Wie plane ich meine Auslandsreise 2021?

Dieser Blogplost und seine Unterkapitel werden regelmäßig aktualisiert. Infos hierzu auf meinen Social Media-Kanälen auf Twitter, Facebook und Instagram. Für den Inhalt wird keine Haftung übernommen. Quellen finden sich am Ende des Textes.

Update 16 vom 14. Juni 2021:
  • Aktualisierung des Unterkapitels „Länder/Regionen, die aktuell problemlos bereisbar sind“
  • Aktualisierung des Unterkapitels „Tipps zur Hin- und Rückreise“ – Digitaler Impfpass
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Reisen ins Ausland waren auch während der letzten Monate bereits erlaubt. Dieser Satz ist keine Fake-News, sondern Fakt, auch wenn es für viele Menschen sonderbar klingt, gerade weil touristische Übernachtungen innerhalb Deutschlands über Monate verboten waren, Restaurants und kulturelle Einrichtungen ebenfalls lange geschlossen waren.

Vielleicht möchtest Du aktuell nicht wirklich in den Urlaub fahren. Dafür gibt es sicherlich gute Gründe. Aber gerade weil wir uns aktuell ziemlich einschränken, ist jetzt vielleicht die beste Zeit, eine Strategie für das Erstellen von Reiseplänen für das Jahr zu entwerfen. Trotz sich permanent ändernder Richtlinien gibt es so etwas wie einen roten Faden, den ich Dir in den folgenden Abschnitten zeige, und mit dem Du Deine Reise in Zeiten der Pandemie vorbereiten kannst.

Der Boiling Lake auf Dominica 2001 – für die Karibik-Insel existiert keine Covid-19-bedingte Reisewarnung, aber von Deutschland ist sie aktuell kaum erreichbar.

Und wenn es Dich nicht mehr in den eigenen vier Wänden hält und Du kurzfristig Deine Sachen packen möchtest, gibt es aktuell jede Woche mehr Regionen auf unserem Globus, die Du bereits wieder bereisen kannst, ohne danach zurück in Deutschland in Quarantäne zu müssen. Gerade wenn Du vollständig geimpft oder von Covid-19 genesen bist, stehen ab sofort noch mehr Länder zur Verfügung, die Du bereisen kannst, weil Sie Dir weniger „Steine in den Weg legen“ als Ungeimpften und weil Du womöglich bei der Rückkehr weder einen Test machen musst geschweige denn Dich absondern musst. Mehr dazu in den Unterkapiteln, die ich regelmäßig aktualisiere.

Die Strategie zur Reiseplanung beschäftigt sich mit zwei Fragen, die vor der Pandemie eher untergeordnete oder gar keine Rollen gespielt haben. Es geht darum, wie Du die Gebiete auswählst, die in Frage kommen und worauf Du bei der Auswahl der Leistungsträger (Airlines und Lage von Transitflughäfen, Hotels, Mietwagenfirmen, Versicherungen) achten solltest.

Aufgrund der Pandemie gibt es aktuell Hindernisse, die wir vor einem Jahr noch für völlig abwegig gehalten hätten.

Manche Länder…

  1. …vor denen das Auswärtige Amt jahrelang nie gewarnt hat, gelten plötzlich als Risikogebiete
  2. …sind mit dem Flugzeug gar nicht mehr direkt erreichbar
  3. …haben ihre Grenzen komplett für Touristen aus Deutschland geschlossen
  4. …zwingen Touristen aus Deutschland in eine mehrtägige Quarantäne
  5. …haben eine Ausgangssperre erlassen, die unbeschwertes Reisen einschränken könnte

Ich habe jedes Land bzw. jede Region der Welt diesem fünfstufigen „Stresstest“ unterzogen. Dadurch wird der Kreis der Gebiete, in die Du heute reisen kannst, kleiner – gerade was Fernreisen angeht wird der Kreis sogar sehr überschaubar.

Übrigens sieht das Robert-Koch-Institut weniger im Reisen an sich, sondern mehr im etwaigen falschen Verhalten der Reisenden, die sich nicht an die AHA+A+L-Regeln halten, also die weder Abstand halten, noch die Handhygiene verbessern, Alltagsmasken tragen, die App für Corona-Warnungen heruntergeladen haben und nicht Lüften, eine Gefahr. In meinem Artikel zu Mallorca-Reisen habe ich 6 Fakten aufgelistet, die auch für andere Reisen gelten .

Die aktuelle Strategie der Regierenden, vulnerable Gruppen wie ältere Menschen zu schützen und die Krankenhauskapazitäten nicht zu überlasten, werden durch eine verantwortungsvolle Reise unter Beachtung der AHA+A+L-Regeln auch nicht konterkariert.

Grenada, 2001 bereist – für das Land gibt es aktuell keine Covid-19-bedingte Reisewarnung – es wird von Deutschland aber nicht angeflogen.

Die App des Auswärtigen Amts „Sicher Reisen“ bietet Dir eine Länderliste zum Herunterscrollen an. In dieser Liste ist für jedes Land angegeben, ob die Bundesregierung für dieses eine „COVID-19 bedingte (Teil-)Reisewarnung“ ausgesprochen hat. Diese ist grob gesagt mit einem Risikogebiet gleichzusetzen. Natürlich gibt es Länder, für die eine solche Reisewarnung pauschal ausgesprochen wurde, obgleich es regionale Unterschiede gibt. Und die Konsequenzen bei der Rückreise sind ohnehin identisch, sofern das Robert-Koch-Institut keine Unterscheidung vornimmt. Daher empfehle ich grundsätzlich nur in Länder und Regionen zu reisen, für die keine „COVID-19 bedingte Reisewarnung“ ausgesprochen wurde. Natürlich kann diese Warnung während Deiner Reise ausgesprochen werden. Das heißt aber natürlich nicht, dass Deine Reise sofort für Dich oder andere gefährlich wird. Der Worst Caste ist eine Quarantäneverpflichtung nach Deiner Rückkehr. Denn wenn das Land bzw. die Region vor Deinem Reiseantritt kein Risikogebiet war und erst während Deines Aufenthaltes als solches deklariert wurde und Du gleichzeitig keine Möglichkeit hast, Homeoffice mit Deinem Arbeitgeber zu vereinbaren, kannst Du eine Entschädigung für den Verdienstausfall aufgrund des Infektionsschutzgesetzes erhalten. Wenn Du geimpft bist, könntest Du theoretisch auch in Risikogebiete fahren. Da die Mehrzahl von uns allerdings noch nicht geimpft ist, fokussiere ich meine Artikel auf diese Personengruppe.

Wichtig ist also, dass Du als ungeimpfte Person in eine Region fährst, die vor Deiner Abreise nicht zum Risikogebiet erklärt wurde. Damit reduziert sich der Kreis der Länder und Regionen, die für Dich in Frage kommen, erheblich. Zwar rät das Auswärtige Amt auch von diesen Ländern ab, da die einfachste Möglichkeit, Corona aus dem Weg zu gehen, die Selbstisolierung ist. Aber es gilt immer eine Abwägung, die auch Politiker*innen bei ihren Entscheidungen vornehmen müssen. Wenn Du das Gefühl hast, dass Dir eine Reise ins Ausland psychisch gut tut, dann ist dagegen nichts einzuwenden. Und neben unserer eigenen psychischen Gesundheit geht es auch darum, dass viele Menschen in vielen Ländern vom Tourismus abhängig sind und die Gastländer keine Möglichkeit haben, diese Menschen mit Kurzarbeitergeld und Überbrückungshilfen zu unterstützen. Daher sollte jede*r von uns selbst entscheiden, ob eine Reise Sinn macht oder nicht. Verboten ist es jedenfalls nicht.

Hier geht es zur folgenden Unterkapiteln:

Quellen:

  • Sicher Reisen – das Auswärtige Amt
  • Rückkehr aus einem Risikogebiet, Vergütung, Quarantäne und Co.: Juris.de

Unterwegs auf dem kleinen Mainzer Höhenweg

Die Bilder von Blechkarawanen auf dem Weg ins Mittelgebirge haben uns vor Augen geführt, dass viele von uns auch am kommenden Wochenende wieder die Sehnsucht verspüren werden, raus in die Natur zu kommen. Obwohl Auslandsreisen nicht verboten sind, ziehen es viele vor, während der Pandemie in den heimischen vier Wänden zu übernachten. „Stay at home“ lautet die Devise. Diese ist natürlich das beste Mittel, um einen großen Bogen um Corona zu schlagen. Das bedeutet aber auch, dass auf Tagesausflüge insbesondere in die schöne Winterlandschaft verzichtet werden sollte, ja es unter Umständen sogar verboten ist, falls die Inzidenz höher als 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den letzten 7 Tagen liegt, und sich Dein Ausflugsziel Luftlinie weiter als 15 km entfernt befinden sollte. Auf der interaktiven Karte der Firma „Geoventis“ kannst Du den 15-Kilometer-Radius um Deinen Standort herum ermitteln.

Blick vom kleinen Mainzer Höhenweg auf den Feldberg im Taunus im Januar 2021

Wenn wir nicht ins Ausland verreisen möchten, keinen größeren Tagesausflug unternehmen dürfen, aber den Wunsch verspüren, unterwegs zu sein, was ist da die Lösung? Zum Beispiel den „Kleinen Mainzer Höhenweg“ (KMH) erkunden. Dieser liegt auf jedem Fall innerhalb des 15-Kilometer-Radius, sofern Du in Mainz oder Wiesbaden wohnst, da ab der Stadtgrenze gemessen wird. Daher kannst Du den KMH auch begehen, wenn die 15-Kilometer-Radiums-Regel greift und Du westlich bzw. südlich von Mainz wohnst, z.B. in Ingelheim, Schwabenheim, Engelstadt (ganz knapp), Stadecken-Elsheim, Sörgenloch (ganz knapp), Mommenheim, Lörzweiler oder Nackenheim. Auch wenn Du in Hessen in Trebur, Rüsselsheim oder Hochheim wohnst, ist das durch die 15-Kilometer-Radius-Regel gedeckt.  

Hinkommen

Den Ausgangspunkt des KMH erreichst Du ziemlich einfach – am besten mit dem ÖPNV, auch wenn gerade in der Pandemie leider wieder Trend dazu geht, das eigene Auto (wenn vorhanden) den öffentlichen Verkehrsmitteln vorzuziehen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass mittlerweile alle Fahrgäste einen Mund-Nasen-Schutz in den Bussen der Mainzer Verkehrsgesellschaft (MVG) tragen. Die ersten Busse fahren mittlerweile auch mit geöffneten Fenstern durch die Gegend, um für ausreichende Belüftung zu sorgen. Auf den Fenstern ist ein entsprechender Hinweis angebracht, sie geöffnet zu lassen. Das funktionierte in den von mir genutzten Bussen seit Ende Dezember in den meisten Fällen. Dieses „L“ in der mittlerweile bekannten AHA+A+L-Formel (Abstand, Hygiene, Alltagsmaske+App+Lüften) ist ein kleiner aber effektiver Schutz gegen die Verbreitung von Viren.

Startpunkt des Kleinen Mainzer Höhenwegs in Mainz-Laubenheim

Der KMH startet unten im Rheintal in Mainz-Laubenheim. Dorthin fahren sowohl verschiedene Stadtbuslinien der MVG als auch die S-Bahn der Linie S6. Schließlich ist Laubenheim einer der wenigen Mainzer Vororte, der einen eigenen Bahnhof hat. Vom Mainzer Hauptbahnhof sind es nur zwei Stationen und weniger als zehn Minuten Fahrt. Legst Du sie mit einer FFP2-Maske zurück, sollte das Ansteckungsrisiko extrem gering sein. Gleiches gilt natürlich für den Stadtbus mit seinen offenen Fenstern. Der Einzelfahrschein in Mainz/Wiesbaden kostet 2,90 € egal, ob Du die S-Bahn oder den Stadtbus nimmst. Den Fahrschein kannst Du mittlerweile wieder beim Busfahrer oder der Busfahrerin erwerben. Für die S-Bahn muss Du den Einzelfahrschein vor Fahrtantritt kaufen, zum Beispiel an den Automaten in den Bahnhöfen oder über die App der Deutschen Bahn (DB) oder des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV). Gerade die DB-App macht den Kauf in immer mehr deutschen Verkehrsverbünden echt einfach möglich. Außerdem ist das die hygienischste Form, des Einzelticketkaufs.

Die MVG bietet für die Fahrkarten im Stadtgebiet Mainz/Wiesbaden einen Mengenrabatt am Automaten an. Fünf Karten kosten 11,50 €, also 2,30 € pro Fahrt. Diese Fahrkarten müssen bei Fahrtantritt entwertet werden. Nimmst Du die S-Bahn, müssen Sammelkarten vorher im Bahnhof entwertet werden. In den Bussen und Straßenbahnen gibt es hingegen Entwerter. Kinder von 6 bis 14 Jahre erhalten jeweils Rabatte sowohl für Einzel- als auch für Sammelkarten.  

Ist Dir die Anreise mit Bus und Bahn dennoch zu spooky, kannst Du alternativ auch mit dem Mietrad der MVG zum Laubenheimer Bahnhof fahren. Die Fahrt kostet im Tarif „Standard Basis“ 1,50 € für eine Anfahrt von bis zu 60 Minuten. Studis zahlen sogar nur 0,50 €. Nachhaltiger und Corona-konformer geht es wohl kaum – dafür musst Du zuvor die MVG „MeinRad“-App herunterladen.

Am Laubenheimer Bahnhof

Packliste

Einmal in Laubenheim am Bahnhof angekommen, stößt Du beim Verlassen des Bahnhofs auf der Oppenheimer Straße direkt auf das stilisierte Edelweiß auf grünem Grund, die Markierung, die Dich auf dem gesamten KMH begleitet. Der KMH wurde vor mehr als 40 Jahren von der Sektion Mainz des Deutschen Alpenvereins auf Bitten der Stadt Mainz errichtet. Der Name leitet sich vom „Mainzer Höhenweg“ ab, einem Bergweg in Tirol, der nur erfahrenen Alpinisten zu empfehlen ist. Der KMH hingegen kann bedenkenlos von allen begangen werden, die eine gewisse Trittsicherheit und Grundkondition mitbringen. Festes Schuhwerk ist zumindest empfehlenswert, wenn es nass und feucht ist, da Teile des Weges auf Kopfsteinpflaster bergab bzw. bergauf führen. Da der Weg durch viele Weinberge und über Felder führt, ist eine Kopfbedeckung besonders im Sommer zu empfehlen – und Sonnencreme natürlich auch. Ein Erste-Hilfe-Set mit Pflastern und Tape für aufgeriebene Stellen, ist sicherlich auch nicht verkehrt. FFP2-Maske und Desinfektionsmittel würde ich in diesem Jahr sowieso immer einstecken.

Wer in Laubenheim noch schnell Proviant einkaufen möchte, kann in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs in der Bäckerei in der Oppenheimer Straße, die auch sonntags geöffnet hat, noch etwas erstehen, schließlich sind ja aktuell die Einkehrmöglichkeiten begrenzt. Daher empfiehlt es sich auch, genügend Getränke von Zuhause mitzunehmen. Glücklicherweise bieten die Bäckereien und Tankstellen in den einzelnen Ortschaften meistens die Möglichkeit, Getränke nachzukaufen.

Die Etappen und die Zuwege

Ein Wegewart des DAV kümmert sich um die Instandhaltung des KMH. Falls Dir etwas auffällt, zum Beispiel eine fehlende Markierung, kannst Du dies dem Wegewart per E-Mail melden. Die Adresse findest Du auf der Seite des DAV – Sektion Mainz. Den KMH an einem einzigen Tag zu absolvieren ist fast zu schade und gerade jetzt im Winter beim vorherrschenden kurzen Tageslicht auch kaum möglich. Schließlich warten in Laubenheim fast 32 Kilometer auf Dich. Der DAV empfiehlt den Weg in drei Tagesetappen zu absolvieren: Von Laubenheim bis Ebersheim (10,1 km), von Ebersheim bis zum Alten Forsthaus Ober-Olm (7,4 km) und vom Alten Forsthaus Ober-Olm zum Mombacher Waldfriedhof (13,5 km). Wir sind den Weg bereits mehrmals in zwei Etappen gelaufen und haben die Tour jeweils auf dem Lerchenberg unterbrochen. Von Bodenheim, Nieder-Olm, Klein-Winternheim, Lerchenberg, Finthen und Budenheim sowie vom Mombacher Bahnhof gibt es so genannte „Zuwege“. Du kannst die Tour sogar am Mainzer Hauptbahnhof starten. Durch die Stadt kannst Du zum Bahnhof Römisches Theater laufen. Oberhalb des Bahnhofs startet der „Rhein-Terrassen-Weg“, der in Laubenheim auf den KMH trifft. Übrigens lässt sich der KMH auch in umgekehrter Richtung laufen. Er wurde vom DAV entsprechend markiert und wir sind ihn auf den meisten Abschnitten bereits mehrmals in beiden Richtungen abgelaufen.

Der Kleine Mainzer Höhenweg ist durchgängig in beiden Richtungen markiert.

Der Abschnitt Laubenheim – Altes Forsthaus Ober-Olm

Da ich früher auf dem Lerchenberg gewohnt habe, haben wir die Touren auf dem KMH immer dort begonnen und sind anfangs einmal bis nach Laubenheim und einmal bis nach Mombach gelaufen. Das waren zwei wunderschöne Halbtagestouren. Wer einigermaßen gut zu Fuß ist, kann den KMH so perfekt teilen. Natürlich war es vom Lerchenberg immer ein Tick leichter, da es tendenziell bergab zum Rhein ging, aber die Anstiege sind jetzt auch nicht so groß, als dass die Tour nicht in zwei Abschnitten auch von Laubenheim oder Mombach kommend zu absolvieren ist.

Das Schöne am KMH sind natürlich die Einkehrmöglichkeiten. In Laubenheim kann ich zum Beispiel die „Goldene Ente“ empfehlen. Diese liegt nur 100 Meter hinter dem Startpunkt und eignet sich natürlich eher für Dich, wenn Du den KMH in umgekehrter Richtung läufst. Der Weg führt durch die Gassen Laubenheims weiter in Richtung Südwesten den Hang durch das Neubaugebiet hinauf in die Weinberge. Einmal oben angekommen bietet sich eine herrliche Aussicht am so genannten „Laubenheimer Polderblick“ bis zum Feldberg im Taunus, auf die Skyline in Frankfurt und den Odenwald. Der Weg verläuft dann auf der Höhe westlich von Bodenheim entlang zum nächsten Ausblick, dem „Bodenheimer Hoch“. Wer jetzt schon einkehren möchte, der steigt einfach der Nase nach hinunter nach Bodenheim. Dort besteht ggf. Bahnanschluss zurück nach Mainz. Gestärkt kann es wieder auf die Höhe gehen. Dazu einfach der Nase nach wieder bergauf den Weinbergweg in Richtung „Glockenberghütte“ nehmen. Dort triffst Du wieder auf den KMH, der ohne den Abstecher nach Bodenheim einfach an der Kante entlang in Richtung Gau-Bischofsheim führt. Die Umgebung des Ortes bietet gleich zwei Aussichtspunkte: Vor dem Ort den „Gauberg“ und kurz vor dem Abstieg in den westlichen Ortsteil einen weiteren Aussichtpunkt „Gau-Bischofsheim“. Auch hier lässt es sich einkehren, bevor es über die Rheinhessenstraße immer geradeaus nach Westen weitergeht. Du erreichst schließlich ein Neubaugebiet von Ebersheim. Hier endet offiziell die erste Etappe des KMH. Es gibt Stadtbusse der MVG, die Dich wieder zurück in die Mainzer Innenstadt bringen – auch an Sonn- und Feiertagen. Es gibt auch Supermärkte und eine Bäckerei, die allerdings nicht direkt auf dem Weg liegen. Einkehrmöglichkeiten existieren ebenfalls. Aus Ebersheim kommt auch das leckere Rheinhessen-Bräu. Das Sudhaus hat an einigen Tagen für den Verkauf geöffnet. Fassbrause und Malztrunk sind beste Energiespender, um die Tour am gleichen Tag bis zum Alten Forthaus Ober-Olm Tag fortzusetzen. Wenn die Pandemie vorbei ist, bietet die Brauerei auch wieder Führungen an. Sie liegt nur wenige Meter abseits des KMH. Eine MVGMeinRad-Station gibt es in Ebersheim noch nicht.

MVGMeinRad-Station am Bahnhof Mainz-Laubenheim

Ebersheim verlässt Du nach Nord-Westen. In Richtung Klein-Winternheim führt der Weg erstmals wieder ein wenig bergab. Rund 100 Höhenmeter geht es auf dem Teilstück hinunter mit schönen Blicken ins Selztal, denn den letzten Blick auf den Rhein hast Du schon auf dem Weg nach Gau-Bischofsheim genossen.  Zwischen Ebersheim und Klein-Winternheim besteht die Möglichkeit, nach Nieder-Olm abzubiegen. Ansonsten geht es in nordwestlicher Richtung quer durch Klein-Winterheim hindurch. Auf dem Weg liegt eine Bäckerei, die auch Getränke verkauft. Sie macht allerdings eine Mittagspause, ist aber sonntags morgens ebenfalls geöffnet. Ansonsten gibt es in Sichtweite eine Tankstelle, die ganztägig geöffnet hat. Hinter Klein-Winternheim, unter der Autobahn A63 hindurch, geht es wieder bergauf. Oben angekommen bietet sich ein toller Blick hinunter auf die Stadt und den Taunus drüben auf der „falschen“ Rheinseite.

Um Ober-Olm herum läufst Du in Sichtweite eines Discounters und eines Supermarkts leicht bergab zur Kreuzung und Bushaltestelle „Ober Olm – Forsthaus“.  dem Ende der zweiten Etappe. An der Kreuzung gibt es einen Stadtbusanschluss zum Mainzer Hauptbahnhof. Viel schöner ist es aber von hier die 600 Meter zum Bergschön Grill zurückzulegen und im Biergarten oder den gemütlichen Innenräumen den Wandertag ausklingen zu lassen, sobald das wieder möglich ist. Direkt vor der Gaststätte befindet sich eine MVGMeinRad-Station, falls Du in die Innenstadt runterrollen möchtest. Zur Haltestelle „Hindemithstraße“, die ebenfalls eine MVGMeinRad-Station hat, sind es nochmals einmal 500 Meter, die durch ein kleines Wäldchen führen, das so typisch ist, für den jüngsten Mainzer Stadtteil . Von dort kannst Du mit der Mainzelbahn wieder in die Stadt fahren oder einen der Stadtbusse in die Südstadt oder nach Finthen nehmen. 

Blick vom Kleinen Mainzer Höhenweg nach Bodenheim an einem Sommertag

Der Abschnitt Altes Forsthaus Ober-Olm – Mombacher Waldfriedhof

Wenn Du mit dem Stadtbus bis zur Haltestelle „Forsthaus – Ober-Olm“ fährst, knüpfst Du nahtlos an der vorherigen Etappe des KMH an. Wenn Du die Mainzelbahn, das Leihfarrad oder den Stadtbus zur Haltestelle „Hindemithstraße“ nimmst, kannst Du auf einem Zuweg ein bisschen die Strecke abkürzen. Du verpasst in diesem Fall einen kleinen Wiesenweg vom Forsthaus zum Ober-Olmer-Wald. Der KMH quert dieses schöne Ausflugsziel etwas unkreativ auf einer Schneise. Aber eigentlich wäre es eh viel zu schade, dem Ober-Olmer-Wald keinen eigenen Ausflug zu widmen, daher gibt es auch einen eigenen Blogpost zu diesem Naherholungsgebiet. Wer geglaubt hat, dass wir Mainzer*innen immer nach Frankfurt müssten, um abzuheben, wird auf dem KMH eines besseren belehrt. Schließlich, nachdem Du den Ober-Olmer-Wald verlassen hast, läufst Du am östlichen Ende des Flugplatzes Mainz-Finthen gen Norden. Den Stadtteil erreichst Du am westlichen Ortseingang. In unmittelbarer Nähe befindet sich eines der besten Hotels der ganzen Stadt, das Atrium, das dich mit einem sehr leckeren, qualitativ hochwertigen Restaurant erwartet – mit sehr kreativen vegetarischen Gerichten. Auch hier gibt es einen kleinen, feinen Biergarten zum Entspannen. Günstiger an Getränke und Snacks kommst Du an der Tankstelle in der Flugplatzstraße in Sichtweite vom KMH. In Finthen gibt es Straßenbahn- und Busanschluss sowie zwei MVGMeinRad-Stationen in der Poststraße und an der „Römerquelle“, um von hier das Rad hinunter über Gonsenheim in die Stadt rollen zu lassen.

Danach führt der Weg westlich von Finthen um den Ort herum, am „Heiligenhäuschen“ vorbei in den Lennebergwald hinein. Nach wenigen Metern befindest Du Dich in einer anderen Welt, würden nicht die Autos von der nahen Autobahn stören: Die Picknicktische der „Sieben Weiher“ laden zu einer Rast inmitten der Natur ein. Danach geht es unter der Autobahn A60 durch von nun an in nord-östlicher Richtung weiter. Schließlich hat der KMH fast die Form eines Hufeisens, das Mainz umringt. Der offene Teil ist praktisch das Rheinufer, das von Laubenheim bis Mombach flussabwärts reicht. Bis zum Ende des KMH sind es aber noch fünf schöne Kilometer – hauptsächlich durch Wald. Überhaupt ist diese Etappe wesentlich schattiger als der erste Teil von Laubenheim bis zum Alten Forsthaus Ober-Olm und somit perfekt für einen heißen Sommertag geeignet.

Der perfekte Rastplatz für ein Picknick

Mitten im Lennebergwald triffst Du plötzlich auf das Schloss Waldthausen, in dessen Garten du um das Gebäude herumläufst und dann die Landstraße überquerst. Kurz danach triffst Du „Am Turm“ auf die nächste Einkehrmöglichkeit. Den Lennebergturm kannst Du emporklettern und einen Blick über die Baumwipfel des Lennebergwaldes werfen – sollte er nicht wegen der Pandemie gesperrt sein. Wenig später bietet eine Abzweigung einen Zuweg nach Budenheim mit MVGMeinRad-Stationen in der „Gonsenheimer Straße“ und am Bahnhof Budenheim. Dort besteht Bahnanschluss nach Mainz und Bingen. Der KMH folgt weiterhin Waldpfaden in Richtung Mombach. Zwischen dem Waldfriedhof und dem Budenheimer Golfplatz verläuft der Weg um den Friedhof herum. Wenige Meter vor dem Ende des KMH wartet mit dem „Waldcafé“ die letzte Einkehrmöglichkeit auf Dich. Die Stadtbus-Haltestelle „Waldfriedhof“ ist nur wenige Meter entfernt. Ein „Zuweg“ führt weiter bis zum Mombacher Bahnhof. Leider gibt es am Waldfriedhof bisher keine MVGMeinRad-Station. Um mit dem Leihfarrad wieder in die Innenstadt zu radeln, folge den „Zuweg“-Schildern in Richtung Mombacher Bahnhof. Die nächsten Stationen sind „Emrichruhstraße“, „Ortsverwaltung Mombach“ und „Mombach Bahnhof“.

„Sieben Weiher“ Aussichtpunkt im Lennebergwald

Fazit: Auch wenn die Einschränkungen aufgrund der Pandemie immer größer werden, besteht weiterhin die Möglichkeit, zwei wunderschöne Ausflüge an die Stadtgrenze zu machen, und damit diese für uns alle anstrengende Zeit ein wenig erträglicher zu machen.

Transparenz: In den verlinkten Gastronomiebetrieben war ich jeweils zu Gast und habe die Kosten für die Bewirtung selbst übernommen. Es handelt sich hier um Werbung im Sinne von „Support Your Local“.