Die Ticketweitergabe schadet dem 05-Gefühl findet Alex Schulz und hofft auf ein rot-weißes Gewissen beim Vorverkauf.

Passend zur sportlichen Situation zeigte sich die Wetterlage in den letzten Tagen äußerst ungemütlich. Trotz aller Widrigkeiten war der Gästeblock in Köpenick aber wieder einmal gut gefüllt. 2500 Mainzer trotzten Eis, Schnee und dem Bahnchaos.
Die Zahlen der Auswärtsfahrenden sind weiterhin auf einem guten Niveau und auch die Heimspiele sind in der Regel gut besucht. Und das trotz weniger freudiger Erlebnisse in dieser Spielzeit.
Doch schaut man genauer hin, muss man alle Zahlen etwas korrigieren. Denn zählt man die 05er unter den Zuschauenden, ist es nicht mehr ganz so erfreulich.
Stuttgart, Köln und Gladbach waren Heimspiele, bei denen man den Anteil an Gästefans im Heimbereich deutlich erkennen konnte. Und auch im wichtigen Conference League -Spiel gegen Samsunspor irrten in allen Stadionbereichen Gäste umher.
Für München hat Mainz 05 schon ein kleines Kontingent abgerufen und doch fanden unzählige Bayernsympathiesanten und andere Fußballtouristen ihren Weg in die Mitte des Gästeanhangs. Bei Union war es am Samstag ähnlich.
Neben dem Sicherheitsaspekt ist es einfach nervig. Fansein lebt vom Gemeinschaftsgefühl. Jubeln oder leiden lässt es sich mit Gleichgesinnten besser.
Wenn dann die Gäste noch jeden Respekt verlieren, ihre Farben offen tragen und womöglich eigene Fangesänge mitträllern oder zumindest den 05-Support nicht mittragen, stören sie massiv das Mainz 05-Gefühl.
Es werden immer mehr Maßnahmen ergriffen, um dem entgegenzuwirken. Stadionordnung mit Gästefanverbot, Ticket AGB mit klaren Regeln für die Weitergabe und Vorverkaufsphasen nur an Menschen, die man für treue Seele hält. All das wirkt nicht, solange es Menschen gibt, die sich 05er nennen, dann aber der Gemeinschaft schaden, indem sie ihre Karten meist gewinnbringend weiterverkaufen.
Tatsächlich sind viele Tickets bereits heute schon personalisiert. Es wäre also problemlos möglich, die Erstkäufer zu ermitteln und zu sanktionieren.
Doch muss es soweit kommen?
Einfach Tickets nur für den Eigenbedarf kaufen, selbst zu den Spielen kommen und den FSV anfeuern. Andernfalls sollte man sich fragen, ob man wirklich 05er und Teil der 05-Familie ist.

