{"id":669,"date":"2020-03-23T13:13:29","date_gmt":"2020-03-23T11:13:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.meenzer-on-tour.de\/blog\/?p=669"},"modified":"2020-03-23T17:19:09","modified_gmt":"2020-03-23T15:19:09","slug":"virales-reisen-in-incredible-india-teil-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.meenzer-on-tour.de\/blog\/virales-reisen-in-incredible-india-teil-1\/","title":{"rendered":"Virales Reisen in Indien &#8211; Teil 1"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Liest Du eigentlich (noch) Reiseberichte? Der Trend von vergangenen Reisen zu berichten war Anfang der 2000er Jahre entstanden, als es pl\u00f6tzlich m\u00f6glich war, per E-Mail \u00fcber den Kreis von Freunden und Familie hinaus vom Abenteuer in der Welt zu berichten. Kaum einer derjenigen, die damals Reiseberichte schrieben, hatte im Sinn, damit ein wenig Geld geschweige denn seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Damals war es schlicht unm\u00f6glich, \u201eReichweite\u201c zu erzielen \u2013 es gab die Multiplikatoren Facebook, Twitter, Instagram und Co. noch gar nicht. Trotzdem hatte auch ich meinen Spa\u00df, ab 2001 meine Erlebnisse zun\u00e4chst per E-Mail an Freunde und Bekannte zu versenden. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als die ersten Webseiten entstanden und die sozialen Netzwerke pl\u00f6tzlich da waren und damit auch die M\u00f6glichkeit viral (!) zu gehen, entstanden ab 2008 die ersten Reiseblogs. Der Beruf des Reisebloggers etablierte sich, die Inhalte professionalisierten sich und die Reiseberichte der \u201eAmateure\u201c verschwanden von der Bildfl\u00e4che. Auch ich verfasste ab 2008 kaum noch Reiseberichte und widmete mich mehr der Fotografie auf Ausw\u00e4rtsspielen von Mainz 05 und der Publikation der Bilder auf meiner neu eingerichteten Webseite \u201eMeenzer on Tour\u201c. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend viele Reiseberichte darauf abzielten, zu zeigen, was f\u00fcr ein Abenteuer man gerade absolviert hatte, bieten viele Blogs seither die M\u00f6glichkeit zum \u201eNachmachen\u201c an. Die Leser*innen sollen Lust bekommen, selbst auf Reisen zu gehen. Und viele Menschen tun dies auch \u2013 was meiner Meinung nach eine prima Sache ist. Der Horizont wird erweitert, die Einheimischen profitieren vom vor Ort ausgegebenen Geld und vielleicht lernt man seinen deutschen Reisepass und den Alltag in Deutschland im Ausland erst richtig Wert zu sch\u00e4tzen. Das Reisen funktioniert dank des Internets wunderbar, wenn alles reibungslos l\u00e4uft. Vorbei die Zeiten, als ich mit Hilfe eines Kurzwellenempf\u00e4ngers die Deutsche Welle suchen musste, um Nachrichten zu empfangen. Vorbei die Zeiten, Reisen mit Hilfe von Reisef\u00fchrern, die bereits Jahre zuvor geschrieben wurden, vorzubereiten. Vorbei die Zeiten, meinen Eltern mit Hilfe eines 20-Dollar- Telegramms mitzuteilen, dass \u201eallesgut\u201c (ein Wort und daher billiger) sei. Wie gesagt, das Reisen funktionierte auf einmal dank des Internets kinderleicht, so dass es pl\u00f6tzlich f\u00fcr jede und jeden m\u00f6glich war, in den entferntesten Winkel der Welt aufzubrechen. Recherche? Reisevorbereitung? Plan B? Worst Case Scenarios? Geschenkt! Ergooglen l\u00e4sst sich ja immer alles. Und wenn nicht? Dann sind wir im Jahr 2020 beim Reisen zu Zeiten von Corona angekommen und bei unserer aktuellen Reise durch Indien im M\u00e4rz 2020.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"http:\/\/www.meenzer-on-tour.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/LGXH93461-1024x576.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-672\" srcset=\"https:\/\/www.meenzer-on-tour.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/LGXH93461-1024x576.jpeg 1024w, https:\/\/www.meenzer-on-tour.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/LGXH93461-300x169.jpeg 300w, https:\/\/www.meenzer-on-tour.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/LGXH93461-768x432.jpeg 768w, https:\/\/www.meenzer-on-tour.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/LGXH93461-1536x864.jpeg 1536w, https:\/\/www.meenzer-on-tour.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/LGXH93461.jpeg 1927w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><figcaption>Happy Holi auch am leeren Frankfurter Flughafen<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Noch in Indien am Freitagabend lasen wir einen Stern-Artikel mit dem Titel \u201eDie wollen hier keine Deutsche mehr \u2013 in Indien gestrandete Deutsche bitten verzweifelt um Hilfe\u201c. Dort wurde berichtet, dass eine Gruppe von Deutschen, die wie wir in Goa vorher verweilten, nun in Mumbai festsa\u00df. Die Gruppe startete via WhatsApp an den Stern einen virtuellen Rundumschlag gegen die deutsche Botschaft in Delhi, das Konsulat in Mumbai, die Inder an sich und die Airlines \u2013 weil ihnen die deutschen Beamten vor Ort angeblich nicht halfen, die Inder wegen des Virus Aversionen gegen Deutsche h\u00e4tten und sie nicht mehr beherbergten  und die Airlines sie nur abzocken wollten. Die Fehler und Verfehlungen wurden nur bei anderen gesucht. Eigenes Handeln kommt in dem Artikel gar nicht vor. Vielleicht ist es daher doch an der Zeit, mal wieder einen Reisebericht zu verfassen \u2013 \u00fcber die Notwendigkeit auch in Zeiten des Internets eine gewisse Verantwortung f\u00fcr sich selbst zu \u00fcbernehmen &#8211; egal ob in Indien oder zu Hause.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am 6. M\u00e4rz, einem Freitag, starteten wir vom Frankfurter Flughafen aus unsere Reise durch Indien. Zu diesem Zeitpunkt h\u00e4tte eigentlich die touristische Messe schlechthin, die Internationale Tourismusb\u00f6rse in Berlin, stattfinden sollen. Sie wurde genau eine Woche vorher, am 28. Februar, abgesagt \u2013 f\u00fcnf Tage bevor sie am 4. M\u00e4rz starten sollte. Solche kurzfristigen \u00c4nderungen sollten sich wie ein roter Faden auch durch unsere Reise ziehen. Wir hatten bereits Tage vor dem Start unserer Reise Bef\u00fcrchtungen, dass uns das Virus einen Strich durch Rechnung machen w\u00fcrde und wir die Indien-Reise nicht werden antreten k\u00f6nnen. Schlie\u00dflich verleitet zun\u00e4chst z\u00f6gerliches Handeln bei uns Menschen oft dazu, in Panik \u00fcbertriebene Ma\u00dfnahmen einzuf\u00fchren. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"http:\/\/www.meenzer-on-tour.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/UGFO09261-1024x576.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-674\" srcset=\"https:\/\/www.meenzer-on-tour.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/UGFO09261-1024x576.jpeg 1024w, https:\/\/www.meenzer-on-tour.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/UGFO09261-300x169.jpeg 300w, https:\/\/www.meenzer-on-tour.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/UGFO09261-768x432.jpeg 768w, https:\/\/www.meenzer-on-tour.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/UGFO09261-1536x864.jpeg 1536w, https:\/\/www.meenzer-on-tour.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/UGFO09261-2048x1152.jpeg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><figcaption>Corona &#8211; als st\u00e4ndige Begleitung auf unserer Reise<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei der Abfahrt mit der S-Bahn in Mainz schien noch alles wie immer zu laufen. Die Bahn war gut gef\u00fcllt, halbwegs p\u00fcnktlich, doch als wir am Flughafen ankamen war die Abflughalle bereits ziemlich leer. Die Sicherheits- und Passkontrolle absolvierten wir fast alleine. Dahinter wurden wir im Duty Free-Bereich erstmal auf andere Gedanken gebracht: \u201eHappy Holi\u201c. Traditionell stammt Holi aus Indien und findet in der ersten Vollmondnacht im Pahlguna Monat des Hindukalenders Ende Februar bis Ende M\u00e4rz statt. In diesem Jahr war dies der 9.\/10. M\u00e4rz. Im Duty Free Shop war alles auf Indien getrimmt \u2013 mit bunten Elefanten und Hindi-Schriftz\u00fcgen, die \u00fcber einen Discount zu Holi informierten. Au\u00dfer uns machten auch ein paar Inder*innen Selfies vor dem bunten Elefanten. Andere Flugg\u00e4ste gab es nicht im Duty Free Bereich. Beim Einsteigen ins Flugzeug wurden wir penibel auf unser Visum kontrolliert. Es handelt sich zwar um ein elektronisches Visum \u2013 aber einen Ausdruck, zumindest im Handy, sollte man genau aus diesen Gr\u00fcnden immer vorweisen k\u00f6nnen. Wir waren allerdings fast die einzigen Leute mit einem Visum \u2013 die gro\u00dfe Mehrzahl der Menschen stammten aus Indien oder Nordamerika mit indischen Wurzeln, die gar keine Einreiseerlaubnis brauchten. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als die Maschine abhob, waren wir froh, es geschafft zu haben \u2013 trotz der sich anbahnenden Corona-Krise noch nach Indien zu starten. Und pl\u00f6tzlich fiel uns auf, dass der Jumbo h\u00f6chstens halb besetzt war. Dass mit halbleeren Maschinen nicht dauerhaft geflogen werden kann, war uns auch klar und wir rechneten schon damit, dass es bald Flugstreichungen geben w\u00fcrde. In den n\u00e4chsten zehn Stunden konnten wir uns dann schon einmal ausmalen, wie wohl die Einreise nach Indien verlaufen w\u00fcrde. Schlie\u00dflich gab es in Deutschland bereits mehrere hundert Corona-F\u00e4lle, in Indien aber genau drei. Allerdings wurden wir vor der Abreise mehrmals gefragt, ob es nicht leichtsinnig sei, gerade jetzt nach Indien zu reisen. Nat\u00fcrlich stimmten die gerade erw\u00e4hnten Zahlen nicht. Nat\u00fcrlich war das Virus l\u00e4ngt schon in Indien angekommen. Aber das Land ist ein vielfaches gr\u00f6\u00dfer als Deutschland und die Region, in die wir reisen wollten, galt zum damaligen Zeitpunkt sogar noch als Corona-frei. Rein theoretisch machten wir folglich das einzig vern\u00fcnftige. Wir sch\u00fctzten uns vor dem Virus, indem wir Deutschland verlie\u00dfen. Diesen Satz \u00e4u\u00dferten wir so nat\u00fcrlich nicht wirklich, aber wir Deutsche haben immer so einen Hang zu glauben, dass es bei uns am sichersten sei und andere L\u00e4nder von uns lernen k\u00f6nnten. Das ist sicherlich manchmal der Fall, doch eine Beratungsresistenz ist im Fall von Deutschland sicherlich unangebracht. Es gibt auch andere L\u00e4nder, die etwas auf dem Kasten haben. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"640\" height=\"360\" src=\"http:\/\/www.meenzer-on-tour.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/PQXC25151.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-675\" srcset=\"https:\/\/www.meenzer-on-tour.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/PQXC25151.jpeg 640w, https:\/\/www.meenzer-on-tour.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/PQXC25151-300x169.jpeg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><figcaption>Biergarten in Bangalore &#8211; diese sind mittlerweile wegen Corona geschlossen<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zielort unseres Flugs war die Hauptstadt des indischen Bundesstaats Karnataka: Die IT-Metropole Bangalore. Dort mitten in der Nacht angekommen, wurden wir gleich mal ins kalte Wasser geschmissen: Kaum die Flugzeugbr\u00fccke verlassen, gab es das erste Chaos. Schon damals am 7. M\u00e4rz standen wir voll auf \u201ePhysical Distancing\u201c. Wir hatten eigentlich keine gro\u00dfe Lust, mit hunderten von anderen Reisenden in einer Schlange zu stehen. Abst\u00e4nde in einer Schlange in Indien lassen sich\u00a0 zudem nie in Metern sondern eher in Zentimetern angeben. Doch es gab gar keine Schlange, sondern ein gro\u00dfes Gewusel. Es musste zur im Flugzeug bereits erhaltenen Einreisekarte noch eine \u201eCorona\u201c-Karte in zweifacher Ausf\u00fchrung ausgef\u00fcllt werden: Passdaten, E-Mail-Adresse, Handynummer und Angaben \u00fcber den Aufenthalt in anderen L\u00e4ndern innerhalb der letzten 14 Tage. Die Leute f\u00fcllten die Karten auf dem Teppichboden, auf dem R\u00fccken der Vorderleute oder auf dem Hartschalenkoffer aus. Danach ging es ums Vordr\u00e4ngen, um endlich einreisen zu k\u00f6nnen. Am ersten Check-Point wurde gepr\u00fcft, ob die \u201eCorona\u201c-Karte komplett ausgef\u00fcllt war. Um dorthin zu gelangen, war massiver Ellbogeneinsatz n\u00f6tig, denn das indische Schlangestehen hat eher etwas von Wrestling als von Vorfahrt gew\u00e4hren. Danach mussten wir einen Beamten des Gesundheitsamts passieren, der mit einer Art W\u00e4rmebild-Pistole bewaffnet war. H\u00e4tten wir Fieber gehabt, w\u00e4ren wir bereits hier aussortiert worden. Cool bleiben war jetzt die Devise \u2013 im wahrsten Sinne des Wortes. Mit einem Wink wurden wir vorbeigelassen und durften den ersten Durchschlag der Corona-Karte abgeben. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Danach ging es zur Einreise, die dann recht unspektakul\u00e4r erfolgte \u2013 allerdings an einem separaten Schalter f\u00fcr Leute mit E-Visum. Nat\u00fcrlich hatten wir uns erst in der falschen Schlange eingereiht, aber wir waren einfach schon mal gl\u00fccklich, um zwei Uhr nachts Lokalzeit einen gro\u00dfen Schritt Richtung Einreise absolviert zu haben. Die zweite \u201eCorona\u201c-Karte mit der Einreisekarte abgegeben, Bild gemacht, Fingerabdr\u00fccke gemacht, bereit gestelltes Desinfektionsmittel danach genutzt und den Einreisestempel in den Pass gedr\u00fcckt bekommen. Das Gep\u00e4ck war auch schon da und am Zoll interessierte sich niemand wirklich f\u00fcr uns. Welcome to Incredible India! Und damit ging es an die wichtigen Dinge nach der Ankunft in einem fremden Land: Geld, SIM, Transport.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es gab genau zwei Geldautomaten in der internationalen\nAnkunftshalle. Und beide akzeptierten weder Visa noch MasterCard. Daher hie\u00df es\nGeld tauschen. Daf\u00fcr musste der Pass mit den 100 Euro ausgeh\u00e4ndigt werden. Es\nwurde eine Kopie vom Visum, vom Einreisestempel und den personenbezogenen Daten\ngemacht. Das machte Angestellter Nummer 1. Angestellter Nummer 2 untersuchte\ndie beiden 50 Euro-Scheine auf ihr Aussehen. Eingef\u00e4rbte Geldscheine oder\nBanknoten mit Rissen werden in Indien oft zur\u00fcckgewiesen. Unsere druckfrischen\nNoten passierten den Test und ich durfte in einem Formular meinen Namen,\nE-Mail-Adresse, Adresse etc. eintragen. Zwischendurch wurde noch der Kunde vor\nmir fertig bedient \u2013 alles so zwischendrin. Meine Euro-Scheine sah ich\nzwischendurch auch nicht mehr. Aber es hatte alles seine Ordnung. So nach zirka\n15 Minuten hatte ich dann meine Rupien in Empfang nehmen k\u00f6nnen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das mit der SIM-Karte, sprich dem Kauf einer lokalen Karte\nf\u00fcrs Telefon, verschoben wir auf den n\u00e4chsten Tag, es war schlie\u00dflich bereits\ndrei Uhr morgens. Schnell ein vorausbezahltes Taxi am Schalter neben dem\nGeldwechselb\u00fcro organisiert und schon fuhren wir mit dem Taxi ins\nFlughafenhotel. Am n\u00e4chsten Morgen ging es nach einem ersten leckeren indischen\nFr\u00fchst\u00fcck die 40 km in die Innenstadt von Bangalore. In der Metro gab es erste\nHinweise zu Corona, die mit \u201eDon\u2019t panic, be aware\u201c zusammengefasst wurden. Wir\nempfanden diesen pragmatischen Umgang mit der anstehenden Pandemie als angenehm\ngelassen. Klopapier und Hamsterk\u00e4ufe gab es in Indien nicht. Einerseits da sich\nInder meist mit der linken Hand den Hintern abputzen und Superm\u00e4rkte\nandererseits in Indien noch ein Novum sind. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"http:\/\/www.meenzer-on-tour.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/TQYS56681-1024x576.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-676\" srcset=\"https:\/\/www.meenzer-on-tour.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/TQYS56681-1024x576.jpeg 1024w, https:\/\/www.meenzer-on-tour.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/TQYS56681-300x169.jpeg 300w, https:\/\/www.meenzer-on-tour.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/TQYS56681-768x432.jpeg 768w, https:\/\/www.meenzer-on-tour.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/TQYS56681-1536x864.jpeg 1536w, https:\/\/www.meenzer-on-tour.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/TQYS56681-2048x1152.jpeg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><figcaption>Abfahrt in Bangalore mit der indischen Bahn<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bangalore ist die am westlichsten gepr\u00e4gteste Stadt Indiens. Daher gibt es hier dann doch bereits Shopping Malls mit kleinen Superm\u00e4rkten, die zum Gl\u00fcck Katzen- und Hundefutter f\u00fcr uns bereithielten \u2013 unterst\u00fctzen wir doch gerne auf unseren Reisen die Vierbeiner, die kein Zuhause haben. Tierheime gibt es in vielen L\u00e4ndern \u00fcberhaupt nicht und Kastrationsprogramme leider auch nicht. Aber den Tieren den Vorwurf zu machen, sich zu vermehren, wie beispielsweise bei uns den Stadttauben, ist halt wieder mal eine Bequemlichkeitsdenke von vielen von uns. Egal ob Taube, Hund oder Katze \u2013 es waren Menschen, die diese gez\u00fcchtet haben und daher haben wir meiner Meinung nach gegen\u00fcber diesen Kreaturen auch eine gewisse Verantwortung. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In den Shopping Malls gab es leider keine SIM-Karten zu kaufen. Aber in Indien gibt es immer jemanden, der etwas organisieren kann. So erz\u00e4hlte ich dem Hotelpersonal von meiner Not und eine Stunde sp\u00e4ter hatte ich meine SIM-Karte \u2013 nat\u00fcrlich zu einem Aufpreis, aber diesen Service habe ich nat\u00fcrlich gerne bezahlt. Es gibt sicherlich angenehmere Dinge, als in einer 10-Millionen-Metropole durch die Stra\u00dfen zu irren und eine SIM-Karte zu suchen. Au\u00dferdem stand auch noch das Problem der Geldbesorgung auf dem Tagesplan. Beim Ableger einer franz\u00f6sischen Gro\u00dfbank funktionierte dann die Kreditkarte und wir erhielten 10 000 Rupien (ca. 120 Euro). Bangalore zeichnet sich weniger durch Sehensw\u00fcrdigkeiten wie das Rote Fort oder die Mausoleen in Delhi oder die tolle Lage auf einer Landzunge wie Mumbai aus. Bangalore besticht eher durch seine G\u00e4rten und Parks aber vorallem durch seine Pubs. Bier in Indien abseits der gro\u00dfen Hotels zu bekommen ist oft unm\u00f6glich. An vielen heiligen Orten gibt es sogar ein Alkohol- und Fleischverbot \u2013 und in Indien sind sehr sehr viele Pl\u00e4tze heilig. Anders hier in Bangalore \u2013 dort gibt es mittlerweile mehr als 50 Mikrobrauereien und Bierg\u00e4rten! Und ein Heavy Metal Festival, das mit dem ber\u00fchmten Pendant in Wacken kooperiert! Daher wollten wir in 14 Tagen hier unsere Reise beenden und am Bangalore Open Air 2020 teilnehmen. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"http:\/\/www.meenzer-on-tour.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/CZSW33891-1024x576.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-678\" srcset=\"https:\/\/www.meenzer-on-tour.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/CZSW33891-1024x576.jpeg 1024w, https:\/\/www.meenzer-on-tour.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/CZSW33891-300x169.jpeg 300w, https:\/\/www.meenzer-on-tour.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/CZSW33891-768x432.jpeg 768w, https:\/\/www.meenzer-on-tour.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/CZSW33891-1536x864.jpeg 1536w, https:\/\/www.meenzer-on-tour.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/CZSW33891-2048x1152.jpeg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><figcaption>Fahrkarte per SMS<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am n\u00e4chsten Tag wollten wir unsere Barreserven weiter f\u00fcllen. Leider haben wir an einem anderen Bankautomaten als am Tag zuvor die Kohle besorgen wollen und wieder funktionierte das Abheben nicht. Angeblich sei die Kreditkarte gesperrt oder kaputt. Solche Horrormeldungen habe ich schon \u00f6fters auf Reisen gelesen und ich machte mich erstmal nicht verr\u00fcckt. Als ich dann f\u00fcnfzehn Minuten sp\u00e4ter am Geldautomaten vom Vortag auch kein Geld bekam wurde ich dann doch etwas unruhiger. Meine Kreditkarte hatte ein Limit von 300 Euro pro Tag. Da ich vorher bereits versucht hatte, 300 Euro abzuheben und das nicht klappte, versuchte ich mich damit zu beruhigen, dass dieser Betrag wohl erstmal geblockt wurde und irgendwann nach vielleicht einer Stunde wieder freigegeben wird, wenn die Abhebung tats\u00e4chlich nicht funktionierte. Das war auch diesmal so. Eine Stunde sp\u00e4ter hatte ich am gleichen Automaten endlich genug Geld f\u00fcr die n\u00e4chsten Tage in der Hand \u2013 denn Geldautomaten in Indiens Provinz m\u00f6gen deutsche Kreditkarten oft nicht so gerne.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Hauptgrund, eine lokale SIM-Karte zu erwerben, lag an\nunserem Hauptfortbewegungsmittel auf dieser Reise, dem Zug. Mussten wir auf\nfr\u00fcheren Indien-Reisen Tage einkalkulieren, eine Fahrkarte zu erstehen, war es\nAnfang 2020 pl\u00f6tzlich relativ einfach diese Wochen im Voraus online zu kaufen \u2013\nnach ein paar f\u00fcr Indien typischen B\u00fcrokratieh\u00fcrden, die es zu \u00fcberwinden galt\n\u2013 f\u00fcr Inhaber*innen ausl\u00e4ndischer Kreditkarten. Allerdings war an die\nOnline-Bezahlung der Tickets die Verpflichtung gekoppelt, sich die Fahrkarte ab\n3 Tagen vor der Abfahrt per SMS zuschicken zu lassen. Indien und ausl\u00e4ndische\nHandynummern \u2013 das passt einfach nicht. Wer schon mal an einem indischen\nFlughafen versucht hat, das Gratis-WLAN-Angebot zu nutzen, wei\u00df wovon ich\nspreche. Es muss immer eine Handynummer eingegeben werden, an die ein Code\nverschickt wird. Der Code kommt grunds\u00e4tzlich bei +49-Nummern nie an. Und\ngleiches erwartete ich mit der SMS der indischen Bahn.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit der lokalen SIM hat das alles problemlos funktioniert und wir starteten am 9. M\u00e4rz unsere Reise mit der indischen Bahn. Als wir im Januar die Fahrkarten kauften, war uns Corona zwar schon ein Begriff und ich fragte mich bereits damals, ob das noch was wird mit unserer Indien-Reise, zumal ich ein Deja-vu hatte. 2002\/03 reiste ich innerhalb eines Jahres von Mainz Hbf. nach Mainz S\u00fcd \u2013 halt anders herum, sprich vom Mainzer Hauptbahnhof \u00fcber Amerika und Asien statt durch den Tunnel, der die beiden Bahnh\u00f6fe miteinander verbindet. Im April 2003 sah ich mich in Indonesien pl\u00f6tzlich mit SARS konfrontiert. Diese Lungenkrankheit verfolgte mich dann bis in die T\u00fcrkei im Juli 2003 via Malaysia, Burma, Bangladesch, Indien, die Emirate und den Iran. Auch zu SARS-Zeiten fuhr ich mit der indischen Bahn und ein \u201ePhysical Distancing\u201c war in der \u201eSleeper-Klasse\u201c damals gar nicht m\u00f6glich. Allerdings reiste der Virus damals auch nicht so wirklich um die Welt, so dass ich eigentlich nur bei den Grenzkontrollen durch Fieber messen und \u201eFit-for-Travel\u201c-Kartenausf\u00fcllen konfrontiert war. Ferner war es leichter SARS-Infizierte zu identifizieren, da diese erst ansteckend waren, wenn die Symptome wie Fieber und Husten offensichtlich waren.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"http:\/\/www.meenzer-on-tour.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/BQEC21171-1024x576.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-680\" srcset=\"https:\/\/www.meenzer-on-tour.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/BQEC21171-1024x576.jpeg 1024w, https:\/\/www.meenzer-on-tour.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/BQEC21171-300x169.jpeg 300w, https:\/\/www.meenzer-on-tour.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/BQEC21171-768x432.jpeg 768w, https:\/\/www.meenzer-on-tour.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/BQEC21171-1536x864.jpeg 1536w, https:\/\/www.meenzer-on-tour.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/BQEC21171-2048x1152.jpeg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><figcaption>Klopapier &#8211; in Indiens Z\u00fcgen frei erh\u00e4ltlich<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da ich auf \u00fcberf\u00fcllte Abteile 17 Jahre sp\u00e4ter nicht mehr\nwirklich Wert legte, hatten wir uns f\u00fcr ein \u201e2 Tier\u201c-Abteil entschieden: einen\nLiegewagen mit vier Betten auf der rechten Seite des Gangs des Abteils und zwei\nBetten links l\u00e4ngs des Gangs. Damit war es durchaus m\u00f6glich, auf Abstand zu\nanderen Fahrg\u00e4sten zu gehen. Die Reise nach Hospet verlief relativ ereignisarm.\nIn unserem Viererabteil kamen wir mit unserem indischen Abteilnachbarn ins\nGespr\u00e4ch. Das Sch\u00f6ne an Indien ist die Tatsache, dass viele Leute besser als\nich Englisch sprechen. Dazu sind viele Inder*innen sehr gebildet und\naufgeschlossen. So wird wie in unserem Fall eine Zugfahrt zu einem\ninterkulturellen Austausch \u00fcber Gott und die Welt. Unser Gegen\u00fcber war Rentner\nund fuhr f\u00fcr vier Wochen in einen heiligen Ort in der Mitte Indiens, um einem\nAshram ein wenig herunterzufahren. Dass wenige Wochen sp\u00e4ter die halbe Welt ein\nAshram werden w\u00fcrde, hatten wir am 9. M\u00e4rz noch nicht wirklich erwartet. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00dcber Google Maps konnten wir den Zug in Echtzeit verfolgen. Aus einer Versp\u00e4tung von einer Stunde wurde bei der Indischen Bahn schon mal eine p\u00fcnktliche Abfahrt ein paar Stationen sp\u00e4ter, da die Bahn hier mit Puffern arbeitet. Leider gibt es in der indischen Bahn keine Speisewagen, so dass das von H\u00e4ndlern und der Bahn angebotene leckere Essen leider in Einwegverpackungen am Platz daherkommt. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"http:\/\/www.meenzer-on-tour.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/PGNU78661-1024x576.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-686\" srcset=\"https:\/\/www.meenzer-on-tour.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/PGNU78661-1024x576.jpeg 1024w, https:\/\/www.meenzer-on-tour.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/PGNU78661-300x169.jpeg 300w, https:\/\/www.meenzer-on-tour.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/PGNU78661-768x432.jpeg 768w, https:\/\/www.meenzer-on-tour.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/PGNU78661-1536x864.jpeg 1536w, https:\/\/www.meenzer-on-tour.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/PGNU78661-2048x1152.jpeg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><figcaption>Wunderbares Hampi<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Fast p\u00fcnktlich trafen wir nach einer Tagesfahrt in Hospet\nein und lie\u00dfen es uns die n\u00e4chsten f\u00fcnf N\u00e4chte in der N\u00e4he von Hampi in der\nMitte Indiens gut gehen. In der ersten Nacht in Hampi war nun auch offiziell\nHoli \u2013 wir bekamen davon wenig mit, da dieses Festival haupts\u00e4chlich im Norden\ngefeiert wird. Ich hatte wegen Corona allerdings schon ein wenig die\nBef\u00fcrchtung, dass \u201ePhysical Distancing\u201c zu Holi in Indien wohl nicht\ndurchzusetzen sei \u2013 denn zu Holi schmieren sich alle mit bunten Farben das\nGesicht ein. Auch ich wurde am 10. M\u00e4rz eingef\u00e4rbt \u2013 aber die Angst, sich mit\nCorona zu infizieren, war zu diesem Zeitpunkt bei mir eigentlich immer noch\nnicht da \u2013 Indien hatte immer noch nur ein paar Dutzend F\u00e4lle \u2013 offiziell! <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dennoch starteten die indischen Beh\u00f6rden nun ihren\nAktionismus. Am 11. M\u00e4rz 2020 wurde verk\u00fcndet, dass alle Visa von Deutschen f\u00fcr\nung\u00fcltig erkl\u00e4rt w\u00fcrden, sofern man noch nicht eingereist sei. Damit\nbewahrheitete sich vier Tage nach unserer Einreise das, was wir bereits eine Woche\nzuvor bef\u00fcrchteten: dass wir nun nicht mehr ins Land h\u00e4tten reisen k\u00f6nnen. Das\nVisum von Deutschen, die bereits eingereist waren, blieb allerdings g\u00fcltig, so\ndass wir zun\u00e4chst nichts zu bef\u00fcrchten hatten. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Tage in der bizarren Felsen- und Tempelwelt Hampis waren anstrengend und traumhaft zugleich \u2013 so wie es in Indien eigentlich immer ist. Anstrengend, weil es schlicht zu hei\u00df war. 35\u00b0 C um 10 Uhr morgens sind einfach zu viel. Traumhaft, weil dieser Landstrich einfach wundersch\u00f6n ist. Wir konnten am Flussufer von Tempelruine zu Tempelruine spazieren, auf Felsen klettern, den Tempelaffen beim Futtern zuschauen und das leckere indische Essen genie\u00dfen. Beim Hinaufklettern auf einen Tempelberg machte uns die Unm\u00f6glichkeit des \u201ePhysical Distancing\u201c mal wieder zu schaffen. Privatsph\u00e4re gibt es in Indien nicht. Das Recht am eigenen Bild auch nicht. Und so mussten wir beim Hinaufklettern auf einen Tempelberg mehrmals ungefragt f\u00fcr Selfies mit Inder*innen posieren. Nat\u00fcrlich h\u00e4tten wir das abschlagen k\u00f6nnen \u2013 aber wir sind hier die G\u00e4ste. Das ist in Indien halt normal und es h\u00e4tte ziemlich r\u00fcde gewirkt, w\u00e4ren wir wild gestikulierend der Masse entflohen. Wer so etwas nicht mag, der sollte nicht nach Indien fahren. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"http:\/\/www.meenzer-on-tour.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/RXZI96181-1024x576.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-685\" srcset=\"https:\/\/www.meenzer-on-tour.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/RXZI96181-1024x576.jpeg 1024w, https:\/\/www.meenzer-on-tour.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/RXZI96181-300x169.jpeg 300w, https:\/\/www.meenzer-on-tour.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/RXZI96181-768x432.jpeg 768w, https:\/\/www.meenzer-on-tour.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/RXZI96181-1536x864.jpeg 1536w, https:\/\/www.meenzer-on-tour.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/RXZI96181-2048x1152.jpeg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><figcaption>Abendstimmung in Hampi<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Reisende in Indien sind oftmals so bizarr, wie Inder*innen. So laufen viele Fremde in den lokalen Klamotten durch die Gegend, f\u00e4rben sich die Haare mit Henna und geben den Guru. Trotzdem sind diese Menschen oft angenehme Zeitgenossen und Traveller Talk mit diesen ist meist sehr lustig. Was allerdings der UK-Guru mit seinem wunderbaren britischen Englisch so berichtete, gefiel uns gar nicht. Angeblich w\u00fcrden Reisende aus Hampi, das ebenfalls im Bundesstaat Karnataka lag, an der Weiterfahrt in den Bundesstaat Goa gehindert \u2013 wegen Corona. Bisher machte das Virus uns keinen Strich durch die Rechnung, doch wenn wir nun aus der staubigen Hitze Hampis nicht ans Meer fahren durften, w\u00e4re das nat\u00fcrlich ziemlich \u00e4tztend gewesen. Daher machten wir uns nach dem Gespr\u00e4ch gleich auf die Suche nach funktionierendem WLAN \u2013 das leider in Indien nicht immer so wirklich vorhanden ist. Auch das mobile Internet mittels lokaler SIM gab hier in der indischen Ein\u00f6de nur \u201eEdge\u201c her. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Teil 2 \u00fcber die Weiterreise folgt demn\u00e4chst<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liest Du eigentlich (noch) Reiseberichte? Der Trend von vergangenen Reisen zu berichten war Anfang der 2000er Jahre entstanden, als es pl\u00f6tzlich m\u00f6glich war, per E-Mail \u00fcber den Kreis von Freunden und Familie hinaus vom Abenteuer in der Welt zu berichten. 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