{"id":222,"date":"2018-05-31T06:25:47","date_gmt":"2018-05-31T06:25:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.meenzer-on-tour.de\/blog\/?p=222"},"modified":"2019-04-10T06:30:27","modified_gmt":"2019-04-10T06:30:27","slug":"sri-lanka-2018","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.meenzer-on-tour.de\/blog\/sri-lanka-2018\/","title":{"rendered":"Sri Lanka 2018"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Lieber sp\u00e4t als nie \u2013 so l\u00e4sst sich vielleicht dieser Reisebericht zu unserem Trip nach Sri Lanka im Februar kurz nach Fastnacht idealerweise starten. Denn schlie\u00dflich haben es diese Insel und ihre Bewohner verdient, dass ich f\u00fcr Ihr Land ein wenig Werbung mache (wof\u00fcr ich lediglich einen Kaffee auf der ITB in Berlin im M\u00e4rz als Gegenleistung erhalten habe). Ich habe ja mittlerweile schon das eine oder andere Land auf unserem Planeten entdecken d\u00fcrfen und tats\u00e4chlich w\u00fcrde ich wahrscheinlich in jedes der bereisten L\u00e4nder auch nochmals fahren, soweit das bei L\u00e4ndern wie Syrien oder Eritrea aktuell \u00fcberhaupt m\u00f6glich ist. Aber wenn sich mir eine M\u00f6glichkeit bieten w\u00fcrde, Sri Lanka wieder zu besuchen \u2013 ich w\u00e4re begeistert.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.christophkessel.de\/images\/20180228_120206979_iOS.jpg\" alt=\"Sieht aus wie eine Fototapete, ist aber das traumhafte Sri Lanka\"\/><figcaption>Sieht aus wie eine Fototapete, ist aber das traumhafte Sri Lanka<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber vielleicht ist es auch einfach ein guter Wink des Schicksals gewesen, um dieses Land jahrelang einen Bogen zu machen und bspw. andere buddhistische L\u00e4nder wie Myanmar oder Thailand zuvor zu besuchen oder auch den gro\u00dfen Nachbarn im Norden \u2013 das Incredible India. Schlie\u00dflich liegt der Schluss nahe, dass Sri Lanka ja irgendwie eine Mischung aus Indien und Thailand sein \u201emuss\u201c. Im positiven Sinne ist diese Annahme auch gar nicht so verkehrt. Nur dass Sri Lanka halt schon sein eigenes Ding dreht. Bei der Ankunft am Flughafen in Colombo deutete noch nicht viel darauf hin, dass es den Umweltschutz vielleicht einen Tick weit ernster nimmt als andere L\u00e4nder. Aber die Taxifahrt einmal quer durch die Stadt um Mitternacht war bereits ein recht angenehmes Vergn\u00fcgen: nichts los auf der Stra\u00dfe der Hauptstadt. In Indien w\u00e4re so etwas undenkbar. Da ist im urbanen Teil des Subkontinents immer \u201ehigh life\u201c und immer jemand wach. Diese Ruhe fanden wir direkt sehr sympathisch, da man dadurch auch bei schlecht isolierten Hotelfenstern tats\u00e4chlich die Chance hat, erholsamen Schlaf zu finden statt wegen Dauergehupe nachts wach zu liegen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.christophkessel.de\/images\/P1130246.jpg\" alt=\"Blick vom Hoteldach auf den Indischen Ozean\"\/><figcaption>Blick vom Hoteldach auf den Indischen Ozean<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Morgens wurden wir schlie\u00dflich doch durch den L\u00e4rm der Stadt irgendwann geweckt, denn Colombo ist tags\u00fcber nat\u00fcrlich alles anderes als ein verschlafenes Kaff. Wir hielten uns endlich mal an den Rat, den man Tropenreisenden ja immer gibt: einen Tag zur Akklimatisierung im Schongang zu verbringen. So ging es nur mal kurz von unserem Boutique-Hotel im s\u00fcdlichen Nobelvorort Mount Lavinia die paar Meter durch die Stra\u00dfen zum alt ehrw\u00fcrdigen Mount Lavinia Kolonialhotel und r\u00fcber zum Strand. Wir konnten tats\u00e4chlich auf den Stra\u00dfen laufen und wurden nicht zur Seite gehupt. Der Stadtstrand war sauber und alles war ziemlich entspannt \u2013 vor allem was das \u00dcberqueren der Gleise auf dem Weg zum Strand angeht. Der Zug zuckelt zwar regelm\u00e4\u00dfig die K\u00fcste entlang, hupt aber so laut und f\u00e4hrt so langsam, dass man genug Zeit hat, die Schienen zu queren, denn der bauf\u00e4llige \u00dcbergang \u00fcber die Gleise sah nicht wirklich sehr vertrauensbildend aus. S\u00fcdlich des Mount Lavinia Hotels hat dieses eine Strandbar mit strohgedeckten Pl\u00e4tzen eingerichtet, um vor der omnipr\u00e4senten Sonne zu fl\u00fcchten und gleichzeitig direkt mal auf \u201eSafari\u201c zu gehen, da dort kleine Palmh\u00f6rnchen im Geb\u00e4lk umherhuschten. Da die Preise relativ modereat waren, gelang hier wunderbar der Einstieg in diese Reise.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.christophkessel.de\/images\/DSC07749.jpg\" alt=\"Palmenh\u00f6rnchen in der Strandbar\"\/><figcaption>Palmenh\u00f6rnchen in der Strandbar<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am n\u00e4chsten Morgen staunten wir nicht schlecht, als unser Taxifahrer mit einem Hybridwagen uns abholte. W\u00e4hrend wir in Deutschland mit dem Dieselskandal besch\u00e4ftigt sind, f\u00e4hrt man in Sri Lanka schon l\u00e4ngt umweltfreundlicher. Und im Verlauf der Reise haben wir immer wieder japanische oder koreanische Hybridmodelle entdeckt. Die Fahrweise der Einheimischen w\u00fcrde ich kurz und knapp als sehr zivilisiert beschreiben und falls wir mal wieder auf dieser Insel vielleicht im Norden unterwegs sind, w\u00e4re es durchaus eine \u00dcberlegung wert, einen Mietwagen zu nehmen. Anders als auf Bali, wo das Autofahren schon eine Herausforderung sein kann, gibt es hier Ampeln und gerast wird gl\u00fccklicherweise auch nicht. Trotzdem bietet eine Fahrt mit Fahrer nat\u00fcrlich viele Vorteile, so z.B. dass dieser einfach auf halben Weg abbiegt und mit uns einen buddhistischen Tempel besichtigt. Taxifahrern kommen auf unseren Reisen immer auf solche \u201espontanen\u201c Ideen. Als wir z.B. durch Nepal fuhren, machten wir einen Abstecher zu einer Zementfabrik \u2013 der Sinn dieses Besuchs hat sich mir nie erschlossen, aber sei&#8217;s drum.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.christophkessel.de\/images\/P1130266.jpg\" alt=\"M\u00fclltrennung in den Teeplantagen\"\/><figcaption>M\u00fclltrennung in den Teeplantagen<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Tempel mit Einheimischen zu besuchen ist f\u00fcr mich immer ein Gl\u00fccksfall, denn diese wissen, wie man sich an religi\u00f6sen Orten richtig verh\u00e4lt und so kann man da schon mal nicht ins Fettn\u00e4pfchen treten. Umgekehrt bekommt man aber auch viel mehr mit, da er uns manche Br\u00e4uche erkl\u00e4rt und uns in Bereiche mitgenommen hat, die wir aufgrund der vielen meditierenden Menschen sicherlich gar nicht erst alleine betreten h\u00e4tten. Zum Schluss durften wir dann noch Tee probieren, der an alle Pilgerinnen und Pilger ausgeschenkt wurde \u2013 Geld wollte von uns f\u00fcr dieses Erlebnis auch niemand. Selbst die Bezahlung f\u00fcr die Bl\u00fcten, die wir als Opfergaben erstanden, \u00fcbernahm unser Fahrer. Er wollte partout kein Geld daf\u00fcr annehmen. Ein weiterer Pluspunkt eines guten Fahrers ist seine kulinarische Kenntnis. Da wir nach dem Tempelbesuch so langsam Hunger hatten, schlugen wir ihm vor, dass wir Mittagessen gehen sollten (und ihn nat\u00fcrlich einluden). So hielten wir an einem typischen kleinen Rasthaus an der Bergstra\u00dfe nach Haputale an. S\u00e4mtliche Speisen wurden als Buffet angeboten. Es gab viele Variationen an Gem\u00fcse, Reis und Papadam Chips. Fleisch h\u00e4tte es extra gegeben und so war das dann ziemlich praktisch, dass diejenigen die Fleisch wollten, etwas mehr zahlten als die Vegetarier. Und Nachschlag war im Preis inbegriffen. Wir waren von der K\u00fcche sehr angetan, was nat\u00fcrlich unsere Lust, hierher zu fahren gleich nochmal steigerte.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.christophkessel.de\/images\/P1130249.jpg\" alt=\"Unser Hotel in den Teeplantagen Haputales\"\/><figcaption>Unser Hotel in den Teeplantagen Haputales<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Erstes Ziel unserer Reise durch den S\u00fcden Sri Lankas war das Bergdorf Haputale. Dieses liegt auf einem Grat inmitten von Teeplantagen, wo im 19. Jahrhundert ein gewisser Sir Thomas Lipton auf die Idee kam, Tee anzubauen. Von einem kleinen Gipfel in den Bergen \u00fcberwachte er sein Imperium. Die kurze Bergwanderung von der Teefabrik hinaus durch die gr\u00fcnen Teeplantagen und den Wolkenteppich zum so genannten \u201eLipton\u2019s Seat\u201c, wo heute ihm zu Ehren eine Bronzefigur steht, war ein prima Einstieg in die kommenden Tage \u2013 schlie\u00dflich wollten wir eine 3-Tagestour zu Fu\u00df durch diese Kulturlandschaft unternehmen. Treffpunkt am n\u00e4chsten Morgen mit Rian, unserem Guide, war der Mini-Bahnhof von Haputale. Zun\u00e4chst f\u00fchrte der Weg oberhalb der Bahngleise durch den wenigen Wald, der oberhalb der Teeplantagen noch existierte. Sp\u00e4ter neigte sich der Pfad bergab bis auf die Gleise und die Wanderung wurde nun die n\u00e4chsten Kilometer auf den Schwellen fortgesetzt. Zum Gl\u00fcck hupte auch hier der Zug lange bevor er uns genau an einem Tunnel passierte. Zwischen Gleisen und Felswand war gen\u00fcgend Platz, den Zuckelzug abzuwarten, um dann geschwind durch den Tunnel zu laufen. Das Laufen zwischen den Schienen war gar nicht so einfach, da meine Schrittl\u00e4nge mit dem Abstand der Schwellen nicht sonderlich harmonierte und ich immer wieder Trippelschritte machen musste oder gleich aufgab und neben dem Gleisbett lief.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.christophkessel.de\/images\/P1130339.jpg\" alt=\"&quot;Wanderweg&quot; auf Sri Lanka\"\/><figcaption>&#8222;Wanderweg&#8220; auf Sri Lanka<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Aussicht auf die umgebenden Berge, die ein wenig Mittelgebirgscharakter hatten, war aufgrund der Teeplantagen und der entsprechend freien Sicht grandios. Zudem spielte das Wetter auch mit. Morgens sah das alles noch ganz anders aus. Haputale lag in den Wolken auf knapp 2.000 Metern und es war richtig kalt. In einem Nachbarort gab es tats\u00e4chlich Bodenfrost, denn nachts war es sternenklar. Sp\u00e4ter passierten wir zerfallene H\u00e4user, da ein Erdrutsch nach tagelangem Regen ein paar Wochen zuvor abging. Das Problem der Abholzung sahen wir ja bereits im Dezember in Sierra Leone und jetzt wieder in Sri Lanka. Wo kein Wald mehr existiert, hat die Erde keinen Halt mehr und es besteht dann insbesondere nach heftigem Regen immer die Gefahr von Schlammlawinen. Wir hatten Gl\u00fcck, die Regenzeit war bereits vorbei und es ging weiter trockenen Fu\u00dfes durch die Teeplantagen, wo wir an einer Sammelstation auf die Teepfl\u00fcckerinnen trafen. Pfl\u00fccker gab es keine, da diese in der Teefabrik arbeiten, wohin gegen das Pfl\u00fccken Frauenarbeit ist. Eine Teepfl\u00fcckerin muss t\u00e4glich 18 kg Tee pfl\u00fccken \u2013 6 Tage die Woche. Der Sonntag ist frei, genauso wie der Tag, der dem Vollmond folgt, da dann nachts immer relig\u00f6se Feste gefeiert werden. Wer dennoch am Vollmond-Tag arbeitet erh\u00e4lt 100% Zuschlag, da sich die Nachfrage nach Tee weltweit auf hohem Niveau befindet. Die Pfl\u00fcckerinnen fangen am fr\u00fchen Morgen mit dem Pfl\u00fccken an, haben dann eine Fr\u00fchst\u00fcckspause und sp\u00e4ter eine Mittagspause. Ihre S\u00e4cke werden an der Sammelstation gewogen und dann geht es wieder zur\u00fcck in die Plantage.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.christophkessel.de\/images\/P1130557.jpg\" alt=\"Tee-Pfl\u00fcckerinnen auf Sri Lanka\"\/><figcaption>Tee-Pfl\u00fcckerinnen auf Sri Lanka<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Viele Pfl\u00fcckerinnen sind Tamilen, die vor vielen Generationen von den Engl\u00e4ndern zum Teepfl\u00fccken aus Indien nach Sri Lanka gebracht wurden. Diese indischen Tamilen haben mit den einheimischen Tamilen oft nicht viel gemein, au\u00dfer der gemeinsamen Hindu-Religion. Die Singhalesen, die zahlenm\u00e4\u00dfig gr\u00f6\u00dfte Bev\u00f6lkerungsgruppe, ist buddhistischen Glaubens. Leider gab es in Sri Lanka in der zweiten H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts einen jahrzehntelangen B\u00fcrgerkrieg zwischen Tamilen und Singhalesen, wovon allerdings der S\u00fcden Sri Lankas weitgehend verschont blieb, so dass Touristen in dieser Region seit Jahrzehnten anzutreffen sind \u2013 allerdings praktisch niemand auf den alten Trampelpfaden in den Bergen. Dieses Bild \u00e4nderte sich erst, als wir am n\u00e4chsten Tag die Horton Plains besuchten, ein Weltnaturerbe der UNESCO. Dort trafen wir dann wieder auf die globalisierte Welt des Tourismus. Hauptbesucher waren Chinesen, f\u00fcr die es ja ein relativer Katzensprung vom Reich der Mitte nach Sri Lanka ist. Aber das tolle an den Horton Plains ist die Sauberkeit dieser Hochebene. Das liegt ganz eindeutig an den Ma\u00dfnahmen, die hier die Parkverwaltung getroffen hat. Wie an einem Flughafen wurden die BesucherInnen kontrolliert: Nicht nach Waffen, sondern nach Plastik!<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.christophkessel.de\/images\/P1130531.jpg\" alt=\"Wanderpause am Lanka-Fall\"\/><figcaption>Wanderpause am Lanka-Fall<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Plastikflaschen waren zwar ok, aber die Banderole und s\u00e4mtlich T\u00fcten wurden konfisziert. Die Folge: es lag wirklich kein M\u00fcll in der Gegend herum und es war herrlich, zumindest immer mal wieder ein paar Minuten Ruhe zu haben, bevor der n\u00e4chste Trupp an Touristengruppen l\u00e4rmend sich seinen Weg nach World\u2019s End, einen Aussichtsfelsen mit grandiosem Ausblick auf die Bergwelt Sri Lankas bot. Der Rundweg \u00fcber das Hochplateau war wirklich beeindruckend. Auf dem ersten Teil des Weges ging es durch Wald, in dem wir immer wieder auf neue Vogelarten trafen. Nachdem es am Felsabhang von Aussichtspunkt zu Aussichtspunkt ging, f\u00fchrte der Weg \u00fcber Sumpflandschaften an Wasserf\u00e4llen wieder zur\u00fcck zum Ausgangspunkt, wo bereits Sambar-Hirsche auf die Ausfl\u00fcgler warteten bzw. auf die Essensreste, die es wom\u00f6glich gab. Allerdings wussten zumindest die Einheimischen an diesem Nachmittag, das sri lankische Curries vielleicht nicht die beste Mahlzeit f\u00fcr diese Tiere waren. So chillten die Tiere lieber im Gras und wir nahmen ein Tuk-Tuk, um in unser Bergdorf zur \u00dcbernachtung zur\u00fcckzud\u00fcsen. In die Bergh\u00fctte hatte es noch ein paar wenige andere Wanderer verschlagen, aber das war kein Vergleich zu den Horden in den Horton Plains.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.christophkessel.de\/images\/P1130546.jpg\" alt=\"Leckeres Mittagessen in einem Guesthouse am Ende der Wanderung\"\/><figcaption>Leckeres Mittagessen in einem Guesthouse am Ende der Wanderung<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Abends kamen wir mit Rian, unserem Guide, ins Gespr\u00e4ch, da er perfekt Englisch sprach. Wir waren seine letzte Tour, da er einige Tage sp\u00e4ter nach Dubai fliegen w\u00fcrde, um bei Pizza Hut anzufangen. Seine Eltern waren schon um die sechzig und eine Rentenversicherung gibt es in Sri Lanka nicht. Arbeiten konnten die Eltern aber auch nicht mehr richtig, da sie krank waren. Und seine Geschwister befanden sich noch in der Schul- bzw. Uniausbildung. Das Einkommen als Guide war f\u00fcr die Familie leider nicht ausreichend bzw. nicht regelm\u00e4\u00dfig, da Touristen meist nur in der Hauptreisezeit in unserem Winter kommen. Bei Pizza Hut in Dubai ist das ganze Jahr \u201eSaison\u201c, so dass Rian keine andere Wahl hatte, um die Familie durchzubringen. Anders als in vielen anderen asiatischen L\u00e4ndern hatte Rian ein gro\u00dfes Fachwissen, was Fauna und Flora anging. Das machte die Sache noch trauriger, denn Touristen weiter seine Heimat zu zeigen, w\u00e4re eine so viel sinnvollere Aufgabe, als Touristen in Dubai Pizzen an den Tisch zu bringen. In diesen Momenten wird mir immer wieder bewusst, was f\u00fcr ein Gl\u00fcck wir im Geburtslotto hatten. Auch wenn wir in Deutschland unsere t\u00e4glichen Probleme haben \u2013 so fremdbestimmt wie bei Rian ist unsere Situation wohl in den seltensten F\u00e4llen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.christophkessel.de\/images\/20180222_034043752_iOS.jpg\" alt=\"&quot;Fairtrade&quot;-Plumsklo in einer Bio-Teeplantage\"\/><figcaption>&#8222;Fairtrade&#8220;-Plumsklo in einer Bio-Teeplantage<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am letzten Wandertag kamen wir an einem Plumpsklo vorbei. Auf diesem war ein gro\u00dfes \u201eFairtrade\u201c Symbol aufgemalt. Das Fairtrade-Label steht f\u00fcr eine bessere Entlohnung der Einheimischen. Daf\u00fcr zahlen wir in Deutschland bei vielen Produkten wie Bananen, Kaffee, Schokolade, Wein oder Tee ein paar Cent mehr. Dass auch die Arbeitsbedingungen, die bei uns als selbstverst\u00e4ndlich angesehen werden, besser sind, als bei herk\u00f6mmlichen Plantagen, war mir neu. Auf konventionellen Plantagen geh\u00f6rt es nach R\u00fcckfrage bei Rian noch nicht einmal zum Standard, eine Toilette f\u00fcr die Teepfl\u00fcckerinnen bereit zu stellen. Nach einem Besuch zweier weiterer Wasserf\u00e4lle endete unsere Wandertour an der Bergstra\u00dfe nach Haputale. Mit dem Bus, der alle paar Minuten kam, ging es wieder zur\u00fcck zum Ausgangspunkt und wir mussten von Rian Abschied nehmen. Es bleibt zu hoffen, dass er in wenigen Jahren nach Sri Lanka zur\u00fcckkommmen und sein eigenes Wanderunternehmen in den Bergen Sri Lankas starten kann. Zuzutrauen w\u00e4re es ihm auf jeden Fall. Diese Wanderung kann ich jedem empfehlen, der gerne per Pedes fremde Regionen kennen lernen m\u00f6chte \u2013 auch abseits der platt getrampelten Touristenpfade.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.christophkessel.de\/images\/20180222_084159511_iOS.jpg\" alt=\"R\u00fcckfahrt mit dem Bus nach Haputale\"\/><figcaption>R\u00fcckfahrt mit dem Bus nach Haputale<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am folgenden Tag fuhren wir nach Udawalawe, in das Dorf, das direkt neben dem gleichnamigen Nationalpark liegt. Dieser ist ber\u00fchmt f\u00fcr seine Elefanten und f\u00fcr eine immense Vielfalt an fliegenden Zeitgenossen. Dieser Park geh\u00f6rt zu den \u201eMust sees\u201c von fast jedem Reisenden, der sich im S\u00fcden Sri Lankas aufh\u00e4lt \u2013 und das zurecht. Dadurch gibt es eine gro\u00dfe Vielfalt an Unterkunftsm\u00f6glichkeiten zu sehr fairen Preisen auch zur Hauptsaison. Viele Reisende geben sich nur einen Ausflug in den Nationalpark, zum einen weil die Geb\u00fchren mittlerweile vergleichsweise hoch sind (ca. 20 \u20ac p.P.), was nat\u00fcrlich nichts im Vergleich zu Nationalparksgeb\u00fchren in Ostafrika ist. Zum anderen basteln viele Reisende ein sehr ambitioniertes Programm vor der Abreise auf die Insel zusammen, so dass die Reise eher ein Abhaken an Sehensw\u00fcrdigkeiten als eine Erholungsm\u00f6glichkeit darstellt. Diesen Fehler habe ich auch knapp zehn Jahre lang bis zu meiner Weltreise 2002\/2003 gemacht. Dort kam ich nach sieben Monaten Reise in Australien endlich auf den Trichter, dass weniger meist mehr ist. Ich nahm ein Lineal auf einer Weltkarte, zog einen Strich von Sydney nach Mainz und versuchte fortan in den letzten f\u00fcnf Monaten der Reise m\u00f6glichst keine gro\u00dfen Umwege mehr zu machen und einem Ort m\u00f6glichst lange zu bleiben, mindestens aber drei N\u00e4chte.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.christophkessel.de\/images\/P1130707.jpg\" alt=\"Das Elefant Transit Home in Udawalawe\"\/><figcaption>Das Elefant Transit Home in Udawalawe<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir ignorierten die Kosten f\u00fcr den Eintritt nach Udawalawe und wir hatten auch keine Lust auf die fr\u00fchmorgendliche Exkursion. So buchten wir lieber eine 3- und eine 4-Stunden-Tour jeweils f\u00fcr den Nachmittag. Da wir \u00fcber unser Guesthouse an beiden Nachmittagen den selben Fahrer zugeteilt bekamen, wusste dieser nat\u00fcrlich, welche Tiere wir bereits gesehen haben und welche Route wir am Vortag nahmen. So sahen wir neben zahlreichen Elefantenherden, viele kunterbunte V\u00f6gel, Axis-Hirsche, Nashornv\u00f6gel, Krokodile, Affen und Wasserb\u00fcffel teilweise aus n\u00e4chster N\u00e4he. Dadurch, dass wir immer einen Tick fr\u00fcher als die anderen Touristen dank unseres Fahrers unterwegs waren, hatten wir an beiden Nachmittagen fast immer das Gef\u00fchl, uns alleine im Park zu bewegen. Erst kurz vor Sonnenuntergang vor dem Parkausgang erkannten wir, wieviele Autos auf Safari waren. Man kann diese Art von Tourismus nat\u00fcrlich schlecht finden, da es nicht sehr nachhaltig ist, mit dem stinkenden Safari-Jeep in die Natur aufzubrechen. Aber diese M\u00f6glichkeit, Menschen die Sch\u00f6nheit der Natur n\u00e4herzubringen darf meiner Meinung nach nicht untersch\u00e4tzt werden. Die Leute lernen auch durch die Fahrer, dass es sich lohnt, Plastikflaschen bspw. nicht aus dem Auto zu schmei\u00dfen \u2013 ein Umstand, der in vielen Teilen der Welt noch das nat\u00fcrlichste der Welt darstellt. Gerade Plastikflaschen sind die reinste Umweltverschmutzung. Leider ist das Trinkwasser in vielen L\u00e4ndern der Welt f\u00fcr unseren Magen ungekocht unvertr\u00e4glich. Daher hat man die Wahl, das Wasser trotzdem zu trinken und damit Gefahr zu laufen, sich Tropenkrankheiten einzufangen oder das Wasser abzukochen bzw. zu filtern oder die bequemste und umweltunfreundlichste M\u00f6glichkeit zu w\u00e4hlen und Plastikflaschen im Supermarkt zu kaufen. Auch wir waren keine Umweltengel, versuchten aber wenigstens m\u00f6glichst gro\u00dfe Flaschen zu kaufen (z.B. 5 Liter oder 10 Liter). Konterkariert wurde diese Strategie dann wieder durch 0,5 Liter Flaschen, die im Guesthouse gratis angeboten wurden (die wir meistens dann stehen lie\u00dfen).<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.christophkessel.de\/images\/20180224_024007213_iOS.jpg\" alt=\"M\u00e4chtiges Fr\u00fchst\u00fcck im Guesthouse in Udawalawe\"\/><figcaption>M\u00e4chtiges Fr\u00fchst\u00fcck im Guesthouse in Udawalawe<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein weiteres Argument sich f\u00fcr einen Besuch von Udawalawe zu entscheiden, ist das Elephant Transit Home. Eine Aufzuchtstation von Waisenkindern mit R\u00fcssel. Die kleinen werden viermal am Tag mit Milch bzw. mit Milchpulver anger\u00fchrtem Wasser versorgt und man kann gegen einen kleinen Obolus diesem Spektakel beiwohnen. Dass man daf\u00fcr allerdings fast so lange anstehen muss, wie die eigentliche F\u00fctterung dauert, ist der \u00fcberbordenden B\u00fcrokratie zu verdanken. Jede Eintrittskarte wurde handgeschrieben und entsprechend buchhalterisch vermerkt. Wahrscheinlich eine M\u00f6glichkeit, Korruption einzud\u00e4mmen \u2013 eine andere Antwort f\u00e4llt mir nicht ein.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.christophkessel.de\/images\/P1130833.jpg\" alt=\"Fr\u00fchst\u00fccken am Strand von Tangalle\"\/><figcaption>Fr\u00fchst\u00fccken am Strand von Tangalle<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der letzte Stopp der Reise durch Sri Lanka brachte uns nach Tangalle an die S\u00fcdk\u00fcste und in eine richtige Traumregion. Unsere Unterkunft bestand aus mehrern kleinen H\u00e4uschen, von deren Balkon man tlw. einen Blick auf die Mangrovenw\u00e4ldchen werfen konnte. Au\u00dferdem konnten wir fr\u00fchmorgens und abends auch wieder exotische V\u00f6gel beobachten und in der H\u00e4ngematte w\u00e4hrend der Mittagshitze Siesta halten und dem Rauschen des Meeres zuh\u00f6ren. Endlose Strandspazierg\u00e4nge nach Osten oder ein kleiner Walk nach Westen in die Stadt machten die Lage unserer Unterkunft wirklich einzigartig, wie eigentlich der gesamte Urlaub auf dieser Insel. Denn trotz des Massentourismus auf der Insel sind die Menschen immer noch freundlich und geben einem das wunderbare Gef\u00fchl, willkommen zu sein \u2013 und das nicht nur wegen des Geldes, was wir auf ihre Insel bringen. Denn an vielen Pl\u00e4tzen dieser Welt komme ich mir als Tourist mittlerweile wirklich ein wenig wie ein Sparschwein vor, das man m\u00f6glichst komplett schlachtet. Neben der Freundlichkeit der Menschen ist das Preis\/Leistungsverh\u00e4ltnis auf der Insel an vielen Flecken sehr sehr gut. Bewusst abgezockt wird man \u00fcberhaupt nicht und auch das Gef\u00fchl, dass man abends am Strand oder tags\u00fcber in den Teeplantagen einfach mal spazieren kann, ohne gleich ausgeraubt zu werden, ist nicht zu untersch\u00e4tzen. Daher k\u00f6nnen wir diese Insel Euch wirklich nur an Herz legen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.christophkessel.de\/images\/P1130906.jpg\" alt=\"Endloser Sandstrand in Tangalle\"\/><figcaption>Endloser Sandstrand in Tangalle<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hoteltipps (alles selber bezahlt):<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Colombo \u2013 Anarva Mount Lavinia: neues, modernes Hotel im Nobelvorort Mount Lavinia<\/li><li>Haputale \u2013 Leisure Mount View Holiday Inn, wenn m\u00f6glich beste Zimmerkatgorie buchen, tolle Ausblicke, gutes Abendb\u00fcffet (vegetarisch)<\/li><li>Udawalawe \u2013 Silent Bungalow, sehr preiswert, bietet Touren zum nahen Park an, gutes Abendb\u00fcffet (vegetarisch)<\/li><li>Tangalle \u2013 Cinnabar Resort, tolle Lage direkt am Strand, 15 Minuten zu Fu\u00df \u00fcber den Strand in die Stadt, nach Osten hin weite Strandspazierg\u00e4nge m\u00f6glich, Chalets teilweise mit Balkon auf die Mangroven<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">3-Tagestour Haputale \u2013 Horton Plains (selbst bezahlt):<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>&nbsp; Touranbieter: Best of Lanka \u2013 Kontakt am besten via WhatsApp, Bezahlung via Kreditkarte m\u00f6glich, weitere Wandertouren ab Kandy m\u00f6glich<\/li><\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lieber sp\u00e4t als nie \u2013 so l\u00e4sst sich vielleicht dieser Reisebericht zu unserem Trip nach Sri Lanka im Februar kurz nach Fastnacht idealerweise starten. 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