Spätlese Paderborn 2019/2020

Auswärts fahren bietet in unserem komplett verplanten Alltag eine Möglichkeit, Unplanmäßiges geschehen zu lassen, überraschend positive Erlebnisse zu sammeln oder auch negative Erfahrungen zu machen. An dieser Stelle berichte ich über meine rein subjektiven Eindrücke rund um die jeweilige Auswärtsfahrt, jeweils mit ein wenig Abstand betrachtet – eine Spätlese eben!

01 Hin und weg:

Der dritte weltweite Streik fürs Klima ist zwei Wochen rum, aber ich versuche immer noch mit der Bahn zum Auswärtsspiel zu gelangen. Das hat allen Unkenrufen zum Trotz in den letzten 15 Jahren auswärts fahren auch immer funktioniert. Basis dafür ist erstens einen Puffer von ein bis zwei Stunden vorkicks einzuplanen und zweitens seine Rechte als Bahnfahrer*in zu kennen. Beides war am Samstag mal notwendig: Am Fernbahnhof in Frankfurt sollte mein ICE Richtung Köln zunächst fünf Minuten Verspätung haben. Diese vervierfachten sich plötzlich auf 20 Minuten. Zur gleichen Zeit traf am Nachbargleis ein weiterer ICE pünktlich ein, der ebenfalls nach NRW fuhr. Um mit der Bahn möglichst günstig durchs Land zu düsen gibt’s zum Glück den Sparpreis, der allerdings eine Zugbindung einschließt. Diese wird erst aufgehoben, wenn der Zug mehr als 20 Minuten Verspätung hat. Da ich in Köln allerdings nur elf Minuten Zeit zum Umsteigen in Richtung Hamm hatte, wäre mein Anschluss ohnehin weg gewesen. Daher rannte ich zum anderen ICE rüber und fragte, ob ich einsteigen dürfe.

Noch nie über einen "Refresh" der Bahn App so gefreut wie am Samstag.
Noch nie über einen „Refresh“ der Bahn App so gefreut wie am Samstag.

„Nein“ war die barsche Antwort des Schaffners. „Erst ab 25 Minuten Verspätung!“. Auf meinen Einwand hin, dass ich in Köln aber meinen Anschluss verpassen würde, zuckte er nur genervt mit den Schultern. Zum Glück lohnt es sich, bei der Bahn App auf „Refresh“ zu klicken. Einige Augenblicke bevor die Türen des ICEs geschlossen werden sollten, stand plötzlich in der App „Fahrt fällt aus!“. Über einen gestrichenen Zug habe ich mich wohl noch nie so gefreut, wie an diesem Samstag Morgen. Rein in den anderen ICE, der Schaffner war nun plötzlich handzahm und es ging problemlos direkt nach Dortmund Hbf. – auch wenn die Beschilderung im ICE kurz vor Dortmund zweisprachig wirr wurde…

Deutsch-Französisches Infowirrwarr der Bahn

Von dort im schnellen Schritt zur Regionalbahn weiter nach Soest (sprich „Sooooost“). Der große Vorteil am auswärts fahren mit der Bahn liegt ja darin, dass man viele Ecken unseres Landes früher oder später kennenlernt. Die Strecke Dortmund – Soest war für mich tatsächlich Neuland, obwohl ich bereits zum dritten Mal nach 2007 und 2014 nach Paderborn fuhr. Und das Schöne bei der Anfahrt nach Paderborn: ein fast leerer Zug in Richtung Bundesliga-Spiel! Kein Vergleich zu überfüllten Zügen rund um Gelsenkirchen, Gladbach oder Dortmund. Der letzte Zug von Soest nach Paderborn füllte sich tatsächlich erst um Salzkotten rum. Je mehr Leute mit blau-schwarzen Schals zustiegen, desto mehr Funklöcher gab es. Trotz Zugausfall war ich dann knapp zwei Stunden vor Anpfiff in Paderborn Hbf. angekommen.

02 (N)immer nuff:

Die nächste Frage, wenn man wie ich, mit Laptop anreist, ist die des Verstauens des Gerümpels vor dem Betreten des Gästeblocks. Den Angaben für Auswärtsfahrer zufolge sollte es möglich sein, seine Taschen gratis vor den Kontrollen abzugeben. Das klappt bei vielen Vereinen mittlerweile ganz gut. Allerdings hatte ich vor Jahren mal eine Tortur und musste ums halbe Stadion rumlaufen, ehe ich meine Tasche vor dem Müngersdorfer Stadion abgeben konnte. Deshalb finde ich das gute alte Schließfach immer ein prima Option, wenn es nicht, wie im Februar geschehen, in Wolfsburg das Schließfach plötzlich noch ein paar Euro möchte, obwohl ich meines Wissens für 24 Stunden vorab gezahlt hatte und ich es in Wolfsburg auch nicht wirklich länger als die 90 plus X Minuten ausgehalten hatte. In manchen Bahnhöfen mit einem hohen Anteil an Heimfans aus der ganzen Republik, wie bspw. in Gladbach, grenzt ein leeres Schließfach schon fast an einen 6er im Lotto – denn die Dinger sind meist Stunden vorher bereits komplett voll. Anders in Paderborn, wo es noch reichlich Auswahl gab. Den Kram rein ins Schließlich und rein in die Stadt. Durch die Verspätung konnte ich mir die angeblich hübsche Altstadt leider nicht mehr wirklich anschauen bzw. setzte dann doch lieber mit „Gustav Grün“ andere Prioritäten kulinarischer Art.

An Brot hat's kei' Not bei Gustav Grün - Theke zur Selbstbedienung im Imbiss
An Brot hat’s kei‘ Not bei Gustav Grün – Theke zur Selbstbedienung im Imbiss

Schließlich war ich seit 8.30 Uhr unterwegs und mittlerweile war es beinahe 14 Uhr. An unseren letzten Auftritt in Paderborn habe ich keine kulinarischen Erinnerungen mehr. Einzig und alleine die Gewissheit, dass es die Fischbrötchen, die 2007 das kulinarische Highlight der Kloppo-Abschiedssaison waren, nicht hinüber ins neue Stadion geschafft hatten – blieb kulinarisch gesehen vom ersten Bundesliga-Spiel in der Geschichte des SC Paderborn von damals hängen.

Leckeres veganes Essen in Paderborn bei "Gustav Grün"
Leckeres veganes Essen in Paderborn bei „Gustav Grün“

Daher „Gustav Grün“ – ein ziemlich leckererer vegetarischer und fast komplett veganer Imbiss. Entweder in der Box oder als Rolle gab es drei Salatsorten, dazu insgesamt fünf Toppings, die man sich individuell zusammenstellen konnte. Empfehlenswert waren zwei Humus-Arten aus sechs Varianten und drei Toppings wie bspw. Rote Beete-Bulgur, Mango-Linsen-Curry und eingelegter Blumenkohl, angemacht mit einem Dressing nach Wahl, wie bspw. Joghurt-Minze. Dazu noch ein paar Wedges oben drauf und Brotvariationen zur freien Auswahl. Langweiliges Essen in Ost-Westfalen geht anders! Danach schnell die Straße überquert und rein in den Shuttle-Bus, der auf der anderen Straßenseite startete. Zehn Minuten später war ich auch schon am Stadion angelangt.

03 Kon-Trolle

Da es bei „Gustav Grün“ kein Bier gab, laut Auswärtsinfo von Nullfünf im Gästeblock nur alkoholfreies Bier ausgeschenkt werden würde und ich kein Bock auf Paderborner Tankstellenbier hatte, machte ich mich auf die Suche nach etwas Trinkbarem auf der Heimseite. Gesucht gefunden: Pilger Landbier vom Fass!

Es gibt nicht nur Tankstellen-Bier in Paderborn!

Richtig süffig, richtig lecker. Mit dem Pfandbecher ging es dann zur Kontrolle vor dem Gästeblock. Dort ließ man mich mit dem Bier nicht rein – aber auch mit dem leeren Pfandbecher nicht.

Pfandbons für Pfandbecher am Gästeblock in Paderborn - eine Spachtel schaffte es auch auf's Auswärtsspiel!
Pfandbons für Pfandbecher am Gästeblock in Paderborn – eine Spachtel schaffte es auch auf’s Auswärtsspiel!

Daher ging es dann für mich zurück zur angepriesenen kostenlosen Gepäckaufbewahrung. Diese bestand aus einem abgesperrten Bereich unter freiem Himmel. Ob mein Laptop in seiner Tasche Asteras-Tripolis-Platzregenstärke überstanden hätte, wage ich zu Bezweifeln. Daher war ich froh, dass nur mein Plastik-Pfandbecher dort auf Abholung warten musste. Mit dem Pfandbon in der Hand ging es dann in den Block hinein.

04 Kampf um den Mampf

Statt Fischbrötchen gab es „Manta-Platte“, andere Fleischgerichte, Pommes und Brezeln. Würde es das in jedem Stadion der Republik geben, müsste man sich wohl nie wieder vorkicks irgendwo den Ranzen vollhauen. Und das Bier? Das ost-westfälische Understatement kalkuliert wohl lieber erstmal alkoholfrei.

Manta-Platte…

Schließlich erinnerte  man sich wohl auf der Heimseite daran, dass Mainzer und Paderborner spätestens seit 2008, als Klaus Hafner in einer englischen Woche einen Paderborner Fan auf den Rasen des Bruchwegs beordert hatte, um die Aufstellung vor seinen 10 mitgereisten Fans vorzulesen, nie Probleme miteinander hatten.

…oder Manta-Betankung direkt am Stadion! Während dem Fußballspiel mal seine Kiste aufladen…geht hier in Paderborn!

Und so gab es dann doch Warsteiner vom Fass mit und ohne Alkohol. Und wer mit dem E-Auto gekommen ist, kann die Kiste während dem Spiel auch noch auftanken lassen…läuft!

05 Käfighaltung

Die Benteler-Arena fasst nur 15.000 Zuschauer, ist erst elf Jahre alt und hinter einer riesigen Baustelle entstanden. Alles nicht gerade gute Voraussetzungen, so eine Schüssel wirklich klasse zu finden. Aber ich finde den Paderborner Stil einfach grundsympathisch: nichts Protziges pompös aufbauen, sondern mit ost-westfälischem Understatement etwas Unscheinbares auf die Wiese stellen. Und wer glaubt, dass Mainz 05 gerade eine Zerreißprobe erlebt, dem sei ein Plausch mit Paderbornern empfohlen: Von der ersten Liga ging es 2015 in die zweite, dann 2016 in die dritte, wo sie gegen unsere U23 gespielt haben und fast reif für die Vierte waren und dann wieder in die Zweite und jetzt in die erste Liga. Das ist Berg-und-Tal-Horror für jede Fanseele!

Blick auf die Fanszene, die keinen Bock auf Dosenkooperation hat.

Und dass die Fanszene sich gegen eine Dosen-Kooperation erfolgreich im Sommer gewehrt hat, macht den Aufenthalt in Paderborn noch ein wenig attraktiver.

Fazit: Der Jahrgang 2019/2020 besticht durch gefälliges Understatement und macht die Fahrt nach Ost-Westfalen ergebnisunabhängig zu einem Saisonhighlight.

Rot-weiße Grüße,

Christoph – Meenzer on Tour

Die Finanz-Bundesliga-Tabelle 2018/19

Erinnert Ihr Euch noch an die Traumbundesliga? In dieser hauptsächlich auf Twitter gezwitscherten Zusammenstellung füllten Fußballfans die 18 Plätze mit ihren Wunschvereinen. Daher auch der Name Traum…

Jetzt wissen wir alle, dass es bei der Bundesliga nur ums Geschäft geht. Um finanzielles Fairplay geht es dabei relativ wenig. Die DFL schaut in ihrer Lizenzierung hauptsächlich darauf, dass der Spielbetrieb in der nächsten Saison durch die sich sportlich qualifizierten Teilnehmer garantiert ist. Allerdings hat die Mitgliederversammlung der DFL im Dezember 2018 beschlossen, Club-Finanzkennzahlen zu veröffentlichen. Diese stehen seit 29. Mai 2019 öffentlich zur Verfügung. In der Wirtschaft also auch in der 1. Liga sollten Kennzahlen eine wichtige Rolle spielen, wenn es um Entscheidungen geht, die den Club beeinflussen. Kaufe ich den Spieler A, verkaufe ich den Spieler B, investiere ich in Steine etc.? Wichtig ist auch immer diese Kennzahlen im Vergleich zu anderen Clubs zu sehen, um zu erkennen, wie man so dasteht, als Verein, rein finanziell gesehen. Um eine solche Finanz-Bundesliga-Tabelle zu erstellen habe ich die Daten aller 18 Bundesligisten der Saison 2018/19 sowie der drei Aufsteiger, die 2019/20 dabei sind, analysiert. Bilanzstichtag war entweder der 30. Juni oder der 31. Dezember 2018.

Aus den folgenden von der DFL veröffentlichten Kennzahlen habe ich die weiter unten stehenden Unternehmenskennzahlen hergeleitet.

Finanzkennzahlen der DFL, u.a.

  • Anlagevermögen
  • Eigenkapital
  • Verbindlichkeiten + Rückstellungen (=Fremdkapital)
  • Bilanzsumme
  • Jahrsüberschuss
  • Personalkosten
  • Rohergebnis (als Umsatz genutzt)
100 % Einsatz für finanziell solides Wirtschaften zeigt der 1. FSV Mainz 05
100 % Einsatz für finanziell solides Wirtschaften zeigt der 1. FSV Mainz 05

Daraus habe ich die folgenden Unternehmenskennzahlen hergeleitet und Tabellen erstellt – jeweils die vier ersten Vereine (CL-Teilnehmer) und die drei letzten Vereine (Absteiger – Relegation ist Mist) habe ich genannt und natürlich Mainz 05. Wer die Excel-Tabelle sehen möchte, einfach Bescheid sagen:

Anlagendeckungsgrad (Eigenkapital zu Anlagevermögen)

Je höher der Deckungsgrad, desto besser steht es um die Finanzierung des Clubs. Der 1. FC Nürnberg und Hertha BSC haben negatives Eigenkapital, sprich die Clubs sind eigentlich überschuldet (gleiches gilt für die Aufsteiger Union Berlin und SC Paderborn). Der FC Augsburg (17 Mio. Euro), RB Leipzig (36 Mio. Euro) und der 1. FSV Mainz 05 (3 Mio. Euro) haben Investitionszuschüsse (wahrscheinlich für das jeweilige Stadion) erhalten, die man dem Eigenkapital zurechnen kann. Ich habe diese Zuschüsse weggelassen, um eine bessere Vergleichbarkeit zu erzielen. Dass allerdings der Zuschuss bei RB Leipzig größer ist als das restliche Eigenkapital von 27 Mio. lässt aufhorchen:

1. SC Freiburg
2. TSG Hoffenheim
3. Borussia Dortmund
4. FC Bayern München

6. 1. FSV Mainz 05

16. FC Schalke 04
17. 1. FC Nürnberg
18. Hertha BSC

Eigenkapitalquote (Eigenkapital zu Bilanzsumme)

Je höher die Quote desto mehr finanzielles Engagement bringt der eigene Club auf.

1. TSG Hoffenheim
2. SC Freiburg
3. Borussia Dortmund
4. Bayer 04 Leverkusen

6. 1. FSV Mainz 05

16. FC Schalke 04
17. 1. FC Nürnberg
18. Hertha BSC

Eigenkapitalrendite (Jahresüberschuss zu Eigenkapital)

Die Kennzahl klärt, ob es sich für den Club finanziell lohnt, den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten. Da Schalke den größten Jahresüberschuss zu verzeichnen hat, liegt der Club ganz vorne. Mit fast 40 Mio. Überschuss überflügelt Schalke den FC Bayern um 10 Mio. Euro. Dass Christian Heidel alles falsch gemacht hat auf Schalke ist somit aus finanzieller Sicht widerlegt. Interessant sind die Jahresüberschüsse von 0 Euro von Bayer 04 Leverkusen und dem VfL Wolfsburg. Während die knapp 18 Mio. Überschuss von Bayer 04 an so genannte „andere Gesellschafter“ gewandert sind, haben diese „anderen Gesellschafter“ beim VfL Wolfsburg den Verlust von 19 Mio. einfach ausgeglichen. Interessant auch die „Ergebnisabführung an atypisch stillen Gesellschafter“ bei der TSG Hoffenheim in Höhe von 27 Mio. Euro. Einen Verlust haben Hertha BSC, Borussia Mönchengladbach, der SC Paderborn und der VfB Stuttgart erwirtschaftet:

1. FC Schalke 04
2. Fortuna Düsseldorf
3. FC Augsburg
4. Eintracht Frankfurt

7. 1. FSV Mainz 05

16. Borussia Mönchengladbach
17. VfB Stuttgart
18. 1. FC Nürnberg

Personalaufwandsquote (Personalaufwand/Umsatz)

Geld schießt Tore. Hier geht es allerdings um Umsatz, der mit dem vorhandenen Personal erwirtschaftet wurde. Daher gilt hier, je niedriger die Quote, desto besser wirtschaftet der Club. Da ich auch die Aufsteiger mit in die Analyse hinein genommen habe, zeigt sich, dass der SC Paderborn hier ganz schlecht abschneidet, sogar schlechter als der VfL Wolfsburg. D.h. finanziell ist der Aufstieg von der 3. in die 2. Liga gar nicht so ein Zufall gewesen. Die Frage, ob der Aufstieg in Liga 1 auch kein finanzieller Zufall war, lässt sich erst nächstes Jahr beantworten, wenn die Bilanz 18/19 veröffentlicht ist:

1. FC Augsburg
2. Borussia Dortmund
3. FC Schalke 04
4. 1. FSV Mainz 05

16. Hannover 96
17. VfB Stuttgart
18. VfL Wolfsburg

Umsatzrentabilität (Jahresüberschuss zu Umsatz)

Die Zahl sagt aus, wieviel Prozent des Umsatzes als Gewinn verbleiben, sprich wie finanziell erfolgreich der Club in der Saison war:

1. FC Schalke 04
2. SC Freiburg
3. FC Augsburg
4. 1. FC Nürnberg

10. 1. FSV Mainz 05

16. Borussia Mönchengladbach
17. Hertha BSC
18. VfB Stuttgart

Verschuldungsgrad (Fremdkapital zu Eigenkapital)

Je höher der Grad ist, desto abhängiger ist das Unternehmen von externen Gläubigern. Bei negativem Eigenkapital, wie es beim Glubb, bei Union, bei Hertha und bei Paderborn der Fall ist, lässt sich das gar nicht messen. Daher fallen diese Clubs hier raus:

1. TSG Hoffenheim
2. SC Freiburg
3. Borussia Dortmund
4. FC Bayern München

7. 1. FSV Mainz 05

15. RB Leipzig
16. VfL Wolfsburg
17. FC Schalke 04

Doch was zählt schon ein „Spieltag“, sprich eine Unternehmenskennzahl. Der Kicker hat bspw. nur den Jahresüberschuss analysiert. Dieser ist kurzfristig. Die von mir genutzten Kennzahlen spiegeln kurzfristige und längerfristige finanzielle Kriterien wieder. Die Abschlusstabelle „lügt“ nicht, wie wir alle wissen 😉

Daher habe ich die sechs Unternehmenskennzahlen jeweils mit 0 bis 3 Punkten bewertet. Natürlich ist das ganze rein subjektiv. Doch letztlich ergibt sich ein gutes Bild, wie es um das finanzielle Gebaren der Clubs untereinander aussieht, wer gut wirtschaftet, wer mit Geld zugeschüttet wird und wer sogar Geld abdrücken muss, weil er vorher jahrelang sehr großzügig alimentiert wurde.

Anlagendeckungsgrad
> 1 3 Punkte für: SCF, TSG, BVB, FCB
> 0,5 2 Punkte für: B04, M05, FCA, SGE, KOE, F95, H96, BMG
>0 1 Punkt für: VFB, WOB, SVW, RBL, S04
<0 0 Punkte für: FCU, FCN, BSC, SCP

Eigenkapitalquote
> 0,66 3 Punkte für: TSG, SCF, BVB
> 0,33 2 Punkte für: B04, FCB, M05, BMG, KOE, FCA
> 0 1 Punkte für: H96, SGE, VFB, F95, SVW, WOB, RBL, S04
< 0 0 Punkte für: FCU, FCN, BSC, SCP

Eigenkapitalrendite
> 1 3 Punkte für: S04
> 0,1 2 Punkte für: KOE, F95, FCA, SGE, RBL, SCF
> 0 1 Punkte für: M05, BVB, SVW, FCB, H96,
= 0 1 Punkt für B04 da Gewinn nach Steuern vor Ermittlung des Jahresüberschusses
< 0 oder nicht berechenbar 0 Punkte für: SCP, BSC, TSG, WOB, FCU, BMG, VFB, FCN

Personalaufwandsquote
< 0,4 2 Punkte für: FCA, BVB, S04, M05
< 0,5 1 Punkte für: KOE, FCU, SCF, SGE, RBL, B04, BSC, F95, FCN, TSG
< 0,6 0 Punkte für: BMG, FCB, SVW, H96, VFB, WOB, SCP

Umsatzrentabilität
> 0,1 3 Punkte für: S04, SCF, FCA, KOE
> 0,01 2 Punkte für: FCN, BVB, FCB, F95, SGE, M05, RBL
> 0 1 Punkt für: H96, FCU, SVW, TSG
= 0 1 Punkt: B04 da Gewinn nach Steuern vor Ermittlung des Jahresüberschusses
< 0 0 Punkte für: WOB, BMG, BSC, VFB, SCP

Verschuldungsgrad
< 0.33 3 Punke für: SCF, TSG
< 0.66 2 Punkte für: B04, FCB, BVB
< 1 1 Punkt für: FCA, M05
> 1 bzw. negativ 0 Punkte für: BMG, KOE, F95, H96, SGE, VFB, SVW, RBL, WOB, S04, SCP, BSC, FCN, FCU

Meister in der KPI-Bundesliga-Tabelle: SC Freiburg
Meister in der KPI-Bundesliga-Tabelle: SC Freiburg

KPI-Bundesliga-Abschlusstabelle

1. SC Freiburg 15 Punkte
2. Borussia Dortmund 13 Punkte
3. FC Augsburg 12 Punkte
4. TSG Hoffenheim 11 Punkte
5. FC Bayern München 10 Punkte
5. 1. FSV Mainz 05 10 Punkte
5. FC Schalke 04 10 Punkte
8. Bayer 04 Leverkusen 9 Punkte
9. Eintracht Frankfurt 8 Punkte
9. Fortuna Düsseldorf 8 Punkte
11. RB Leipzig 7 Punkte
12. Hannover 96 5 Punkte
13. SV Werder Bremen 4 Punkte
13. Borussia Mönchengladbach 4 Punkte
15. 1. FC Nürnberg 3 Punkte
16. VfL Wolfsburg 2 Punkte
16. VfB Stuttgart 2 Punkte
18. Hertha BSC 1 Punkt

Die Aufsteiger, die ja 2017/18 in der 1. Liga (KOE), in der 2. Liga (FCU) bzw. in der 3. Liga (SCP) gespielt haben, erzielten folgende Punktzahlen:

1. FC Köln 10 Punkte (wäre Platz 5)
FC Union Berlin 2 Punkte (wäre Platz 16)
SC Paderborn 0 Punkte (wäre Platz 18)

Fazit: Der SC Freiburg wird oft als sympathischster Verein Deutschlands wahrgenommen – vielleicht auch wegen des finanziell seriösen Auftretens? Der einzige an der Börse gehandelte Verein Borussia Dortmund zeigt, dass man als Kapitalgesellschaft transparent wirtschaften muss und das auch finanziell Erfolg bringt. Die TSG Hoffenheim wurde von Dietmar Hopp seriös finanziell aufgestellt. Dass der FC Bayern und Mainz 05 gleichauf liegen, zeigt, dass man sich in seinem finanziellen Level jeweils seriös bewegt. Dass bei Wolfsburg finanziell einfach unter die Arme gegriffen wird, zeigt die Bilanz – Bayer 04 hingegen muss Geld abdrücken. Interessant wäre es zu wissen, wenn B04 mal wirtschaftlich nicht so gut dasteht, ob dann entsprechende Gelder in den Club fließen. Dass Berlin arm aber sexy ist, wird hier doppelt unterstrichen.