Länder/Regionen, die aktuell problemlos bereisbar sind

Dieser Blogplost wird regelmäßig aktualisiert. Infos hierzu auf meinen Social Media-Kanälen auf Twitter, Facebook und Instagram. Für den Inhalt wird keine Haftung übernommen. Quellen finden sich am Ende des Textes.

Update 14. Juni 2021

  • Armenien: Aufhebung der Covid-19 bedingten Reisewarnung (Kriterium 1)
  • Aserbaidschan: Aufhebung der Covid-19 bedingten Reisewarnung (Kriterium 1)
  • Bosnien und Herzegowina: Aufhebung der Covid-19 bedingten Reisewarnung (Kriterium 1)
  • Griechenland: Aufhebung der Covid-19 bedingten Reisewarnung für die Regionen Berg Athos, die Nördliche Ägäis, Ostmakedonien und Thrakien sowie Peloponnes (Kriterium 1)
  • Kanada: Aufhebung der Covid-19 bedingten Reisewarnung (Kriterium 1)
  • Kosovo: Aufhebung der Covid-19 bedingten Reisewarnung (Kriterium 1)
  • Kroatien: Aufhebung der Covid-19 bedingten Reisewarnung mit Ausnahme der Gespanschaften Medimurje und Varazdin (Kriterium 1)
  • Libanon: Aufhebung der Covid-19 bedingten Reisewarnung (Kriterium 1)
  • Moldau: Aufhebung der Covid-19 bedingten Reisewarnung (Kriterium 1)
  • Montenegro: Aufhebung der Covid-19 bedingten Reisewarnung (Kriterium 1)
  • Nord-Mazedonien: Aufhebung der Covid-19 bedingten Reisewarnung (Kriterium 1)
  • Österreich: Aufhebung der Covid-19 bedingten Reisewarnung (Kriterium 1)
  • Portugal: Aufhebung der Covid-19 bedingten Reisewarnung für die Region Madeira, Covid-19 bedingte Reisewarnung für die Region Lissabon (Kriterium 1)
  • Schweiz: Aufhebung der Covid-19 bedingten Reisewarnung für die Kantone Bern und Thurgau (Kriterium 1)
  • Serbien: Aufhebung der Covid-19 bedingten Reisewarnung (Kriterium 1)
  • Ukraine: Aufhebung der Covid-19 bedingten Reisewarnung (Kriterium 1)
  • USA: Aufhebung der Covid-19 bedingten Reisewarnung (Kriterium 1)
  • Zypern: Aufhebung der Covid-19 bedingten Reisewarnung (Kriterium 1)

Ich habe jedes Land bzw. jede Region der Welt einem fünfstufigen „Stresstest“ unterzogen. Die Testkriterien erläutere ich in der Einführung „Wie plane ich meine Auslandsreise 2021?„. Der Kreis der Gebiete, in die Du heute problemlos reisen kannst, wird immer größer. Als geimpfte Person hast Du schon heute mehr Freiheiten. Auf diese gehe ich hier so lange nicht ein, so lange die Mehrzahl der Menschen in Deutschland nicht vollständig geimpft ist (aktuell ca. 20 %). Trotzdem gibt es auch bei den Nicht-Risikogebieten Hinweise für die erleichterte Einreise für vollständig geimpfte Personen.

Im Folgenden kannst Du nachvollziehen, wie sich der Kreis der potentiellen Reiseländer und -regionen verkleinert, da nicht alle Nicht-Risikogebiete aktuell erreichbar sind, Touristen ins Land lassen, auf eine Quarantäne bzw. eine Ausgangssperre verzichten. Basis ist die Einschätzung des Auswärtigen Amts in Bezug auf alle Länder und Regionen:

  1. Covid-19 bedingte (Teil-)Reisewarnung für nicht notwendige, touristische Reisen, falls Risikogebiet
  2. Abraten von nicht notwendigen touristischen Reisen falls kein uneingeschränkter Reisverkehr möglich, Quarantäne verpflichtend oder nur eingeschränkte Einreise möglich
  3. Besondere Vorsicht bei Ländern mit niedrigem Infektionsgeschehen und uneingeschränkter Reisemöglichkeit

Ich gehe nur auf Länder ein, die unter Punkt 2 oder 3 fallen. Kombiniert werden die Einschätzungen des Auswärtigen Amts durch die Flugpläne der Airlines und die aktuell geltenden Regeln für den Transit bzw. die Durchreise durch andere Länder, um an Dein Reiseziel zu gelangen.

Kriterium 1: Länder/Regionen, für die aktuell keine „COVID-19 bedingte (Teil-)Reisewarnung“ besteht

Europa:

  • Albanien
  • Armenien
  • Aserbaidschan
  • Bosnien und Herzegowina
  • Bulgarien
  • Färöer-Inseln
  • Finnland
  • Frankreich (Teile)
  • Griechenland (Teile)
  • Irland (Teile)
  • Island
  • Italien
  • Kosovo
  • Kroatien (Teile)
  • Liechtenstein
  • Malta
  • Moldau
  • Monaco
  • Montenegro
  • Nord-Mazedonien
  • Norwegen (Teile)
  • Österreich
  • Polen
  • Portugal (Teile)
  • Rumänien
  • San Marino
  • Schweiz (Teile)
  • Serbien
  • Slowakei
  • Spanien (Teile)
  • Tschechien
  • Ukraine
  • Ungarn
  • Vatikanstadt
  • Zypern

Afrika:

  • Mauritius
  • Mayotte
  • Ruanda
  • São Tomé und Príncipe
  • Uganda

Amerika:

  • Antigua und Barbuda
  • Barbados
  • Bonaire, Sint Eustatius und Saba
  • Curaçao
  • Dominica
  • Grenada
  • Grönland (Dänemark)
  • Jamaika
  • Kanada
  • St. Pierre & Miquelon
  • St. Kitts & Nevis
  • St. Vincent & die Grenadinen
  • USA

Asien:

  • Brunei Darussalam
  • China (VR)
  • Hongkong
  • Israel
  • Libanon
  • Japan
  • Kambodscha
  • Korea (Süd)
  • Laos
  • Macau
  • Myanmar
  • Singapur
  • Taiwan
  • Thailand
  • Vietnam

Ozeanien:

  • Australien
  • Cook-Inseln
  • Fidschi
  • Französisch-Polynesien
  • Kiribati
  • Marshallinseln
  • Mikronesien
  • Nauru
  • Neukaledonien
  • Neuseeland
  • Palau
  • Salomonen
  • Samoa
  • Tonga
  • Tuvalu
  • Vanuatu
  • Wallis & Futuna

Polen, Tschechien, Österreich und Teile der Schweiz sind als Nachbarländer Deutschlands keine Risikogebiete mehr. In Frankreich sind es nur Teile, die nicht an Deutschland grenzen. Alle anderen Länder lassen sich nur durch einen Transit durch ein Risikogebiet mit dem Auto oder Zug erreichen, ob Du allerdings so einfach durch die Grenzkontrollen kommst, sei dahin gestellt. Möchtest Du überland das Urlaubsgebiet erreichen, schaue auf den Seiten des Auswärtigen Amts im Bereich „Durchreise/Transit“ unbedingt auf den Seiten der Transitländer nach, ob Du durch sie durchreisen darfst.

Daher spricht aktuell einiges für eine Flugreise, auch wenn diese nicht die klimafreundlichste Variante darstellt. Wie Du mit Bedacht fliegen kannst, erkläre ich in meinem Buch. Allerdings sind die internationalen Flugpläne der Airlines extrem ausgedünnt und seit 30. März 2021 gilt eine Testpflicht vor dem Check-in für alle Flugreisenden, die in die Bundesrepublik einreisen möchten. Infos zur Testpflicht findest Du in meinem Unterkaptiel „Tipps zur Hin- und Rückreise„. Ein Wechsel des Flugzeugs in einem Drittland, das als Risiko-, Hochinzidenz- oder gar als Virusvariantengebiet gilt, ist aktuell außerhalb der EU kaum zu empfehlen.

In Taiwan, das kein Risikogebiet ist, ist ein Wechsel des Flugzeugs als Tourist möglich (Testpflicht). Ab sofort darf dort aber nicht mehr die Airline gewechselt werden. Auch Singapur, Südkorea und Thailand, die auch keine Risikogebiete sind, erlauben den Transit. In allen genannten Fällen solltest Du zunächst die Seite des Auswärtigen Amts im Bereich „Durchreise“ durchlesen und anschließend die Airline (ggf. über Dein Reisebüro) kontaktieren, bevor Du buchst. Gleiches gilt bei einem Routing via Australien/Neuseeland. Infos zu Tests findest Du in meinem Unterkaptiel „Tipps zur Hin- und Rückreise„.

Radfahren in Angkor Wat ist wie hier 2011 auch 2021 theoretisch möglich – für Kambodscha existierte keine Covid-19-bedingte Reisewarnung. Das Land vergibt aber aktuell keine neuen Touristenvisa – die alten vor März 2020 ausgestellten, bleiben jedoch gültig.
Kriterium 2: Länder/Regionen, die mit dem auto, dem zug bzw. dem Flugzeug direkt ab deutschland (via Europa und/oder via Taiwan, Südkorea bzw. Singapur und Australien/Neuseeland) erreichbar sind

Europa:

  • Albanien
  • Armenien
  • Aserbaidschan
  • Bosnien und Herzegowina
  • Bulgarien
  • Färöer-Inseln*
  • Finnland
  • Frankreich
  • Griechenland
  • Irland
  • Island
  • Italien
  • Kosovo
  • Kroatien
  • Liechtenstein
  • Malta
  • Moldau
  • Monaco*
  • Montenegro
  • Nord-Mazedonien
  • Norwegen*
  • Österreich
  • Polen
  • Portugal
  • Rumänien
  • San Marino
  • Schweiz
  • Serbien
  • Slowakei
  • Spanien
  • Tschechien
  • Ukraine
  • Ungarn
  • Vatikanstadt
  • Zypern

Afrika:

  • Mayotte
  • Ruanda*
  • São Tomé und Príncipe
  • Uganda*

Amerika:

  • Antigua und Barbuda*
  • Bonaire, Sint Eustatius und Saba*
  • Curaçao*
  • Kanada
  • St. Kitts & Nevis*
  • USA

Asien:

  • Brunei Darussalam
  • China (VR)
  • Hongkong
  • Israel
  • Japan
  • Kambodscha
  • Korea (Süd)
  • Laos
  • Libanon
  • Myanmar
  • Singapur
  • Taiwan
  • Thailand
  • Vietnam

Ozeanien

  • Australien
  • Cook-Inseln
  • Fidschi
  • Französisch-Polynesien
  • Neukaledonien
  • Neuseeland
  • Palau
  • Samoa

In diese Länder/Regionen lässt es sich von Deutschland aus entweder nonstop oder über einen Flughafen im Schengen-Raum wie Amsterdam, Kopenhagen, Paris, Wien oder Zürich reisen und/oder über die genannten Länder in Asien/Ozeanien. Die mit * versehenen Länder/Regionen lassen sich nur mit einem Wechsel des Flugzeugs in einem (einfachen) Risikogebiet erreichen oder mit einer Auto- bzw. Zugfahrt durch ein (einfaches) Risikogebiet. Was Du dabei beachten musst, erkläre ich Dir im Unterkapitel „Tipps zur Hin- und Rückreise„.

Flughunde zu besuchen, wie hier 2010, ist 2021 ebenfalls möglich. Für Mauritius gibt es keine Covid-19-bedingte Reisewarnung, aber aktuell ist das Land wie so viele ab Deutschland nur umständlich erreichbar.
Kriterium 3: Länder/Regionen, die ihre Grenzen für Touristen aus Deutschland geöffnet haben

Europa:

  • Albanien
  • Armenien
  • Aserbaidschan
  • Bosnien und Herzegowina
  • Bulgarien
  • Färöer-Inseln
  • Frankreich
  • Griechenland
  • Irland
  • Island
  • Italien
  • Kosovo
  • Kroatien
  • Liechtenstein
  • Malta
  • Moldau
  • Monaco
  • Montenegro
  • Nord-Mazedonien
  • Österreich
  • Polen
  • Portugal
  • Rumänien
  • San Marino
  • Schweiz
  • Serbien
  • Slowakei
  • Spanien
  • Tschechien
  • Ukraine
  • Vatikanstadt
  • Zypern

Afrika:

  • Ruanda
  • São Tomé und Príncipe
  • Uganda

Amerika:

  • Antigua und Barbuda
  • Bonaire, Sint Eustatius und Saba
  • Curaçao
  • St. Kitts und Nevis (Geimpfte)

Asien:

  • Kambodscha (falls Visum vor März 2020 erteilt)
  • Libanon
  • Thailand

Ozeanien:

Von mehr als 190 Ländern bleiben diese Länder und Regionen übrig, die grundsätzlich Touristen aus Deutschland ins Land lassen und für die wenigstens teilweise keine Covid-19-bedingte Reisewarnung ausgesprochen wurde. In Europa gibt es mittlerweile wieder viele Reiseoptionen. Außerhalb Europas sieht die Situation noch anders aus. Kambodscha lässt Touristen allerdings nur ins Land, wenn Du bereits ein gültiges Visum hast. Da Kambodscha seit Ausbruch der Pandemie im März 2020 keine Touristen-Visa mehr ausstellt, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass Du nicht einreisen kannst.

Die Färöer-Inseln, 1999 besucht, haben sich für Tourist*innen geöffnet – sofern diese vollständig geimpft sind.
Kriterium 4: Länder/regionen, die keine Quarantäne für Einreisende aus Deutschland verlangen

Europa:

  • Albanien
  • Armenien
  • Bosnien und Herzegowina
  • Bulgarien
  • Färöer-Inseln (Impfung)
  • Griechenland
  • Irland (Impfung)
  • Island (Impfung, Covid-19-genesen)
  • Italien
  • Kosovo
  • Kroatien
  • Liechtenstein
  • Malta
  • Moldau
  • Montenegro
  • Nord-Mazedonien
  • Österreich
  • Polen
  • Portugal
  • Rumänien
  • San Marino
  • Schweiz
  • Serbien
  • Spanien
  • Ukraine
  • Vatikanstadt
  • Zypern

Afrika:

  • Ruanda
  • São Tomé und Príncipe
  • Uganda

Amerika:

  • Antigua und Barbuda
  • Bonaire, Sint Eustatius und Saba
  • Curaçao
  • St. Kitts und Nevis

Asien:

  • Kambodscha

Ozeanien:

Immer mehr Länder verzichten auf eine Quarantäne für vollständig geimpfte Personen. Thailand verlangt eine 14-tägige Hotelquarantäne, egal ob geimpft oder nicht geimpft. Die Regeln für Thailand verändern sich fast wöchentlich, so dass es hier ständig zu Änderungen kommen kann. Der Libanon verlangt eine 3-tägigig Quarantäne.

Die meisten Länder/Regionen in Kriterium 4 verlangen mindestens einen Test vor der Abreise, außer Rumänien, Montenegro und Nord-Mazedonien, die von aus Deutschland einreisenden Personen keinen Test verlangen. Andere Länder unterscheiden zwischen Geimpften (kein Test), Genesenen und Ungeimpften (Testpflicht). Die Anzahl der Tests kann insgesamt bis auf vier ansteigen, ehe Du Dich frei im Land bewegen kannst. Mehr Infos zu den Tests findest Du im Unterkapitel „Tipps zur Hin- und Rückreise„.

Wunderschönes Nord-Thailand, 2015 bereist, ist auch 2021 ein mögliches Reiseziel. Für Thailand gibt es keine Covid-19-bedingte Reisewarnung – aber mindestens 14 Tage Quarantäne sind vielleicht dann doch ein zu hohe Hürde.
Kriterium 5: Länder/regionen, die keine Ausgangssperren verhängt haben

Europa:

  • Armenien
  • Bosnien und Herzegowina
  • Bulgarien
  • Färöer-Inseln
  • Griechenland
  • Irland
  • Island
  • Kosovo
  • Kroatien
  • Liechtenstein
  • Malta
  • Moldau
  • Montenegro
  • Österreich
  • Polen
  • Portugal (Teile)
  • Rumänien
  • San Marino
  • Schweiz
  • Serbien
  • Spanien (Teile)
  • Ukraine
  • Vatikanstadt
  • Zypern

Afrika:

  • São Tomé und Príncipe

Amerika:

Asien:

  • Kambodscha

Ozeanien:

Nächtliche Ausgangssperren gibt es noch in vielen Ländern. Sie sollten das Reisevergnügen aber nicht wirklich trüben. In Ruanda sind auf Inlandsreisen teilweise PCR-Tests vor Reiseantritt durchzuführen, insbesondere wenn Du die Affen in den Nationalparks besuchen möchtest, da Covid-19 auch auf sie übertragen werden könnte.

Fazit

Aktuell gibt es in Europa mittlerweile wieder viele Ziele, in die Du problemlos bereisen kannst. Es empfiehlt sich die App oder die Webseite der Europäischen Union „Re-Open EU“ zu konsultieren, um konkret in die Urlaubsplanung zu starten. In Amerika kannst Du die zwei Karibik-Staaten Antigua und Barbuda bzw. St. Kitts und Nevis besuchen, die Du über Amsterdam/St Martin erreichen kannst sowie die niederländischen Überseegebiete Bonaire, Sint Eustatius, Saba und Curaçao.

Eine Reise nach Asien ohne Quarantäne ist aktuell praktisch unmöglich. Für Langzeitreisende kann Thailand Sinn machen, wenn man die Quarantäne „absitzt“ und dann seine eigentliche Reise startet. Die drei Tage Quarantäne im Libanon sind auch verkrfaftbar.

In Afrika sind es mit Ruanda und Uganda immerhin zwei Länder, die aktuell unter Pandemie-Kritierien bedenkenlos bereist werden können. Gleiches gilt für São Tomé und Príncipe, das noch nicht mal mehr eine Ausgangssperre verhängt hat.

Island, unter anderem 2002 besucht, ist auch 2021 eine Reise wert – es existiert keine Covid-19-bedingte Reisewarnung mehr. Die Quarantäne für Ungeimpfte kann allerdings noch ein Hinderungsgrund sein.

Ich hoffe, dass ich mit diesem Leitfaden ein wenig Licht ins Dunkel der Reiseplanung für 2021 gebracht habe. Ich wünsche Dir viel Spaß beim Planen und gegebenenfalls eine sichere Reise mit wunderbaren Eindrücken, die Dich gut durch diese besondere Zeit kommen lassen.

Historie der Updates:

Update 5. Juni 2021

  • Frankreich: Aufhebung der Covid-19 bedingten Reisewarnung für Korsika sowie die französischen Übersee-Departments Mayotte, Saint-Pierre und Miquelon, Wallis und Futuna, Französisch-Polynesien und Neukaledonien (Kriterium 1)
  • Italien: Aufhebung der Covid-19 bedingten Reisewarnung (Kriterium 1)
  • Kroatien: Aufhebung der Covid-19 bedingten Reisewarnung für die Gespanschaften Dubrovnik-Neretva, Istrien, Karlovac, Krapina-Zagorje, Požega-Slawonien und Split-Dalmatien (Kriterium 1)
  • Liechtenstein: Aufhebung der Quarantäneverpflichtung für Reisende aus Sachsen und Thüringen (Kriterium 4)
  • Niederlande: Aufhebung der Covid-19 bedingten Reisewarnung für die überseeischen Teile des Königreichs der Niederlande Curaçao, Bonaire, Sint Eustatius und Saba
  • Norwegen: Covid-19 bedingte Reisewarnung für die Provinzen Troms og Finnmark und Trøndelag (Kriterium 1)
  • Österreich: Aufhebung der Covid-19 bedingten Reisewarnung für das gesamte Land mit Ausnahme der Bundesländer Tirol (ohne die Gemeinde Jungholz und das Kleinwalsertal) und Voralberg (ohne die Gemeinde Mittelberg) (Kriterium 1)
  • Schweiz: Aufhebung der Covid-19 bedingten Reisewarnung für die Kantone Aargau, Basel-Stadt, Basel-Land, Graubünden, Solothurn, Tessin, Zug und Zürich
  • Tschechien: Aufhebung der Covid-19 bedingten Reisewarnung (Kriterium 1)
  • Vatikanstadt: Aufhebung der Covid-19 bedingten Reisewarnung (Kriterium 1)

Update 30. Mai 2021

  • Albanien: Aufhebung der Covid-19 bedingten Reisewarnung (Kriterium 1)
  • Antigua und Barbuda: Aufhebung der Quarantäne- und Tracingverpflichtung (Kriterium 4)
  • Bulgarien: Aufhebung der Covid-19 bedingten Reisewarnung (Kriterium 1)
  • Dominikanische Republik: Covid-19 bedingte Reisewarnung (Kriterium 1)
  • Finnland: Aufhebung der Covid-19 bedingten Reisewarnung (Kriterium 1)
  • Irland: Aufhebung der Covid-19 bedingten Reisewarnung für die Region Midland
  • Jamaika: Aufhebung der Covid-19 bedingten Reisewarnung (Kriterium 1)
  • Liechtenstein: Aufhebung der Covid-19 bedingten Reisewarnung (Kriterium 1)
  • Malaysia: Covid-19 bedingte Reisewarnung (Kriterium 1)
  • Malta: Aufhebung der Covid-19 bedingten Reisewarnung (Kriterium)
  • Monaco: Aufhebung der Covid-19 bedingten Reisewarnung (Kriterium 1)
  • Norwegen: Aufhebung der Covid-19 bedingten Reisewarnung für die Provinz Rogaland, Covid-19 bedingte Reisewarnung für die Provinzen Agder, Vestfold og Telemark und Innlandet (Kriterium 1)
  • Polen: Aufhebung der Covid-19 bedingten Reisewarnung (Kriterium 1)
  • Portugal: Aufhebung der Covid-19 bedingten Reisewarnung für die Region Algarve (Kriterium 1)
  • Rumänien: Aufhebung der Covid-19 bedingten Reisewarnung (Kriterium 1)
  • San Marino: Aufhebung der Covid-19 bedingten Reisewarnung (Kriterium 1)
  • São Tomé und Príncipe: Aufhebung der Covid-19 bedingten Reisewarnung (Kriterium 1)
  • Slowakei: Aufhebung der Covid-19 bedingten Reisewarnung (Kriterium 1)
  • Spanien: Aufhebung der Covid-19 bedingten Reisewarnung für die kanarischen Inseln und die Stadt Ceuta sowie für die autonomen Gemeinschaften Extremadura, Asturien, Kantabrien und Kastillien-La Mancha (Kriterium 1)
  • Sri Lanka: Covid-19 bedingte Reisewarnung (Kriterium 1)
  • St. Lucia: Covid-19 bedingte Reisewarnung (Kriterium 1)
  • Thailand: Verlängerung der Quarantäne auf 14 Tage (Kriterium 4)
  • Ungarn: Aufhebung der Covid-19 bedingten Reisewarnung (Kriterium 1)
  • Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland inkl. der Isle of Man sowie aller Kanalinseln und aller britischen Überseegebiete: Covid-19 bedingte Reisewarnung (Kriterium 1)

Update 24. April 2021

  • Antigua und Barbuda: Aufhebung der Covid-19 bedingten Reisewarnung  (Kriterium 1)
  • Bahamas: Covid-19 bedingte Reisewarnung (Kriterium 1)
  • Dominikanische Republik: Aufhebung der Covid-19 bedingten Reisewarnung  (Kriterium 1)
  • Finnland: Aufhebung der Covid-19 bedingten Reisewarnung für die Regionen Etelä-Karjala und Kymenlaakso   (Kriterium 1)
  • Irland: Aufhebung der Covid-19 bedingten Reisewarnung für die Region West (Kriterium 1)
  • Norwegen: Aufhebung der Covid-19 bedingten Reisewarnung für die Provinz Vestfold og Telemark (Kriterium 1)
  • St. Lucia: Aufhebung der Covid-19 bedingten Reisewarnung  (Kriterium 1)

Update 18. April 2021

  • Barbados: Aufhebung der Covid-19 bedingten Reisewarnung (Kriterium 1)
  • Finnland: Aufhebung der Covid-19 bedingten Reisewarnung für die Region Pirkanmaa   (Kriterium 1)
  • Irland: Aufhebung der Covid-19 bedingten Reisewarnung für die Regionen Mid-West und South-East (Kriterium 1)
  • Portugal: Covid-19 bedingte Reisewarnung für autonome Region Azoren und die Region Algarve (Kriterium 1)
  • Spanien: Covid-19 bedingte Reisewarnung für die Region autonome Gemeinschaft Kastilien-La Mancha (Kriterium 1)
  • Taiwan: Umsteigeverbindungen nur möglich, wenn die Fluggesellschaft nicht gewechselt wird (Kriterium 2)
  • Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland, einschließlich der Isle of Man, aller Kanalinseln sowie der britischen Überseegebiete (mit Ausnahme Bermuda, Britische Jungferninseln und Falkland Inseln): Aufhebung der Covid-19 bedingten Reisewarnung (Kriterium 1)

Update 10. April 2021

  • Finnland: Covid-19 bedingte Reisewarnung für die Region Kymenlaakso, Aufhebung der Covid-19 bedingten Reisewarnung für die Region Kanta-Häme  (Kriterium 1)
  • Island: PCR-Test für Covid-19 Genese und Geimpfte bei der Einreise verpflichtend, das Ergebnis ist in der Häuslichkeit abzuwarten
  • Israel: Aufhebung der Covid-19 bedingten Reisewarnung (Kriterium 1)
  • Spanien: Covid-19 bedingte Reisewarnung für die Region Extremadura (Kriterium 1)

Update 2. April 2021

  • Finnland: Aufhebung der Covid-19 bedingten Reisewarnung für die Region Aland mit Wirkung vom 3. April 2021 (Kriterium 1)
  • Irland: Aufhebung der Covid-19 bedingten Reisewarnung für die Region South-West mit Wirkung vom 3. April 2021 (Kriterium 1)
  • Kroatien: Covid-19 bedingte Reisewarnung für das gesamte Land mit Wirkung vom 3. April 2021 (Kriterium 1)
  • Mauritius: Bis zum 30. April 2021 gilt ein landesweiter Lockdown (Kriterium 5)
  • Portugal: Aufhebung der Covid-19 bedingten Reisewarnung für die Region Lissabon mit Wirkung vom 3. April 2021 (Kriterium 1)
  • Spanien: Covid-19 bedingte Reisewarnung für die Region Rioja mit Wirkung vom 3. April 2021 (Kriterium 1)
  • Thailand: Seit dem 1. April 2021 beträgt die Quarantäne-Zeit grundsätzlich 10 Tage, für Geimpfte 7 Tage (Kriterium 4)

Update 31. März 2021

  • Island: Quarantäne muss nun in einer staatlichen Einrichtung statt in einem Haus verbracht werden (Kriterium 4)
  • Ruanda: Die Ausgangssperre beginnt nun in den meisten Teilen des Landes erst um 21 Uhr (bisher20 Uhr) und die Restaurants dürfen nun bis 20 Uhr (bisher 18 Uhr) geöffnet bleiben (Kriterium 5)

Update 26. März 2021 mit Wirkung zum 28. März 2021

  • Dänemark: Covid-19 bedingte Reisewarnung für das ganze Land (außer Färöer und Grönland) (Kriterium 1-2)
  • Martinique (Frankreich): Covid-19 bedingte Reisewarnung (Kriterium 1)
  • Finnland: Covid-19 bedingte Reisewarnung für die Regionen Kanta-Häme, Päijät-Häme und Pirkanmaa, Aufhebung der Covid-19 bedingten Reisewarnung für die Region Satakunta  (Kriterium 1-2)
  • Kroatien: Covid-19 bedingte Reisewarnung für die Gespannschaft Požega-Slawonien (Kriterium 1-5)
  • Norwegen: Covid-19 bedingte Reisewarnung für die Provinz Rogaland, Aufhebung der Covid-19 bedingten Reisewarnung für die Provinz Agder  (Kriterium 1)

Update 20. März 2021:

  • Curaçaо : Covid-19 bedingte Reisewarnung (Kriterium 1-5)
  • Finnland: Covid-19 bedingte Reisewarnung für die Region Südkarelien, Aufhebung der Covid-19 bedingten Reisewarnung für die Region Österbotten (Kriterium 1-2)
  • Kroatien: Covid-19 bedingte Reisewarnung für die Gespannschaft Krapina-Zagorje (Kriterium 1-5)
  • Malaysia: Aufhebung der Covid-19 bedingten Reisewarnung (Kriterium 1-2)
  • Norwegen: Covid-19 bedingte Reisewarnung für die Provinz Vestfold og Telemark (Kriterium 1)
  • Portugal: Aufhebung der Covid-19 bedingten Reisewarnung für die Region Algarve (Kriterium 1-4).
  • Spanien: Aufheben der Covid-19 bedingten Reisewarnung für die autonome Gemeinschaft Galicien (Kriterium 1-3).
  • St. Vincent und die Grenadinen: Aufhebung der Covid-19 bedingten Reisewarnung (Kriterium 1)
  • Update 12: März 2021:
    • Bahamas: Aufhebung der Covid-19 bedingten Reisewarnung (Kriterium 1)
    • Guadeloupe: Covid-19 bedingte Reisewarnung zum 14. März 2021(Kriterium 1-2)
    • Portugal: Aufhebung der Covid-19 bedingten Reisewarnung zum 14. März 2021 für die Regionen Alentejo, Centro, Norte sowie die autonome Region Azoren (Kriterium 1-4).
    • Spanien: Aufheben der Covid-19 bedingten Reisewarnung zum 14. März 2021 für einige autonome Gemeinschaften Kastilien-La Mancha, Valencia, Extremadura, Murcia, Rioja sowie die Balearen (Kriterium 1-4 bzw. tlw. 1-5).
  • 6. März 2021: Für die folgenden Gespannschaften Kroatiens wird am 7. März 2021 die Covid-19-bedingte Reisewarnung zurückgenommen (Kriterium 1-5): Istrien, Požega-Slawonien, Bjelovar-Bilogora und Krapina-Zagorje
  • 5. März 2021: Für Griechenland wurde eine Covid-19-bedingte Reisewarnung ausgesprochen. Es ist von der Liste (Kriterium 1 bis 3) gestrichen worden.

Quelle:

Vietnam 2004 Teil 4

Vielleicht habt Ihr über Hoi An, wo die letzte Mail endete, gerade vor 3 Wochen etwas in der Zeitung gelesen. Wenn nicht, habt Ihr nichts verpasst, denn dort wurde berichtet, dass die gesamte Stadt wegen Hochwasser zu 80% vom Einsturz bedroht ist. Bis jetzt ist hier noch nichts eingestürzt und wenn ich den Einheimischen Glauben schenken darf, kommt das mit dem Hochwasser öfters vor und war nicht einfach mal die Sensation von Ende November 2004. Ein Grund mehr, unseren Medien etwas kritisch(er) gegenüber zu sein, wie ich finde.

Hoi An ist eine alte Hafenstadt, die seit dem 2. Jhdt. Handel mit ganz Ostasien und bis zum Nahen Osten trieb. Dementsprechend sind viele edle Handelshäuser von reichen chinesischen und japanischen Kaufleuten im Laufe der Jahrhunderte errichtet worden. Wegen der jährlichen Hochwasser wurde im letzten Jahrhundert der Hafen in die Millionenstadt Da Nang verlegt und Hoi An schlummerte von da an im Dornröschen-Schlaf, ehe die UNESCO es zum Weltkulturerbe erklärt hatte und wir Touristen auf der Bühne erschienen. Das angenehmste an der Stadt ist das autofreie Zentrum, in dem sogar die Mofas geschoben werden müssen. Was wäre die tropische Welt um einiges schöner, wenn motorisierte Vehikel aus den Innenstädten allgemein verbannt werden würden? Ich genoss die Ruhe und nahm die Spezialität der Stadt in Anspruch: Hier soll es versierte Schneiderinnen geben und in der Tat sind diese im imitieren westlichen Kleidergeschmacks sehr geschickt. Von irgendwoher bekamen sie einen britischen Versandhauskatalog und ich konnte den Schnitt aus den bunten Seiten wählen, während die Stoffe in großen Ballen im Laden lagen. Dann wurde noch auf meine Spezialwünsche wie Taschenanzahl, -verschluss und -größe eingegangen, ehe ich gründlich vermessen wurde. Das gute Stück wurde mir bis zum nächsten Tag natürlich geschneidert und war überpünktlich fertig! In der Zwischenzeit machte ich einen Tagesausflug zu einem anderen Weltkulturerbe nach My Son.

Diese alte Ruinenstadt ist vielleicht die unbekannteste unter den südostasiatischen alten Metropolen, wie Angkor in Kambodscha, Ayuttayha in Thailand, Bagan in Myanmar und Borobodur in Indonesien. Aber dafür war sie am längsten besiedelt. Bevor die Vietnamesen von Norden her das heutige Südvietnam besiedelten, waren hier die Cham des Königreiches Champa seit dem 2. Jhdt. n. Chr. heimisch. Diese kamen in Kontakt mit indischen Seefahrern und wurden zum Großteil Hindus. My Son war ein religiöses Zentrum der Cham und hat eine ähnliche Lage wie die Mayastadt Palenque in Chiapas, Mexiko: Die Ruinen, zum Teil bis heute vom dichten Grün überwuchert, erheben sich vor einer ebenfalls grünen Hügellandschaft. Morgens um halb neun war ich nach 2-stündiger Radtour, der erste Besucher und hatte die mystische Stimmung für mich alleine. Der umgebende Regenwald dampfte noch vom Dauerregen der in der Nacht heruntergeprasselt war. Nebelschwaden durchzogen das Ruinenfeld und die grünen Hügel verschwanden in den weißen Wolken. Leider ist ein Grossteil der Stadt anders als die anderen Ruinenstädte Südostasiens völlig verwüstet. Die Gebäude, die zum Teil aus dem 10. Jhdt. stammen, wurden während des „amerikanischen Kriegs“ von der US Luftwaffe einem Dauerbombardement ausgesetzt, da sich Viet Cong in den Tempeln verschanzt hatten.

Archäologen von höchstem Rang intervenierten damals bei US-Präsident Nixon, der die US Truppen veranlasste, My Son nicht mehr zu bombardieren, Viet Cong aber weiterhin zu töten. Noch heute ist es angeblich lebensgefährlich abseits der Trampelpfade herumzuirren, da überall noch Minen und Bomben herumliegen.

Gerade als die erste Touristengruppe ankam und ich von diesen äußerst unfreundlich aufgenommen wurde, da ich versehentlich quer durchs Bild der zwei Dutzend Digitalkameras lief, war mein Besuchsprogramm „beendet“, und ich konnte gemütlich wieder nach Hoi An zurückfahren und mein Rad vom schlammigsten Teil meiner Reise befreien. Viet Nam baut anscheinend nicht nur im Norden sondern auch hier permanent neue Strassen und daher fuhr ich wieder kilometerlang durch Baustellen, die nach dem Dauerregen natürlich eine einzige Schlammpiste waren. Manches Mal waren die Schlammlöcher so tief, dass ich bis zur Kette bzw. zur Achse der Räder im Schlamm vorwärts zuckelte. Nach diesem Schlammbad war ich froh, dass mein Hotel einen Gartenschlauch besaß und die Dusche wie übrigens in ganz Vietnam bisher immer funktionierte.

Überhaupt ist Vietnam wesentlich „zivilisierter“, als ich es vorher angenommen habe. Bei uns gilt das Land als sog. „Entwicklungsland“. Im Gegensatz zu den meisten anderen so kategorisierten Ländern ist Vietnam aber ein Exot, da zum Beispiel der Müll nicht permanent in die Strassen gekippt wird. Vielmehr sehe ich hier oft Müllabfuhren westlichen Standards oder Straßenkehrer, die alles blitzblank sauber machen. Die Betelnuss, die sich in Südostasien eigentlich in jedem Mund zum Kauen befindet, wird nur noch von den Alten auf dem Land gekaut. Dementsprechend ist hier, im Gegensatz zu Myanmar oder Indonesien, die Gasse auch nicht ständig mit roter Spucke verdreckt. Überhaupt spucken VietnamesInnen im Gegensatz den ChinesInnen überhaupt nicht. Vielmehr fahren hier viele mit Mundschutz durch die Gegend, um sich vor den Abgasen der Mofas und Trucks zu schützen, aber auch um hellhäutig zu bleiben, denn ein heller Teint ist das Schönheitsmerkmal vietnamesischer Frauen! 

Selbst geraucht wird hier relativ wenig, in Asien wahrlich eine Ausnahme. Lediglich die ganz alten Damen, deren Gesicht schon völlig mit Falten durchsetzt ist, paffen riesige Zigarren, selbst hinten auf dem Motorrad! Das sieht echt grotesk aus und ich muss immer schmunzeln, wenn ich die Ladies qualmen sehe! Innerlich grinsen muss ich auch, wenn die VietnamesInnen mir abends ein Bier servieren, das nicht richtig kalt ist: Ich bekomme das Bier ins Glas gekippt und mit Eiswürfeln aufgefüllt! Oder vietnamesisches Fast Food ist noch schneller als McDonald’s und Co.: Einmal hatte ich gerade Platz genommen und da stand schon das Essen auf dem Tisch, denn in diesem Etablissement gibt es den ganzen Tag nur eine Mahlzeit, die COM GA heißt und die Spezialität der Provinz Quang Ngai ist. Vielleicht erinnert Ihr Euch noch eine Pollo y arroz Phobie (Hühnchen mit Reis) aus Ecuador? Nun ja COM GA ist genau das: Hühnchen mit Reis – aber die SüdamerikanerInnen sollten mal nach Vietnam fahren, um Pollo y arroz kochen zu lernen: Die Hühnchenbrust kommt ohne Knochen, der Reis ist mit Safran gewürzt. Dazu gibt es eingelegtes Gemüse und das ganze schmeckt wirklich gut!

Ich verließ das autofreie Hoi An, um weiter auf dem Quôc Lô 1 (QL1), dem National Highway 1 weiter nach Süden zu fahren. Kaum hatte ich mich wieder an den Verkehr gewöhnt, wurde das Radeln auf dem QL1 etwas unangenehmer. Da die Medien mit dem Hochwasser nicht ganz unrecht hatten, waren über mehr als 50 Kilometer weite Teile des QL1 von einer Schlammschicht bedeckt, und es wird wohl noch Wochen dauern, bis diese wieder weggeräumt ist. Der ansonsten auf dem QL1 übliche Seitenstreifen fehlte, so dass das Fahren neben stinkenden röhrenden LKWs, hupenden dröhnenden Bussen, noch lauter hupenden Minibussen, flitzenden Pkws, überladenen Mofas und im Schneckentempo fahrende RadlerInnen etwas ermüdend, und ich hoffte permanent auf eine Änderung dieser Situation. Es war wirklich anstrengend, hundert Meter auf sehr guter Strasse zu fahren und dann in eine finnische Seenplatte von Schlaglöchern abzutauchen und mir den Weg hindurchzubahnen. Doch schließlich erreichte ich immer das rettende Ufer in Form eines weiteren Stücks guter Strasse und bald machte ich eine neue positive Erfahrung mit dem Straßenbau in Vietnam: Man konstruiert jetzt sogar Umgehungsstrassen um die Städte! Was bei uns seit Jahrzehnten Bürgerinitiativen für und gegen Umgehungen auf den Plan ruft, wird hier einfach ins Reisfeld gebaut, und keiner fährt drauf ab!

Die chaotischen Hupbusse heizen lieber mit 80 km/h durch die Ortschaften und bringen deren Bewohner entweder ins Jenseits oder zumindest einen Hörschaden zu, denn nur in den Städten und Dörfern können sie neue Passagiere aufgabeln und den Bus mit menschlichem Frachtgut noch voller laden. Die Mofas und wenigen privaten PKW befinden sich wohl auch nur für den lokalen Gebrauch auf der Strasse, so dass ich manches Mal einen vierspurigen Highway für mich alleine habe, denn sogar die LKWs fahren sehr selten auf dieser autobahnähnlichen vierspurigen Strasse!  

In der Mittagszeit ist für den motorisierten Verkehrsteilnehmer auch trotz Dauerhupens in den Ortschaften aber kein Durchkommen, denn dann sind die Verkehrsadern von tausenden von RadfahrerInnen in Form von Schulkindern und StudentInnen blockiert. Ganz Lärm-Vietnam wird von Lern-Vietnam blockiert, da alle Rad fahren. Dadurch gibt es hier auch keine übergewichtigen Game Boy spielenden Rumlunger-Kids, sondern nur die fitte mobile Asia Version! Die Uniform der Studentinnen ist in vielen Schulen noch der „ao dai“, das traditionelle Kleidungsstück der vietnamesischen Dame! Das Kleid ist ein elegantes Stück Seide das vorne und hinten beim Radfahren über den Sattel hängt und von daher immer mit der Hand am Lenker gehalten wird. Die Mädels, natürlich vermummt um ja nicht braun zu werden und mit Hütchen auf dem Kopf,  fahren wie Prinzessinnen kerzengerade noch über die schlammigste Piste mit einer Eleganz, bei der ich mir mit meinen Shorts und T-Shirt ganz schön fehl gekleidet vorkomme!

Zur Eleganz passen in dieses herrliche Land auch die wunderbaren Kaffeepavillons, die meist einen eigenen kleinen Garten mit Springbrunnen und künstlichem Fluss besitzen und in denen man den vorzüglichen Kaffee made in Vietnam kosten kann! Der Kaffee schmeckt zwar anders als bei uns und das liegt nicht daran, dass man diesen hier meist in einer Konzentration zu sich nimmt, bei der im Vergleich ein Espresso zu Nescafé wird. Auch genießt man die schwarze Flüssigkeit meist aus einem Longdrinkglas oder Whiskeyglas auf dem der Kaffee in einem speziellen Gefäß vor Deinen Augen durchläuft. Dazu werden Eiswürfel gereicht, denn VietnamesInnen lieben den eiskalten Koffeinschock! Bezahlt wird nach Tässchen, wobei eine Tasse etwa einem Fingerhut des schwarzen Golds entspricht.

Ein Vorteil, als Radler unterwegs zu sein, liegt in der Tatsache, dass man Essen in den abgelegendsten Käffern zu sich nimmt und die Leute Touristen wahrscheinlich äußerst selten begegnen. Anders als in touristischen Gegend (hauptsächlich außerhalb von Vietnam) zahlt man als Ausländer oft das Doppelte oder Dreifache des Preises, den ein Einheimischer zahlt. Hier scheint das wirklich noch anders zu sein. Für umgerechnet 0,38 Euro bekam ich das folgende Menu in Binh Dinh zusammengestellt: Manioksuppe, ein Kännchen grüner Tee, All-U-Can-Eat Reis, einen Teller Gemüse, einen Teller Tofu und zwei kleine Steaks! Mir ist es manches Mal fast unangenehm, diese Preise zu bezahlen, aber den Leuten etwas mehr zu geben, ist vielleicht auch falsch. Also mache ich mich mit einem Lächeln aus dem Staub und bin von der Ehrlichkeit der Menschen in diesem Land ein weiteres Mal sehr angetan.

Weniger angetan bin ich von dem Wetter, denn hier ist es oft alles  andere als trocken. Die Sonne kam diese Woche bis Mittwoch etwa so oft zum Vorschein, wie ein Sieg von Mainz 05 während meiner Abwesenheit vom Bruchwegstadion – also gar nicht. Am Samstag konnte ich dann wenigstens mit den vietnamesischen Fußballfans gemeinsam traurig sein, denn auch Vietnam hat gegen Indonesien 3 zu 0 verloren. Ich kam in meine Fußballkneipe einige Minuten zu spät, hatte aber praktisch auf dem gesamten Weg immer die Möglichkeit, das Spiel zu sehen, da JEDES Haus offen stand und in fast jedem Haus die Menschen gebannt auf den Fernseher starrten. Vom Kleinkind bis zum Greis fasziniert hier die Menschen das runde Leder! Der Kneipenwirt war anfangs im Zwiespalt, denn bei meinem Erscheinen wusste er, dass der Radfahrer hungrig ist und Kohle verdient werden kann, aber es spielt doch Vietnam. Ich bestellte aber zunächst nur ein Bierchen und machte ihm klar, dass er das Spiel gucken soll und danach das Futter richten kann. Darauf gab es bis zum 1 zu 0 mehrere Runden Reisschnaps, Erdnüsse und Wassermelone aufs Haus! Fußballfans müssen doch wohl zusammenhalten und Prioritäten setzen, oder?

Besser als im Fußball sind VietnamesInnen im Badminton, das immer und überall gespielt wird. Viele öffentliche Plätze, Parkplätze und sonstige ebene Flächen sind mit Farbmarkierungen übersäht, die das Spielfeld markieren. Das Netz, den Federball und die Schläger bringen die Leute selbst mit und spielen dann mitten im Gewühl. Volleyball wird zwischen auf Dock gelegten Fischerbooten am Strand gespielt und Fußball sogar manchmal im feuchten Reisefeld, meist auf dem omnipräsenten Fußballacker oder in der Strasse, wobei die Mädels meistens das Hochhalten in der Gruppe mit einem Indiaca-ähnlichen Ding spielen. Einen Actionsport der Marke Total Durchgeknallt üben hier einige Kids auf den QL1 aus. Bei Steigungen bei denen die LKWs mit ca. 30 km/h hoch kriechen hängen sie sich mit ihren Fahrrädern dran. Dieses LKW-Surfen war mir doch eine Nummer zu gefährlich. Aber Mofa-Surfen war auch des Öfteren angesagt, in dem ich dem Mofafahrer im Windschatten hinterher geradelt bin, während er versuchte an mir sein Englisch mit den Standardfragen „What is your name? Where do you come from? Are you married?“ aufzufrischen. Manchmal erhalte ich auch eine Sondereskorte insbesondere nach Schulschluss. Dann radeln vor mir mindestens 3 Kids, links und rechts mindestens jeweils eines und hinter mir der Rest. Dieser Bienenschwarm zuckelt dann durchs Ländle, und die Kids versuchen mit mir auf vietnamesisch zu kommunizieren, was mit ein paar Schlagworten, die ich mittlerweile gelernt habe, auch zur Belustigung aller funktioniert.   

Diese Unbeschwertheit der heutigen Jugend steht im krassen Gegensatz zur jüngeren Geschichte der vorhergehenden Generation. Der Küstenstreifen Südostvietnams war im 20. Jhdt. immer ein Widerstandsnest gegen die fremden Mächte Frankreich und USA. Im amerikanischen Krieg wurde das Dorf My Lai auf schockierende Art und Weise berühmt, da die 504 Einwohner meist Frauen, Kinder und Alte von US-Soldaten allesamt am Morgen des 16. März 1968 getötet wurden, da die Amerikaner vermuteten, dass die Einwohner die Viet Cong, die südvietnamesische Guerilla unterstützten. Meist blieb den Einwohnern der Dörfer damals gar nichts anderes übrig, da die Rachefeldzüge der Viet Cong bei „Nichtkooperation“ genauso grausam waren, wie dieses Massaker. Das Geschehene wäre wohl nicht an die Öffentlichkeit geraten, wenn nicht einige Soldaten nach der Rückkehr in die Heimat, von diesem Tag berichtet hätten. Erst mehr als ein Jahr später kam dieses Kriegsverbrechen in Weltpresse. Ein Leutnant wurde in den USA zu lebenslänglichem Gefängnis 1971 durch ein Kriegsgericht verurteilt, aber bereits 1974 wieder freigelassen.

Am Platz des damaligen Dorfes steht ein unscheinbares Denkmal, wie es sich in vielen südvietnamesischen Orten zum Gedenken an die Opfer des Krieges gibt. Ich habe aber den Eindruck, dass die Menschen hier das Geschehene hinter sich lassen möchten und gegenüber dem ehemaligen Feind keinerlei Ressentiments mehr zeigen. Die USA hat ihr Wirtschaftsembargo gegen Vietnam vor 10 Jahren aufgehoben. Es gibt nun auch gemeinsame Forschungsprojekte bspw. wir untersucht, ob die damals versprühten Giftstoffe wie Agent Orange (wegen der Farbe der Behälter) zu Miss- und Fehlgeburten führen. 

Die damals verantwortlichen amerikanischen Politiker haben den Krieg als Fehler mittlerweile bezeichnet, Reparationszahlungen an Vietnam blieben dennoch aus. Aber es gibt auch Amerikaner die aktiver in der Vergangenheitsbewältigung sind, wie beispielsweise die Organisatoren des My Lai Peace Park Projects. Ein unscheinbares Pappschild in den Reisfeldern hat mich auf dieses Projekt aufmerksam gemacht, das von einem Vietnamveteran geleitet wird. Heute sind insbesondere die Wirtschaftsbeziehungen zwischen den ehemaligen Feinden wieder im Aufwind. Coca-Cola folgte Pepsi schon kurz nach Aufhebung des Embargos. Ich tippe diese Mail mit Microsoft Software, die vietnamesische Polizei fährt FORD und Vietnam Airlines kauft Boeing Flugzeuge.  

Die sichtbaren Wunden des Krieges bemerkt man kaum noch. Heute bestimmt wieder ein Idylle aus hellgrünen Reisfeldern, dunkelgrünen Pinien- und Palmenwäldern die Landschaft in der sich vor 30 Jahren die Menschen bekriegten. Auf meiner Radtour kam ich, nachdem ich My Lai verlassen hatte,  dank der freundlichen Menschen wieder auf andere Gedanken. Hellgelber Sandstrand ziert die vielen Buchten, an der sich der QL1 nach Süden schlängelt. Kulinarisch bin ich endgültig im Paradies hier an der Küste des Südchinesischen Meeres angekommen. Es gibt immer frischen Fisch und Shrimps, selbst im kleinsten COM PHO Reis- und Nudelshop. Dank des Radeln kann ich natürlich so alle 3 Stunden mal ein kleines Mittagessen mit Meeresfrüchten zu mir nehmen ohne dass dies zu stark Magen oder Geldbeutel belasten würde.

Die Fischer, die die kulinarischen Leckerbissen an Land ziehen, sind mit buntbemalten Holzschiffchen permanent on tour. Die Schiffe werden abends in den Buchten vertäut und danach wird in geflechteten runden Bötchen, die wie überdimensionierte Wallnussschalen aussehen an Land gepaddelt. Das Radfahren an der Küste war nicht allzu anstrengend, wäre da nicht ab und an das eine oder andere technische Problem gewesen, denn Speichenbruch Nummer 3 stellte sich im Laufe der Woche genauso ein, wie ein Kettenriss zwei Tage später. Die Kette hat bei dem schlammigen Untergrund und dem vielen Sand natürlich besonders gelitten und daher wunderte ich mich über den Riss nicht mehr allzu sehr. Die Pannen nehmen zwar immer ein bisschen Zeit zur Reparatur in Anspruch, aber für die neugierigen Einheimischen ist es immer wieder eine Abwechselung, mir beim Speichenauswechseln oder Kettennieten zuzugucken.  

Mittlerweile gibt es auch wieder das natürliche ISOSTAR überall an allen Ecken: Frisch gepresster Zuckerrohrsaft mit Limette ist der flüssige Energiespender schlechthin und ein Glas ist für ca. 4 Euro Cents zu haben! Wer braucht da noch GATORADE, um die manches Mal recht steile Küstenstrasse nach Süden zu erradeln. Die kleinen Pässe haben es hier wirklich in sich. Für LKW ist an den Steilstrecken alle paar hundert Meter ein Bremskühlanlage á la Vietnam eingerichtet: Wie Gartensprenger spritzt das Wasser permanent in die Höhe, bis der Truck kommt und dann der Schlauch auf die dampfenden Bremsen gerichtet wird. Heute ging es noch einmal 131 km auf dem QL1 nach Süden. Die Nachtruhe war um 5 Uhr durch den fast schon üblichen Lautsprecher-Terror beendet. Dieses Mal gab es klassische Musik – echt super! Nun bin ich am südöstlichsten Punkt Vietnams in Nha Trang angekommen. Das ist so eine Art Mallorca Vietnams, denn hier gibt es überall Happy Hour, schnelles Internet, englisch sprechende VietnamesInnen, Party und Touristen…genau das, was ich in den vergangen 23 Tagen nicht hatte. Grund genug, nach 1.641 Kilometern des Radelns durch dieses herrliche Land meine Tour zu beenden, und wieder gen Heimat zu düsen, sofern alles klappt!

Zum Schluss sage ich CAM ‚ON oder DANKE insbesondere den vietnamesischen Verkehrsteilnehmern, die meist, ob man es glaubt oder nicht, sehr rücksichtsvoll gegenüber mir als Radler waren. Und natürlich DANKE dem vietnamesischen Straßenbauern – ich hatte keinen einzigen Platten auf dieser Tour!

Vietnam 2004 Teil 3

Die letzte Mail endete bei Radkilometer 512 in Dien Bien Phu, 19 Kilometer vor der Grenze zu Laos. In der Zwischenzeit habe ich mehrmals vergeblich versucht, ins Internet zu kommen. Viet Nam ist noch zu oft in der computertechnischen Steinzeit, so dass meistens die Verbindung überhaupt nicht zu Stande kommt. Dafür bin ich per SMS ständig, selbst bei Stromausfall zu erreichen!

Die Grenzlage von Dien Bien Phu machte das Städtchen 1954 weltberühmt, da dort die französische Armee, die zum Grossteil aus Fremdenlegionären und Vietnamesen bestand, von der vietnamesischen Unabhängigkeitsbewegung Viet Minh geschlagen wurde. Die Franzosen zogen daraufhin aus Vietnam ab, und Nordvietnam wurde tatsächlich selbstständig, nachdem die Viet Minh unter ihrem Führer Nguyen Tat Thanh, besser bekannt als Ho Chi Minh, was soviel bedeutet wie der Erleuchter, bereits im 2. Weltkrieg für die Unabhängigkeit damals gegen die Japaner gekämpft hatten und Onkel Ho, wie er hier überall genannt wird, sogar von den USA finanziell unterstützt wurde.

Nicht nur die Franzosen erlebten in Dien Bien Phu ihr Desaster, auch eine meiner Radspeichen, die durchgebrochen war. Glücklicherweise habe ich 5 Ersatzspeichen bei mir und konnte so ohne größere Probleme meine Reise nach geglückter Eigen-Reparatur fortsetzen. Obwohl Dien Bien Phu im hintersten Winkel Vietnams liegt, hat es vielmehr mit unserer Welt zu tun, als die Dörfer und Städtchen, die zwischen Hanoi und diesem Ort liegen.

Es gab zum Beispiel nach über 500 km wieder eine Ampel, die sogar beachtet wurde und funktionierte. Oder es gab Schuhputzer, ein Zeichen, dass hier Leute tatsächlich Schuhe tragen, denn zwischen Hanoi und Dien Bien laufen alle Menschen in Flip Flops durch die Gegend, da sie gar nicht das Geld besitzen, sich Schuhe zu leisten. Dementsprechend sah ich bis Dien Bien auch keine Bettler, denn wer selbst nichts hat, kann sicherlich nichts geben. Nach Dien Bien verschlägt es dank Vietnam Airlines einige Franzosen, die aus Hanoi hierher fliegen, um den für Frankreich wichtigen Ort anzuschauen.

Für mich hatte der Ort nicht sehr viel zu bieten außer der Tatsache, dass die Gegend hinter Dien Bien noch reizvoller und unberührter wurde. Die Straße wurde noch enger aber nicht schlechter, wie in meinem Reiseführer angekündigt. Sie führte durch Dörfer, in denen die Menschen noch nicht einmal das gewohnte HELLO riefen, sondern die Begrüßung in ihrer Stammessprache ausriefen, da viele selbst kein Vietnamesisch sprachen. Bei meinem Essensstopp war ich wieder einmal die Attraktion schlechthin. Vietnamesen haben anscheinend ihre eigene Art, Energie zu tanken, denn ich wurde auf ein Glas Reisschnaps eingeladen, dass ich ‚unbedingt‘ trinken musste, um den anstehenden Bergpass zu meistern. Was sollte ich machen? Es war ca. 35 Grad heiß, vor mir lagen 600 Höhenmeter und ein Glas Reisschnaps zum Anstoßen! Es blieb mir nix anderes übrig, als das Zeug, das recht gut schmeckte, mit viel Cola nachzuspülen. Anschließend schmierte ich mich noch mit Sonnencreme ein, mit der Folge, dass die ganze Reisschnapskneipenfraktion ebenfalls Sonnencreme wollte – also teilten wir Schnaps und Creme – und jeder war zufrieden.

Später war ich froh, den Schnaps gut gemeistert und noch genug Sehkraft übrig gehabt zu haben, um einer von rechts anrasenden Schlange auszuweichen. Sie hatte vielleicht auch nur die Rechts vor Links Regelung beachtet. Damit wäre sie allerdings das erste Lebewesen in Vietnam gewesen, das diese Regel respektierte. Ansonsten wäre sie mir in die Speichen reingeschlängelt, und ich hätte einen weiteren Speichenbruch und vielleicht noch einen Beinbruch als Zugabe gehabt. Natürlich habe ich den Rest des Tages eine Schlangenparanoia gehabt und bei jedem Ästchen gebremst. Aber der Mensch vergisst ja gerne schnell und am nächsten Tag konnte ich wieder unbeschwert radeln, nachdem ich mal wieder wie sooft in diesem herrlichen Land Schlafprobleme hatte: Dieses Mal war Dauerbeschallung ab 6 Uhr morgens angesagt gewesen. Zwei Tage zuvor hatte ich in einem Hotel im Erdgeschoss übernachtet. Vor dem zurStrasse hin reichenden Zimmer starteten die vietnamesischen Trucker um sechs ihren LKW und die Abgase gingen direkt in mein Zimmer, so dass ich vom Auspuffgestank und dem Motorenlärm geweckt wurde.

Aber Motorenlärm hörte ich hinter Dien Bien zunächst für 3 Tage lang praktisch gar nicht mehr. Ich hatte die Strasse fast für mich alleine. Es war herrlich, durch eine fast 100 Kilometer lange Schlucht stundenlang alleine zu radeln. Links rauschte unter mir, der von der chinesischen Provinz Yunnan her strömende Schwarze Fluss, und rechts war undurchdringbares Grün, soweit das Auge nach oben reichte. Sobald das Tal sich etwas weitete, lagen dort kleine Dörfchen mit einem halben Dutzend Stelzenhäuser. Die Stelzen halten Schlangen und Ungeziefer von den Bewohnern fern. Auch sonst zeigen sich die Menschen hier sehr pragmatisch: Die geteerte Strasse nutzen sie, um das Wurzelgemüse (Yams oder Maniok, wie ich vermute) geschnippelt auf dem trockenen Belag zu trocknen. Auch die per Handarbeit gefertigten Räucherstäbchen liegen zum Trocknen auf der Gasse. Die Wäsche wird auf den aufgeheizten Leitplanken getrocknet und die Wasserleitung besteht aus Bambusrohr. Die Dörfchen auf der anderen Flussseite sind immer auf schwingenden Hängebrücken oder Kabelzügen hoch über dem reißenden Fluss zu erreichen – Indiana Jones lässt grüssen!

Nach 9 Radfahrtagen erreichte ich dann den sprichwörtlichen Höhepunkt meiner Reise durch das vietnamesische Bergland: Eine 26 km lange Auffahrt führte auf den höchsten anfahrbaren Punkt Vietnams, einen Pass in knapp 2.000 Höhe. Der Regenwald war baumlosem Hochland gewichen. Überall rauschten Bergbäche dahin und nur noch vereinzelt waren Hmong und Dao Leute, die hier heimisch sind, auf der Strasse zu sehen. Die Menschen haben riesige schwarze Turbane und richtige schwarze Woll-Leggings an, die sie bei Nachttemperaturen um den Gefrierpunkt auch gut gebrauchen können.

Hinter dem Pass führte die Strasse wieder in die so genannte Zivilisation nach Sa Pa, dem Touri-Hauptquartier Nordvietnams. Dort wimmelt es auch von vietnamesischen Bergbewohnern, die ihre wunderschönen Stickereien an Touristen verkaufen möchten. Ich war etwas überrascht, dass auf der Westseite des Passes die Menschen des selben Bergstammes sehr scheu waren und auf der Ostseite im Touristenort jeden Fremden mit ihrer Handarbeit beglücken wollten. Hier sieht man ganz direkt welchen Einfluss der Tourismus auf Einheimische hat. Einerseits bringen wir Touris den Menschen Geld, das diese bitter nötig haben. Denn bis vor wenigen Jahren lebten die meisten hier vom Opiumanbau, der aber nicht gerade besonders von staatlichen Organen gefördert wird. Daher ist der Fremdenverkehr eine notwendige Einnahmequelle. Andererseits verderben wir die Leute vielleicht auch mit unserem westlichen Einflüssen. Es ist vielleicht sogar gut, dass es Touristen-Zentren wie Sa Pa gibt, dann bleiben die anderen Dörfer vom Massentourismus vielleicht verschont – denn in Sa Pa grüsste natürlich kein Mensch freundlich den vorbeifahrenden Radler. Hier war man einfach nur ein Money Target.

Am letzten Radtag in Nordvietnam ging ein Traum eines jeden Radlers in Erfüllung. Eine Abfahrt über 37 km und 1.000 Höhenmeter auf guter leerer Strasse! Es war herrlich, die Serpentinen herunterzurauschen und die Abfahrt ließ auch den zweiten Speichenbruch vom Vortag vergessen.

Allerdings habe ich nun nur noch 3 Speichen in Reserve. Drückt mir mal die Daumen, dass diese ausreichen werden! Das gute an vietnamesischen Hotels ist die Tatsache, dass oft eine Einwegzahnbürste im Bad herumliegt. Diese konnte ich bei der Reparatur nun nutzen, um einmal den Zahnkranz bei dieser Gelegenheit gleich mal vom Dreck der letzten 800 Kilometer zu befreien.

Auch in Sa Pa konnte ich nicht lange schlafen. Dieses Mal war es die Vereinigte Hundekläff- und Bellfront, die mich um den Schlaf brachte. Ich wünschte mir heimlich, dass diese Kläffer doch auf der Speisekarte der unzähligen Restaurants von Sa Pa landen würden, um endlich Ruhe zu haben.

Nachdem ich die Abfahrt von Sa Pa zur chinesischen Grenze und damit zum Ende meiner Radtour durch Nordvietnam hinter mich gebracht hatte, dachte ich schon, dass doch alles recht reibungslos bisher verlaufen ist. Doch 10 Meter vor dem Bahnhof, dem Ziel meiner 10-tägigen Radtour, rutschte die Kette von kleinsten Zahnkranz vorne ab und legte sich zwischen Rahmen und Kettenblatt. Normalerweise ist dies kein großes Problem, aber die Kette ließ sich nicht mehr schieben oder ziehen – sie war tatsächlich total verkeilt. Am Sperrgepäckschalter des Bahnhofs versuchte ich mein bestes, die Kette irgendwie wieder auf das Kettenblatt zu bekommen. Aber es half alles nichts – ich musste den Niet der Kette öffnen und die Kette abziehen und wieder zusammensetzen.  

In dieser echt ätzenden Situation war ich wieder von den Vietnamesen sehr angetan. Erstens klaute mir niemand während meiner Panne etwas aus dem Gepäck, das natürlich nicht gerade stark von mir im Auge behalten wurde. Zweitens half mir jemand ungefragt, die Kette zu halten, damit ich wieder mit dem Nietendrücker die Kette zusammenfügen konnte und drittens haben die netten Ladies vom Sperrgepäckschalter von Vietnam Railways mir Waschmittel und Wasser ungefragt bereitgestellt, um meine verölten schwarzen Hände reinigen zu können. So konnte ich dann doch den Nachtzug zurück nach Ha Noi nehmen und eine endlich ruhige Nacht im Schlafwagen verbringen!

In der vietnamesischen Hauptstadt wollte ich lediglich die nächste Zugfahrkarte im so genannten „Reunification Express“ lösen, um den zweiten Teil meiner Radreise in Südvietnam starten zu können. Die 1.726 Kilometer lange Strecke zwischen Ha Noi im Norden und Ho Chi Minh Stadt, das aber eh jeder nur Sai Gon nennt, im Süden, wurde während der französischen Besatzungszeit 1899 begonnen und 1936 zum Abschluss gebracht. Vor Ausbruch des 2. Weltkriegs brauchte man 40 Stunden um die Strecke zurückzulegen. Während der japanischen Besatzung im 2. Weltkrieg wurde die Strecke von den Viet Minh (s.o.) sabotiert, und die Amis bombardierten die Strecke, da die Japaner sie für ihren Krieg gegen die Alliierten nutzten. Während der französischen Besatzung nach dem 2. Weltkrieg wurde die Strecke weiterhin von den Viet Minh bis 1954 sabotiert. Danach wurde sie Ende der 1950er mit US-Hilfe im Süden wieder in Schuss gebracht. Da dort nach der Unabhängigkeit des Nordens ein korruptes Regime regierte, entstand eine neue Befreiungsbewegung, die berühmten Viet Cong (VC), die die Strecke ab 1961 wieder sabotierten. Nachdem die Amis das südvietnamesische Regime unterstützten, aber nie Nordvietnam den Krieg erklärten, kam es zum sog. Vietnamkrieg, der hier nur Amerikanischer Krieg genannt wird. In diesem bombardierten die Amis die Strecke wieder im Norden, nördlich der entmilitarisierten Zone zwischen Nord- und Südvietnam. Nach der Wiedervereinigung von Nord- und Südvietnam 1975 wurde die Strecke 1976 wieder komplett in Betrieb genommen, nachdem 1334 Brücken, 27 Tunnel, 158 Bahnhöfe und 1370 Weichen repariert wurden.

Der Wiedervereinigungsexpress brachte mich in einer angenehmen ruhigen Nachtfahrt ins südvietnamesische Hue, die alte Hauptstadt während der Kaiserzeit. Nachdem sich Vietnam 1945 von Frankreich unabhängig erklärt hatte, dankte der letzte Kaiser in Hue ab und übergab die Macht formal an Ho Chi Minh. Heute sind noch viele Gebäude und riesige Grabanlagen der Kaiser zu bewundern, falls sie nicht im 2. Weltkrieg bis 1945 im Francovietnamesischen Krieg von 1945 bis 1954 oder im Amerikanischen Krieg von grob 1959 (erste gefallene amerikanische Soldaten) bis 1975 zerstört wurden. Danach gab es noch einen Krieg 1979 mit China und bei so viel Leid und Krieg ist es immer wieder erstaunlich, wie freundlich und zugänglich die Einheimischen auch gegenüber US-Bürgern, Franzosen und Japanern sind.

Nachdem ich das Besuchsprogramm „absolviert“ hatte, war ich froh, wieder im Sattel zu sitzen und mich in die belebten Strassen mit dem Rad zu begeben. Im Gegensatz zu den doch oft sehr wenig befahrenen Bergstrassen Nordvietnams ist der Verkehr gerade um die Großstädte im Süden wesentlich stärker aber nicht unbedingt gefährlicher. Dachte ich in Ha Noi noch, es gibt keine Verkehrsregeln, so muss ich das nun relativieren. Es gibt sie, und befolgt man sie strikt, ist das Radeln wirklich leicht: Regel 1 heißt „Permanent nach vorne schauen und die linke und rechte Seite lediglich im Blickwinkel haben“. Vorfahrt existiert hier nicht in unserem Sinne. Die von links und rechts Kommenden sehen Dich als zu umfahrendes Objekt genauso wie Du Verkehrsteilnehmer siehst, die vor Deine Linse huschen. Regel 2 heißt „konstante Geschwindigkeit fahren“. Dadurch können alle Deine Geschwindigkeit abschätzen und Dich leicht umgehen. Regel 3 heißt „kein abruptes Ausscheren“. Teilnehmer können problemlos überholt werden, auch wenn ein LKW hinter Dir ist. Dieser wird immer in genügendem Abstand Dich in dritter oder vierter Reihe überholen. Regel 4 heißt Huptöne interpretieren. Einzelnes Hupen heißt „Achtung ich komme“ und hat nichts zu sagen. Dauerhupen heißt hingegen „Fahre mal mehr rechts, dann komme ich auch vorbei“. Bis jetzt klappt das Befolgen dieser Regeln problemlos und folglich lässt es sich hier sogar einfacher fahren, als in Deutschland, da bei uns ein jeder auf Paragraphen besteht und es notfalls krachen lässt – Vollkasko sei Dank!

Beim Rückwärtsfahren ertönen übrigens die interessantesten Klingeltöne, die man wohl wie bei uns Klingeltöne fürs Mobiltelefon erstehen kann, denn „Oh Tannenbaum“ und „I wish you a merry Christmas“ sind gerade der saisonale Renner. Insgesamt sehe ich glücklicherweise recht wenig Weihnachtskitsch. Diesen gibt es dann allerdings immer in den Läden, die auch schon für das vietnamesische Neujahrsfest Tet Sachen anbieten. Es sieht dann doch etwas komisch aus, den Plastik-Nikolaus zwischen Tet-Masken zu finden. Auch fast 30 Jahre nach der Wiedervereinigung finde ich, dass man einen Unterschied zwischen Norden und Süden feststellen kann. Im Norden sind die Menschen (oberflächlich und rein subjektiv betrachtet) zurückhaltender aber freundlicher. Im Süden sind die Leute offener, sprechen besseres Englisch aber auch wesentlich geschickter, den Touris das Geld aus der Tasche zu ziehen. Aber auch hier gefällt es mir sehr gut, denn bspw. kann ich hier auf Coca Cola gänzlich verzichten und meinen Flüssigkeitsbedarf alleine durch die riesigen großen Kokosnüsse decken, die mit einer Machete geöffnet und mit einem Strohhalm versehen, der durstigen Kehle vorgesetzt werden.

Auf dem Lande werde ich weiterhin nicht verarscht. So gibt es in den Myriaden von COM PHO Läden nie eine Speisekarte. Mittlerweile kenne ich die vietnamesischen Namen der landesweit erhältlichen Speisen, wie Gemüse, Reis, Nudeln, Schwein, Rind, Huhn, Tofu, Fisch, Schrimps etc., so dass ich immer schlemmen kann. Auch kenne ich die Preise niemals, die ich später zahlen muss – einmalig für ein tropisches Land mit Tourismus. In anderen Ländern würde man total verarscht werden. Hier liegt der Grund, warum es keine Preise gibt, am vietnamesischen Esssystem. Bezahlt wird nach der Menge. Sind die bestellten Speisen gegessen, werden diese nachgefüllt! Insgesamt kostet dann alles meist weniger als 0,50 Euro pro Mahlzeit. Das Wechselgeld, das praktisch nie vorhanden ist, gibt es dann wieder in Bananen oder auch mal mit Wrigley’s Double mint bei all dem verwendeten Knoblauch gar keine schlechte Sache!

Heute habe ich den berühmten Wolkenpass, der Vietnam auch meteorologisch trennt, überwunden. Nun bin ich im tropischen Süden angekommen. Es ist feuchtheiß und im Gegensatz zum subtropischen Norden auch nachts angenehm warm, so dass mir beim Mitfiebern des Bundesligaspiels 1. FSV Mainz 05 gegen den 1. FC Nürnberg garantiert nicht kalt wird! Vorher geht es aber das Länderspiel Vietnam gegen Indonesien gucken. Hoffentlich wird es so schön, wie der 9:1 Sieg Vietnams gegen Kambodscha am Donnerstag dieser Woche! Tore en masse, Fußballherz was willst Du mehr…? … ist ja klar – nie mehr 2. Liga 😉