darauf aufmerksam, dass es ein paar Fächer gab, die nur für 2 Stunden zu buchen waren (und dementsprechend 2 Euro statt 5 Euro für 24 Stunden kosteten). Diese komische Preisgestaltung ist wohl eine Wolfsburger Spezialität. Sie kannte ich von anderen Bundesliga-Bahnhöfen jedenfalls noch nicht. Ich finde ja, dass Voraussetzung für die Lizenzerteilung in der Bundesliga ein Schließfachangebot von mindestens 50 Fächern sein sollte. Die gefühlt 10 Schließfächer waren schon fast alle belegt, da der 05-Fanexpress kurz zuvor angekommen ist. Wahrscheinlich werden die Fächer auch tatsächlich nur alle zwei Wochen von Auswärtsfans genutzt. Denn wer steigt sonst in Wolfsburg aus, wenn nicht wegen Fußball oder Neuwagen abholen? Naja, am Ende fanden wir ein überdimensioniertes Schließfach für 5 Euro, die ich aber gerne zahlte, denn den Laptop mochte ich dann doch nicht in der Gepäckaufbewahrung am Stadion lassen. Und Münzen wechseln konnte sein Kollege auch noch. Ein nettes Service-Team gibt es da in Wolfsburg.

Blick auf das legendäre Stadion am Elsterweg, in dem 1997 Mainz 05 zum ersten Mal an die 1. Liga anklopfte.

02 (N)immer nuff:

Es gibt wenige Namen von Spielern gegnerischer Mannschaften, die ich wohl mein Leben lang nicht vergessen werde. Roy Präger gehört dazu – ist aber nicht der einzige Wolfsburger. Doch dazu später mehr. Präger hatte maßgeblichen Anteil am ersten Nicht-Aufstieg von Mainz 05 in die Bundesliga. Am letzten Spieltag der Saison 1996/97 spielte Mainz 05 beim VfL Wolfsburg. Gleichzeitig war dies ein direktes Aufstiegsduell. Der Sieger der Partie würde erstmals in die 1. Liga aufsteigen. Nach dem frühen Führungstor durch den „Kühlschrank“ Sven Demandt, schoss Präger 2 Tore und holte zwei Elfmeter für Wolfsburg raus. Am Ende gewann der VfL mit 5:4, stieg ins Oberhaus auf und bisher nicht ab. Für Mainz 05 war dies der erste Schub, der den Verein Fan-mäßig nach vorne brachte. Viele Menschen verfolgten das Spiel damals auf Großbildleinwand im Volkspark. Damals guckte auch ich im Volkspark und schaffte es bisher nicht ins Stadion am Elsterweg, wo dieser Showdown am letzten Spieltag stattfand.

Am Sonntag sollte sich eigentlich die Möglichkeit bieten, ein Spiel in diesem legendären Stadion zu verfolgen. Leider wurde dann doch die Partie der VfL Wolfsburg Frauen II gegen den MTV Kiel auf einen Nebenplatz verlegt. Dennoch ließ ich es mir nicht nehmen und tigerte mal um das Stadion herum, in dem sich das Drama von 1997 abgespielt hatte, bevor ich den Frauen beim Fußball zuguckte.

Leider fand das Regionalliga-Spiel der zweiten Mannschaft der VfL-Frauen auf einem Nebenplatz statt.

03 Kon-Trolle

Mitte der zweiten Halbzeit brach ich meine Stippvisite des Nebenplatzes C ab und per Pedes ging es in ein paar Minuten rüber zur Volkswagen-Arena. Dort machte ich mal wieder den QR-Code-Test. Selbstverständlich funktionierte der QR-Code auf dem Handy und führte zum wiederholten Male die Ausdruckpflicht des Print@Home-Tickets ad absurdum. Auf diesem Ticket wird übrigens für die VfL Wolfsburg-App geworben, in der es möglich sei, Tickets papierlos zu nutzen. Der Selbsttest wenige Tage vor dem Spiel brachte natürlich nicht den gewünschten Erfolg. Es war schlicht nicht möglich, ein bereits gekauftes Ticket in der App zu laden. Die Digitalisierung vieler Clubs der ersten Liga ist einfach ein Witz. Holstein Kiel bekam es dagegen problemlos hin, das Ticket ins Wallet des iPhones zu übertragen. Vielleicht sollten mal ein paar Clubs Bildungsurlaub an der Förde machen…

Der Blick auf den Eingang zum Gästeblock des Stadions am Elsterweg.

04 Kampf um den Mampf

Einmalig in der Bundesliga war wohl die Möglichkeit bereits vor dem Eintreffen am Stadion zu wissen, was es im Stadion zu Essen und zu Trinken gab. Dies auf der Homepage zu veröffentlichen, ist mal eine sinnvolle News – auch wenn dort angegeben war, dass womöglich nicht alle Speisen und Getränke im Gästeblock verfügbar wären. Das Angebot an Futter im Gästeblock entsprach dann auch den Angaben auf der Webseite. Das ist erstmal sehr löblich. Dass es auch zwei pflanzenbasierte Dinge zur Auswahl gab, war noch besser. Das Kernproblem bei VW ist halt immer die Preispolitik. Dass die vegane Wurst und die Currywurst 20 Prozent teurer sind als die Fleischvarianten ist halt wieder alte Bundesrepublik. Gleichzeitig wirbt VW aber mit seinem „Race to Zero“ für das Ziel Klimaneutralität bis 2025. Dass pflanzenbasierte Speisen klimafreundlicher als Fleischgerichte sind, sollte auch VW wissen, bevor er sich damit schmückt als erster Fußball Club der Welt diese UN-Initiative zu unterstützen. Der Konzern sollte sich mal entscheiden, ob er klimafreundlich agieren möchte  – dann sollten die Preise für pflanzenbasierte Kost unter denen für Fleischspeisen liegen oder man sollte einfach ehrlich sein, und dieses Greenwashing beenden. Und trotzdem war die vegane Wurst in der Halbzeit bereits ausverkauft. Dass VW wirklich arg sparen musste konnte man schließlich auch noch am Brötchen erkennen. Es gab schlicht nur noch ein halbes zur Currywurst dazu. Mit dieser Sparmaßnahme wird VW sicherlich wieder in wirtschaftlich erfolgreiches Fahrwasser gelangen.

Krasse Sparmaßnahme bei VW: Es gab nur noch halbe Brötchen zur (veganen) Currywurst

05 Käfighaltung

Spiele in Wolfsburg sind eigentlich immer ein Spektakel. Es war bereits das dritte 05-Spiel, das mit 7 Toren zu Ende ging. Beim ersten Spiel war ich ebenfalls im Stadion. Ein gewisser Martin Petrow machte aus einer 2:0 Führung für Mainz ein 2:4, ehe Bumbum Babatz für den 3:4 Endstand sorgte. Auch Petrov werde ich wohl nie mehr vergessen. Das war am 30. Oktober 2004. 7 Jahre später lag Mainz 05 mit 0:3 hinten, ehe Morten Rasmussen, Elkin, Schü und Adam das 4:3 hinbekamen. Nun ja, und am Sonntag sind wir sogar dreimal in Führung gegangen – und haben natürlich bei dieser 3:4 bzw. 4:3 Logik am Ende verloren. Serien können schon ätzend sein – ich bin schon sehr gespannt, ob wir das nächste Mal in Wolfsburg erstmal hinten liegen und dann am Ende 4:3 gewinnen – dann würde diese Serie halten. Einzuwenden dagegen hätte ich nichts 😉

Voller Gästeblock trotz Ansetzung am Sonntagnachmittag – schön, dass so viele mittlerweile auswärts dabei sind.

Fazit: Der Jahrgang 2024/2025 zeigt, dass selbst die abstrusesten Serien weitergehen.

Rot-weiße Grüße,

Christoph – Meenzer on Tour